[Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 13:41

Miss Marple hat geschrieben:Und ich weiss immer noch nicht, wo und wie ich im Winter ausreichend Futter aus der Natur herkriegen soll, so dass der reell gefressene Anteil gegenüber den Gemüse und den Küchenkräutern aus dem Laden überwiegt und um Meerschweinchen auch nur annähernd damit satt zu kriegen bzw. wie Kaktus sagt, den Schwerpunkt zu bilden. :hm:
Die Menge, die ich im Winter sammeln kann reicht bei mir auch nicht aus. Ich füttere aber deshalb trotzdem nicht mehr Gemüse. Wenn das Zeug weg ist, dann ist es weg und sie müssen bei mir Heu, getrocknete Blätter, Äste fressen. Außerdem biete ich jeden Tag zusätzlich etwas Nösenberger Strukturmüsli (ich weiß, darüber lässt sich streiten) an.
Wobei ich festgestellt habe, dass sie momentan allgemein wesentlich weniger fressen als in den warmen Monaten. Die Grünmenge, die im Sommer nach ein paar Stunden aufgefuttert ist, reicht zur Zeit den ganzen Tag. Die fressen alle beide auf "Sparflamme". Ich biete gar kein Blättriges Gemüse mehr an, weil sie es sowieso nicht fressen und sich lieber vom Trockenkram ernähren, ehe sie da auch nur 1 Blatt davon fressen würden. Ich hab`s versucht mit Grünkohl, Spitzkohl, Chiccoree, Chinakohl, Weißkohl, Eisbergsalat, Brokkolie, Petersilienwurzel. Das einzige, das sie gerne fressen sind Äpfel und Karotten und das Gepflückte oder meine selbstgetrockneten Blätter.
Liebe Grüße

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Miss Marple » Sa 7. Jan 2012, 13:57

Una hat geschrieben:Die Menge, die ich im Winter sammeln kann reicht bei mir auch nicht aus. Ich füttere aber deshalb trotzdem nicht mehr Gemüse. Wenn das Zeug weg ist, dann ist es weg und sie müssen bei mir Heu, getrocknete Blätter, Äste fressen.
Und Kaninchen fressen weniger als Meerschweinchen, Atem- und Herzfrequenz sind beim Meerschweinchen deutlich höher, der Stoffwechsel ist schneller. Zudem können Kaninchen Vitamin C selber herstellen.
Wie würdest Du das z. B. handhaben, wenn Du zwei Tiere mit Stoffwechselerkrankungen dabei hättest? Ich habe eine vierjährige Diabetikerin, die ihren Blutzucker mit Heu, Blättern und Ästen nicht konstant hält. Sie geht selbst nur im Notfall mal an Hafer, Dinkel und Haferflocken.
Das andere Tier hat eine Schilddrüsenüberfunktion. Trotz Medikament hat sie locker den doppelten Kalorienbedarf der anderen Tiere. Und selbst so halte ich sie bei lächerlichen 900 Gramm (normal 1200). Füttere ich weniger, rast ihr Gewicht runter.
Una hat geschrieben:Außerdem biete ich jeden Tag zusätzlich etwas Nösenberger Strukturmüsli (ich weiß, darüber lässt sich streiten) an.
Bei mir wird Fertigfutter immer nur im Vorbeigehn müde vollgepinkelt.
Una hat geschrieben:Wobei ich festgestellt habe, dass sie momentan allgemein wesentlich weniger fressen als in den warmen Monaten. Die Grünmenge, die im Sommer nach ein paar Stunden aufgefuttert ist, reicht zur Zeit den ganzen Tag. Die fressen alle beide auf "Sparflamme". Ich biete gar kein Blättriges Gemüse mehr an, weil sie es sowieso nicht fressen und sich lieber vom Trockenkram ernähren, ehe sie da auch nur 1 Blatt davon fressen würden. Ich hab`s versucht mit Grünkohl, Spitzkohl, Chiccoree, Chinakohl, Weißkohl, Eisbergsalat, Brokkolie, Petersilienwurzel. Das einzige, das sie gerne fressen sind Äpfel und Karotten und das Gepflückte oder meine selbstgetrockneten Blätter.
Das sind genau die Beobachtungen der Kaninchenhalter im Winter, die aber nun mal von den Fressgewohnheiten der Meerschweinchen abweichen.
Deswegen die Frage: wie kriegt man ein Meerschweinchen im Januar satt, wenn der Futterschwerpunkt bei Grün- und Raufutter liegen soll?
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Isa » Sa 7. Jan 2012, 14:07

Miss Marple hat geschrieben:Und ich weiss immer noch nicht, wo und wie ich im Winter ausreichend Futter aus der Natur herkriegen soll, so dass der reell gefressene Anteil gegenüber den Gemüse und den Küchenkräutern aus dem Laden überwiegt und um Meerschweinchen auch nur annähernd damit satt zu kriegen bzw. wie Kaktus sagt, den Schwerpunkt zu bilden. :hm:
Wenn du magst, drehen wir uns gemeinsam mit diesem Gedanken im Kreis!! :jaja:
:dafür:
;)

Grundsätzlich wäre es wohl möglich mit viel Zeit und Glück im Winter noch genügend in der Natur zu finden. Oder man hat viel Platz und Geld um sich in seinem Garten so ein "Winterparadies" zum Pflücken anzulegen.
Meist ist es jedoch so, dass keiner der 4 Faktoren "Geld, Zeit, Platz, Glück" zutrifft.
Also sehe ich mich gezwungen im Winter auf Gemüse, Heu, Trockenkräuter, frische Küchenkräuter auszuweichen. Eben auf den "nicht perfekten Ersatz".

Nach langem Hin- und Herüberlegen setze ich nun hauptsächlich auf eine Fütterung mit Endivien, Radiccio, Chicoree, Fenchel, Paprika und verschiedene Kohlsorten "ad libitum" ( :jaja: ). Dazu Blätter von diversen anderen Gemüsesorten (Möhrengrün, Kohlrabiblätter, ...), Trockenkräuter und Heu und ein wenig Wurzeln (wie z.B: Petersilienwurzel, Knollensellerie).
Obst, Tomaten und Co. spielen derzeit bei mir gar keine Rolle und werden in Zukunft wohl weiterhin keine spielen oder höchstens eine sehr sehr untergeordnete.

Mal sehen, wann ich diese Methode wieder neu überdenken werde :roll: , aber derzeit bin ich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden und meinen Meerschweinchen scheint das ganze so auch zu schmecken; im wahrsten Sinne des Wortes. ;)
Mimm hält auch weiterhin ihren Blutzuckerspiegel perfekt unten bei knapp über 100 mg/dl.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von saloiv » Sa 7. Jan 2012, 14:19

Ich denke es macht einen großen Unterschied ob die Kaninchen und Meerschweinchen draußen oder drinnen leben. Winter-Außenhaltung ermöglicht es den Tieren selber Nahrung zu suchen (wenn sie freilaufen), so dass man deutlich weniger selber suchen muss. Zudem fressen sie im Winter bei Minusgraden anders als Tiere die in der Stube leben.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 14:26

saloiv hat geschrieben:Ich denke es macht einen großen Unterschied ob die Kaninchen und Meerschweinchen draußen oder drinnen leben. Winter-Außenhaltung ermöglicht es den Tieren selber Nahrung zu suchen (wenn sie freilaufen), so dass man deutlich weniger selber suchen muss. Zudem fressen sie im Winter bei Minusgraden anders als Tiere die in der Stube leben.
Das hab ich auch festgestellt, da meine beiden letzten Winter in Innenhaltung waren, da haben die genauso viel gefressen wie im Sommer, die machten da keinen Unterschied. Jetzt wo sie im Winter draussen sind, bin ich das gar nicht gewöhnt, dass sie mein Gekauftes Zeug nicht wollen.

@Miss Marple
Mit Meerschweinchen kenne ich mich leider nicht aus, daher hab ich nur geschrieben, was ich bei meinen Kaninchen zur Zeit mache.
War natürlich für dich nicht sehr hilfreich, ich weiß. :hm:
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Kaktus » Sa 7. Jan 2012, 14:36

Ich weiss, wie viel Schweine fressen, zumindest wenn ma sie ad lib ernähren will, und ich weiss auch, dass man im Winter, hat man mehr als xy Tiere Alternativen braucht für frisches Wildgrün von draußen und dieses ist wie auch Isa schreibt:
Nach langem Hin- und Herüberlegen setze ich nun hauptsächlich auf eine Fütterung mit Endivien, Radiccio, Chicoree, Fenchel, Paprika und verschiedene Kohlsorten "ad libitum" ( :jaja: ). Dazu Blätter von diversen anderen Gemüsesorten (Möhrengrün, Kohlrabiblätter, ...), Trockenkräuter und Heu und ein wenig Wurzeln (wie z.B: Petersilienwurzel, Knollensellerie).
Obst, Tomaten und Co. spielen derzeit bei mir gar keine Rolle und werden in Zukunft wohl weiterhin keine spielen oder höchstens eine sehr sehr untergeordnete.
Der Unterschied zu uns ist lediglich, dass ich auch Frischobst gebe und auch Meeris geben würde, wenn sie es nicht in Massen fressen würden. Trockenkräuter und Heu gibts auch ad libitum (bei dir auch Isa?).

Ich habe nun zig Mal geschrieben, was ich kritisiere und das sind Halter, 1) die ihre Tiere in Obst und Gemüse schwimmen lassen ohne dazu Rau- und Grünfutter abzubieten oder 2) dieses eben nur rationiert, so dass die Tiere sich hauptsächlich von Obst und Gemüse ernähren müssen, weil sie keine Wahl haben und 3) Halter, die denken xy sei ein gleichweriger Ersatz für Frischwildgrün.
Blattgemüse, Heu, Trockenkräuter, das was man noch so draußen findet + zusätzlich Gemüse und Obst halte ich für einen deutlich besseren Ersatz für Wiese als 20 versch. Obst- und Gemüsesorten + etwas Dill und eine Hand voll Trockenlöwenzahn.

Wo ist jetzt also das Problem? :lieb: Ich seh zumindest keines. Wildfutter ist das beste, wenn man da nicht (mehr) dran kommt, brauchts die beste Alternativen, an die man dran kommt.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 14:43

Kaktus hat geschrieben: Blattgemüse, Heu, Trockenkräuter, das was man noch so draußen findet + zusätzlich Gemüse und Obst halte ich für einen deutlich besseren Ersatz für Wiese als 20 versch. Obst- und Gemüsesorten + etwas Dill und eine Hand voll Trockenlöwenzahn.
Genau dieser Meinung bin ich auch, weiß aber nicht, ob sich das auch auf Meerschweinchen genauso übertragen lässt.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Isa » Sa 7. Jan 2012, 14:45

Kaktus hat geschrieben: Der Unterschied zu uns ist lediglich, dass ich auch Frischobst gebe und auch Meeris geben würde, wenn sie es nicht in Massen fressen würden. Trockenkräuter und Heu gibts auch ad libitum (bei dir auch Isa?).
Ja, Heu gibts ad lib, klar und mittlerweile reiche ich auch Trockenkräuter ad lib.
Letzere bestehen aus Stengeln von grünem Hafer, Löwenzahn, Brennnessel, Schachtelhalm. Und dazu im Wechsel verschiedene andere Sorten (Echinacea, Luzerne, Rotklee, Bärentraubenblätter... ect. etc.).

Obst lasse ich momentan weg, und sehe dass es derzeit einfach besser "läuft" so.
In Zukunft werde ich aber wohl Apfel wieder mit ins Angebot aufnehmen, aber rationiert.
Ob Tomaten jemals wieder eine Rolle spielen werden... ich seh keinen "Grund"?! :hm:
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Kaktus » Sa 7. Jan 2012, 14:51

Jeder muss letztendes die Fütterung auch ein Stück an seine eigenen Tiere anpassen und wenn es deinen ohne Obst wie Tomate besser geht, dann ist es eben so und ich denke, die Schweine werdens auch ohne Tomate überleben :D Ich muss bei uns zB die Saaten ganz individuell anbieten je nach Gruppe und sogar innerhalb einer Gruppe, was sehr anstrengend ist... bei frischem Obst passe ichs mittlerweile auch etwas an, nur Apfel gibts für jeden täglich.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 14:54

Jetzt hätt ich mal eine kurze Frage, weil ich ja von Meerschweinchen keine Ahnung habe.
Fressen die wirklich mehr als Kaninchen? Dass sie mehr Heu fressen, glaube ich schonmal gelesen zu haben, aber auch mehr Gemüse?
Ich hab auch schon gelesen, dass Meerschweinchen gerne Tomate und Gurke fressen, sowas würde meine Kaninchen nicht anrühren, auch wenn sonst nur Heu zur Auswahl wäre.
Sind die da so unterschiedlich? Finde ich sehr interessant, vor allem, weil ich bis jetzt dachte, die beiden Arten könnte man "gleich" ernähren.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von saloiv » Sa 7. Jan 2012, 15:21

Ein Meerschweinchen (ca. 1kg) frisst in etwa so viel wie ein Kaninchen (die ja bekanntlich deutlich mehr Lebendgewicht haben). ;)
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Isa » Sa 7. Jan 2012, 15:22

Gibts überhaupt was verfresseneres als ein Meerschweinchen? :hehe:
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Kim » Sa 7. Jan 2012, 15:23

Meine Meerlis fressen deutlich weniger als Kaninchen.

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 15:24

saloiv hat geschrieben:Ein Meerschweinchen (ca. 1kg) frisst in etwa so viel wie ein Kaninchen (die ja bekanntlich deutlich mehr Lebendgewicht haben). ;)
Danke, also so ungefähr: 2 Meerschweine entsprechen 1 normal großen (2kg) Kaninchen.
Hätt ich jetzt nicht gedacht, dass die so "verfressen" sind (wie Isa es ausdrückt) :smile:
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von lapin » Sa 7. Jan 2012, 15:24

Ist das auch nicht wieder viel zu pauschal gedacht?? Essen alle Menschen gleich viel?!
Essen alle Kaninchen gleich viel...oder alle Meerschweinchen, kann man also dann auch unterschiedliche Schlüsse zwischen zwei verschiedene Arten ziehen? Wie ich finde nein...
kommt aufs Tier an, egal welcher Art..
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von saloiv » Sa 7. Jan 2012, 15:54

Natürlich gibt es Ausnahmen, aber im Schnitt kommt man mit diesem Vergleich sehr gut hin. Ich habe bei fast allen Meerschweinchen so viel Frischfutter wie bei einem normal großen Kaninchen benötigt, teilweise etwas mehr, teilweise etwas weniger.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von halloich » Sa 7. Jan 2012, 16:46

Una hat geschrieben:Danke, also so ungefähr: 2 Meerschweine entsprechen 1 normal großen (2kg) Kaninchen.
Nee, eher umgekehrt.
1 Meerschweinchen frisst so viel wie zwei Kaninchen.
Der größte Unterschied ist, das Kaninchen eher Kräuter/Wildkräuter fresse sind und Meerschweinchen Grasfresser. Deswegen futtern Meerschweinchen auch immer noch Heu in Massen wenn genügend Obst, Gemüse, Trockenkräuter und Frischkräuter vorhanden sind.

Wenn ich gesameltes mitbringe dann wird das Gras und der Löwenzahn aussortiert, Breitwegerich, Spitzwegerich, wilde Möhre, Taubnesseln, Wegwarte und alle andern Unkräuter werden nur wenig bis gar nicht gefuttert und bleiben liegen, Gras wird jedoch inhaliert.

Deswegen ist es im Winter um einiges schwieriger was zu finden.
Gras findet man so gut wie keins mehr, Kräuter hingegen schon noch ein paar.
Aber z.B. letzten Winter mit Dauerfrost und geschlossenen Schneedecke, da findet man gar nichts, es sei denn man buddelt es mit einer Spitzhacke aus.

Also muß man zwangsläufig auf Gemüse/Salte ausweichen.
Hier finde ich das blättrige, also Salate, Blätter von diversen Kohlsorten immer noch am wichtigsten.
Meine Schweine fressen nämlich so gut wie gar keine Trockenkräuter, egal was ich anbiete, es wird ignoriert.
Das einzigste was hier an Kräuter geht ist Trocken und frisch Petersilie, Dill und basilikum nur frisch, selbst Löwenzahn geht nur frisch, wird trocken ignoriert.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von lapin » Sa 7. Jan 2012, 16:49

saloiv hat geschrieben: Ein Meerschweinchen (ca. 1kg) frisst in etwa so viel wie ein Kaninchen (die ja bekanntlich deutlich mehr Lebendgewicht haben).
Muhaha selbst diese Aussage lässt verschiedene Interpretationen zu :top:!
Das kommt davon, wenn man eigenständig denkt ;)!
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Una » Sa 7. Jan 2012, 17:53

halloich hat geschrieben:
Una hat geschrieben:Danke, also so ungefähr: 2 Meerschweine entsprechen 1 normal großen (2kg) Kaninchen.
Nee, eher umgekehrt.
1 Meerschweinchen frisst so viel wie zwei Kaninchen.
Hab ich doch gemeint. :arg:
Vllt. sollte ich nächstes Mal erst überlegen und dann schreiben. :grübel:
Peinlich, peinlich :lieb:
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von WELLEN » Do 12. Jan 2012, 22:09

lapin hat geschrieben:
saloiv hat geschrieben: Ein Meerschweinchen (ca. 1kg) frisst in etwa so viel wie ein Kaninchen (die ja bekanntlich deutlich mehr Lebendgewicht haben).
Muhaha selbst diese Aussage lässt verschiedene Interpretationen zu :top:!
Das kommt davon, wenn man eigenständig denkt ;)!
Die Vorstellung!
:rofl:

Ich finde man kann sagen 1 Schwein frisst am Tag so viel Gemüse wie ein Mensch mind. auch essen sollte. :hot:

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 16. Jan 2012, 07:03

Ich finde man muss schon mal zwischen den einzelnen Tierarten differenzieren die hier gehalten werden. Und dann noch mal zwischen den verschiedenen Haltungsformen.

EIn Meerschweinchen ist nun mal kein Kaninchen. Selbst wenn die beiden im selben Revier in der Wildnis leben haben sie doch völlig andere Ansprüche an die Nahrung. Kaninchen graben nach Wurzeln, fressen Gehölz und haben trotz ihres geringeren Energiebedarfes ein größeres Revier.

Heißt nicht anderes als: was für Kaninchen eine ausgewogene Ernährung darstellt, kann für Meerschweinchen tatsächlich ein zu großes Angebot an artfremden Nahrungsmitteln darstellen.

Ebenso muss man aber auch die einzelnen charktere der Tiere mit in die Auswahl einfließen lassen. Manche Tiere scheien tatsächlich nicht besonders zu selektieren oder sind aber auch aufgrund ihrer Erfahrungen ausgesprochene "Fraßtiere" die manchmal weitaus mehr von artfremden Gewächsen fressen als auf Dauer gut tut.

Beim Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheiten sollte man nicht vergessen das Heu durch seine veränderten Zusammensetzungen ( Stichwort Zuckergehalt) im Vergleich zum Frischfutter ebenfalls ein Faktor zur Erkrankung darstellen kann .
Mit freundlichen Grunzern

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 16. Jan 2012, 14:58

Beim Zusammenhang zwischen Ernährung und Krankheiten sollte man nicht vergessen das Heu durch seine veränderten Zusammensetzungen ( Stichwort Zuckergehalt) im Vergleich zum Frischfutter ebenfalls ein Faktor zur Erkrankung darstellen kann .
Finde ich einen sehr wichtigen und meist vernachlässigten Punkt.
Gerade Meerschweinchen, die auf Gräser angewiesen sind, also im Winter in unseren Breitengraden und unseren Verhältnissen mit Wiesenheu ernährt werden müssen, bestimmt die Qualität des Wiesenheues letztendlich das Wohl und Wehe unserer Meerschweinchen! Wird hier ein minderwertiges Wiesenheu aus dem Tiergeschäft geholt oder ein Wiesenheu verfüttert, auf welchem die Meerschweinchen empfindlich reagieren, werden die Tiere krank, egal, wieviel Heu oder Frischfutter sie zur Verfügung haben.

Wenn du ein Tschudi-Meerschweinchen mit einem verwilderten Kaninchen vergleichst, kommst du auf genau die gleiche Reviergröße wie beim durchschnittlichen Kaninchen - und hier ist es sogar unabhängig, ob Wild- oder Hauskaninchen, denn bei den Kaninchen stimmt die Reviergröße bei der Haustierform noch exakt mit der Wildform überein.

Hausmeerschweinchen kommen nun schon seit gut 6.000 Generationen nicht mehr in freier Wildbahn vor! Ihr Lebensraum sind die Hütten der Indios, kleine ummauerte Gehege und ähnliche Unterbringungen. Diese Flächen hatten eine Größe von nur 20 - 40qm, bei viel Glück vielleicht auch mal 60 - 80qm - und diese Fläche wurde zudem nur allzuoft mit den Menschen geteilt ... vergleicht man das mit einem durchschnittlichen Tschudirevier mit 500qm und mehr, ist das ein nix ... die Meerschweinchen mußten sich also an diese beengten Verhältnisse anpassen und haben das auch getan. Meine auf der Weide tagsüber absolut frei gehaltenen Hausmeerschweinchen hatten im Schnitt nur 50 - 100qm genutzt! Das Kernrevier war sogar nur 30qm groß ... als Grand Dame tot war, waren es im Schnitt sogar nur noch 40 - 50qm, mehr nicht ...

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 16. Jan 2012, 15:15

Na ja, aber trotzdem hat ein Kaninchen (egal ob Haus oder Wildform) auf 500 qm (was ja nu auch nicht so viel ist ) eine viel größeres Nahrungsspektrum wie ein Meerschwein, eben weil es quasi pflanzlicher "Allesfresser" ist, was man ja von Meerschweinchen her nicht sagen kann.

Wenn man dem Thema sich von der Inka-Haltung her nähert wird auch schnell klar das es da wenihger um ad-lib im Sinne von "möglichst viel verschiedene Sorten" geht, sondern um " friß Wiese oder unsere Küchenabfälle" um es mal überspitzt zu sagen.

Also egal von welcher Warte man guckt, die Wahrscheinlichkeit das eine von beiden Arten ( im Gegensatz zu Kaninchen und Zieseln) sich an Auberginen oder Tomaten vergreift (um mal zwei Beispiele hier aus dem Tread zu nehmen) ist relativ gering.

@Ziesel: Du hattest doch mal erwähnt das Ziesel in ihrer Heimat auch als Landplgae gelten, weil sie ähnlich wie Kaninchen hier, auch die Felder "abgrasen" . Insofern ist die Gemüsetheke im Supermarkt, doch eigentich schon Ziesel gerecht, oder? Immerhin bietest du ja Sachen an die sie in ihrer Heimat auch fressen können.
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Ziesel » Di 17. Jan 2012, 01:26

Ja, so hat mir das ´n Biologe mal erzählt..Lebendfallen
Für mich ist es so, dass ein Ziesel genauso im Feld futtert wenns sich halt anbietet ( also ereichbar ist und was Leckeres wächst) wie das Kaninchen/der Hase zB im Winter keinen Bogen um´n Grünkohlfeld macht oder die Kulturpflanzen in HalloIchs Garten verschmäht und bei Meeris hab ich diesbezüglich ganz ähnliche Gedanken:
Da Menschen in Südamerika, die "Hausmeeris" halten, genausowenig wie hier lebende Halter wohl kaum diverse Gräser oder hauptsächlich Wildkräuter in ihren Küchen verarbeiten, geh ich davon aus, dass auch die Indios einen ziemlichen Anteil an Kulturpflanzen verfüttern.
Der Lebensgefährte meiner Mama erzählte nach´ner Südamerikarundreise, dass er Ställe mit 80-100 Schweins gesehen habe,wo die Schweins bekamen was halt in der Küche über bleibt und rings rum wächst...Das dürften dann Grünpflanzen in jeglicher Form sein, von Feldpflanze über Gemüse/Obst aus´m Garten wie auch einfach gemähte Wiese aus der Nähe.

PS: Wozu Kulturpflanze und Wildpflanze unterschieden wird, ist mir auch noch nicht klar. Wie ist das bei Heu und Stroh ? Das ist doch eigentlich auch kein Wildwuchs ? Stroh ist eh von einer "Kulturpflanze" und´ne Heuwiese ist doch auch vom Menschen angelegt ?!
Ebenso bei Kräutern, die getrocknet angeboten werden >> da pflückt sich doch niemand durch die weitläufige Botanik um Wildwuchsbrennesseln-Wegeriche-Löwenzähne zu sammeln, trocknet die und verkauft die dann :grübel:

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Kaktus » Di 17. Jan 2012, 01:46

Das habe ich doch schon geschrieben: Wildgewächse haben andere Nährstoffe und Nährstoffverteilung bzw. Nährstoffverhältnis z.B. Kalzium:Phosphor, welches nicht nur bei Urolithiasis eine wichtige Rolle spielt.

Es ist schon ein Unterschied, ob sie ein Ziesel, Kaninchen etc. auch oder mal von Salatfeldern & Co. miternährt oder hauptsächlich davon ernährt wird und ohne oder mit wenig Wildgrünfutter.

Die Trockenkräuter sind Wildpflanzen, die die Vertreiber in größerer Menge anbauen ohne sie aber auf irgendeine Art und Weise zu verändern. Sie haben noch ihre ursprüngliche Form und Inhalt z.B. Lattich im Gegensatz zum Kopfsalat, welcher von diesem abstammte, jedoch wenig mit seiner Ursprungsform gemein hat und deutlich minderwertiger ist.

Isa hat oben zu Degupedia verlinkt, wo Andreas Rühle das gut aufgezeigt hat: https://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?p=19596#19596" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von schweinsnase77 » Di 17. Jan 2012, 06:19

Natürlich acht es einen Unterscheid Kaktus, das estereite ich ja auch gar nicht. Ich wollte damit nur sagen das es bei Zieseln eher zu einer natürlichen Ernährung gehören kann durch die Gemüseabteilung zu fallen als zum Beispiel bei Meerschweinchen.

@Ziesel: richtig die Meerschweine bekommen seit Jahrhunderten von Jahren die Abfälle. Damit bekommen sie aber ganz andere Nährstoffkonzentrationen und weniger Energie ab, als wenn sie die ganzen Früchte bekommen.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Murx Pickwick » Di 17. Jan 2012, 13:51

Das, was da in großem Stil als "Wild"kräutern angebaut wird, hat nicht mal mehr die Zusammensetzung, wie die Pflanzen an ihren natürlichen Standorten. Der Lattich im Anbau beispielsweise enthält nicht mal mehr ein Viertel der Bitterstoffe, die ein Lattich auf wilden Standorten hat, dadurch, daß er gedüngt wurde. Dafür enthält er bis zum zehnfachen Gehalt im Schnitt an Nitraten - auch wieder durch die Düngung!
Im Anbau wird in Monokultur angebaut, nun ist es so, daß die wenigsten Pflanzen natürlicherweise von sich aus versuchen, Monokulturen zu bilden - im Gegenteil, sie "verstecken" sich zwischen Pflanzen, die möglichst wenig mit ihnen verwandt sind und eine möglichst andere chemische Struktur aufweisen, um nicht von Freßfeinden entdeckt und gefressen zu werden. Um solcherart Pflanzen in Monokultur anbauen zu können, müssen erhebliche Mengen an Pestiziden aufs Feld aufgebracht werden, da die Pflanzen in Monokultur nunmal leicht von ihren Freßfeinden gefunden werden können. Und diese giftigen Verbindungen und deren Abbauprodukte sind in den Monokulturpflanzen noch drin, wenn wir sie für unsere Tiere kaufen.
Gerade Lattichgewächse sind da sehr anfällig ...

Es ist also fast wurscht, ob ich nun das Möhrengrün von Aldi mir hole, oder wildes Möhrenkraut aus dem Tierhandel oder aus der Apotheke ... es kann einfach aufgrund der Anbaubedingungen schon gar nicht die Zusammensetzung haben, die Möhrenkraut auf Brachland oder gar auf einer artenreichen, alten Weide hat. Da liegen einfach Welten dazwischen!

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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Miss Marple » Di 17. Jan 2012, 15:30

Kaktus hat geschrieben:Das habe ich doch schon geschrieben: Wildgewächse haben andere Nährstoffe und Nährstoffverteilung bzw. Nährstoffverhältnis z.B. Kalzium:Phosphor, welches nicht nur bei Urolithiasis eine wichtige Rolle spielt.
Noch mal auf den Link https://degupedia.de/forum/viewtopic.php?p=19596&highlight=#19596" onclick="window.open(this.href);return false; bezogen, gerade wenn ich mir die Diagramme zu Ca/P und Aminosäuren anschaue, dann gibts ausser Weide/Wiese kein gesundes Futter. Gleichzeitig wirft das auch wieder die Frage auf: was ist gesunde Wiese?
In dem ersten Diagramm ist die Ernährung von Kaninchen in Tschechien beschrieben. "Die Nahrung einer Population des Wildkaninchens auf dem Böhmisch - Mährischen Höhenzug".
Ich bin ja noch nie da gewesen, aber wikipedia schreibt:
Diese Täler sind relativ dicht besiedelt, die Höhen etwa zur Hälfte bewaldet. Die andere Hälfte sind oft kilometerweite Mais- oder Getreidefelder, deren Größe eine Folge der kollektiven Bewirtschaftung in den Zeiten der ČSSR von 1945 bis 1989 ist.
https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6hmisch-M%C3%A4hrische_H%C3%B6he" onclick="window.open(this.href);return false;

Ich nehme mal an, dass der Graph unten die Monate zeigt. Der Nahrungsanteil "Sonstige" ist also am höchsten im Februar/März. Gut, wenn nix wächst, frißt man Sonstiges.
In der Erntezeit auf den "kilometerweise Mais- und Getreidefeldern" werden lt. Diagramm auch nur wenige Samen und Grasfrüchte gefressen, 10% würde ich mal sagen. Kulturpflanzen scheinen die Wildkaninchen auf dem Böhmisch - Mährischen Höhenzug gar nicht zu interessieren.
In Australien dagegen gab es ja Massenplagen von Wildkaninchen, die die Ernten vertilgt und die Farmer runiniert haben und gegen die deshalb biologisch Krieg geführt wurde. https://www.tierpla.net/buchertalk/topic13240.html?hilit=dornenv" onclick="window.open(this.href);return false;ögel
Warum sie in Europa keine Kulturpflanzen fressen, in Australien dagegen schon - keine Ahnung.

Wenn ich mir die Diagramme so angucke, weiß ich irgendwie gar nicht mehr, was ich füttern soll.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Kaktus » Di 17. Jan 2012, 16:07

Ist es wirklich so, dass Monokulturen an Löwenzahn gleichzusetzen sind mit Salaten oder Möhrengrün?
Ich glaube nicht.
Gut, Monokulturlöwenzahn ist zwar aufgrund anscheindend der schwindenden Inhaltsstoffe und zunehmenden Nitrats etc. minderwertiger als Wildlöwenzahn in der Natur wachsend, aber immernoch weniger minderwertig als Löwenzahnsalat aus dem Supermarkt.

Was sagt uns all das dennoch?
Richtig, dass die einzig gesunde Fütterung nur stattfindet, wenn man täglich durch Wälder und Naturwiesen spaziert und alles selber sammelt. Super, für Stadtmenschen kaum durchführbar.
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Re: [Ernährung] Das Mysterium "ad lib" - Der heilige Gral?

Beitrag von Murx Pickwick » Di 17. Jan 2012, 16:35

Nun ... vor meiner Haustür fressen sie definitiv viel Kulturpflanzen - und soweit ich informiert bin, liegt Hessen in Europa ...

Während man am Feldrand den Verbiß nicht sieht, sieht es auf den Feldern wiederum ganz anders aus, der Verbiß ist Sommers wie Winters bis zu 100m aufs Feld hinaus zu sehen.

Es ist allerdings auch abhängig davon, was auf den Feldern wächst ... im Sommer beispielsweise wird Weizen, Roggen etc absolut in Ruh gelassen, dann wird lieber der Feldrand abgefressen und im Herbst wird deutlich mehr Bäume geschält. Auch Mais ist nicht sonderlich beliebt ... da gehen eher die Wildschweine rein.
Ganz anders bei Wintergetreide, Raps und Hackfrüchten - da ist es teilweise schon krass, wieviel die Kaninchen da futtern. Außerdem gibt es einen enormen Unterschied zwischen Bio und konventionell, Biohafer wird abgebissen und die Rispen leergefuttert, ich hab das bei konventionellem Hafer dagegen noch nie gesehen.
Übrigens kann ich diese Unterscheidung auch bei meinen Kaninchen beobachten - in Bio werden wahnsinnig gern Kohlrabi und Kohlrabiblätter gefressen, in konventionell müßte ich die Kaninchen nen Tag vollständig hungern lassen, bevor sie überhaupt an ein Blatt davon gehen!

Bei den meisten Untersuchungen stehen Kaninchen in Naturschutzgebieten und auf extensiv genutzten Gelände mit Weiden, Strauchinseln und Waldrändern. Da gibt es keine Kulturpflanzen, die man auch bei Aldi kaufen kann - im Gegenteil, sie werden von Kulturpflanzen, die zunehmend seit der Industrialisierung nicht mehr genutzt werden, verdrängt. Das ist etwas, was bislang noch nirgendwo berücksichtigt wurde - fast alle wildlebenden Pflanzen auf Europas Wiesen und Weiden sind Kulturpflanzen und eben KEINE Wildpflanzen!
Rotklee, Weißklee, alle Ampferarten, die meisten Gräser, vermutlich auch die Wegeriche etc sind für den menschlichen Genuß über die Jahrhunderte verändert worden.
Ich kann hierzu nur das Buch empfehlen:
Michael Machatschek (2007): Eßbare Landschaft. Böhlau Verlag Wien, 3. Aufl.

Dann wiederum, was Andreas nicht berücksichtigt, sind die zunehmend alten Gemüse- und Obstsorten, die in die Naturkostläden kommen: Mangold, Quitten, Rucola, Ampfer, Löwenzahn, Bärlauch usw usf ... ich selbst wollte eigentlich Andreas in einem privaten "Feldzug" widerlegen und einfach mal bei Aldi zeigen, was es da alles für tolle Pflanzen, welche den Wildpflanzen ähneln, gibt ... das Ergebnis war etwas ernüchternd, denn hier gibts ja tatsächlich nur die wässrigen Hochzuchtformen! Selbst der Spinat, der ja eigentlich eine sehr eiweißreiche Pflanze ist und mit einem hohen Gehalt an limitierenden Aminosäuren punkten kann, ist bei Aldi nur ne grüne Attrappe - ich wette, wenn ich den zur Analyse gegeben hätte, da wär bestimmt kaum Eiweiß drin zu finden gewesen, so wässrig war der!
Sowas, wie für mich Normales, wie Mangold, Topinambur, Süßkartoffeln etc gibt es bei Aldi überhaupt nicht! Selbst Grünkohl war einfach nicht da ... und das mitten im Winter!

Wenn man Stachellattich (der Wildform des Kopfsalats, Schnittsalats und Bindesalats) und Löwenzahn miteinander vergleicht, haben wir zwei Kulturpflanzen, die etwa über den gleichen Zeitraum hinweg kultiviert und gezüchtet wurden, beide Arten wurden schon 4000 vor Christus in vielen Sorten kultiviert und angebaut. Speziell beim Kopfsalat haben wir es jedoch in der modernen, wässrigen Form mit einem Formenkreis zu tun, den es erst seit der Industrialisierung gibt! Das, was im 16. Jhr als Kopfsalat existierte, hatte noch gar nicht diesen flachen Kopf wie der heutige Kopfsalat und war deutlich dunkelgrüner. Es gibt noch Sorten, die Abbildungen aus dieser Zeit ähneln - allen gemeinsam ist der hohe Nährstoffgehalt und richtig feste, bittere Blätter.
Vergleicht man den Nährstoffgehalt und den Bitterstoffgehalt von alten Bindesalat- und Schnittsalatformen, die in Naturkostläden durchaus zu bekommen sind, mit dem vom Stachellattich, nehmen die sich nicht viel - kommt man mit dem Kopfsalat von Aldi an, dann haben wir es nicht mal mehr mit einem Nahrungsmittel zu tun!

Wir haben also ein ganz anderes Problem - und das ist nicht nur ein Problem in der Tierfütterung, sondern ein generelles Problem auch für uns Menschen, mit ein Grund, weshalb Zivilisationskrankheiten immer mehr zunehmen: Man kann nur noch wässrige Industrieformen einst nahrhafter Kulturpflanzen kaufen! Selbst im Bioladen kommt es nur ganz langsam, daß immer mehr alte Kultursorten wieder Eingang in die Regale finden - und da haben wir wieder das Problem, daß diese umgezüchtet werden auf Monokulturtauglichkeit, ein Beispiel dafür ist der Mangold - also kurzum, auch Bioware hat zunehmend die Tendenz, wässrig und unzureichend zu werden!
Nicht nur unsere Tiere leiden darunter - auch wir!

Übrigens - gerade, wer in Berlin wohnt, hat hier gute Chancen, aus diesem Dilemma auszusteigen - in Berlin gibt es inzwischen etliche Projekte, wo auch normale Stadtmenschen ihr eigenes Gemüse anbauen können. Urban Farming ist in keiner anderen deutschen Stadt soweit verbreitet, wie gerade in Berlin.
Man kann sowohl aus diesen Projekten heraus Gemüse kaufen, als auch dort direkt mitmachen und dafür sorgen, daß eben alte Kultursorten und keine modernen Monokultursorten angebaut werden.

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