Um junges Zinnkraut?



Stand an einem Bächlein am Felde...und davon massig!









Guck Mal hier: https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/ackerschachtelhalm.htm" onclick="window.open(this.href);return false;lapin hat geschrieben:Ich hab gerade mal junges Zinnkraut im Netz gesucht, iwie sieht es da anders aus
Ich will doch so gern Zinnkraut an Rehlein verfüttern (nicht nur getrocknet)





von MurxBeim Einpflegen der Schachtelhalme fällt mir mehr und mehr auf, sämtliche plötzlichen tödlichen Vergiftungen durch Sumpfschachtelhalm bei diversen Haustieren können nicht durch Sumpfschachtelhalm verursacht worden sein ... da lag stets ein anderes Problem vor.
Der Grund ist, das Giftprinzip ist auf die Anwesenheit von Thiaminase in den Schachtelhalmen zurückzuführen. Sumpfschachtelhalm hat dabei den höchsten Gehalt an Thiaminase.
Thiaminase ist ein Enzym, welches Thiamin (also Vitamin B1) zerlegt ... und damit unbrauchbar macht. Die Vergiftungserscheinungen durch Schachtelhalme sind also keine Vergiftungen im engeren Sinne, sondern es ist einfach nur ein Thiaminmangel ... und hier dauert es erstmal bei 100%igem Fehlen von Thiamin in der Nahrung ca. zwei Wochen, bis die Thiaminspeicher leer sind und es zu den ersten "Vergiftungserscheinungen" (also Mangelerscheinungen) kommt. Erst jetzt wird die Sache gefährlich, denn hält der Thiaminmangel an, kommt es nicht nur zu Krämpfen, Muskelzucken, Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel und damit einhergehende weitere Mangelerscheinungen und weiteren Symptomen, sondern es führt dann irgendwann recht schnell zum Tod.
Nun wird insbesondere im Kaninchen- und Meerschweinchenbereich davon geredet, daß über wenige Tage oder sogar nur durch einmalige Gabe Tiere innerhalb von Stunden nach Gabe von Schachtelhalm verendet seien - das ist jedoch mit Schachelhalm definitiv nicht möglich, es handelt sich hier also um eine Verlegenheitsdiagnose, einfach weil Tierärzte davon gehört haben, daß Schachtelhalm giftig ist - also ist es halt der Gärtner ... äh ... der Schachtelhalm gewesen ...
Wir haben ähnliche Diagnosen bei einer ganzen Reihe von Pflanzen, welche dadurch ungerechtfertigter Art und Weise in Mißkredit gerieten:
Beinwell, Knoblauch, Zwiebel, Efeu, Wiesenbärenklau, Weihnachtsstern und und und ... selbst der gespritzte Hibiskus ist vermutlich gar nicht so tödlich giftig, sondern eher auf Verlegenheitsdiagnosen von Tierärzten zurückzuführen.
Nochmal - nach einmaliger Gabe von Schachtelhalmen, egal, welche Menge, auch wenn es sich um den giftigsten dieser Gattung, dem Sumpfschachtelhalm handelt, passiert gar nix! Fangen die Tiere an, zu taumeln, zu krampfen, sich merkwürdig zu benehmen und haben die letzten Wochen jeden Tag Unmengen an Schachtelhalm gefuttert, kann man einfach ausprobieren, ob es daran liegt, man läßt den Schachtelhalm weg - bessern sich die Symptome schlagartig innerhalb eines Tages, dann wars tatsächlich der Schachtelhalm ...
Häufigste Quelle für Schachtelhalmvergiftungen ist Wiesenheu, da hier insbesondere in kräuterreichen Wiesenheusorten von Naturschutzwiesen große Mengen Schachtelhalm enthalten sein können ... solange die Tiere die Wahl haben zwischen viel Schachtelhalm im Wiesenheu und wenig Schachtelhalm in einem anderen Wiesenheu oder anderem Futter, wählen sie immer die schachtelhalmarme Variante und fressen definitiv nicht mehr vom schachtelhalmverseuchten Wiesenheu, wie sie vertragen, ohne daß es zu einem Thiaminmangel kommt.
Zweithäufigste Quelle sind leergefressene Weiden mit hohem Schachtelhalmbestand - auch hier können die Weidetiere nicht ausweichen und müssen den Schachtelhalm fressen. Nach mehreren Wochen können hier durch Thiaminmangel verursachtes Taumeln und Krampfen beobachtet werden.
Besonders resistent gegen Thiaminase haben sich Ziege, Schaf, Ratte, Geflügel und Kaninchen erwiesen ... unabhängig davon, ob sie mit Industriefutter oder mit naturnahem Futter gefüttert werden ... es ist also davon auszugehen, daß auch der Sumpfschachtelhalm für diese Tierarten zwar problematisch, jedoch nicht giftig ist.
Gleiches gilt vermutlich auch für Meerschweinchen, Degus, Hamsterarten und Chinchillas ...
Besonders empfindlich reagieren mal wieder die großen Weidegänger Pferd und Rind, wobei das Pferd deutlich empfindlicher reagiert wie das Rind. Beim Rind scheint das erste auftretende Symptom bei Thiaminmangel der stark weniger werdende Milchfluß zu sein - recht ärgerlich, wenn landwirt von der Milch lebt und damit sein Geld verdient ... Ackerschachtelhalm - und hier ist es absolut unwichtig, ob Sumpf- oder Acker- ist deshalb eines der ungeliebtesten "Un"kräuter auf Weiden und Wiesen und gilt im landwirtschaftlichen Bereich als genauso giftig, wie Germer (Verartrum) und Herbstzeitlose (Colchicum)!
Es geht halt in der Nutzviehhaltung nicht darum, ob ein Tier eine Vergiftung ohne bleibende Schäden überleben kann, sondern einzig um den Nutzen - und der wird nunmal insbesondere beim Milchvieh durch Schachtelhalme genauso eingeschränkt, wie durch tödlich giftige oder stark giftige Pflanzen!
Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens noch etwas ... in Nordeuropa wurden verschiedene Schachtelhalmarten mit niedrigem Thiaminasegehalt an Pferde verfüttert - führend war hier offenbar der Waldschachtelhalm (Equisetum sylvaticus). Offenbar enthält er zumindest in Nordeuropa besonders wenig Thiaminase.
Und noch etwas ist interessant ... so wird in älterere Literatur berichtet, daß ausgerechnet der Ackerschachtelhalm bei Schafen zu Aborten führt ... ich konnte jedoch bisher nix Bestätigendes aus neuerer Zeit finden - handelt es sich hier bei den beobachteten Aborten eventuell um eine andere Pflanze, welche auf gleichen Wiesen und Weiden mit hohem Ackerschachtelhalmanteil vorkommt?
Literatur:
Dr. Dierbach, J. H. (1831): Abhandlung über die Arzneikräfte der Plfanzen, verglichen mit ihrer Structur und ihren chemischen Bestandteilen. Meyersche Hofbuchhandlung, Lemgo
Frohne, Pfänder (2004): Giftpflanzen. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart
Plants for a future
Foreneinträge:
Landtreff - Schachtelhalm auf einer Böschung, abgerufen am 05.05.10
Nagetierforum.ch - Acker-Schachtelhalm und Sumpf-Schachtelhalm, abgerufen am 05.05.10



Ist hier auch "bloß" im Angebot. Ich mach mir da keine Gedanken mehr drum.....die sollen gefälligst selber selektieren. Bin ich nen Meerschwein oder nen Hoppel und weiß was giftig ist?lapin hat geschrieben:Das ist jetzt aber doof...
Ich denke ich hab den Sumpfschachtelhalm...und der wird bei Weidetieren als giftig deklariert. Aber wieder nix zur Verträglichkeit bei Kaninchen.



Quelle: https://www.degupedia.de/board/viewtopic.php?p=16036#p16036" onclick="window.open(this.href);return false;Dann wieder gibt es einige Pflanzen, die normalerweise einem gesunden Tier nix tun - ist jedoch irgendwas im Magen-Darm-Trakt nicht 100% in Ordnung, können diese Kräuter tödlich wirken oder zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Dazu zählt beispielsweise der Sumpfschachtelhalm ... da man jedoch seinem Tier nicht unbedingt ansieht, ob es nun 100% in Ordnung ist oder eventuell doch irgendwo ne kleine Entzündung oder was weiß ich hat, tut man bei solchen Kräutern auch gut dran, es eben nicht drauf ankommen zu lassen.





Ganz ehrlich? ich finde man kann nach längerer Ad libitum-Fütterung problematische und leicht giftige (sprich nur bei grooßer verspeister Menge) Pflanzen mitfüttern, wenn eine Selektion möglich ist, sehr giftige oder tödliche Pflanzen muss ich nicht geben.lapin hat geschrieben:
Ok....erklärts mir bitte...kann ich jetzt doch nicht mehr alles füttern und auf meine Tiere vertrauen?










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JaEmmy hat geschrieben:Dann wäre das also junger Sumpfschachtelhalm, oder?



Quelle: van Wyk, Wink, Wink (2004): Handbuch der Arzneipflanzen. wissenschafltiche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, S. 136Auch E. hyemale und E. fluviatile werden verwendet. Die Droge wird manchmal mit Sumpfschachtelhalm (E. palustre) verfälscht; dieser enthält potenziell giftige Spermidinalkaloide wie Palustrin.
Quelle: Frohne und Pfänder (2004): Giftpflanzen Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen. wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, Ss. 169 - 170.InhaltsstoffeDie Toxizität von Equisetum palustre führte man bisher auf das Vorkommen von Alkaloiden zurück. Karrer und Eugster isolierten als Hauptalkaloid das Palustrin und Mayer et al, klärten seine chemische Struktur auf. Der Gehalt an Alkaloiden unterliegt innerhalb kürzester Zeiträume extremen Schwankungen (96 - 302mg/100gTGW), die keinerlei Beziehungen zu Standort- oder Witterungseinflüssen erkennen lassen. Bei einsetzendem Frost fällt er stark ab, sodass die Duwockwedel dann praktisch alkaloidfrei sind. In luftgetrocknetem Pflanzenmaterial bleibt der Gehalt dagegen über Jahre konstant.
Nach Untersuchungen von Veit et al. beruhen die Giftwirkungen auf Tiere jedoch nicht auf dem Gehalt an Alkaloiden, sondern sind möglicherweise einem "Antithiaminfaktor" zuzuschreiben; vergl. hierzu auch [12 - 14]. Insbesondere Pferde reagieren empfindlich auf einen Vitamin B1-Mangel, weil für sie im Gegensatz zu Wiederkäuern das Vitamin B1 ein essenziell-exogener Faktor ist.
Intoxikationen sind bisher nur aus dem veterinär-medizinischen Bereich bekannt geworden, und zwar nicht nur mit Equisetum palustre, sondern auch anderen Equisetum-Arten (arvense[!], sylvaticum, telmateia). Die bei Pferden auftretenden Vergiftungserscheinungen werden als "Taumelkrankheit" bezeichnet. Sie äußern sich in Erregbarkeit, Zuckungen der Gesichtsmuskeln, taumelnden Gang, Hinstürzen, bis schließlich die Tiere infolge völliger Erschöpfung verenden. Dieses Krankheitsbild wird auf die Zerstörung des Vitamin B1 zurückgeführt. Bei Rindern stehen Abnahme des Milhertrages, Gewichtsverlust, Durchfall und bei akut verlaufender Krankheit lähmungsartige Erscheinungen im Vordergrund. Auch Todesfälle werden beobachtet.
Zur Bewertung der Humantoxizität liegen Untersuchungen von Ammon et al (zitiert nach [11]) vor, die keine akutre Toxizität von E. palustre und E. arvense bei Ratten ergeben haben. Zur Identitäts- und Reinheitsprüfung der fast ausschließlich in kWildbeständen gesammelten und deshalb häufig verunreinigten [16] Arzneibuch-Droge "Schachtelhalmkraut - Equiseti herba" wird statt einer DC der Alkaloide eine Untersuchung der in den Pflanzen enthaltenen Flavonoidglykoside empfohlen [11].

Tigers Bruder wurde ausschließlich mit TK-Fisch ernährt. Er hat nichts anderes gefressen.Wenn eine Katze mal nen ganzen Fisch verspeist, ist das kein Beinbruch, aber wenn sie täglich Fisch bekommt, womöglich noch tiefgefrorenen Fisch, bekommt sie irgendwann die Taumelkrankheit und stirbt irgendwann daran!

