Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht. Solltest du Interesse daran haben bei deiner Tierart genau in Erfahrung zu bringen, ob entsprechende Pflanzen nun gut oder schlecht für sie sind, bitten wir dich im entsprechenden Forum eine direkte Frage zu stellen.
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Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » So 1. Mai 2011, 12:29

Um was für eine Pflanze handelt es sich hier?
Um junges Zinnkraut?

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Stand an einem Bächlein am Felde...und davon massig!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Nightmoon » So 1. Mai 2011, 12:43

Schönes Bild.. könnte Schachtelhalm, Zinnkraut, Equisetum arvense sein. :lieb:
Schachtelhalm ist ja, richtig angewendet, für viele Krankheitssachen ein gutes Heilkraut.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » So 1. Mai 2011, 12:45

Ich hab gerade mal junges Zinnkraut im Netz gesucht, iwie sieht es da anders aus :grübel:
Ich will doch so gern Zinnkraut an Rehlein verfüttern (nicht nur getrocknet)
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Miss Marple » So 1. Mai 2011, 12:57

Ich sammle das und verfütter das - Schachtelhalm / Zinnkraut. https://de.wikipedia.org/wiki/Acker-Schachtelhalm" onclick="window.open(this.href);return false; Für mich sieht es genau so aus. Wenn da massig steht, stehen bestimmt auch noch alte vom letzten Jahr rum. Die haben dann oben diesen typischen Knuppel.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Nightmoon » So 1. Mai 2011, 12:59

lapin hat geschrieben:Ich hab gerade mal junges Zinnkraut im Netz gesucht, iwie sieht es da anders aus :grübel:
Ich will doch so gern Zinnkraut an Rehlein verfüttern (nicht nur getrocknet)
Guck Mal hier: https://www.kraeuter-verzeichnis.de/kraeuter/ackerschachtelhalm.htm" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » So 1. Mai 2011, 13:05

Ich habs einfach angeboten....wird mir von allen aus der Hand gerissen und genüsslich verputzt... :D
Wenn es Ackerschachtelhalm ist, dann hat er sich in der Jahreszeit vertan, wa :jaja:?!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Angel272 » So 1. Mai 2011, 13:33

Hallo,
es gibt ja verschiedene Schachtelhalmarten.
Darum den Ackerschachtelhalm nicht mit dem Sumpfschachtelhalm verwechseln.

Hier wird gut erklärt, wie man die beiden auseinanderhalten kann.
https://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/78.htm" onclick="window.open(this.href);return false;
LG Angel

Link zur Petition gegen Massentötung der Streuner in Rumänien:
https://www.secureconnect.at/4pfoten.or ... st/130906/" onclick="window.open(this.href);return false;

***********************
http://www.rassekatzen-in-not.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

http://www.maine-coon-hilfe.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » So 1. Mai 2011, 22:49

Das ist jetzt aber doof...
Ich denke ich hab den Sumpfschachtelhalm...und der wird bei Weidetieren als giftig deklariert. Aber wieder nix zur Verträglichkeit bei Kaninchen.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Dajanira » So 1. Mai 2011, 22:54

Beim Einpflegen der Schachtelhalme fällt mir mehr und mehr auf, sämtliche plötzlichen tödlichen Vergiftungen durch Sumpfschachtelhalm bei diversen Haustieren können nicht durch Sumpfschachtelhalm verursacht worden sein ... da lag stets ein anderes Problem vor.

Der Grund ist, das Giftprinzip ist auf die Anwesenheit von Thiaminase in den Schachtelhalmen zurückzuführen. Sumpfschachtelhalm hat dabei den höchsten Gehalt an Thiaminase.

Thiaminase ist ein Enzym, welches Thiamin (also Vitamin B1) zerlegt ... und damit unbrauchbar macht. Die Vergiftungserscheinungen durch Schachtelhalme sind also keine Vergiftungen im engeren Sinne, sondern es ist einfach nur ein Thiaminmangel ... und hier dauert es erstmal bei 100%igem Fehlen von Thiamin in der Nahrung ca. zwei Wochen, bis die Thiaminspeicher leer sind und es zu den ersten "Vergiftungserscheinungen" (also Mangelerscheinungen) kommt. Erst jetzt wird die Sache gefährlich, denn hält der Thiaminmangel an, kommt es nicht nur zu Krämpfen, Muskelzucken, Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel und damit einhergehende weitere Mangelerscheinungen und weiteren Symptomen, sondern es führt dann irgendwann recht schnell zum Tod.

Nun wird insbesondere im Kaninchen- und Meerschweinchenbereich davon geredet, daß über wenige Tage oder sogar nur durch einmalige Gabe Tiere innerhalb von Stunden nach Gabe von Schachtelhalm verendet seien - das ist jedoch mit Schachelhalm definitiv nicht möglich, es handelt sich hier also um eine Verlegenheitsdiagnose, einfach weil Tierärzte davon gehört haben, daß Schachtelhalm giftig ist - also ist es halt der Gärtner ... äh ... der Schachtelhalm gewesen ...

Wir haben ähnliche Diagnosen bei einer ganzen Reihe von Pflanzen, welche dadurch ungerechtfertigter Art und Weise in Mißkredit gerieten:
Beinwell, Knoblauch, Zwiebel, Efeu, Wiesenbärenklau, Weihnachtsstern und und und ... selbst der gespritzte Hibiskus ist vermutlich gar nicht so tödlich giftig, sondern eher auf Verlegenheitsdiagnosen von Tierärzten zurückzuführen.

Nochmal - nach einmaliger Gabe von Schachtelhalmen, egal, welche Menge, auch wenn es sich um den giftigsten dieser Gattung, dem Sumpfschachtelhalm handelt, passiert gar nix! Fangen die Tiere an, zu taumeln, zu krampfen, sich merkwürdig zu benehmen und haben die letzten Wochen jeden Tag Unmengen an Schachtelhalm gefuttert, kann man einfach ausprobieren, ob es daran liegt, man läßt den Schachtelhalm weg - bessern sich die Symptome schlagartig innerhalb eines Tages, dann wars tatsächlich der Schachtelhalm ...

Häufigste Quelle für Schachtelhalmvergiftungen ist Wiesenheu, da hier insbesondere in kräuterreichen Wiesenheusorten von Naturschutzwiesen große Mengen Schachtelhalm enthalten sein können ... solange die Tiere die Wahl haben zwischen viel Schachtelhalm im Wiesenheu und wenig Schachtelhalm in einem anderen Wiesenheu oder anderem Futter, wählen sie immer die schachtelhalmarme Variante und fressen definitiv nicht mehr vom schachtelhalmverseuchten Wiesenheu, wie sie vertragen, ohne daß es zu einem Thiaminmangel kommt.

Zweithäufigste Quelle sind leergefressene Weiden mit hohem Schachtelhalmbestand - auch hier können die Weidetiere nicht ausweichen und müssen den Schachtelhalm fressen. Nach mehreren Wochen können hier durch Thiaminmangel verursachtes Taumeln und Krampfen beobachtet werden.

Besonders resistent gegen Thiaminase haben sich Ziege, Schaf, Ratte, Geflügel und Kaninchen erwiesen ... unabhängig davon, ob sie mit Industriefutter oder mit naturnahem Futter gefüttert werden ... es ist also davon auszugehen, daß auch der Sumpfschachtelhalm für diese Tierarten zwar problematisch, jedoch nicht giftig ist.

Gleiches gilt vermutlich auch für Meerschweinchen, Degus, Hamsterarten und Chinchillas ...

Besonders empfindlich reagieren mal wieder die großen Weidegänger Pferd und Rind, wobei das Pferd deutlich empfindlicher reagiert wie das Rind. Beim Rind scheint das erste auftretende Symptom bei Thiaminmangel der stark weniger werdende Milchfluß zu sein - recht ärgerlich, wenn landwirt von der Milch lebt und damit sein Geld verdient ... Ackerschachtelhalm - und hier ist es absolut unwichtig, ob Sumpf- oder Acker- ist deshalb eines der ungeliebtesten "Un"kräuter auf Weiden und Wiesen und gilt im landwirtschaftlichen Bereich als genauso giftig, wie Germer (Verartrum) und Herbstzeitlose (Colchicum)!
Es geht halt in der Nutzviehhaltung nicht darum, ob ein Tier eine Vergiftung ohne bleibende Schäden überleben kann, sondern einzig um den Nutzen - und der wird nunmal insbesondere beim Milchvieh durch Schachtelhalme genauso eingeschränkt, wie durch tödlich giftige oder stark giftige Pflanzen!

Interessant in dem Zusammenhang ist übrigens noch etwas ... in Nordeuropa wurden verschiedene Schachtelhalmarten mit niedrigem Thiaminasegehalt an Pferde verfüttert - führend war hier offenbar der Waldschachtelhalm (Equisetum sylvaticus). Offenbar enthält er zumindest in Nordeuropa besonders wenig Thiaminase.

Und noch etwas ist interessant ... so wird in älterere Literatur berichtet, daß ausgerechnet der Ackerschachtelhalm bei Schafen zu Aborten führt ... ich konnte jedoch bisher nix Bestätigendes aus neuerer Zeit finden - handelt es sich hier bei den beobachteten Aborten eventuell um eine andere Pflanze, welche auf gleichen Wiesen und Weiden mit hohem Ackerschachtelhalmanteil vorkommt?

Literatur:
Dr. Dierbach, J. H. (1831): Abhandlung über die Arzneikräfte der Plfanzen, verglichen mit ihrer Structur und ihren chemischen Bestandteilen. Meyersche Hofbuchhandlung, Lemgo
Frohne, Pfänder (2004): Giftpflanzen. Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart
Plants for a future

Foreneinträge:
Landtreff - Schachtelhalm auf einer Böschung, abgerufen am 05.05.10
Nagetierforum.ch - Acker-Schachtelhalm und Sumpf-Schachtelhalm, abgerufen am 05.05.10
von Murx
[url=http://www.degupedia.de/forum/viewtopic.php?t=1894&sid=52cc2fac1e8d65d6ed09daa47c910d40]Quelle[/url]
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » So 1. Mai 2011, 23:00

Danke Darjana...
ich hab ja nun extra für Rehlein nach Zinnkraut gesucht gehabt und gehofft nun was gefunden zu haben...
interessant wird also werden, wie es auf sie wirkt...
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Miss Marple » Mo 2. Mai 2011, 06:14

https://www.degupedia.de/wiki/index.php/Sumpfschachtelhalm" onclick="window.open(this.href);return false; Auch noch ein Link. Rehlein frißt ja alles mögliche und kann jederzeit ausweichen. Von Murx her kennt sie auch schon Schachtelhalme und kann dosieren!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 2. Mai 2011, 06:25

lapin hat geschrieben:Das ist jetzt aber doof...
Ich denke ich hab den Sumpfschachtelhalm...und der wird bei Weidetieren als giftig deklariert. Aber wieder nix zur Verträglichkeit bei Kaninchen.
Ist hier auch "bloß" im Angebot. Ich mach mir da keine Gedanken mehr drum.....die sollen gefälligst selber selektieren. Bin ich nen Meerschwein oder nen Hoppel und weiß was giftig ist? :püh: Ich weiß das ja noch nichtmal bei 2 Beinern :schäm: :lol:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » Mo 2. Mai 2011, 10:44

Ich denke auch so, wirklich....
und meine Süßen haben gestern noch ordentlich zugepackt und heute habe ich das Häufchen von gestern Abend wieder vorgefunden :hm:!
Dennoch mulmig wird mir heute noch :jaja:!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Curly » Mo 2. Mai 2011, 22:56

Ich habe den Schweinchen auch was davon angeboten... eher zufällig,
weil ichs wachsen sah und da noch nicht Darjaniras Text stand.
Sie habens beide gefressen... und sie leben beide noch... gesund und munter.

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Kaktus » Mo 2. Mai 2011, 23:32

Murx hat bei uns im alten Forum vor Sumpfschachtelhalm gewarnt ;) Leider gibts das Forum nicht mehr, im aktuellen steht aber das hier:
Dann wieder gibt es einige Pflanzen, die normalerweise einem gesunden Tier nix tun - ist jedoch irgendwas im Magen-Darm-Trakt nicht 100% in Ordnung, können diese Kräuter tödlich wirken oder zu schweren Vergiftungserscheinungen führen. Dazu zählt beispielsweise der Sumpfschachtelhalm ... da man jedoch seinem Tier nicht unbedingt ansieht, ob es nun 100% in Ordnung ist oder eventuell doch irgendwo ne kleine Entzündung oder was weiß ich hat, tut man bei solchen Kräutern auch gut dran, es eben nicht drauf ankommen zu lassen.
Quelle: https://www.degupedia.de/board/viewtopic.php?p=16036#p16036" onclick="window.open(this.href);return false;

ich finde man muss nicht alles mitmachen, nur weil man es mal bei einer Person gelesen hat. Der Sumpfschachtelhalm wird als hochgiftig aufgeführt in diversen Giftdatenbanken: https://www.vetpharm.uzh.ch/reloader.htm?giftdb/pflanzen/0043_tox.htm?inhalt_c.htm" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » Di 3. Mai 2011, 10:48

Iwie ist dieser Thread und auch Murx Aufführungen doch sehr widersprüchlich der eigentlichen Einstellung dem füttern ggü.

Die meisten vertreten die Ansicht...
Was du nicht kennst, schmeiß rein, deine Tiere können selektieren und werden ungenießbares liegen lassen...
mach dir also kein Kopf bei dem was du da pflückst, deine Tiere sortieren das gíftige raus.
VORAUSSETZUNG: Sie sind an Frischfutter gewöhnt und werden nicht durch iwelchen Mist wie TroFu oä geschmacksnervlich "getötet"....

So nun haben wir hier den Sumpfschachtelhalm...
ich lese nun von Murx, dass ich gutes dran tu, bei Krankheit, mein Tier nicht mit unbekanntem oder eben dem Sumpfschachtelhalm zu ernähren....hmmmm...

Sie schreibt aber auch, dass man das ja nicht immer sofort erkennen kann und daher sollte man es allgemein einfach weg lassen...

Ok....erklärts mir bitte...kann ich jetzt doch nicht mehr alles füttern und auf meine Tiere vertrauen?

Ich habe es angeboten, meine Tiere haben es mir Anfangs ALLE aus der Hand gerissen,
da gehören meine 4 Freilandtiere dazu, meine kranken Karlchen und Rehlein haben es direkt inhaliert und selbst der "verseuchte TroFu Roi" (Zoohandelkaninchen) hat es genüsslich weggeschmatzt...
alle haben für die Nacht eine Portion davon bekommen....und ich konnte am nächsten Tag, den größten Teil davon wieder rausholen...
Alle haben also selektiert...alle haben dennoch aber nicht nur einen Probebiss gemacht...

Jetzt ihr :D!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Nightmoon » Di 3. Mai 2011, 11:26

Ich kann das Mal jetzt nur aus bäuerlich Sicht beurteilen... Da wurde früher eine Wiese gemäht, noch schön mit der Sense oder mit nem Mähbalken, wenn der Bauer Pferde oder einen Traktor hatte. Alles kam anschließend auf einen Wagen, wurde auf dem Hof abgeladen und anschließend mit einer Heugabel den Tieren vorgelegt oder in die Heuraufe gestopft. Bei Kaninchen fütterte man zwar per Hand, aber ich kann mich nicht entsinnen, dass sich da irgend jemand die Mühe machte alles einzeln zu sortieren, außer bei Hundskamille, wuchs die mitten im Grasfeld, dann wurde die raussortiert (zumindest beim Grünfutter für die Pferde, die im Stall standen. Die auf den Koppeln haben auch sehr viel mitgefuttert, aber auch sie selektierten so Einiges aus, was der Bauer dann nur noch abmähen musste, um es dann noch den Schweinen zu geben. Die grünfutterfressenden Tiere bekamen ansonsten alles, was auf der Wiese wuchs und mit abgemäht wurde. Auch den Hühnern schmiss man eine großzügige Portion in den Hühnerauslauf/Hühnerhoggen rein und die stürzten sich, wie die Aasgeier drauf, scharrten und pickten ein, was sie konnten. Lediglich für Enten und Gänse wurde das Grünfutter ausgesucht und kleingehechselt.
Wenn die Bauern für ihre Tiere immer alles hätten sortieren müssen, dann wären entweder die Tiere verhungert oder die Bauern beizeiten vor Arbeits- und Versorgungsstress gestorben. ;)
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Kaktus » Di 3. Mai 2011, 13:01

lapin hat geschrieben:

Ok....erklärts mir bitte...kann ich jetzt doch nicht mehr alles füttern und auf meine Tiere vertrauen?
Ganz ehrlich? ich finde man kann nach längerer Ad libitum-Fütterung problematische und leicht giftige (sprich nur bei grooßer verspeister Menge) Pflanzen mitfüttern, wenn eine Selektion möglich ist, sehr giftige oder tödliche Pflanzen muss ich nicht geben.

Mit Sumpfschachtellhalm hat keiner wirklich Erfahrung v.a. keine langfristige- also ICH muss es an meinen Tieren nicht testen zunal es 1000 andere Futterpflanzen gibt, die ich bedenkenlos geben kann...

Es gibt Studien zur Selektion, die besagen, dass Tiere, die zuvor in Gefangenschaft leben, sich an Giftpflanzen mehr oder weniger leicht vergifteten. Und auch bei richtigen Wildtiere kommen Vergiftungen vor.

Wirklich auf die Selektion vertrauen würde ich nur, wenn ich meine Tiere - in dem fall wäre dies nur bei Kaninchen möglich - von vorne rein im Garten mit zig Pflanzen aufwachsen lassen würde oder aber sie schon lange "wild" leben um nach und nach das Selektieren lernen.

Mittlerweile geht mir diese Einstellung ziemlich auf den Zeiger: schmeißt alles rein und fertig. Also ich möchte für Krankheiten und Todesfälle nicht verantwortlich sein. Zumal mir immer mehr zu Ohren kommt, dass Leute gewisse tipps annehmen, ihre Tiere dann erkranken und die Leute sich dann Rat bei "alten Hasen" suchen- die trauen sich nicht ihre Erfahrungen UNS mitzuteilen (weil sie dann eh zerrissen werden?), dass was mit dem Tipps-Umsetzen schief lief. SO können wir nicht dazulernen, höchstens nur an unseren eigenen Tieren. Zumal viele leute Tipps geben, die sie selber nicht praktiziert, ausprobiert haben oder mit negativen Folge (tote oder kranke Tiere!) oder sonst was!! Das ist für mich extrem bedenklich und krank.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » Di 3. Mai 2011, 13:33

Ich denke, ich habe einfach schon genug Erfahrungen mit meinen Tieren sammeln können, sie haben mich eine Menge gelehrt und ich werde weiterhin es so handhaben, wie es meine Tiere mir zeigen.

Sie selektieren, sie fressen was sie brauchen, sie lassen liegen, was sie nicht wollen.

Ich denke die Infos die hier gesammelt wurden sind wichtig, dennoch sollte man bei ALLEM Neuem, vorsichtig sein.
Ich kann massen an Erdnüssen futtern, für andere ist es tödlich!

Solange man seine Tiere als Individuum sieht, kann da nix schief gehen, weil man entsprechend vorgeht :D!

So...
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Kaktus » Di 3. Mai 2011, 13:41

Ja als Individuum und wenn man seine Tiere beobachtet, aber ein Pauschalratschlag von wegen: "rein mit allem" ist da unangebracht.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von lapin » Di 17. Mai 2011, 17:08

Na nu aber....
ich glaub ich hab schon wieder Sumpfschachtelhalm verfüttert :arg: :D!

links Sumpf / rechts Acker?!
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Sumpfschachtelhalm:
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Ackerschachtelhalm (wo ich mir nun aber auch nicht sicher bin):
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Habe beides gleichzeitig mal der Lola angeboten, sie entschied sich für den Sumpfschachtelhalm, hat aber beides weg gemampft!
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Dajanira » Di 17. Mai 2011, 17:27

Der Unterschied woran man es festmachen kann, ist die Farbe der Astscheiden. Beim Sumpfschachtelhalm ist er braun/schwarz, beim Acker~ grün.
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Emmy » Di 17. Mai 2011, 17:37

Dann wäre das also junger Sumpfschachtelhalm, oder?
[url=http://www.abload.de/image.php?img=img_2413283g.jpg]Bild[/url]
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Dajanira » Di 17. Mai 2011, 17:40

Emmy hat geschrieben:Dann wäre das also junger Sumpfschachtelhalm, oder?
Ja ;)

-- Dienstag 17. Mai 2011, 17:44 --

https://www.pharmazeut-online.de/schachtelhalm.htm" onclick="window.open(this.href);return false;

Man kanns wohl auch am Längsschnitt festmachen :D
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von RuJo » Di 17. Mai 2011, 17:46

Darauf kann man sich aber nicht verlassen... Schachtelhalme können von Pilzen befallen sein, die Schwarzfärbungen hervorrufen.
Wo hast du die Schachtelhalme denn eingesammelt?
"Ein gutes Buch, das von majestätischer Unerschlossenheit an seiner Stelle im Regal steht, stellt die aufmunternste Form intellektueller Wandverkleidung dar!" (David Quammen "Die Hörner des Rhinozeros")

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Emmy
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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Emmy » Di 17. Mai 2011, 18:01

Hier am Fluss sind Wiesen, die teilweise geflutet werden. Mittlerweile sind sie etwas trocken. Aber da am Ufer stand er. Ein Stück weiter davor gab es den auch ohne den dunklen Ring.
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Murx Pickwick » Di 17. Mai 2011, 18:48

Gerade Sumpfschachtelhalm ist wirklich gut ausgetestet ... beispielsweise gibt es Angaben, ab welchem Sumpfschachtelhalmgehalt im Heu Pferde gefährdet - das sind je nach Autor zwischen 10 - 15% Sumpfschachtelhalm im Heu.
Beim Ackerschachtelhalm sind 20 - 25%.

Ich selbst verfüttere Sumpfschachtelhalm schon seit 2004 ... an Ratten, Kaninchen, Meerschweinchen, Chinchillas (seit 2007), Farbmäuse und was ich sonst noch für Pflanzenfresser hatte ... Todesfälle mit der Beschreibung einer Schachtelhalmvergiftung gab es bei keiner Tierart. Im Internet hab ich so gut wie nie was darüber geschrieben - einfach, weil ich dem Dogma diverser Foren verfallen war, möglichst nicht sowas zu verbreiten, offiziell hatte ich nur den Ackerschachtelhalm verfüttert und hatte sogar vor der Verfütterung von selbstgesammelten Ackerschachtelhalm abgeraten - aufgrund der Verwechslungsgefahr mit dem Sumpfschachtelhalm! Ich hatte auch noch nicht die Wissenschaft als Rückendeckung, Sumpfschachtelhalm galt als giftig, ich hab das auch nur sinnlos nachgeplappert - solange, bis ich mich näher mit der Materie beschäftigt hab. Und daraus ist das entstanden, was ihr da als mein Zitat hier im Thread lesen könnt ... ich hatte mit offenstehendem Mund den Frohne und Pfänder und den Lemco gelesen!

Früher habe ich vor dem Sumpfschachtelhalm gewarnt - das ist richtig. Ich hab jedoch auch vor der tödlich giftigen Lärche, der tödlich giftigen Königskerze und der tödlich giftigen Nachtkerze gewarnt ... heute weiß ich, daß diese Pflanzen nicht tödlich giftig sein können, denn Nachtkerzenwurzeln wurden beispielsweise während und nach dem zweiten Weltkrieg als Gemüse empfohlen!
Auch was die mangelnde Erfahrung mit Sumpfschachtelhalm angeht ... fragt man hier alte Menschen, was die so gefüttert haben, dann haben die durchaus auch Schachtelhalme von nassen Wiesen an ihre Kaninchen und Meerschweinchen verfüttert - unterschieden hat man nicht, man hatte gesenst und rein zum Tier ...

Ansonsten kann ich nur jedem empfehlen, die Quellen, die ich angebe, einfach mal durchzulesen - die Links haben leider das Kopieren nicht überstanden, aber sollten in meinem Originalartikel noch drin sein.

Etwas sehr interessantes steht übrigens auch im van Wyk, Wink, Wink:
Auch E. hyemale und E. fluviatile werden verwendet. Die Droge wird manchmal mit Sumpfschachtelhalm (E. palustre) verfälscht; dieser enthält potenziell giftige Spermidinalkaloide wie Palustrin.
Quelle: van Wyk, Wink, Wink (2004): Handbuch der Arzneipflanzen. wissenschafltiche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, S. 136

Vermutlich hat also jeder, der schonmal gekauftes Zinnkraut verfüttert hat, auch Sumpfschachtelhalm mitverfüttert, trotzdem eigentlich Sumpfschachtelhalm in Kräutertees nicht zugelassen sind, auch nicht die anderen beiden von Wyk, Wink, Wink erwähnten Arten ...

Zum Palustrin findet sich nun im Frohne und Pfänder:
InhaltsstoffeDie Toxizität von Equisetum palustre führte man bisher auf das Vorkommen von Alkaloiden zurück. Karrer und Eugster isolierten als Hauptalkaloid das Palustrin und Mayer et al, klärten seine chemische Struktur auf. Der Gehalt an Alkaloiden unterliegt innerhalb kürzester Zeiträume extremen Schwankungen (96 - 302mg/100gTGW), die keinerlei Beziehungen zu Standort- oder Witterungseinflüssen erkennen lassen. Bei einsetzendem Frost fällt er stark ab, sodass die Duwockwedel dann praktisch alkaloidfrei sind. In luftgetrocknetem Pflanzenmaterial bleibt der Gehalt dagegen über Jahre konstant.
Nach Untersuchungen von Veit et al. beruhen die Giftwirkungen auf Tiere jedoch nicht auf dem Gehalt an Alkaloiden, sondern sind möglicherweise einem "Antithiaminfaktor" zuzuschreiben; vergl. hierzu auch [12 - 14]. Insbesondere Pferde reagieren empfindlich auf einen Vitamin B1-Mangel, weil für sie im Gegensatz zu Wiederkäuern das Vitamin B1 ein essenziell-exogener Faktor ist.
Intoxikationen sind bisher nur aus dem veterinär-medizinischen Bereich bekannt geworden, und zwar nicht nur mit Equisetum palustre, sondern auch anderen Equisetum-Arten (arvense[!], sylvaticum, telmateia). Die bei Pferden auftretenden Vergiftungserscheinungen werden als "Taumelkrankheit" bezeichnet. Sie äußern sich in Erregbarkeit, Zuckungen der Gesichtsmuskeln, taumelnden Gang, Hinstürzen, bis schließlich die Tiere infolge völliger Erschöpfung verenden. Dieses Krankheitsbild wird auf die Zerstörung des Vitamin B1 zurückgeführt. Bei Rindern stehen Abnahme des Milhertrages, Gewichtsverlust, Durchfall und bei akut verlaufender Krankheit lähmungsartige Erscheinungen im Vordergrund. Auch Todesfälle werden beobachtet.
Zur Bewertung der Humantoxizität liegen Untersuchungen von Ammon et al (zitiert nach [11]) vor, die keine akutre Toxizität von E. palustre und E. arvense bei Ratten ergeben haben. Zur Identitäts- und Reinheitsprüfung der fast ausschließlich in kWildbeständen gesammelten und deshalb häufig verunreinigten [16] Arzneibuch-Droge "Schachtelhalmkraut - Equiseti herba" wird statt einer DC der Alkaloide eine Untersuchung der in den Pflanzen enthaltenen Flavonoidglykoside empfohlen [11].
Quelle: Frohne und Pfänder (2004): Giftpflanzen Ein Handbuch für Apotheker, Ärzte, Toxikologen und Biologen. wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, Ss. 169 - 170.
(Die fettmarkierten Stellen im Text stammen von Frohne und Pfänder, nicht von mir! Ich hoffe, ihr versteht, daß ich nicht korrekt zitiere und mir die im Zitat erwähnte Quellenangabe von Frohne und Pfänder erspare ... so viel tippen wollte ich dann doch nicht. Wenn es unbedingt sein muß, aber nur dann, werde ich das nachholen.)

In diverser Pferdefütterungsliteratur gibt es Daumenregeln, ab wieviel % das Schachtelhalm im Heu bei Dauerfütterung gefährlich wird:
ca. 20 - 25% für Ackerschachtelhalm, ca. 10 - 15% für Sumpfschachtelhalm ...

Kurzum, mind. ein Zehntel des Hauptfutters muß aus Sumpfschachtelhalm bestehen, damit es nach Wochen gefährlich wird! Fürs Meerschweinchen hieße das, 100g der Wiese oder, wenn viel Kohl und Wurzelgemüse gefüttert wird, 20g muß Sumpfschachtelhalm sein und der muß auch noch jeden Tag gefressen werden!
Für uns Menschen wären das übrigens auch 100g, die wir täglich über mehrere Wochen verspeisen müßten - und dann würden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit auch unter der Taumelkrankheit leiden!
Nur kenne ich weder Meerschwein noch Mensch, der so viel Schachtelhalm über Tage und Wochen verkonsumiert ... so eine 100g-Packung Zinnkraut ist doch ganz schön groß ...

Im Lemco, der oben im Zitat von mir erwähnt wurde, steht übrigens auch drin, daß Schachtelhalme (E. hyemale) früher in den nordischen Ländern an Pferde geziehlt verfüttert wurde! Das haben die damals bestimmt nicht gemacht, weil sie taumelnde Pferde als so gesund empfanden ...

Übrigens haben das Thiaminaseproblem im Futter nicht nur Pflanzenfresser, welche Schachtelhalme futtern, sondern auch Katzen ... hier findet sich das gleiche Gift in den Innereien von Friedfischen und Muschelfressern und, was noch viel schlimmer ist, in tiefgefrorenen Fischen im gesamten Fisch! Da Thiaminase auch bei -20°C prima weiterarbeitet, enthalten diese Fische nach nur wenigen Wochen im Eisfach kein Thiamin (Vitamin B1) mehr ... und für Katzen ist Thiamin lebenswichtig! Die verbrauchen das sogar deutlich schneller wie Kanin und Meerschwein, weil sie keinen Blinddarmkot und keinen mit Bakterien angereicherten Kot fressen!
Wenn eine Katze mal nen ganzen Fisch verspeist, ist das kein Beinbruch, aber wenn sie täglich Fisch bekommt, womöglich noch tiefgefrorenen Fisch, bekommt sie irgendwann die Taumelkrankheit und stirbt irgendwann daran!
Wenn sie jeden Tag frischgeangelten Zander bekommt, dann nicht ... damit geht es ihr ausgesprochen gut.
Zander leben von anderen Fischen, sie sind deshalb so gut wie Thiaminasefrei. Friedfische aber fressen thiaminasehaltige Algen (übrigens, die ist auch in vielen Algen drin, die so als Futterzusatz neuerdings verkauft werden!) und Muschelfresser fressen Muscheln, welche thiaminasehaltige Algen futtern und bis oben hin voll sind mit der Thiaminase. Deshalb findet man bei diesen Fischen die Thiaminase hauptsächlich in den Eingeweiden.

Das ist auch der Grund, weshalb inzwischen überall empfohlen wird, nur höchstens einmal die Woche der Katze Fisch zum Futtern zu geben ... die Menge ist hierbei egal, wichtig ist nur, daß sie nicht durchgängig von Fisch leben muß!
(Freiwillig gehen eh die meisten Katzen in Hungerstreik, wenn sie jeden Tag Fisch aus der Tiefkühltruhe bekommen, egal ob roh oder gekocht - die wissen nämlich, daß Thiaminase für sie lebenswichtig ist und in diesen Fischen fehlt.)
Es kommt dennoch niemand auf die Idee, daß Fisch für Katzen giftig sein könnte ...

Und noch eine Quelle, wo jemand mal den Frohne und Pfänder etwas genauer gelesen hat - die neue Art von Pflanzendatenbank sozusagen:
[url=http://www.kraeuter-almanach.de/kraeuter-lexikon/schachtelhalm.htm]Kräuteralmanach - Schachtelhalm (Equisetum spp.)[/url]
Von einer tödlich giftigen Pflanze ist hier schon lange nicht mehr die Rede ...

Die sicherste Methode, Sumpfschachtelhalm und Ackerschachtelhalm voneinander zu unterscheiden, sind tatsächlich die Internodien ... die Schwarzfärbung kann man dann dazu nehmen, so zur Sicherheit.

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Angel272 » Di 17. Mai 2011, 18:51

Wenn mich nicht alles täuscht würd ich sagen, dass Lapin beide male Ackerschachtel.

Bei Emmy kann ichs nicht sagen, da ich den Stängel und die Äste nicht richtig sehen.
Bei dem Link, den ich schon mal eingestellt hab, sind bei ja sehr gut zusehen und zu unterscheiden.
https://www.fsbio-hannover.de/oftheweek/78.htm" onclick="window.open(this.href);return false;

EDIT:
Hier hätte ich nen kleinen Einwurf:
Wenn eine Katze mal nen ganzen Fisch verspeist, ist das kein Beinbruch, aber wenn sie täglich Fisch bekommt, womöglich noch tiefgefrorenen Fisch, bekommt sie irgendwann die Taumelkrankheit und stirbt irgendwann daran!
Tigers Bruder wurde ausschließlich mit TK-Fisch ernährt. Er hat nichts anderes gefressen.
Der Kater musste letztes Jahr im alter von 7 Jahren wegen einem Tumor eingeschläfert werden. Bis zu diesem Zeitpunkt war Gonzales, meines Wissens nach, sogut wie nie krank.
LG Angel

Link zur Petition gegen Massentötung der Streuner in Rumänien:
https://www.secureconnect.at/4pfoten.or ... st/130906/" onclick="window.open(this.href);return false;

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http://www.rassekatzen-in-not.de/" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Murx Pickwick » Di 17. Mai 2011, 19:13

Hat er von Zander und Hecht gelebt?
Oder war es vorgekochter, eingefrorener Fisch - die werden meist schon auf den Fangschiffen eingekocht, die Thiaminase wird dadurch zerstört und damit ist noch genügend Thiamin im Fisch, als daß Katz von leben kann.
Nach offizieller Lehrmeinung können Katzen Thiamin nicht selbst herstellen, entweder war der Fisch nur kurz in der Tiefkühltruhe und wurde gekocht, oder es war eingefrorener Kochfisch, oder die Katz hatte eine andere Thiaminquelle, oder diese Lehrmeinung, Katzen bräuchten Thiamin, ist auch nur eine Leermeinung und keine Lehrmeinung ...
(wobei - wenn ich mir die ganzen Leermeinungen im menschlichen Bereich anschaue, da wurde ja auch feuchtfröhlich behauptet, Cholesterin sei schlecht, der Mensch müsse Eier meiden, um einen niedrigen Cholesterinspiegel zu haben - war nur eine echte Leermeinung, weil diese Behauptung auf keine Untersuchung zurückging! Heute weiß man, daß der Mensch sogar Cholesterin braucht und der Cholesterinspiegel bei Eigenuß sinkt ... und das wiederum fußt auf Beobachtung und statistischen Auswertungen)

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Re: Junges Zinnkraut/Junger Ackerschachtelhalm

Beitrag von Angel272 » Di 17. Mai 2011, 19:43

So weit ich weiß, hat er nur TK-Fisch vom Discounter gefressen. Seelachsfilets warens, glaub ich. Tiger dagegen ist der absolute Trockenfutterjunkie.
LG Angel

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