ich wurde von MissMarple in einem anderen Forum auf dieses hier schon mehrfach aufmerksam gemacht und habe mich jetzt endlich mal selbst hier angemeldet. Mich und meine zwei Wutzen werde ich auch noch vorstellen, aber da mein Laptop gestern die Grätsche gemacht hat, komme ich im Moment nicht an meine Bilder …
Ich will die Gelegenheit dann aber trotzdem gleich nutzen und unsere Geschichte erzählen, die Geschichte von mir und meinem Zahnschwein Bela, und von all den Fehlern, die anfangs (leider) von mir und fast durchgängig von Tierärzten gemacht wurden … Da ich inzwischen an dem Punkt bin, wo ich glaube, auf dem bisherigen Behandlungsweg nicht mehr rausholen zu können als das, was wir bis hierhin erreicht haben (vielleicht bin ich auch nur zu ungeduldig?), versuche ich nun, Alternativen zu finden. MissMarple ist mir da schon eine große Hilfe. Ich versuche die Geschichte möglichst kurz zusammenzufassen, weil wir inzwischen seit fast einem Jahr kämpfen und das alles mehrere Seiten füllen würde, das will ich hier keinem zumuten
Pfingsten 2009: Bela hatte recht unvermittelt das Fressen eingestellt, ein unterer Nagezahn war abgebrochen; im Notdienst wurden beide unteren Frontzähne mittels Zange auf eine „Länge“ (etwa 1 mm) abgeknipst. In der darauffolgenden Woche wurden die Backenzähne in Narkose untersucht, da Bela immer noch nichts fraß. Und zwar absolut nichts, er wurde von mir mit CC, Schmelzflocken und Karottenbrei ernährt. Der einzige Befund war eine Verletzung der Maulschleimhaut, er bekam dann Metacam und AB, fraß aber auch nach Abheilen der Verletzung nicht. Außerdem wuchsen die unteren Zähne wochenlang nicht nach. Als sie dann endlich nachwuchsen, war der rechte doppelt so dick wie vorher, gelb verfärbt und so stark nach links geneigt, dass der linke Zahn von unten gegen ihn wuchs. Durch das Nichtfressen verschlechterte sich natürlich auch der Zustand der Backenzähne, die wurden zu lang und bildeten zum Teil Zahnspitzen. Das wurde dann "fachmännisch"
Im September bin ich dann 400 km weit zu Dr. Schweigart gefahren – als letzte Hoffnung und allerletzten Versuch. Seine Diagnose: Die unteren Frontzähne durch das Abknipsen irreparabel geschädigt und nahezu unbrauchbar; die Backenzähne eine einzige Ruinenlandschaft aus abgekippten, schräg stehenden, zu langen Zähnen. Und das Beste: einer war zu viel. Möglicherweise eine Mutation aufgrund einer vorangegangenen Wurzelschädigung durch die "professionelle" Behandlung durch die anderen TÄ
Schweigart-Termin Nr. 2 (Oktober): Bela büßte den unteren Nagezahn, der gegen den anderen gewachsen ist, aufgrund einer eitrigen Wurzelentzündung ein. Das Ding kippte beim Abschleifen einfach raus, die Wurzel komplett zerfressen und stinkend. Aber: In der Folgezeit klappte es mit dem Fressen ein bisschen besser, Bela startete auch erste zaghafte Heufressversuche.
Termin Nr. 3 (Oktober): Der Backenzahn, der in die Zunge eingewachsen war, hatte sich durch eine Entzündung in drei Teile zerfasert und wurde daher auch gezogen.
Termin Nr. 4 (November): Diesmal hatte sich ein Zahn neu gebildet und wurde – da laut Schweigart unbrauchbar – auch entfernt.
Termin Nr. 5 (Dezember): Zahlreiche Entzündungen der Maulschleimhaut durch Zahnspitzen.
Termin Nr. 6 (Januar): Eine Zahnbrücke, die die Zunge verletzt hat. Der noch stehende untere Nagezahn wackelte.
Termin Nr. 7 (Januar): Keine Veränderungen, erneute Brückenbildung und Zahnspitzen.
Termin Nr. 8 (Februar): Der einzeln stehende untere Nagezahn musste aufgrund einer Entzündung auch entfernt werden. Bela hat seitdem unten keine Nagezähne mehr. Aber: Das Fressverhalten hat sich schlagartig verbessert. Heu wird unter Zuhilfenahme der Zunge eingezogen, Frischfutter wird gewürfelt und/oder gesparschält gefressen. Dazu gibt es Hafer-, Dinkel- und Erbsenflocken, damit Schwein endlich mal zunimmt. Mit seinen inzwischen 912 Gramm ist er nämlich nur noch Haut und Knochen. Und: Die Backenzähne sahen passabel aus, so dass das Behandlungsintervall von drei auf vier Wochen erhöht wurde.
Seitdem hatten wir zwei weitere Termine in Holzwickede, der Stand ist jedesmal der gleiche: Die Backenzähen müssen geschliffen werden, das Loch von dem zweiten unteren Nagezahn heilt nicht ab, weil sich immer wieder Knochen- und/oder Zahngewebe nach oben schafft, es ist immer mal wieder „ein Tröpfchen“ Eiter drauf.
Er bekommt Rimadyl und Traumeel und wird nach wie vor gepäppelt, weil er trotz allen Appetits einfach nicht genügend selbst frisst. Ich will nun versuchen, ihn vom CC endlich zu entwöhnen, da ihm das langfristig wohl eher geschadet hat, auch wenn man das in Holzwickede anders sieht. Dass er nicht zunimmt, wird eher auf das wenige Fressen wegen der Entzündung des Zahnlochs zurückgeführt. Ich weiß es einfach nicht, ich hab selbst inzwischen so viele unterschiedliche Ansichten zum Thema CC und Päppeln gelesen und gehört, dass ich bald gar nichts mehr weiß. Da sich aber seit Februar an Belas Situation nichts mehr ändert und er einfach nicht zunehmen will, sondern grundsätzlich sogar eher zum Abnehmen tendiert, obwohl er die meiste Zeit besser frisst als in den ersten acht Monaten, sehe ich unsere einzige Chance momentan in einer Umstellung des Päppelbreis.
Gar nicht zu päppeln kommt leider nicht infrage, da er dann sofort Gewicht einbüßt. Momentan hat er noch Würmer, die eine Gewichtszunahme vermutlich auch verhindern. Und vermutlich auch mitverantwortlich sind für den Matschekot. Dafür gibt’s bis Samstag noch Panacur.
Bela selbst ging es bis gestern soweit recht gut, er war munter, neugierig, aufgeweckt, ist durch den Auslauf geflitzt und hat nach Futter gebettelt wie ein Weltmeister. Aktuell, also seit gestern, stelle ich leider eine Verschlechterung insofern fest, dass er rapide Gewicht verliert. Von dem bisher gehaltenen Gewicht von 910 bis 930 Gramm ist er innerhalb von 24 Stunden auf 883 eingebrochen. Das ist bisheriger Tiefstand, so wenig hat er noch nie gewogen. Er will fressen, ist auch weitgehend munter, aber heute Morgen hat er nach zwei Gurkenstreifen aufgegeben. Er verhungert mir einfach weg. An den Zähnen kann es eigentlich nicht liegen, da die erst vor einer Woche geschliffen wurden. Und wenn er kaut, sieht das eigentlich auch halbwegs gut aus. Auch das Einziehen klappt. Ich sitze jetzt hier und weiß nicht, was die Ursache ist und was ich noch weiter machen kann. Es kann natürlich an den Würmern liegen, ich werde auch noch mal eine Kotprobe untersuchen lassen. Aber ich habe auch richtig Angst, dass Bela jetzt nach der langen Zeit einfach schlapp macht …
Puh, das war sie also, Belas Geschichte in Kurzfassung – danke fürs Lesen






