Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
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Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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damian
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Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von damian » So 4. Aug 2013, 12:52

Hi,

mein erster Beitrag hier, also erstmal ein ganz herzliches Hallo an alle! :-)

Zur kurzen Vorstellung: Bei uns leben zwei kleine Zwergkaninchen frei in der Wohnung, Chewbacca und Emma. Beide aus Tierheimen, Chewbacca haben wir Ende letzten Jahres aus dem Tierheim in Minden zu uns geholt (Wie Emma auch war er ein Fundtier), und die beiden verstehen sich auch prächtig. Vermutlich ist Chewbacca noch relativ jung, vielleicht 1-1.5 Jahre jetzt. Emma ist älter, aber genau kann man es ja nicht sagen.

Beide fressen wie Scheunendrescher, und bekommen das übliche (Heu und diverses Grünzeugs eben). Vor ca. 4 Montaten haben wir gemerkt, dass Chewi frisches nicht mehr richtig frisst und haben ins Mäulchen geschaut, die Schneidezähne waren viel zu lang. Wir sind natürlich direkt zum Tierarzt gefahren, mit dem wir seit vielen, vielen Jahren sehr gute Erfahrungen machen (ist nicht die erste Hasengeneration die hier lebt ;) ).

Die haben die Frontzähne gekürzt, und uns gesagt dass man evtl. über ziehen der Schneidezähne nachdenken muss. Chewi hat wohl einen starken Überbiss, die Schneidezähne berühren sich gar nicht, können sich also auch nicht abnutzen. Die Backenzähne sind aber zum Glück in Ordnung.

Seit dem sind wir alle 2-3 Wochen beim Tierarzt zum kürzen, müssen aber dennoch Möhre etc. raspeln, sonst frisst er sie nicht (oder kann sie nicht fressen). Appetit ist aber da - da gibt es kein Problem. Chewi ist aber kein Tier, was den Tierarztbesuch gut wegsteckt oder das kürzen ohne Widerstand über sich ergehen lässt. Dazu kommt ja auch immer noch die Autofahrt von ca. 5-10 Minuten. Wenn wir wieder zuhause sind, will er den restlichen Tag von uns nix mehr wissen und verkrümelt sich unterm Bett oder so.

Ich habe die Hoffnung gehabt, dass sich das vieleicht irgendwie selbst reguliert, aber die verliere ich langsam. Nun muss wohl die Entscheidung her: Zähne ziehen lassen oder weiter alle 2-3 Wochen zum TA. Geld oder Aufwand sind mir egal, es geht mir einzig darum, was für Chewi die beste Entscheidung ist.

Nun habe ich natürlich Sorge, einem Kaninchen die Schneidezähne zu nehmen, und auch Angst vor Komplikationen oer neuen Baustellen die dann folgen. Er benutzt sie natürlich sowieso nicht mehr, außer einem ab und zu mal übermütig in den Fuß zu zwicken oder so. Aber es ist ja schon ein gewaltiger Schritt, vor dem ich echt Sorge habe. Auf der anderen Seite sehe ich die Stunden um Stunden, die er sonst mit Angst und Stress im Auto und beim TA verbringen wird in den nächsten Jahren - was ja auch nicht tiergerecht sein kann.

Habt ihr damit vielleicht Erfahrungen gemacht, und könnt mir etwas raten? Wie würdet ihr entscheiden?

Danke für jeden Rat!

Damian

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Emmy
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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von Emmy » So 4. Aug 2013, 13:07

Noch mal Willkommen :D

Also Erfahrungen zum Zahn ziehen beim Kaninchen kann ich dir nicht liefern. Da kriegst du aber bestimmt noch Antworten von der Nin-Fraktion hier.

Wurde denn mal ein Röntgenbild gemacht? Wie werden die Zähne gekürzt? Geschliffen oder geknippst?
Sollten denn alle vier Zähne raus? Kennt dein Tierarzt sich mit Zahnproblemen gut aus?
Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es grade bei diesem Thema enorm wichtig ist, einen Spezialisten aufzusuchen.

Laut unserer Tierärztin kommen Kaninchen sehr gut ohne Frontzähne zurecht. Wesentlich besser als Meershweinchen. Sie lernen mit der Zeit damit umzugehen.

Ich drücke die Daumen, dass ihr die richtige Entscheidung trefft :daum:
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von damian » So 4. Aug 2013, 13:12

Hallo,

Danke für die Antwort! Ein Röntgenbild wurde nicht gemacht, die Kleintierpraxis bei der wir immer sind haben sich auf Zahnheilkunde spezialisiert, was auch immer das bedeuten mag (https://www.tierarztpraxis-schilling.de" onclick="window.open(this.href);return false;). Jedenfalls kontrollieren sie immer ungefragt die Zähne mit, wenn man dort ist. Eigentlich ja ein gutes Zeichen denke ich.

Die Zähne werden nicht geknipst, sondern mit so einer Art Dremel geschliffen oder geschnitten, ohne Narkose. Scheint der richtige Weg zu sein, aber schön ist es trotzdem nicht :(

Viele Grüße,
Damian

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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von Emmy » So 4. Aug 2013, 13:22

Dass geschliffen und nicht geknippst wird, ist schon mal top :top:
Ein Röntgenbild würde ich aber trotzdem mal machen lassen, weil nur dann wirklich ersichtlich ist, wie es hinten aussieht.
damian hat geschrieben:Scheint der richtige Weg zu sein, aber schön ist es trotzdem nicht :(
Stimmt wohl, Zahnkandidaten haben es nicht leicht. :?
Inklusive der Besitzer...
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von alexandra36 » So 4. Aug 2013, 14:05

Ich hab auch ein Zahnkaninchen, er hat die selben Probleme wie dein Chewie, die Backenzähne sind in Ordnung, aber die Schneidezähne haben eine starke Fehlstellung. Er kann sie auch nicht selbst abnutzen, und so müssen wir alle 3 Wochen zum Zähne schleifen.
Erst waren wir in einer TK, wo die Zähne so wie bei deinem TA, mit dem Dremel ohne Narkose geschliffen wurden. Das steckte Schorschi, mein Kaninchen, aber nicht so gut weg, er war dann den Rest des Tages auch "schlecht drauf".
Seit einiger Zeit fahren wir in eine TK, wo Schorschi eine leichte "Betäubung" mittels Isoflorangas bekommt, grade nur soviel, das er stillhält, eine richtige Narkose ist das nicht. Nach 10-15 Minuten, incl. Behandlung, ist er wieder vollkommen wach und ich kann ihn wieder mitnehmen. Diese Methode steckt Schorschi deutlich besser weg, wir kommen nach Hause und er läuft fidel im Garten rum und ist kein bisschen misstrauisch. Auch kann die TA in Ruhe und genau arbeiten und die Verletzungsgefahr durch den Dremel (Zunge!) ist praktisch bei Null. Ich bin damit sehr zufrieden.

Wegen dem Zähne ziehen, ich würde es nicht machen lassen. Erstens ist es eine OP mit Wunden, die sich entzünden können und Zweitens sehe ich, wie Schorschi trotz der Fehlstellung an Ästen nagt und im Garten Wiese rupft, das geht ganz gut. Ohne Schneidezähne könnte er all das nicht mehr und das wäre sehr schade für ihn, so würde ich ihm ein Stück Lebensqualität nehmen. Feste Nahrung, wie Karotten usw. muss ich ihm auch reiben.
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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von Bigfoot63 » Di 6. Aug 2013, 08:56

Ich habe leider insgesamt 3 Kaninchen mit Schneidezahnproblematik.

Rammstein hat keine Schneidezähne mehr und ist zusätzlich auch noch blind, scheint am besten damit klar zu kommen. Er probiert alles zu fressen was man ihm nur vorlegt. Er ist auch in der Lage noch Wiesenbestandteile zu fressen. Gemüse muss in den Häcksler und Heu geht leider garnicht gut. Alles in allem kommt er gut klar.

Mümmelmann hat keine Schneidezähne mehr, da nach einem Kieferbruch die Schneidezähne nicht mehr übereinander trafen. Die Zähne wurden ihm daher gezogen. Er hatte nach der OP keine grossen Probleme, aber er wollte halt garnicht anfangen zu fressen. Er benötigt heute noch Brei, den ich selber zusammen mische und wirklich nahezu pürriert reichen muss. Klar mögen den alle anderen auch gerne und so bleibt er immer ein wenig auf der Strecke, es wäre schön wenn er etwas dicker wäre. Was mir bei ihm wirklich leid tut ist wie er an Möhrenstücke, Gurken und vor allem an allem Grünzeugs rumlutscht. Leider geht da garnichts und als Brei findet er es halt nicht toll.

Die 3. hat einen Kiefertumor und ist seit Jahren Zahnkanidatin nun im Alter stand es an die Schneidezähne zu ziehen . Wir haben uns hier auch nur für die notwendige Entfernung eines Zahnes entschieden. Sie muss sowieso wie auch Mümmelmann alle 4 Wochen zur Backenzahnkorrektur, die beiden sind mittlerweile Profis im Autofahren. Ich fahre gut 55 km einfache Strecke zum nächsten Zahntierarzt. So kann sie aber immer noch mal ein wenig knabbern wenn ihr danach ist.

Aufgrund meiner Erfahrungen würde ich immer nur als allerletztes an eine operative Zahnentfernung denken.
Man nimmt den Kaninchen viel. Ich denke meine würden immer frische Zweige und Gras wählen und dafür mal alle paar Wochen ins Auto steigen und Tierarztstress auf sich nehmen.
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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von damian » Di 6. Aug 2013, 09:30

Puh, die armen Hasis :( ich glaube ich lasse erstmal weiter kürzen, so dolle verkraften die den Eingriff ja irgendwie doch nicht immer...

Danke euch!

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Re: Schneidezähne ziehen: Erfahrungen?

Beitrag von Knödel » Mo 12. Aug 2013, 15:05

Da bin ganz anderer Meinung was die Lebensqualität angeht
Wir hatten auch ein Kaninchen , dass wirklich alle 2 Wochen kürzen musste, weil sie NIX mehr fressen konnte. TA hat 4 Schneidezähne ziehen empfohlen.
Bereits nach 1 Woche war sie wieder die alte Fresserin. Sie frisst problemlos Wiese und Gemüse- lediglich die Rüben schneide ich in runde scheiben. Sie ist wieder voll aufgebüht und muss nie wieder alle 2 Wochen zum "bösen" TA.
Ich kann das ziehen nur empfehlen ... und ich glaub mein Kaninchen auch.
Sie hat nun wirklich wieder Lebensqualität.
Wo ist es Lebensqualität, wenn der Mensch alle 2 Wochen eingreifen muss und das Kaninchen auch nur mit Hilfe des Menschen( zerkleinern) fressen kann ?

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