Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von freigänger » Di 15. Nov 2011, 21:50

lapin hat geschrieben:Kaninchen können auch ohne Futter auskommen, der Stopfmagen ist schon lange überholt...
was meinst du mit lange? als ich 'kaninisch' lernte, also vor 3 jahren, war das noch aktuell.

ihr habt ein unteririsches labyrinth (welches smily soll ich dir dafür setzen :grübel: )
einerseits sind sie beschäftigt, wetzen die krallen ab, haben verstecke, zufluchtsgänge andererseits wenn sie nicht gefunden werden wollen hast die a..karte.

ich glaube auch, kaninchen, welche außenhaltung gewöhnt sind, sind ständig den wechselnden witterungsverhältnissen ausgesetzt und somit 'abgehärtet' und vertragen mehr als innenhaltungskaninchen.
liebe grüße freigänger

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von lapin » Di 15. Nov 2011, 22:02

Noch vor gar nicht allzu langer Zeit hieß es, frisst ein Kaninchen ein Tag lang nix, ist es schon akut...und es kann nur kötteln, wenn vorne was reinkommt (hab ich auch immer empfohlen)....heute seh ich das nicht so...gerade bei Krankheit ist eine gewisse Nahrungsaufnahme Verweigerung sogar wichtig...um den Darm zu reinigen und das Verdauungssystem nicht zu überlasten...

Natürlich sollte man nicht zu lange warten, dabei gehts aber hauptsächlich um die Wasseraufnahme ;), deswegen Infusionen!


Ja das stimmt, das mit dem Bau wäre recht schwierig, wenn Lucy nicht wäre...die durch den Bau latscht und alle rausscheucht :D!


Also ich muss sagen Rocco ist ja als Einzeltier in Außenhaltung eigentlich ordentlich abgehärtet und das merkt man auch...
aktuell mach ich mir mehr Sorgen Ninchen reinzuholen...wegen der Wärme :pfeif:!

Also die Gedanken über den Unterschied bleibt...
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von freigänger » Di 15. Nov 2011, 22:45

lapin hat geschrieben:Ja das stimmt, das mit dem Bau wäre recht schwierig, wenn Lucy nicht wäre...die durch den Bau latscht und alle rausscheucht :D!
also keine a..karte dank lucy :lach:
du mußt lucy jetzt nur noch beibringen wann sie die nins ins bett bringt und wie man die klappe schließt - dann hast du eine zugehhündinbuttlerskalvin. eigentlich ist sie ja auch ein jagdhund und somit im bau zuhause.
liebe grüße freigänger

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von WELLEN » Mi 16. Nov 2011, 18:37

Eine große Rolle bei Temperaturunterschieden spielt der Körperbau und ob ein Tier schwitzen kann oder nicht (Hitze). Oder ob es braunes Fettgewebe hat (Kälte).

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von lapin » Mi 16. Nov 2011, 18:41

Magste mal bitte näher drauf eingehen :lieb:...für die Noobs, wie mich...die es gern genauer verstehen mögen :jaja:!
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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von WELLEN » Mi 16. Nov 2011, 20:44

Oh ja, sorry. Ich hab da jetzt nur so kurz aus der Arbeit was geschrieben. :hehe:
Bin erst jetzt wieder da, war essen ;)

Ich denke nicht, dass es relevant ist für die Temperaturregelung, ob ein Tier vegan ist oder Fleisch frisst.
Es kann aber natürlich sein, dass ein Fleischfresser eventuell vorteile hat, denn bei Hitze ist sein Fressen feucht und bei Kälte warm ;)

Was ich blos schreiben wollte war, dass es denke ich andere Faktoren gibt, die entscheidend sind.
Naja, ob das jetzt so relevant ist für Ninchen und Rocco bei den extremen Unterschieden weiß ich auch nicht.

Als Beispiel:
Hitze ist ja bekanntlich nicht so toll für Nins, denn Kaninchen können ja nicht schwitzen und haben eigentlich nur ihre langen Ohren um auszukühlen, d.h. sie überhitzen leichter als z.B. der Mensch, der einfach mal losschwitzt. Aber sie bleiben dann halt im kühlen Bau oder legen sich in feuchte Erde, o.ä.
Wichtig bei Hitze ist halt bei Gleichwarmen, wie z.B. Säugeiteren und Vögeln, dass man viel Wärme abgeben kann um immer seine Körpertemperatur aufrechtzuerhalten.
Das kann man z.B. mit der Körperform machen.
Tiere, die in der Wüste leben sind schlank und schmal und langgestreckt um möglichst viel Wärme abzugeben. Meist sind diese Tiere auch kleiner.
Dagegen sind Tiere, die in der Kälte leben, dick, rund und groß um die Wärme möglichst nicht abzugeben.
Paradebeispiel ist der Kaiserpinguin (Antarktis) im Vergleich zum Zwergpinguin (Australien).

Das braune Fettgewebe dient für ein Tier dazu Wärme produzieren zu können und so die Körpertemperatur halten zu können, wenn es richtig kalt wird. Braun, weil viele Mitochondrien = Energielieferanten der Zelle; statt Energie wird hier aber Wärme produziert.
Der Bär z.B. kann dank seines braunen Fettgewebes nach dem Winterschlaf schnell wieder warm werden, wenn er aufwacht.
Kaninchen haben auch viel braunes Fettgewebe und sind so gut an Kälte angepasst. Sie können normales (weißes) Fettgewebe in braunes umwandeln. Ansonsten kann man aber noch durch Muskeln Wärme erzeugen indem man zittert oder sich bewegt.
Die Durchblutung wird auch geringer um nicht zu viel Wärme abzugeben.

Aber das hat jetzt nichts mit der Anpassung an den Wechsel von Kalt / Warm zu tun, ich weiß :hehe:

War nur wegen Pflanzenfresser und Raubtiere. ;)

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von Murx Pickwick » Sa 19. Nov 2011, 17:36

Um noch mal ein wenig auf den Vergleich von Katz und Kanin einzugehen ...

Wenn hier der Winter besonders streng ist und wirklich nix mehr zu Beißen zu finden ist, auch nicht für die Katzen, einfach weil sich die Mäuse in ihren Bauen verbarrikadiert haben, dann überleben die hiesigen Kaninchen immerhin bis März/April und verhungern erst dann, wenn die Fortpflanzungssaison beginnt und sie ihren Stoffwechsel wieder auf Normaltempo bringen, die nichtgefütterten hiesigen Katzen dagegen verhungern schon im Januar/Februar ... Katzen haben nämlich das Problem, daß sie durch ihren enorm schnellen Stoffwechsel angewiesen sind auf eine mehr oder weniger gleichmäßige Nahrungsversorgung, welche sie normalerweise durch die Vermehrungsfreude ihrer Beutetiere haben - Kaninchen dagegen sind angepaßt an Magerzeiten und schalten einfach ihren Stoffwechsel ein paar Gänge runter. Wildlebende Kaninchen können in Schlechtwetterperioden durchaus mehrere Tage ohne Nahrungsaufnahme nur mit Hilfe ihres Blinddarmkotes überleben, Katzen verhungern in dieser Zeit, wenn sie keine Mäuse oder Futterstelle über mehrere Tage finden ...

Wenn man norwegische Waldkatzen aus Wohnungshaltung im tiefsten Norwegen nach Südafrika in Wohnungshaltung verfrachtet, leiden die Katzen zwar unter dem gleichen Jetlag wie wir Menschen auch, aber sie haben kein Problem mit den Temperaturunterschieden - Kunststück, von einer beheizten, trockenen Wohnung mit 20°C in eine gekühlte, trockene Wohnung mit 20°C verfrachtet zu werden, stellt keine großen Anforderungen an den Organismus.
Ganz anders ging es den Bauernkatzen, aus welchem die norwegische Waldkatze gezüchtet wurde - als diese teils im tiefsten Winter aus dem verschneiten Finnland ins sonnige Süditalien verfrachtet wurden, starben fast die Hälfte der Katzen an Hitzschlag. Lange Zeit galt deshalb die norwegische Waldkatze in Italien als sehr empfindlich. Man kann das sehr gut in alten Zuchtbüchern aus Italien nachlesen.
Es gibt keine Hinweise, daß den Kaninchen, die vom verregneten Großbrittanien ins trockenheiße Klima von Südafrika, nach Australien und ka wo alles wohin gekarrt wurden, das gleiche Schicksal erlitten ... es ist sehr wahrscheinlich, daß diese Kaninchen diese Tortur und den Klimawechsel ohne Probleme wegsteckten.

Wildlebende Kaninchen sitzen normalerweise im Winter nicht in ihren Bauen (welche zwischen 5°C und 10°C warm bleiben, auch wenn keine Kanin drin sind), sondern in der Nähe ihrer Baue unter Büschen, wenn sie schlafen. Auch bei -30°C in Sibirien. Sie suchen die Baue nur dann auf, wenn sie Angst vor Beutegreifern haben ... oder halt - ich lüge, stimmt nicht ganz ...

... gibt nämlich auch witterungsbedingte Gründe, wo Kaninchen ihre Baue aufsuchen und nicht mehr verlassen:
- langanhaltende naßkalte Schlechtwetterperioden bei um die 0°C und wechselndem Niesel- bis Starkregen. Es kommt vor, daß hier die "Wild"kaninchen über mehrere Tage den Bau nicht mehr verlassen.
- Hagel, Sturm und/oder Gewitter
- starke Dauerregen und kurze heftige Platzregen
- hohe Temperaturen (wobei sie da bei besonders hohen Temperaturen durchaus auch mehrere Tage im Bau bleiben können, vor allem, wenn es nachts nicht mehr richtig abkühlt)

Wo sie ohne Feinddruck die Baue nicht aufsuchen, sondern unter Büschen übernachten, ist bei extremer (und dadurch trockener) Kälte, trockenem Herbstwetter, generell kühlen Trockenperioden, starker Schneefall.

Trofugefütterte Wohnungskaninchen, welche nix anderes kennen, wie Kuntibunti, ihren eigenen Dreck und Hamsterknast, kommen ohne Probleme ohne Eingewöhnung mit Parkanlagen, Friedhöfen und Waldrändern klar, ich habe oft genug in Berlin Kaninchen beobachtet, welche dort auf irgendwelchen Grünflächen ausgesetzt wurden. Es passierte nur sehr, sehr selten, daß diese Kaninchen wenige Tage später weg waren - meist waren sie dann vom Tierschutz eingesackt worden, nur selten fallen sie Fuchs und Co oder dem Straßenverkehr zum Opfer.
Wohnungskatzen dagegen verhungern schlichtweg ohne geeignete Auswilderung selbst dann, wenn sie in ideales, deckungsreiches Mauseparadies gesetzt werden. Sie müssen die richtigen Jagdtechniken erst lernen, Kaninchen wissen schon alles überlebenstechnische von Hause aus. Die feral Cats in Berlin rekrutieren sich fast ausschließlich aus eigenen Reihen und ab und an mal Freigängern, welche sich selbst auswildern. Echte Wohnungskatzen, die in Berlin ausgesetzt werden, hungern, werden von Greifvögeln geschlagen, vom Fuchs gefressen oder fallen dem Straßenverkehr zum Opfer.

Hauskaninchen gehören zu den anpassungsfähigsten Tierarten überhaupt, gibt nur eine Handvoll Tierarten, die noch überlebenstüchtiger und anpassungsfähiger sind, wie Kaninchen. Katzen sind zwar auf ihre Art ihrerseits Überlebenskünstler, sind jedoch lange nicht so gut darin, wie Kaninchen.

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Re: Wird der Temperatur Unterschied völlig überbewertet?

Beitrag von Kampfteddy » Sa 19. Nov 2011, 20:56

Stimmt eigentlich ist es logisch was du schriebst Murx! Wieso sonst sind überall da wo Kaninchen im großen Stil ausgesetzt wurden "Kaninchenplagen" entstanden. Ich denke noch besser anpassena n Ihre Umgebung etc. können sich nur noch Ratten.

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