Fragen zu Hefen

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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
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Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Fragen zu Hefen

Beitrag von Col » Mo 13. Dez 2010, 19:13

Ich muß hier nochmal das Thema Hefen aufgreifen, da ich mir bei manchen Dingen nicht ganz sicher bin.
Pedro hat ja nicht mehr die besten Zähne. Daher kommen immer wieder vermehrt Hefen im Kot vor. Bei der letzten Kotuntersuchung waren wieder jede Menge Hefen zu sehen. Unsere Tierärztin hat empfohlen Nystatin zu verabreichen. Da es Zucker enthält, habe ich erstmal darauf verzichtet. Pedro hat keinen Matschkot, seine Köttel sehen sehr winzig und eckig aus. Ab und zu höre ich auch seinen Bauch grummeln.
Was habe ich denn noch für Möglichkeiten, z.B. mit Hilfe der Ernährung, diese ollen Hefen wenigstens zu reduzieren :grübel: .
Wäre toll, wenn ihr ein paar Tipps für mich hättet :lieb: .
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 13. Dez 2010, 20:18

Momentan ist nicht die richtige Jahreszeit, denn das Wirkungsvollste wäre eine Kräuterernährung ... die meisten frischen Kräuter jedoch, die hilfreich wären, findest du momentan nicht ...

Ansonsten wäre halt hilfreich Apfel, frischer Oregano, frischer Majoran, frischer Thymian (wird allerdings nicht immer gefressen), Zwiebelgewächse und Paprika/Peperoni samt Kernen, wenn es gefressen wird.
Was anderes, was hilfreich sein könne und wo man nun im Winter ne Chance hat, es zu bekommen, fällt mir mom nicht ein.

Verfütterst du Mus?
Oder nur Frischfutter und Heu?

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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Miss Marple » Mo 13. Dez 2010, 20:34

Hefen nennt man ja auch "Schwächeparasiten", treten also schnell auf, wenn das Allgemeinbefinden angeknackst ist.
Ich kann mir gut vorstellen, dass Pedro auch ganz schön fertig ist, weil es Luise so schlecht ging. Wenn sie ihre Anfälle in seinem Beisein hatte - dass macht Angst und nimmt stark mit. Wenn man sich nicht wohl fühlt, ist man noch anfälliger.
Dich als Halter hat es auch geschlaucht. Auch Dein Befinden überträgt sich aufs Tier.
Von daher würde ich denken, dass eine ruhigere Zeit auch Pedros Immunsystem aufbessert und die Hefen verschwinden.

Im Zahnschweinchenforum werden von einer Halterin Hefen gar nicht mehr behandelt und sogar TroFu weitergefüttert. Die Hefen verschwinden, wenn wieder ruhigere Zeiten einkehren.
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Col » Mo 13. Dez 2010, 23:56

@Murx: Ja, das dachte ich mir schon, dass Wiesenkräuter am besten wären. Die Dinge, die du aufgezählt hast, gebe ich ihm. An Oregano und Co. geht er leider nicht ran. Petersilie, Dill, Gurke, Paprika, Heidelbeeren...sind der Renner.
Ist es richtig, dass man bei starkem Hefebefall keine Möhre und Knollensellerie verfüttern soll :grübel: ?
Ich verfütter Frischfutter, Heu, frische und getrocknete Kräuter/Blüten, Saaten, Laub.
Was war jetzt nochmal Mus :schäm: ?

@ Miss Marple: Ja, dass alles hat uns alle total mitgenommen :(. Ich denke, das könnte noch ein Auslöser für die vielen Hefen sein. Na ja, und jetzt läuft auch noch die ZF mit seinem neuen Mädel. Alles ein bißchen viel in der letzten Zeit für meinen kleinen Oldie. Aber, er ist fit und ich denke, das ist erstmal die Hauptsache. Ich dachte auch nur, ich könnte seine Verdauung mal wieder etwas ankurbeln und die Hefen, auch ohne Medies, reduzieren.
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Murx Pickwick » Di 14. Dez 2010, 08:28

Ich selbst bin inzwischen bei Hefen von irgendwelchen Diäten abgekommen ... einfach weil sie eh von allein verschwinden, egal ob man den Tieren ne Diät aufzwingt oder nicht ...
Medizin sollte weggelassen werden, die verschlimmert das Ganze meist nur ...

Mus war Gemüse und Obst aus der Mulinette oder Kochtopf, Brei in Gemüseform sozusagen.

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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von mausefusses » Di 14. Dez 2010, 10:38

@Murx
Apfel bei Hefen ?? Aber fördert der Zucker darin nicht dann die Hefen ??

Ich habe bisher nur Hefen gehabt bei meinen Fundtieren , die ja vermutlich aus Kuntibuntifütterung stammen.

Ich hab kein Nystatin gegeben, ich habe sie einfach so ernährt wie die Tiere bei mir eben ernährt werden.
Frischfutter ad libitum, die Hefen sind verschwunden....
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Col » Di 14. Dez 2010, 11:08

Murx Pickwick hat geschrieben: Mus war Gemüse und Obst aus der Mulinette oder Kochtopf, Brei in Gemüseform sozusagen.
Ach so, das war mit Mus gemeint :arg: . Nein, das gebe ich nicht.
Okay, dann werde ich den Beiden das ganze Sortiment weiterhin zu futtern geben. Ich hoffe, ich bekomme das dann ohne Medizin in den Griff.
Ist ja auch nichts Neues bei Pedro...er hat schon seit Jahren immer mal wieder das Hefeproblem. Aber, da habe ich halt oft das Nystatin eingesetzt.
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Murx Pickwick » Di 14. Dez 2010, 11:22

Kein Apfel bei Hefen war die Übertragung von Erfahrungen am Menschen auf Kaninchen ... und ich fürchte, ich hab zu diesem Myth selbst noch kräftig beigetragen ...
Der Unterschied zwischen Mensch und Kaninchen ist der Blinddarm ... die Hefen können sich nur im Dickdarm ausbreiten, sie stammen beim Kaninchen fast immer aus dem Blinddarm. Ist also nur eine Überwucherung des Dickdarmes, weil irgendetwas aus dem Ungleichgewicht kam.

Die verdaulichen Kohlenhydrate, also ein großer Teil der Stärke, viele Mehrfachzucker und Zweifachzucker werden schon in der Speiseröhre und Magen zu Glucose und Fructose abgebaut. Im Dünndarm werden Glucose und Fructose vollständig aufgenommen. Sie können also nicht die Hefen im Dickdarm ernähren ...
Die nichtverdaulichen und schwerverdaulichen Kohlenhydrate dagegen gelangen beim Menschen direkt in den Dickdarm, wo sie von Mikroorganismen gefressen werden. Darunter der unverdauliche Teil der Stärke ... das Produkt daraus ist Glucose und Fructose, welche von den Hefen wiederum prima verwertet werden können - der eigentliche Grund, weshalb Menschen bei zuviel Hefen im Dickdarm keine stärkehaltige Kost essen sollten.

Beim Kaninchen gelangt der unverdauliche Stärkeanteil nebst Pektin und anderer unverdaulicher Zucker in den Blinddarm und wird dort eh aufgefuttert und vollständig verwertet. Es gelangt also nix davon in den Dickdarm ... und selbst wenn, es gelangen auch Strukturkohlenhydrate, wie beispielsweise Cellulose, in den Dickdarm. Und dort wird, ebenso wie beim Menschen, 10 - 20% der Cellulose in Fuctose und Glucose abgebaut!
Und das können die Hefen eben auch verwerten ... allerdings fressen Kaninchen deutlich mehr Zellwände mit Cellulose drin, wie der Mensch, das heißt also, daß im Dickdarm der Kaninchen eh deutlich mehr Einfachzucker entstehen, wie beim Menschen. Wenn man das unterbinden wollte, womit sollte man dann Kaninchen noch füttern?

Ich selbst mußte übrigens in diesem Punkt im letzten Jahr extrem umlernen ... all die schönen, einfachen Erklärungen zu dem Thema taugen einfach nicht, nicht mal für den Menschen! Fürs Kaninchen sind sie einfach nur kappes ...

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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Col » Di 14. Dez 2010, 11:50

Ich dachte auch immer, bei Hefen sollte man Apfel weglassen. Aber, das mache ich, dank Murx, schon länger nicht mehr :D .
Aber, wie sieht's eigentlich mit den anderen Obstsorten aus...z.B. Banane und Co. ?
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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Murx Pickwick » Di 14. Dez 2010, 12:18

Ausprobieren würd ich sagen ...

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Re: Fragen zu Hefen

Beitrag von Col » Di 14. Dez 2010, 20:58

Okay...ganz lieben Dank :lieb: !
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