Umso näher der Winter, desto Nährstoffarmer die Pflanzen?

Forumsregeln
Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht. Solltest du Interesse daran haben bei deiner Tierart genau in Erfahrung zu bringen, ob entsprechende Pflanzen nun gut oder schlecht für sie sind, bitten wir dich im entsprechenden Forum eine direkte Frage zu stellen.
Antworten
Benutzeravatar
lapin
Administrator
Administrator
Beiträge: 30802
Registriert: Do 13. Nov 2008, 17:52
Land: Deutschland
Kontaktdaten:

Umso näher der Winter, desto Nährstoffarmer die Pflanzen?

Beitrag von lapin » Mo 8. Nov 2010, 17:37

Wenn ich mich so umschaue...wächst aktuell nichts mehr...
was in irgendeiner Form heilende Wirkungen hätte (bis auf Nadelgehölzer)...

Aktuell finde ich viele Futterpflanzen, aber sie sind nicht sehr hochwertig...sie sind ausschließlich Frischkost...mehr nicht!

Wie können sich Wildkaninchen (zB) im Winter nun bei Parasitenbefällen selbst behandeln?
Auf was greifen sie zurück?

Was kann ich meinen besonderes anbieten, um auch hier und da ab und an "Gesundes" reichen zu können?
Ich will da ausschließlich auf Naturgewachsenes hinaus. ;)
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

Benutzeravatar
Murx Pickwick
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 11815
Registriert: Sa 10. Jan 2009, 17:45
Land: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Umso näher der Winter, desto Nährstoffarmer die Pflanzen

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 8. Nov 2010, 17:57

Wildkaninchen greifen hauptsächlich auf Rinden, Flechten, Eicheln, die wenigen noch wachsenden Kräuter und Gräser und Wurzeln zurück ... dabei wird gar nicht mehr zwischen Heilung und Futter unterschieden, können sich unsere Wildkaninchen im Winter einfach nicht leisten - sie sind nunmal an Trockenzeiten und nicht an Winter angepaßt.

Liegen Rapsfelder, Wintergetreidefelder oder ähnliches in ihren Revieren, fangen sie an, die Felder regelrecht leerzufressen - der so entstehende Schaden übertrifft sogar noch Wildschweinschaden. Dabei sind alle Felder betroffen, die näher wie ca. 500 - 800m am Waldrand liegen, noch weiter ins Freie traut sich kein Kaninchen.

Das Ergebnis sieht man regelmäßig im Frühjahr ... entkräftete Jungkaninchen, verhungernde Altkaninchen ...

In Streuobstwiesen geht es den Kaninchen über den Winter richtig gut - viele Gräser und Kräuter, liegengebliebenes Obst, dazu die Rinde der Obstbäume ... der Gesundheitsstatus von Kaninchen in Streuobstwiesen ist im Frühjahr selbst bei hoher Populationsdichte extrem gut, vergleicht man mit anderen Populationen.

Unseren Kaninchen gehts richtig gut im Winter ... sie bekommen eine ausgewogene Mischung aus Gemüse und Obst, frischen Küchenkräutern, oftmals noch ne Trockenkräutermischung dazu, Heu, Nadelgehölz, Efeu, oft auch Sämereien und manchmal sogar Keimlinge ... das ist kein Vergleich mit dem Überlebenskampf, der jedes Jahr draußen im Winter vor unseren Haustüren tobt.

Was aus der Natur für die Kaninchen sinnvoll ist, das ist Nadelgehölz, wenn du auf einem Rapsfeld ernten gehen darfst, dieser Raps (oder auch frisch geernteter Kohl, Lauch, was auch immer), gesammeltes Winterobst (soweit das unsere verwöhnten Stuben- und Gartenkaninchen überhaupt fressen, bei mir beispielsweise bleiben Hagebutten grundsätzlich liegen, es werden nur Äpfel gefressen), Efeu, an frostfreien Tagen können auch Distelwurzeln geerntet werden und bei großen Vorkommen auch Nachtkerzenwurzeln. Weiterhin sind Wacholderzweige sinnvoll, um Erkältungskrankheiten vorzubeugen - das gilt insbesondere für Wohnungskaninchen.
Weiterhin können nun Eicheln für den Winter gesammelt werden, manche Kaninchen nehmen sogar Eßkastanien an. Ansonsten halt Farne (soweit die Kaninchen diese gewöhnt sind, die sollten lieber im Sommer langsam angefüttert werden), Binsen, Seggen, Schlehdornzweige, Weißdornzweige - die Rinden von Schlehdorn und Weißdorn regen den Kreislauf an und halten die Besiedlung im Darm gering.

Antworten

Zurück zu „Pflanzen“