... und wenn ja ab welcher Menge?
Wenn Tiere daran knabbern, was kann passieren?
Wie ist das mit Menschen(kindern)?
So rote, lustig gepunktete Pilze sind ja sehr interessant.
Gruß,
Curly
Sind Fliegenpilze wirklich giftig...
Forumsregeln
Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht. Solltest du Interesse daran haben bei deiner Tierart genau in Erfahrung zu bringen, ob entsprechende Pflanzen nun gut oder schlecht für sie sind, bitten wir dich im entsprechenden Forum eine direkte Frage zu stellen.
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- Curly
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Re: Sind Fliegenpilze wirklich giftig...
Fliegenpilze enthalten unter anderem Ibutensäure, welche beim Trocknen, aber auch in geringen Mengen beim Essen zu Muscimol zerfällt. Muscimol ist stark halluzinogen ... bei den Halluzinogenen ist es eine reine Definitionssache, ob sie aufgrund dieser Eigenschaft als giftig eingestuft werden oder ob dieser Effekt sogar erwünscht ist.
Die Ibutensäure selbst ist zwar auch halluzinogen, verursacht jedoch gleichzeitig bei vielen Menschen Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit - die halluzinogene Wirkung beschränkt sich meist auf ein leichtes Schwindelgefühl ... ich denke, hier kann man sehr wohl von einer giftigen Wirkung sprechen und kann getrost rohen Fliegenpilz als leicht giftig bezeichnen.
Verstärkt wird das Ganze durch das Eiweiß des Fliegenpilzes - der Pantherpilz, der seinerseits große Mengen Ibutensäure enthält, ist weitaus verträglicher, wie der Fliegenpilz.
Für Kinder sind die Auswirkungen sehr übel, zumal die Bauchschmerzen und das Unwohlsein über einen Tag lang anhalten können, in einigen wenigen Fällen sogar über mehrere Tage ... ich denke, seinen Kindern beizubringen, daß Fliegenpilze keine guten Futterpilze ist, ist eine sehr, sehr gute Idee - wenn sie sich dann später im jugendlichen Leichtsinn und Elan sich trotzdem ausgerechnet Fliegenpilze einverleiben wollen, sollte man sie auf die Gefahren von Halluzinogenen im Besonderen, aber auch auf den Umstand aufmerksam machen, daß gerade der Fliegenpilz erst durch Trocknung bekömmlich wird!
Die Bauchschmerzen, welche durch rohen Fliegenpilz verursacht werden können, wünsch ich niemandem ...
Die Ibutensäurekonzentration in Fliegenpilzen ist stark vom Ort abhängig, wo die Fliegenpilze wachsen. In Berlin beispielsweise enthalten Fliegenpilze nur geringe Mengen Ibutensäure, es gibt tatsächlich dort Menschen, die regelmäßig diese Pilze roh verspeisen! Die aufgenommenen Mengen belaufen sich da meist auf nen halben bis ganzen Pilz. In anderen Gegenden dagegen ist das wenig ratsam, wenn man nicht wegen Bauchkrämpfe die nächste Zeit zuhause verbringen will ...
Interessanterweise galten früher in Berlin Fliegenpilze als eßbar ... allerdings sollte man wissen, wie man sie zubereitet. Die rote Huthaut wurde abgezogen und nur das weiße Fleisch benutzt. Dieses wurde erst stundenlang in warmen Wasser gewässert, wobei das Wasser mehrfach weggekippt wurde, dann wurde der Pilz aufgrund des Geschmackes nochmal in Milch eingelegt, um ihn dann schließlich mind. eine Stunde lang zu kochen. Auf die Art und Weise wurde die Ibutensäure aus dem Pilz ausgewaschen, was nicht ausgewaschen wurde, zerfiel während des Kochprozesses zu Muscimol und wurde dadurch unschädlich - zumindest in den geringen Mengen, die nach einer solchen Behandlung im Pilz verblieben.
Das Gleiche mit Fliegenpilzen in anderen Gegenden zu versuchen kann trotzdem zu Halluzinationen führen. Dazu kommt, auch in Berlin sind die Konzentrationen der Ibutensäure im Fliegenpilz sehr unterschiedlich und man sieht es dem Pilz nicht an, ob man da gerade einen fast ibutensäurefreien Pilz gepflückt hat oder einen mit einer hohen Konzentration. Dazu kommt die fehlende Schmackhaftigkeit gekochter Fliegenpilze. Es lohnt sich einfach nicht ... daß der Fliegenpilz in Berlin überhaupt als Eßpilz verwendet wurde, hatte vermutlich eher was mit Hungerzeiten zu tun - wenn alle hungrigen Berliner nach Pilzen suchen, bleiben irgendwann nur noch die weniger beliebten Pilze übrig - einschließlich der Fliegenpilze. Wer also Fliegenpilze zu nutzen wußte, wurde im Herbst trotz der weggesammelten guten Speisepilze satt.
Wildschweine fressen teilweise Fliegenpilze, ohne daß die ihnen schaden, auch Schnecken fressen gerne Fliegenpilz ... die meisten anderen Wildtiere meiden Fliegenpilze.
Vermutlich würde anderen Tieren das Gleiche wie dem Menschen passieren, wenn sie von fressen, gibts Bauchweh und Übelkeit, der erst nach einem oder sogar erst nach mehreren Tagen weggeht.
Die Ibutensäure selbst ist zwar auch halluzinogen, verursacht jedoch gleichzeitig bei vielen Menschen Unwohlsein, Bauchschmerzen, Übelkeit - die halluzinogene Wirkung beschränkt sich meist auf ein leichtes Schwindelgefühl ... ich denke, hier kann man sehr wohl von einer giftigen Wirkung sprechen und kann getrost rohen Fliegenpilz als leicht giftig bezeichnen.
Verstärkt wird das Ganze durch das Eiweiß des Fliegenpilzes - der Pantherpilz, der seinerseits große Mengen Ibutensäure enthält, ist weitaus verträglicher, wie der Fliegenpilz.
Für Kinder sind die Auswirkungen sehr übel, zumal die Bauchschmerzen und das Unwohlsein über einen Tag lang anhalten können, in einigen wenigen Fällen sogar über mehrere Tage ... ich denke, seinen Kindern beizubringen, daß Fliegenpilze keine guten Futterpilze ist, ist eine sehr, sehr gute Idee - wenn sie sich dann später im jugendlichen Leichtsinn und Elan sich trotzdem ausgerechnet Fliegenpilze einverleiben wollen, sollte man sie auf die Gefahren von Halluzinogenen im Besonderen, aber auch auf den Umstand aufmerksam machen, daß gerade der Fliegenpilz erst durch Trocknung bekömmlich wird!
Die Bauchschmerzen, welche durch rohen Fliegenpilz verursacht werden können, wünsch ich niemandem ...
Die Ibutensäurekonzentration in Fliegenpilzen ist stark vom Ort abhängig, wo die Fliegenpilze wachsen. In Berlin beispielsweise enthalten Fliegenpilze nur geringe Mengen Ibutensäure, es gibt tatsächlich dort Menschen, die regelmäßig diese Pilze roh verspeisen! Die aufgenommenen Mengen belaufen sich da meist auf nen halben bis ganzen Pilz. In anderen Gegenden dagegen ist das wenig ratsam, wenn man nicht wegen Bauchkrämpfe die nächste Zeit zuhause verbringen will ...
Interessanterweise galten früher in Berlin Fliegenpilze als eßbar ... allerdings sollte man wissen, wie man sie zubereitet. Die rote Huthaut wurde abgezogen und nur das weiße Fleisch benutzt. Dieses wurde erst stundenlang in warmen Wasser gewässert, wobei das Wasser mehrfach weggekippt wurde, dann wurde der Pilz aufgrund des Geschmackes nochmal in Milch eingelegt, um ihn dann schließlich mind. eine Stunde lang zu kochen. Auf die Art und Weise wurde die Ibutensäure aus dem Pilz ausgewaschen, was nicht ausgewaschen wurde, zerfiel während des Kochprozesses zu Muscimol und wurde dadurch unschädlich - zumindest in den geringen Mengen, die nach einer solchen Behandlung im Pilz verblieben.
Das Gleiche mit Fliegenpilzen in anderen Gegenden zu versuchen kann trotzdem zu Halluzinationen führen. Dazu kommt, auch in Berlin sind die Konzentrationen der Ibutensäure im Fliegenpilz sehr unterschiedlich und man sieht es dem Pilz nicht an, ob man da gerade einen fast ibutensäurefreien Pilz gepflückt hat oder einen mit einer hohen Konzentration. Dazu kommt die fehlende Schmackhaftigkeit gekochter Fliegenpilze. Es lohnt sich einfach nicht ... daß der Fliegenpilz in Berlin überhaupt als Eßpilz verwendet wurde, hatte vermutlich eher was mit Hungerzeiten zu tun - wenn alle hungrigen Berliner nach Pilzen suchen, bleiben irgendwann nur noch die weniger beliebten Pilze übrig - einschließlich der Fliegenpilze. Wer also Fliegenpilze zu nutzen wußte, wurde im Herbst trotz der weggesammelten guten Speisepilze satt.
Wildschweine fressen teilweise Fliegenpilze, ohne daß die ihnen schaden, auch Schnecken fressen gerne Fliegenpilz ... die meisten anderen Wildtiere meiden Fliegenpilze.
Vermutlich würde anderen Tieren das Gleiche wie dem Menschen passieren, wenn sie von fressen, gibts Bauchweh und Übelkeit, der erst nach einem oder sogar erst nach mehreren Tagen weggeht.