Vielleicht kennt ihr es ja auch: Man begnet einem alten Bekannten oder einem Fremden, der einem von seinem Kaninchen erzählt, dass alleine wohnt. Die typische Reaktion für uns dürfte ja sein, darauf hin zu weisen, dass Kaninchen eigendlich sehr soziale Tiere sind und...blablabla. (:sleep:)
Meistens wird dann aber mit der Antwort gekontert, dass das Kaninchen doch schon eh so alt wäre und bald sowieso stirbt. Teilweise sind es Tiere im Alter von 10 Jahren. Nun ist es ja so, dass die Tiere (so ist es zumindestens in meinen Fällen) nicht mehr ganz die fittesten sind und man weiß ja nie, wie ein "Opa" so eine Vergesselschaftung verkraftet, da es ja viel Stress ist. Es sind ja teilweise auch Leute, die sagen, nach dem Kaninchen will ich keins mehr und, wenn sie dann zwei haben, bleiben sie früher oder später wieder auf einem sitzen. Bestensfalls sind sie dann aber wiederrum der Ansicht, dass das Kaninchen bis zu seinem Tod bei ihnen bleiben soll, denn irgentwie mögen sie es ja doch und ich gestehe, dass ich auch nicht wüsste, ob ich ein Kaninchen nach 10 Jahren einfach so abgeben könnte.
Was antwortet ihr dann oder wie steht ihr diesem Thema gegenüber?
Lg
Ab wann nicht mehr kastieren?
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Forumsregeln
Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.
Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.
Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.
Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.
Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.
Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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- Vollblutkaninchen
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Ab wann nicht mehr kastieren?

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Re: Ab wann nicht mehr kastieren?
Das ist jetzt meine ganz persönliche Meinung zu dem Thema:
Wenn nach diesem Kaninchen kein Kaninchen mehr gewünscht wird, ist es besser, das Kanin bleibt unkastriert ... es hat so lange ohne Partner ausgehalten, es macht die letzte Lebenszeit auch noch ohne Partner.
Wenn eh der Platz und/oder die Bereitschaft fehlt, genügend Platz für zwei Kaninchen zu schaffen, rate ich auch von einer Kastration und VG ab ... wo ein einzelnes Kaninchen schon nicht artgerecht untergebracht werden kann, werden es zwei noch viel weniger, man erhöht mit einer VG auf beengtem Raum nur die Wahrscheinlichkeit, daß Beide schneller unter der Erde sind, einfach weil die Wahrscheinlichkeit, daß die Beiden sich dann durch ein Mißverständnis totprügeln, bei beengtem Platz sehr, sehr hoch ist ... auch wenn sie nen Jahr zusammengesessen haben und auch wenn es ein Pärchen ist!
Wenn das Kaninchen nicht mehr fit ist, kann zwar ein gehandicaptes kastriertes Tier zu, aber ein solches Tier noch kastrieren zu wollen ist mit einem sehr hohen Risiko für das Tier verbunden - muß ja nu nicht sein!
Die meisten 10jährigen Kaninchen sind jenseits von Gut und Böse ... ein gehandicaptes kastriertes Tier vom Gegengeschlecht oder ein kastriertes, ebenso altes Tier oder gleichgeschlechtliches genauso altes Tier, wenn es sich um Häsinnen handelt, kann zwar da mit zu - aber wenn ein solches Tier nicht verfügbar ist, ist es sehr oft (nicht immer) besser für das alte Kanin, allein zu bleiben.
Man muß hier einfach die Gesamtsituation im Auge behalten ... man kann hier wirklich nix pauschales sagen.
Wenn nach diesem Kaninchen kein Kaninchen mehr gewünscht wird, ist es besser, das Kanin bleibt unkastriert ... es hat so lange ohne Partner ausgehalten, es macht die letzte Lebenszeit auch noch ohne Partner.
Wenn eh der Platz und/oder die Bereitschaft fehlt, genügend Platz für zwei Kaninchen zu schaffen, rate ich auch von einer Kastration und VG ab ... wo ein einzelnes Kaninchen schon nicht artgerecht untergebracht werden kann, werden es zwei noch viel weniger, man erhöht mit einer VG auf beengtem Raum nur die Wahrscheinlichkeit, daß Beide schneller unter der Erde sind, einfach weil die Wahrscheinlichkeit, daß die Beiden sich dann durch ein Mißverständnis totprügeln, bei beengtem Platz sehr, sehr hoch ist ... auch wenn sie nen Jahr zusammengesessen haben und auch wenn es ein Pärchen ist!
Wenn das Kaninchen nicht mehr fit ist, kann zwar ein gehandicaptes kastriertes Tier zu, aber ein solches Tier noch kastrieren zu wollen ist mit einem sehr hohen Risiko für das Tier verbunden - muß ja nu nicht sein!
Die meisten 10jährigen Kaninchen sind jenseits von Gut und Böse ... ein gehandicaptes kastriertes Tier vom Gegengeschlecht oder ein kastriertes, ebenso altes Tier oder gleichgeschlechtliches genauso altes Tier, wenn es sich um Häsinnen handelt, kann zwar da mit zu - aber wenn ein solches Tier nicht verfügbar ist, ist es sehr oft (nicht immer) besser für das alte Kanin, allein zu bleiben.
Man muß hier einfach die Gesamtsituation im Auge behalten ... man kann hier wirklich nix pauschales sagen.
- Chrissi
- Planetarier

- Beiträge: 51
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Re: Ab wann nicht mehr kastieren?
Hier gibt es definitiv keine pauschale Antwort.
Ein weiteres Tier würde ich dort überhaupt nur hingeben, wenn die Tiere annähernd Kaninchengerecht gehalten werden. Mußte schon das Einzelkaninchen in einem Käfig dahinvegetieren und das zusätzliche müsste dies auch, dann verschlimmert man die Situation definitiv mit einem weiteren Tier (siehe Ausführungen Murx).
Sind die Besitzer dagegen Einsichtig und wollen die Haltungssituation (nach ein wenig Aufklärung/Überzeugungsarbeit) ihres Kaninchens wirklich verbessern, dann kann eine Vergesellschaftung auch eines alten Tieres sehr gut laufen, wenn das Partnertier mit bedacht ausgesucht wird und ein erfahrener Kaninchenhalter die VG begleitet.
Zur Kastration: Wir haben auch schon 9-10 jährige Rammler kastriert und diese dann erfolgreich in Gruppern integriert. Auch hier muß der Einzelfall betrachtet werden. Es macht nur Sinn, ein wirklich fittes älteres Kaninchen zu kastrieren. Außerdem bietet es sich an, wenn sowieso eine Narkose gemacht werden muß, weil z.B. durch ständige Fehlernährung auch die Backenzahne eingeschliffen werden müssen.
Alte Weibchen würde ich ausschließlich aus medizienischer Indikation kastrieren, denn die Kastra beim Weibchen ist doch deutlich belastender für das alte Tier als beim Rammler.
Möchten die Kaninchenhalter mit der Kaninchenhaltung nicht aufhöhren, gibt es ja kein weiteres Problem.
Möchten sie aber die Kaninchenhaltung eigendlich lieber beenden, dann müssen sie sich entscheiden, ob sie lieber ihr altes Kaninchen abgeben wollen, oder ein tendentiell etwas jüngeres Kaninchen von einem Tierschutzverein dazunehmen, der bereit ist, dass Kaninchen nach dem Tod des Partners zurückzunehmen oder Vermittlungshilfe zu leisten. Da viele Menschen vor dieser Wahl/diesem Problem stehen, lassen sich ältere Tiere deutlich besser vermitteln als 1-2 Jährige.
Anfang 2008 hatten wir 2 Exremfälle.
Bruno Bär, min.10 Jahre, ausgemusterter Zuchtrammler; Rex-bronzefarben; desolater gesundheitlicher Zustand bei Aufnahme (extrem Milben, Hautpilz, gering Kokzidien, zugeschwolleneTränenkanäle, kleine Abszesse in der Gegend des Unterkiefers/Lippen, abgemagert)

Abszeß und Kastra wurden in einer OP gemacht. Bruno bebt heute noch zufrieden in einer Kaninchengruppe.

Balu, 7Jahre alt, Hühnereingroßer gut abgekapselter Abszeß am Hals unterhalb des Kinns. Narkose und OP sehr gut überstanden.

Bei mir auf großer Fläche problemlos mit Bruno Bär vergesellschaftet.

Später zu einer älteren Kaninchendame vermittelt. Führt heute noch ein glückliches Leben.

Schnuffi, über 10Jahre alt, greise incl. Tremor in den Hinterbeinen beim Liegen, hat ihr ganzes Leben in einem engen Käfig mit höchstens stundenweise Auslauf in einem Minnigehege im Sommer gelebt. Eine sehr liebe und ruhige Häsin. Wir wollten sie vor ihrem Tod gerne noch die schönen Seiten des Lebens erfahren lassen. Eine andere Tierschützerin integrierte sie problemlos in ihre Gruppe. 5 Monate konnte sie das Sozialleben mit Kuscheln und Schlecken mit ihren Freunden in einem großzügigen Gartenhaus mit Gehege genießen - dann ist sie friedlich eingeschlafen.
Schnuffi im Minnistall bei ihren Ex-Besitzern:

Wir haben schon viele Vergesellschaftungen mit alten Kaninchen gemacht und die verlaufen meist sehr friedlich, wenn der Platz ausreicht.
Bruno Bär war allerdings der Älteste, den wir noch kastriert haben.
Vor einigen Jahren kannte ich einen kleinen weißen Löwenkopf, der mit 10 Jahren unter lokaler Anestesie kastriert wurde. Ging total problemlos, ist aber nur mit super zahmen und gelassenen Tieren durchführbar.
Auch er hatte noch 1,5 Jahre in einer kleinen Rentnergruppe.
Ein weiteres Tier würde ich dort überhaupt nur hingeben, wenn die Tiere annähernd Kaninchengerecht gehalten werden. Mußte schon das Einzelkaninchen in einem Käfig dahinvegetieren und das zusätzliche müsste dies auch, dann verschlimmert man die Situation definitiv mit einem weiteren Tier (siehe Ausführungen Murx).
Sind die Besitzer dagegen Einsichtig und wollen die Haltungssituation (nach ein wenig Aufklärung/Überzeugungsarbeit) ihres Kaninchens wirklich verbessern, dann kann eine Vergesellschaftung auch eines alten Tieres sehr gut laufen, wenn das Partnertier mit bedacht ausgesucht wird und ein erfahrener Kaninchenhalter die VG begleitet.
Zur Kastration: Wir haben auch schon 9-10 jährige Rammler kastriert und diese dann erfolgreich in Gruppern integriert. Auch hier muß der Einzelfall betrachtet werden. Es macht nur Sinn, ein wirklich fittes älteres Kaninchen zu kastrieren. Außerdem bietet es sich an, wenn sowieso eine Narkose gemacht werden muß, weil z.B. durch ständige Fehlernährung auch die Backenzahne eingeschliffen werden müssen.
Alte Weibchen würde ich ausschließlich aus medizienischer Indikation kastrieren, denn die Kastra beim Weibchen ist doch deutlich belastender für das alte Tier als beim Rammler.
Möchten die Kaninchenhalter mit der Kaninchenhaltung nicht aufhöhren, gibt es ja kein weiteres Problem.
Möchten sie aber die Kaninchenhaltung eigendlich lieber beenden, dann müssen sie sich entscheiden, ob sie lieber ihr altes Kaninchen abgeben wollen, oder ein tendentiell etwas jüngeres Kaninchen von einem Tierschutzverein dazunehmen, der bereit ist, dass Kaninchen nach dem Tod des Partners zurückzunehmen oder Vermittlungshilfe zu leisten. Da viele Menschen vor dieser Wahl/diesem Problem stehen, lassen sich ältere Tiere deutlich besser vermitteln als 1-2 Jährige.
Anfang 2008 hatten wir 2 Exremfälle.
Bruno Bär, min.10 Jahre, ausgemusterter Zuchtrammler; Rex-bronzefarben; desolater gesundheitlicher Zustand bei Aufnahme (extrem Milben, Hautpilz, gering Kokzidien, zugeschwolleneTränenkanäle, kleine Abszesse in der Gegend des Unterkiefers/Lippen, abgemagert)

Abszeß und Kastra wurden in einer OP gemacht. Bruno bebt heute noch zufrieden in einer Kaninchengruppe.

Balu, 7Jahre alt, Hühnereingroßer gut abgekapselter Abszeß am Hals unterhalb des Kinns. Narkose und OP sehr gut überstanden.

Bei mir auf großer Fläche problemlos mit Bruno Bär vergesellschaftet.

Später zu einer älteren Kaninchendame vermittelt. Führt heute noch ein glückliches Leben.

Schnuffi, über 10Jahre alt, greise incl. Tremor in den Hinterbeinen beim Liegen, hat ihr ganzes Leben in einem engen Käfig mit höchstens stundenweise Auslauf in einem Minnigehege im Sommer gelebt. Eine sehr liebe und ruhige Häsin. Wir wollten sie vor ihrem Tod gerne noch die schönen Seiten des Lebens erfahren lassen. Eine andere Tierschützerin integrierte sie problemlos in ihre Gruppe. 5 Monate konnte sie das Sozialleben mit Kuscheln und Schlecken mit ihren Freunden in einem großzügigen Gartenhaus mit Gehege genießen - dann ist sie friedlich eingeschlafen.
Schnuffi im Minnistall bei ihren Ex-Besitzern:

Wir haben schon viele Vergesellschaftungen mit alten Kaninchen gemacht und die verlaufen meist sehr friedlich, wenn der Platz ausreicht.
Bruno Bär war allerdings der Älteste, den wir noch kastriert haben.
Vor einigen Jahren kannte ich einen kleinen weißen Löwenkopf, der mit 10 Jahren unter lokaler Anestesie kastriert wurde. Ging total problemlos, ist aber nur mit super zahmen und gelassenen Tieren durchführbar.
Auch er hatte noch 1,5 Jahre in einer kleinen Rentnergruppe.