Kranke Tiere für den Tierschutz

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Curly
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Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von Curly » Fr 3. Sep 2010, 14:28

Huhu!

Irgendwo hatten wir das Thema glaube ich schonmal
oder ich habs in nem anderen Forum gelesen. :schäm:

Ist euch auch schonmal aufgefallen, dass vorwiegend kranke,
schwer geschädigte oder behinderte Tiere aus dem Ausland
zu uns geholt werden? Bitte jetzt keine
Auslandstiere-wie-sinnvoll-ist-das-?-Diskussion anfangen!
Mir geht es um einen anderen Aspekt:
Wieso holt man vermeindlich schwerkranke oder unheilbar geschädigte
Tiere zu uns, mit dem Wissen, dass sie
1. den Tierschützern eine Menge Geld kosten werden,
2. sie wesentlich schwieriger zu vermitteln sein werden und
3. ggf. bis an ihr Lebensende im TH sitzen bleiben
zu uns und versucht diese auf Biegen und Brechen zu pflegen
und wieder gesund zu bekommen?
Was für Geldmassen werden so "verschwendet" und könnten
für so viele andere Tiere genutzt werden? Das ist total gegen meinen
Tierschutzgedanken. Steckt eventuell was ganz anderes dahinter?
Ich weiß es nicht und ich verstehs auch nicht.

Curly

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lapin
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Re: Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von lapin » Fr 3. Sep 2010, 16:16

Ich denke das "Mitleid" der beste Verkäufer ist und ein gesundes Tier "Hilfe" von neuen Haltern oder aber auch einfach nur Spendern nicht so nötig hat :hm:!
Ich denke, dass es am Ende eben doch nur ein Geschäft ist...zumindest bei richtig organisierten, größeren Tierschutzorganisationen!
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Anita
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Re: Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von Anita » Fr 3. Sep 2010, 19:11

Hallo,

ich schließe mich lapin an. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es hierbei um Mitleid und Aufmerksamkeit geht.
Je dramatischer die Geschichte umso mehr Spender finden sich. Für das "allgemeine" oder "alltägliche" Leid interessiert man sich leider kaum noch oder schätzt es auch falsch ein.

Wir haben eine ähnliche Erfahrung kürzlich erst selbst gemacht:

Wir haben insg. 3 Chinchillahäsinnen in der Vermittlung, 2 "gesunde" Labortiere und eine Dritte über privat mit nur einem Ohr. Die beiden Labories sitzen bereits Monate bei uns ohne ernste Interessenten, die Einohr-Häsin war über die "Mitleids-Schiene" (wertfrei gemeint) binnen wenigen Tagen fest reserviert und wird in Kürze umziehen.

Ich denke, dass die Vereine die Auslandstierschutz in diesem Stil betreiben darauf abzielen, dass durch die Schicksale die sie vorstellen mehr Spenden reinkommen als Gelder für das Tier benötigt werden. Und ich befürchte, dass es ohne diese "Masche" auch langsfristig nicht funktioniert an ausreichend Kapital heranzukommen, da die Menschen einfach nicht wissen wieviel der Unterhalt einer Auffangstation auch ohne diese Schicksale kostet. Die Tierarztkosten bei einem schwerstkranken Tier können sie sich aber in etwa vorstellen...vielleicht ist deshalb die SPendenbereitschaft mit diesen Horrorgeschichten höher.

Ziesel
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Re: Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von Ziesel » Fr 3. Sep 2010, 21:37

irgendwie hab ich dabei so´n bißchen im Hinterkopf, dass die Auslandstierdramen auch davon ablenken sollen, welche "Zustände" vor der eigenen Tür herrschen. Hier gibts beispielsweise auch genug Streuner..

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Re: Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 3. Sep 2010, 21:41

Die Mitleidsschiene verkauft sich einfach am besten. Armer Hund( Katze oder sonstwas) aus armen Verhältnissen.

Am besten verwendet man folgende Vokabeln in einem Satz: verwahrlost, ausgesetzt, misshandelt und Tötungsstation, dazu dann noch ne rührselige Krankengeschichte und der Hund oder was auch immer ist weg ist weg. Die schlimmsten Fälle kann man natürlich auf gar keinen Fall vermitteln und sammelt fleißig Spenden dafür.

Ich möchte nicht wissen wie viele unseröse Orgas es gibt, bei denne noch nie nen Tier im Ausland war....
Mit freundlichen Grunzern

Annette

Mit 2 samtpfotigen Killern

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Re: Kranke Tiere für den Tierschutz

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 3. Sep 2010, 22:56

Es macht sich allerdings auch gar nicht gut, wenn man von Tierquälerei und Tötungsstation im Zusammenhang mit den liebgewonnenen Nachbarn der Spender ankommt ... da kommt nix Spende, da kommt höchstens Verleumdungsklage ... aber wie leicht ist es, arme, geschundene spanische Hunde mit ausgestochenem Auge für die tränendrüsendrückenden Stories zu verwenden?
Es gibt nicht viele Spanier hier in Deutschland, die da Sturm gegen laufen könnten ... und wir hier wissen schließlich alle, was für böse und gewissenlose Tierquäler die Spanier sind, man braucht ja nur mal an Stierkampf zu denken ...

Voila ... das Geschäft mit dem Tierleid läuft.

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