Saaten ad libitum?

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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saloiv
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Saaten ad libitum?

Beitrag von saloiv » Di 6. Apr 2010, 02:52

Hinweis: Der ganze Text bezieht sich ausnahmslos auf eine gute Ad libitum-Ernährung! Bei anderen Fütterungsmethoden sollte nicht so verfahren werden.

Meine Kaninchen bekommen momentan tagsüber Weizen ad libitum, weil es anders nicht geht. Sie laufen ja frei und die Hühner und Enten haben ihre Weizenwanne rumstehen... Ich habe ein Kaninchen dabei dass so eine Getreideallergie hat bzw. sehr extrem auf Getreide reagiert und besonders auf Weizen und Mais, also dachte ich erst, dass ich sie wohl nicht laufen lassen kann, wegen des Weizens. Weizen wird noch dazu von allen Kaninchen extrem schlecht vertragen.
Am ersten Tag saßen zwei der Kaninchen (auch der Allergiker) ewig im Napf und mampften den Weizen, am nächsten Tag etwas kürzer. Und seit dem sind sie nie wieder an den Weizen gegangen. Das hätte ich nie gedacht...

Ich hatte schon zu früherer Zeit experimentiert ob bei Deutschen Riesen ein Saaten-Angebot ad libitum sinnvoll ist. Damals hatte ich festgestellt, dass sie bei Ad libitum-Angebot deutlich weniger Saaten fraßen als bei rationierter Ernährung. Wohl weil sie sich bei den Rationen so draufstürzten. Allerdings ging der Konsum nach der Umstellung (von Rationen zu ad lib) erst nach drei Tagen zurück, in den drei Tagen stopften sie sich noch voll wie bei rationierter Ernährung (von Tag zu Tag weniger...).

Zudem hatte ich festgestellt, dass die Saaten ein guter Indikator für die Qualität der restlichen Nahrung sind. Je schlechter die Nahrung ist, desto mehr werden sie gefressen. Das zeigt auch sehr gut dass Kaninchen extrem nach ihren Bedarf fressen.

Mittlerweile würde ich sagen, dass Kaninchen die schon länger ad libitum ernährt werden (min. ein Jahr) problemlos Saaten ad libitum erhalten können und man durch die Beobachtung der aufgenommenen Saatenmenge sehr gut sieht wie optimal die Ernährungszusammenstellung ist. Meine Kaninchen selektieren auch die einzelnen Saaten, was ich feststellte indem ich ein Tablett das 12 Std. lang befressen wurde von der Zusammensetzung mit der Originalmischung verglich. Man sieht es auch wenn man ihnen zuschaut. Und ich habe sehr feine Sämereinen! Keine wirklich großen!

Bei Kaninchen in Wohnungshaltung oder beengt gehaltene Kaninchen würde ich allerdings überlegen ob ich das Angebot rationiere, denn da habe ich keine Erfahrungswerte, das müsste man langsam austesten.

Wichtig ist, dass zumindest die großen Saaten ausnahmslos mit Spelz und nicht entspelzt oder gar als Flocken angeboten werden.

Momentan haben sie tagsüber den Weizen (den sie glücklicherwiese nicht mehr fressen) und nachts eine Saatenmischung (stelle ich abends rein um sie anzulocken weil sie ja freilaufen und morgens stelle ich ihn wieder raus, damit sie sich abends wieder damit anlocken lassen).
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Re: Saaten ad libitum?

Beitrag von Kaktus » Di 6. Apr 2010, 10:11

In den letzten Tagen habe ich mir genau über dieses Thema auch Gedanken gemacht. Mein Ergebis: lediglich Tieren, ...

a. die ad libitum ernährt werden
b. denen naturnahe Futtermittel zur Verfügng stehen
und
c. die möglichst natunah gehalten werden (viel Platz, geeignete Einrichtung, Möglichekeit artttypischer Beschäftigung nachzugehen)

..., würde ich Samen ad libitum geben, ansonsten wäre mir das zu gefährlich. Das gilt nicht nur für Kaninchen, sondern auch für Chins ;)

Aber bei dir sind ja alles Kriterien erfüllt und somit... :top:
Es grüßt Flora mit den geliebten Plüschbällchen
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Re: Saaten ad libitum?

Beitrag von Murx Pickwick » Di 6. Apr 2010, 11:31

Das ad lib funktionierte eigentlich bei mir auf der Weide mit jedem Tier, was länger wie drei Monate auf der Weide war ... unabhängig von Brot, Kaninchen- und Meerschweinchenfutter oder sonstiges ...

Brot wurde in geringen Mengen aufgenommen, wobei es so unterschiedlich von Tier zu Tier war, wie es nur sein konnte, einfach weil die einzelnen Individuen unterschiedlich viel Brot vertrugen, Preßlinge und Extrudate blieben liegen, überlagerte Sämereien wurden nicht mal probiert.

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