Vor der Operation ausnüchtern?
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Es gibt Kaninchenhalter, erfahrene Kaninchenhalter und sehr erfahrene Kaninchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Kaninchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.
Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.
Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.
Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.
Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.
Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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- lapin
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Vor der Operation ausnüchtern?
Dieser Thread insbesondere der Beitrag von Murx, nach meinem Beitrag https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/myth-kaninchen-nehmen-mahlzeiten-tag-sich-t4954.html" onclick="window.open(this.href);return false; hat mich auf diese Frage gebracht...
kann man Kaninchen nun doch ausnüchtern ohne das es sie gleich umbringt oder ist es wichtig, dass sie etwas im Magen haben, zwecks "Stopfmagen"??
kann man Kaninchen nun doch ausnüchtern ohne das es sie gleich umbringt oder ist es wichtig, dass sie etwas im Magen haben, zwecks "Stopfmagen"??
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."
- Murx Pickwick
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Den Stopfmagen darf man sich nicht vorstellen, wie etwas, wo man oben was reinstopfen muß, damits unten rauskommt, sondern Stopfmagen heißt einfach nur, daß es normal ist, daß das Tier von selbst drauf achtet, daß der Magen immer voll ist. Kommt zuwenig Nahrung von oben nach, wird der Magenpförtner erst gar nicht geöffnet, der Futterbrei verbleibt im Magen. Wenn man also ein Meerschweinchen, Kaninchen, Degu oder Chinchilla ausnüchtern wollte, müßte man die gesamte Nahrungsaufnahme einschließlich der Aufnahme von Blinddarmkot über mehrere Wochen verhindern! Irgendwann wird sich der Magenpförtner dann schon öffnen und den Nahrungsbrei in den Darm abgeben, und wenn es nur ist, weil für diesen Muskel keine Energie mehr bereitsteht ...
Allerdings ist bis dahin das Tier verhungert!
Ein Ausnüchtern ist also überhaupt nicht möglich, warum also sollte man es versuchen?
Viel wichtiger ist es, Futter zu füttern, was bei einer eventuell langsameren Verdauung nicht gleich zu Fehlgärungen im Darm führt, also keine Sämereien, kein Kohl, kein Klee ... leicht Verdauliches und Verträgliches sollte es sein, wie beispielsweise Fenchel, frischer Bambus, Mohrrüben, Chicoree etc ...
Man kann auch versuchen, durch das Angebot stark ligninhaltiger Nahrung (frische Zweige, altes Laub, Stroh etc) Gärungen zu vermeiden, nur wird ein im Verdauungstrakt gesundes Tier davon vermutlich nicht genug fressen - es weiß ja nicht, daß da ne OP ansteht.
Allerdings ist bis dahin das Tier verhungert!
Ein Ausnüchtern ist also überhaupt nicht möglich, warum also sollte man es versuchen?
Viel wichtiger ist es, Futter zu füttern, was bei einer eventuell langsameren Verdauung nicht gleich zu Fehlgärungen im Darm führt, also keine Sämereien, kein Kohl, kein Klee ... leicht Verdauliches und Verträgliches sollte es sein, wie beispielsweise Fenchel, frischer Bambus, Mohrrüben, Chicoree etc ...
Man kann auch versuchen, durch das Angebot stark ligninhaltiger Nahrung (frische Zweige, altes Laub, Stroh etc) Gärungen zu vermeiden, nur wird ein im Verdauungstrakt gesundes Tier davon vermutlich nicht genug fressen - es weiß ja nicht, daß da ne OP ansteht.
- lapin
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Also ist doch im Zusammenhang mit dieser Tierart oä Tierarten das Wort "Ausnüchterung" völlig Fehlplaziert...dieses Wort gibt es in deren Welt nicht und wird dort auch nicht benötigt...
hier sollte also eher darauf acht gegeben werden..WAS ich vor einer OP fütter und dies sollte möglichst "Gärungsarm" sein!
Ich halte das für ein sehr wichtiges Wissen, denn das kann so manche OP unproblematischer machen...
ebenso kann ich davon ausgehen, empfiehlt ein TA einem unerfahrenen Kaninchenhalter das ausnüchtern seines Tieres vor der OP, hat dieses Tier ebenfalls keine schlechte Chancen gesund und munter vom OP Tisch zu kommen?
hier sollte also eher darauf acht gegeben werden..WAS ich vor einer OP fütter und dies sollte möglichst "Gärungsarm" sein!
Ich halte das für ein sehr wichtiges Wissen, denn das kann so manche OP unproblematischer machen...
ebenso kann ich davon ausgehen, empfiehlt ein TA einem unerfahrenen Kaninchenhalter das ausnüchtern seines Tieres vor der OP, hat dieses Tier ebenfalls keine schlechte Chancen gesund und munter vom OP Tisch zu kommen?
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- Murx Pickwick
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Das ist hier die Frage ...
Wenn es rundum gesund ist im Verdauungstrakt, vom Prinzip her ja ... dann wirds auch ne "Fastenzeit" überbrücken können, indem es von Blinddarmkot und Kot lebt. Allerdings wird der Mageninhalt zurückgehalten und nicht mehr in den Darm abgeben - das Tier kann also keine Energie mehr übers Futter aufnehmen, sondern muß schon vor der OP anfangen, seine körpereigenen Energiereserven und Nährstoffreserven anbrechen.
Nun lassen wir mal bei der OP Komplikationen auftauchen ... das Tier hat sich schon vor der OP umgestellt auf eine Magerzeit, der gesamte Stoffwechsel läuft nur noch unter dem Aspekt, Energie und Baustoffe zu sparen, der Reiz der Verletzung kommt in diesen Energie- und Baustoffmodus hinein.
Wie gut kann nun das Tier noch von diesen Energie- und Bausparmodus umschalten in den Reparaturmodus?
Gerade Stopfdarmtiere erholen sich nach so einer Zeit nicht so gut, als wenn sie bis kurz vor der OP noch reichlich zu futtern hatten ... weil sie die vollen Energiereserven und Baustoffreserven zur Verfügung haben und weil sie nur in den Reparaturmodus schalten müssen und nicht erst in einen Energiesparmodus und von dort zum Reparaturmodus.
Hat das zu operierende Tier nun auch noch eine besonders hohe Konzentration an Krankheitserregern im Darm und muß diese über den Kot futtern, weil es nix mehr zu futtern bekommt, hat es noch zusätzlich das Problem, daß unter diesen Krankheitserregern auch säureresistente Arten bei sein können, welche bei der langen Lagerung im Magen anfangen, die Magenschleimhäute anzugreifen!
In einem solchen Fall schädigt man das Tier sogar mit der aufgezwungenen Hungerzeit! Stopfdarmtiere sollten besser nie dazu gezwungen werden, Kot zu futtern, weil sie selbst erkennen können, wie belastet der Kot ist - sie werden jedoch durch Hungerzeiten dazu gezwungen, weil sie ja versuchen, ihren Magen gefüllt zu halten!
Wenn es rundum gesund ist im Verdauungstrakt, vom Prinzip her ja ... dann wirds auch ne "Fastenzeit" überbrücken können, indem es von Blinddarmkot und Kot lebt. Allerdings wird der Mageninhalt zurückgehalten und nicht mehr in den Darm abgeben - das Tier kann also keine Energie mehr übers Futter aufnehmen, sondern muß schon vor der OP anfangen, seine körpereigenen Energiereserven und Nährstoffreserven anbrechen.
Nun lassen wir mal bei der OP Komplikationen auftauchen ... das Tier hat sich schon vor der OP umgestellt auf eine Magerzeit, der gesamte Stoffwechsel läuft nur noch unter dem Aspekt, Energie und Baustoffe zu sparen, der Reiz der Verletzung kommt in diesen Energie- und Baustoffmodus hinein.
Wie gut kann nun das Tier noch von diesen Energie- und Bausparmodus umschalten in den Reparaturmodus?
Gerade Stopfdarmtiere erholen sich nach so einer Zeit nicht so gut, als wenn sie bis kurz vor der OP noch reichlich zu futtern hatten ... weil sie die vollen Energiereserven und Baustoffreserven zur Verfügung haben und weil sie nur in den Reparaturmodus schalten müssen und nicht erst in einen Energiesparmodus und von dort zum Reparaturmodus.
Hat das zu operierende Tier nun auch noch eine besonders hohe Konzentration an Krankheitserregern im Darm und muß diese über den Kot futtern, weil es nix mehr zu futtern bekommt, hat es noch zusätzlich das Problem, daß unter diesen Krankheitserregern auch säureresistente Arten bei sein können, welche bei der langen Lagerung im Magen anfangen, die Magenschleimhäute anzugreifen!
In einem solchen Fall schädigt man das Tier sogar mit der aufgezwungenen Hungerzeit! Stopfdarmtiere sollten besser nie dazu gezwungen werden, Kot zu futtern, weil sie selbst erkennen können, wie belastet der Kot ist - sie werden jedoch durch Hungerzeiten dazu gezwungen, weil sie ja versuchen, ihren Magen gefüllt zu halten!
- saloiv
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Man kann Kaninchen garnicht ausnüchtern, außer man setzt sie auf ein Eisengitter, durch das der Blinddarmkot durchfällt, setzt ihnen einen OP-Trichter oder Maulkorb auf (damit sie nicht an den Kot kommen) und gibt ihnen über längere Zeit rein garnichts zu fressen. Solange sie an ihren Blinddarmkot kommen, füllen sie damit den Magen.
Wenn man ein Tier so halten würde, bräuchte es drei Tage bis der Magen leer ist und das wäre richtig ungesund für das Kaninchen oder könnte sogar tödlich sein. Es ist vorallem auch total unnatürlich, denn wie gesagt würden Kaninchen normalerweise den Magen mit Blinddarmkot füllen. Ausnüchterungen kommen beim Kaninchen nicht vor.
Zudem würde so eine Ausnüchterung das Kaninchen so stark schwächen, dass es danach wahrscheinlich nicht mehr die OP überstehen würde.
Ausnüchterungen vor Operationen sind deshalb kntraproduktiv, unnatürlich und schädlich und eigentlich im normalen Haushalt garnicht möglich.
Wenn man ein Tier so halten würde, bräuchte es drei Tage bis der Magen leer ist und das wäre richtig ungesund für das Kaninchen oder könnte sogar tödlich sein. Es ist vorallem auch total unnatürlich, denn wie gesagt würden Kaninchen normalerweise den Magen mit Blinddarmkot füllen. Ausnüchterungen kommen beim Kaninchen nicht vor.
Zudem würde so eine Ausnüchterung das Kaninchen so stark schwächen, dass es danach wahrscheinlich nicht mehr die OP überstehen würde.
Ausnüchterungen vor Operationen sind deshalb kntraproduktiv, unnatürlich und schädlich und eigentlich im normalen Haushalt garnicht möglich.

Ich wünsche Dir...
dass Du arbeitest als würdest Du kein Geld brauchen.
dass Du liebst, als hätte Dich noch nie jemand verletzt.
dass Du tanzt, als würde keiner hinschauen.
dass Du singst, als würde keiner zuhören.
dass Du lebst, als wäre das Paradies auf Erden.
- lapin
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Keine Ausnüchterung findet indem Ausmaß statt, wie du es grad beschreibst saloiv
das wäre ja auch bestialisch....dennoch wird ein Futterentzug am Abend, um am nächsten Tag operiert zu werden, als Ausnüchterung bezeichnet!
Zumindest im TÄ Gebrauch...
das ein Kaninchen nicht ausgenüchtert werden kann, da es noch genug andere Stoffe, die es selbst herstellt aufnehmen kann, ist ja schon mal ein interessanter Punkt...
ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Kaninchen überhaupt nicht ausgenüchtert werden müssen, man muss nur darauf achten, dass man alles was gärt nicht unbedingt anbietet...
Die Frage ist aber, da es noch genug TÄ gibt, die Ausnüchterung empfehlen und unerfahrene Kaninchenhalter dieser Aussage natürlich folgen werden...welchen Schaden könnte es geben...Murx sagt es ist abhängig von der Ernährung allgemein die das Tier davor durchlebte....wie gut ist die Produktion des Blinddarmkots bei einer reinen Trockenfutterkost und Heuernährung? Könnte es da zu Problemen kommen, wenn das Tier zwar nicht ausnüchtert eben durch den Blinddramkot, aber keine wichtigen Nährstoffe aufnimmt und nun auch noch nur auf den Blinddarmkot angewiesen ist, der wohl nicht viel hochwertiger, als die Nahrung sein wird
!
Zumindest im TÄ Gebrauch...
das ein Kaninchen nicht ausgenüchtert werden kann, da es noch genug andere Stoffe, die es selbst herstellt aufnehmen kann, ist ja schon mal ein interessanter Punkt...
ein weiterer interessanter Punkt ist, dass Kaninchen überhaupt nicht ausgenüchtert werden müssen, man muss nur darauf achten, dass man alles was gärt nicht unbedingt anbietet...
Die Frage ist aber, da es noch genug TÄ gibt, die Ausnüchterung empfehlen und unerfahrene Kaninchenhalter dieser Aussage natürlich folgen werden...welchen Schaden könnte es geben...Murx sagt es ist abhängig von der Ernährung allgemein die das Tier davor durchlebte....wie gut ist die Produktion des Blinddarmkots bei einer reinen Trockenfutterkost und Heuernährung? Könnte es da zu Problemen kommen, wenn das Tier zwar nicht ausnüchtert eben durch den Blinddramkot, aber keine wichtigen Nährstoffe aufnimmt und nun auch noch nur auf den Blinddarmkot angewiesen ist, der wohl nicht viel hochwertiger, als die Nahrung sein wird
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."
- saloiv
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Re: Vor der Operation ausnüchtern?
Eine Ausnücherterung ist, wenn man den Magen leert. Beim Hund oder der Katze ist das gleichzusetzen mit einfachen Futterentzug. Beim Kaninchen gehört der Blinddarmkotentzug dazu und das ist nur mit Maulkorb, Trichter und Eisengitter möglich. Nüchternheit vor Operationen heißt nicht, dass eine Weile nichts gegessen wird.Keine Ausnüchterung findet in dem Ausmaß statt, wie du es grad beschreibst saloiv das wäre ja auch bestialisch....dennoch wird ein Futterentzug am Abend, um am nächsten Tag operiert zu werden, als Ausnüchterung bezeichnet!
Zumindest im TÄ Gebrauch...
Solange das Kaninchen Blinddarmkot aufnimmmt, kann nichts passieren, außer der Zeitraum ist sehr lange (über drei Tage). Außerdem wird das Kaninchen natürlich durch den Nahrungsentzug geschwächt.

Ich wünsche Dir...
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dass Du liebst, als hätte Dich noch nie jemand verletzt.
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dass Du singst, als würde keiner zuhören.
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