Fütterungsart-Wechsel?

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Giftige Pflanzen die hier aufgeführt oder vorgestellt werden, stellen für Tiere die Ad Libitum ernährt werden selten eine Gefahr dar, da sie in der Lage sind zu selektieren und daher immer wissen, was fressbar und genießbar ist und was nicht.

Wie in allen Fällen auch, ist jedes Tier individuell zu betrachten und man sollte neue Pflanzen IMMER langsam anfüttern.
Jedes Tier kann unterschiedliche Dinge auch unterschiedlich vertragen.

Die User sprechen von eigenen Erfahrungen, es liegt an Euch, Eure zu sammeln.
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Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 19. Dez 2009, 09:51

Hallo ihr Lieben.

Ich habe eine Frage bezüglich der Ernährung meiner Kaninchen. Zur Zeit füttere ich noch rationiert (2mal tägl. 5 bis 7 Sorten FriFu). Nun habe ich aber kürzlich etwas über die ad libitum-Ernährung gelesen und ich finde es gut, wenn man seine Tiere so naturnah wie möglich rund um die Uhr ernähren kann. Ich habe ein Zahnkaninchen unter meinen drei und deshalb wäre eine ad libitum-Ernährung ratsam, oder?

Dass man eine langsame Umgewöhnung dann vornehmen müsste, das weiß ich und das würde ich dann natürlich auch machen.

Also, ist es ratsam von rationierter Fütterung zur ad libitum-Ernährung zu wechseln? Gibt es hier Experten zu dieser Fütterungsart?

LG
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 19. Dez 2009, 10:22

Hallo Lara,

es ist auf jeden Fall ratsam umzustellen, sofern man das nur irgendwie realisieren kann (finanziell und von der Umsetzung) weil es den Kaninchen sehr zu Gute kommt. Gerade wenn man kranke Tiere hat (z.B. Zahnerkrankungen) erleichtert man ihnen so den Alltag.

Umstellen kann man am besten, indem man langsam die Menge und Vielfalt steigert. Was bekommen deine Drei momentan in welchen Mengen und wie oft am Tag? Dann könnte man schauen wie man in deinem Fall am geschicktesten vorgeht. Was für eine Zahnerkrankung hat dein Kaninchen genau? Wie oft muss momentan gekürzt werden?
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Kaktus » Sa 19. Dez 2009, 10:27

Hallo,

grad bei Zahnpatienten ist eine ad libitum-Ernährung von auch anderem Futter, nicht nur Heu, toll.

Wenn deine Tiere bereits Grünfutter kennen und vertragen (Wiesenkräuter, Küchenkräuter, Blattgemüse wie Kohl und Salate, Gras kannst du die Menge dieser Futtermittel problemlos steigern und bald in unbegrenzter Menge anbieten. Wenn nicht erstmal die einzelnen Frischfuttersorten anfüttern.

Anderes Gemüse und Obst würde ich erstmal weiter 2 täglich geben (zusätzlich zum Grünfutter ad libitum) und das Angebot ebenfalls anschließend nach und nach erhöhen.

In jedem Fall wünsche dir viel Spaß beim Speiseplanerweitern :D
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 19. Dez 2009, 11:07

Also, sie bekommen pro Tag 5 bis 7 Sorten Gemüse (z.B. Karotte, Brokkoli, Sellerie, Fenchel, Chicoree, Chinakohl, Pastinake, Petersilienwurzel, natürlich Küchenkräuter, wie Melisse, Minze, Basilikum, Petersilie, und auch Blattgrün, wie Kohlrabi- oder Blumenkohlblätter und Karottengrün), im Sommer Äste mit Blattwek und im Winter halt nur die Äste (z.B. Apfelbaum oder Haselnuss), im Winter bekommen sie auch täglich getrocknete Blätter von Apelbaum, Birnenbaum und Maulbeerbaum und sie bekommen auch im Winter täglich getrocknete Kräuter und Blüten, im Sommer frisch, so wie es eben klappt. (Ich wohne in der Stadt, aber wir haben einen kleinen Garten und einen Park vor der Haustür, außerdem bin ich im Sommer mind. 2mal im Monat außerhalb und dann pflücke ich da Wildkräuter (Spitz/Breitwegerich, Löwenzahn, Gänseblümchen, Klee,Schafgarbe, Sauerampfer, Giersch und Gras.))
An divs. Kohlsorten und Salate müsste ich sie dann noch gewöhnen, stimmt's?

Zum Zahnpatienten:
Mein kleiner Bommel kommt aus sehr schlechter Haltung und seine Ernährung bestand nur aus TroFu. Ich habe eine Ernährungsumstellung gemacht und er frisst jetzt auch super viel Heu. Trotzdem müssen alle drei Wochen die Backenzähne beim TA gekürzt werden. Meint ihr ad libitum-Ernährung verschafft Abhilfe? Beim Zahnkaninchen muss man ja auch sehr auf das Gewicht der Tiere achten, da ein Tag ohne Nahrungsaufnahem ja schon drastische Folgen haben kann. Im Moment hat Bommel sein Idealgewicht (1,1kg) und ich möchte auch, dass er das halten kann. Hilft da ad libitum-Ernährung?

Ich hoffe ihr könnt mir Tipps geben, wie ich fortfahren kann.

LG
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 19. Dez 2009, 11:25

Dein Speiseplan klingt wirklich gut, dann geht es jetzt nur noch um das Anfüttern ein paar weniger Gemüsesorten und um die Ausweitung der Menge.

Ich würde so vorgehen:

1) Trockenkräuter ad libitum anbieten (wenn sie diese schon täglich bekommen, musst du nicht lange umstellen sondern kannst sie auch plötzlich ad libitum geben.
2) Grünfutter täglich mehr geben (möglichst in mehreren kleinen Portionen, die immer größer werden) bis sie es irgendwann ad libitum bekommen. So wie Kaktus empfiehlt die anderen Gemüsesorten ersteinmal weiterhin portioniert geben und nur Grünfutter (Blattgemüse, Wiese, Kräuter...) ad libitum anbieten.
3) Das andere Gemüse langsam immer mehr ausweiten bis sie es auch ad libitum bekommen.

Anmerkung: Wenn es ein Futtermittel neu ad libitum gibt, werden oft größere Mengen gefressen, was sich nach kurzer Zeit aber wieder schnell legt, also nicht wundern. ;)

Zum Kohl:
Sie kennen ja schon Kohlrabi, Blumenkohl und Brokkoli, also kannst du gleich zu den anderen Kohlsorten übergehen und diese langsam anfüttern. Chinakohl ist extrem gut verträglich, den braucht man fast nicht anfüttern. Die anderen Kohlsorten würde ich langsam anfüttern.

Zum Salat:
Du brauchst nicht jeden Salat extra anfüttern, es reicht eigentlich allgemein Salat anzufüttern. Einfach ersteinmal eine kleinere Menge und dann immer mehr geben...

Super, dass du im Sommer jede Gelegenheit nutzt um zu pflücken! :top:

Zur Vielfalt beim Gemüse hilft dir vielleicht dieses Thema: https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/was-gibt-heute-fressen-t4484.html" onclick="window.open(this.href);return false;

Zum Zahnkaninchen:
Gerade für dieses Kaninchen wird die Umstellung ein echter Gewinn sein. Vielleicht meldet sich hier noch Lilly im Thema, sie hat ein Kaninchen, das immer stark untergewichtig war, bis sie auf die Ad libitum-Ernährung umgestellt hat, seit dem hat er ein deutlich besseres Gewicht und ist fiter.

Ein Zitat von Lilly:
Das ist wirklich alles sehr interessant. Also was ich weiss ist, dass wir mit der Fütterung auf dem richtigen Weg sind. Ich hatte ja hier immer ein unterernährtes Kaninchen und ich hab einfach nichts auf ihn draufbekommen. Seit ich die Ernährung auf ad lib umgestellt habe, nimmt er stetig zu und wiegt nun stolze 1406 g, er ist ein kleines Kaninchen. Vorher war ich auch eine von der 100 g Regelung Geplagte.

Seitdem haben wir bis auf den Schnupfen auch nicht mehr so viel mit Krankheiten zu kämpfen, wie vorher. Ich denke schon, dass das alles u. a. mit der Ernährung zusammenhängt.
Auch der Zahnabrieb wird durch die Ad libitum-Ernährung verbessert, da die Kaninchen mehr Zeit am Tag mit der Nahrungsaufnahme beschäftigt sind, dadurch kann es sein, dass sich die Abstände (Kürzungsintervalle) verlängern. Wenn er allerdings schon eine richtige Fehlstellung hat, dann wird man lebenslang kürzen müssen. Aber immerhin wird es mit dem Gewicht besser klappen, was dem Kleinen sicherlich schon hilft!
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Murx Pickwick » Sa 19. Dez 2009, 17:47

Beim Zahnkaninchen ist auch eine calciumreiche und kieselsäurehaltige Kost wichtig ... Ackerschachtelhalm, Brennessel, Wegeriche, Hohlzahn, viele Knöteriche (insbesondere Vogelknöterich) und Lungenkraut gelten als sehr kieselsäurereich, wobei der Ackerschachtelhalm einen besonders gleichmäßigen und starken Abrieb der Backenzähne verursacht.
Leider ist der Ackerschachtelhalm sehr leicht mit dem giftigen Sumpfschachtelhalm zu verwechseln - Kaninchen vertragen zwar den Sumpfschachtelhalm und fressen normalerweise nicht zuviel davon, aber das gilt nur für Kaninchen, welche selektieren gelernt haben und genügend Frischkost bekommen, um zu selektieren. Sumpfschachtelhalm kann ein Heukaninchen schwer vergiften ... es lohnt sich trotzdem, wenn man Zahnkaninchen hat, sich die Unterschiede zwischen diesen beiden Schachtelhalmarten zeigen zu lassen, um Ackerschachtelhalm auch frisch anzubieten, ansonsten kann man auch sog. Zinnkrauttee kaufen und unter das Heu mischen - Zinnkraut ist ein anderer Name für Ackerschachtelhalm.

Jetzt im Winter kannst du durchgängig das [url=http://de.wikipedia.org/wiki/Borstgras]Borstgras[/url] finden, insbesondere an Waldrändern und an selten benutzten Feldwegen, aber auch auf einigen Wiesen. Weiterhin kannst du versuchen, Hirse auf der Fensterbank zu ziehen, alle Hirsearten haben einen sehr hohen Kieselsäuregehalt und werden von den Kaninchen gern gefressen, auch sie sorgen für einen sehr gleichmäßigen Backenzahnabrieb.

Wenn du Sämereien verfütterst, stehen auch hier die Hirsearten, was den Kieselsäuregehalt in der Schale angeht, gleich in vorderster Front.

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Grashüpfer » Sa 19. Dez 2009, 21:16

Ich habe im Oktober 2008 aus dem Tierheim ein Kaninchen geholt, welches alle drei - vier Wochen die Schneidezähne gekürzt bekommen musste.
Wie es bei den Vorbesitzern ernährt wurde, weiß ich nicht. Aber im Tierheim stand Trockenfutter im Stall und eine Karotte.
Ich hielt es dann (mit anderen) letzten Winter auf meinem Balkon. Es hat Fenchel, Knollensellerie, Heu, Äste, Karotten, ich weiß auch nicht mehr alles, aber eben vieles an Gemüse bekommen. Trotzdem musste ich den ganzen Winter über alle 3 Wochen zum Zähne kürzen.
Im Frühling bekamen sie im Garten ein großes gesichertes Gehege und ich pfückte täglich 4 Einkaufsklappkörbe voll mit Wildkräuter und Wiese. Dazu gab es Möhren und Obst. Gemüse habe ich im Sommer gar nicht gefüttert, schon gar kein Kohl, das hebe ich für den Winter auf.
Die Abstände des Zähnekürzens verlängerten sich auf 1,5 Monate, dann auf 2, - 2,5. Jetzt war ich das letzte mal beim kürzen im August.
Aufgrund meiner persönlichen Erfahrung würde ich sagen, dass nichts fressbares so sehr die Zähnchen abreibt, wie firsche Kräuter/Wildwiese.
Jetzt wo es das wieder nicht gibt, bin ich selber mal gespannt, ob sich der Abstand wieder verkürzt.
Allerdings ist es bei mir auch nicht ausgeschlossen, dass sich durch die regelmäßige Schneiderei die Zähne normalisiert haben. Sie sind zwar nicht genau übereinander, aber dennoch so dass sie sich berühren und sich abreiben.

Toll übrigens, was du schon alles fütterst. :top:
"Dass einmal das Wort Tierschutz geschaffen werden musste,
ist eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung."

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 19. Dez 2009, 21:43

Danke für eure Antworten.

Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, steht an erster Stelle Wiese plus frische Kräuter, richtig? Und dann Blattgemüse und dann Wurzel-/Knollengemüse etc.?

Erfordert die ad libitum-Ernährung besondere Vorraussetzungen? Wenn ich im Sommer nicht jeden Tag Unmengen an Wiese und Wildkräutern füttern kann, kann ich dann auf Küchenkräuter und Blattgemüse ausweichen?

Kann es nicht passieren, dass sich die Kaninchen überfressen?

LG
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von lapin » Sa 19. Dez 2009, 21:51

Lara hat geschrieben:Kann es nicht passieren, dass sich die Kaninchen überfressen?
Dazu kann ich dir das Thema empfehlen ;):
https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/macht-libitum-ernahrung-bei-wenig-platz-dick-t4218.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 19. Dez 2009, 22:00

Lara hat geschrieben:Also, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, steht an erster Stelle Wiese plus frische Kräuter, richtig? Und dann Blattgemüse und dann Wurzel-/Knollengemüse etc.?

Erfordert die ad libitum-Ernährung besondere Vorraussetzungen? Wenn ich im Sommer nicht jeden Tag Unmengen an Wiese und Wildkräutern füttern kann, kann ich dann auf Küchenkräuter und Blattgemüse ausweichen?
Was an erster Stelle steht entscheiden bei der Ad-libitum-Ernährung die Kaninchen. Erfahrungsgemäßig ist es Wiese oder als Ersatz Küchenkräuter. Da man diese aber nicht in zu großen Mengen finanzieren kann, wird dann von den Kaninchen auf Trockenkräuter und Blattgemüse ausgewichen.
Am Anfang bietet man alles an und schaut was sie in welchen Mengen fressen, später weiß man dann die Mengen und kann es entsprechend angepasst füttern, so dass man nur noch wenig wegwerfen muss, bzw. fast garnichts. Wichtig ist, dass sie immer eine große Auswahl bekommen um gut selektieren zu können.

Die Umstellung über Blattgemüse (erst Grünfutter ad libitum und dann erst das andere Gemüse auch ad libitum) verhindert, dass die Kaninchen bei der Umstellung zunehmen. Wenn man gleich alles ad libitum füttert, stürzen sich die Kaninchen heißhungrig auf das Frischfutter und fressen größere Mengen als sie brauchen. Das pendelt sich sehr schnell wieder ein und das Gewicht ebenso, aber da es die meisten Menschen bei der Umstellung verunsichert, wenn die Kaninchen kurz etwas zunehmen, empfehle ich diese Art der Umstellung. Die Kaninchen lernen mit dem Blattgemüse mit der "Ad libitum-Gabe" umzugehen und bekommen erst wenn sie es beherrschen das andere Gemüse dazu.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 19. Dez 2009, 22:20

lapin hat geschrieben: Dazu kann ich dir das Thema empfehlen ;):
https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/macht-libitum-ernahrung-bei-wenig-platz-dick-t4218.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Huhu, habs mir durchgelesen; also eigentlich haben meine Kaninchen Platz; klar, es kann nie genug Platz geben, aber es ist meinen Möglichkeiten angepasst. Meine drei Kaninchen leben in einem etwas über 8 m² großen Innengehege (Maße ca: 3m mal 2.9m) und haben täglich mind. 5 h Auslauf im restlichen Zimmer. Sie haben auch zahlreiche andere Beschäftigungsmöglichkeiten außer Fressen. ;)

Kann man auch Meerschweinchen ad libitum-ernähren?

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Zuletzt geändert von Lara am Sa 19. Dez 2009, 22:22, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Grashüpfer » Sa 19. Dez 2009, 22:21

Da mich am Anfang der Kaninchenhaltung der Begriff Wiese irritierte, wollte ich hier mal ein bissl drauf eingehen:

Wiese, wie wir sie im herkömmlichen Sprachgebrauch nutzen, wird nicht wirklich gefressen. Aber eine Wildwiese, dass Zeugs, was wir im allgemeinen Sprachgebrauch als Unkraut bezeichnen, das ist es was sehr gerne verputzt wird.
Wenn du die Möglichkeit hast später im Frühling/Sommer auf Futterweiden zu pflücken, wäre das ideal. Aber auch an Wald-/Feldrändern findet sich so einiges. Im Frühling kannst du auch die Blüten von Obstbäumen geben. Wird ebenfalls sehr gerne gefressen.
Erfahrungsgemäß werden die Knollen- und Kohlgemüse im Winter einfach sehr gerne verputzt und im Sommer nicht, (bei mir nicht) und somit biete ich zwar ad libitum Futter an, aber im Sommer eben in einer anderen Zusammensetzung als im Winter.

Zum überfressen hat dir ja Lapin schon den Link gegeben.

Irgendwo gibt es auch einen Link: Was darf (kann) man alles von der Wiese verfüttern mit Fotos. (Ich kann es leider nicht verlinken).
Ob die Wildwiese- Wildkräuter nun tatsächlich das beste für den Zahnabrieb sind, kann ich nicht wirklich sagen, es sind einfach nur MEINE Beobachtungen an MEINEN Kaninchen. Ob Zufall, oder was anderes dahinter steckt, weiß ich leider auch nicht. Meine TÄ sagte noch, dass es möglich ist, dass die Zähne sich durch regelmäßiges schneiden von alleine korrigieren, aber das hängt bestimmt auch von der Art der Zahnerkrankung ab.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 19. Dez 2009, 22:26

Kann man auch Meerschweinchen ad libitum-ernähren?
Ja, das kann man, ich ernähre meine Meerschweinchen auch ad libitum. Sie suchen sich ganz andere Dinge als die Kaninchen aus, woran man dann schon wieder sehr schön sieht wie Tiere selektieren können. ;) Auch Meerschweinchen haben in der Natur rund um die Uhr ein vielfältiges Nahrungangebot (wie die Kaninchen), daher ist auch für die die rationierte Fütterung nicht so gesund wie eine Ad libitum Ernährung, allerdings sind Meerschweinchen gesundheitlich wesentlich robuster und "falsche" Ernährung hat nicht so große Folgen wie bei Kaninchen.
Soll ich dir verraten wo Meerschwienchen ihre Futterschwerpunkte liegen haben oder willst du es lieber selber beobachten wenn du umstellst?
Am besten machst du ein Thema dazu bei den Meerschweinchen hier auf dem Planeten auf. ;)
Irgendwo gibt es auch einen Link: Was darf (kann) man alles von der Wiese verfüttern mit Fotos. (Ich kann es leider nicht verlinken).
https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/was-kann-ich-alles-von-der-wiese-verfuttern-t2137.html" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von chien » Sa 19. Dez 2009, 22:26

Den Link meintest du Grashüpfer :hot: : https://www.tierpla.net/ernahrung-kaninchen/was-kann-ich-alles-von-der-wiese-verfuttern-t2137.html" onclick="window.open(this.href);return false;

EDIT: saloiv :ey:

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Kaktus » Sa 19. Dez 2009, 22:31

Lara hat geschrieben:Kann es nicht passieren, dass sich die Kaninchen überfressen?
Von Grünfutter kann kein Kaninchen übergewichtig werden, weil dieses faserig und sehr karg ist, kaum Kalorien in Form von Fett und Kohlenhydraten enthält. Es ist völlig egal, ob ein Kaninchen also Heu oder aber eben Wiese, Küchenkräuter und anderes Grünfutter dauerhaft zur Verfügung hat. Wenn dein Nini von Heu nicht dick wurde, wird es von Kraut & Co. ebenfalls nicht werden ;)

Wenn die Tiere abwechslungsreich ad libitum ernährt werden, kann man zudem auch Gemüse aller Art - also auch gehaltvollere wie Wurzelgemüse - und Obst in großen Mengen anbieten, weil Kaninchen sich damit nicht überfressen werden - sie wählen in aller erster Linie immer das karge, grüne Futter, wenn es denn vorhanden ist, alles andere ist für sie nur Zusatz, wie in der Natur eben.

Wie oben paar Mal bereits gesagt: es kann sein, dass anfangs das Gewicht steigt, weil sich die Tiere erst einmal daran gewöhnen müssen, dass das Essen ab nun IMMER da ist und nicht plötzlich leer geht ;) Dann beginnen die Ninis sich nach und nach das Futter einzuteilen und nur zu essen, wenn sie Hunger haben, und nicht aus Angst, Freude, Heisshunger, Kompensation, Voressen für schlechte Zeiten etc. :D

Edit: ich ernähre übrigens meine Chinchillas, Steppenlemminge und z.T. auch Rennmäuse ad libitum ... klappt wunderbar.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 19. Dez 2009, 22:36

Wie gut, dass sich meine Omi mit Kräutern auskennt, deshalb habe ich schon letzten Sommer immer fleißig die von euch aufgelisteten Wildkräuter gesammelt und verfüttert. :D Insofern kennen das meine Nins und Schweine schon und ich will sie auf jeden Fall wieder ganz viel damit ernähren, wenn die Zeit gekommen ist. Äste bestell ich sowieso immer im Internet, die sind immer da.

@saloiv: Das mit den Meeris klingt ja interessant. Nix verraten, will selber beobachten. :lieb:

Ich beobachte aber auch jetzt schon, dass meine Kaninchen nicht pausenlos das FriFu fressen, wenn Fütterungszeit ist. Sie machen auch viele Pausen dazwischen, hoppeln, fressen was anderes, liegen, fressen. Ich bin guter Dinge, dass das mit der Umstellung klappt.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Grashüpfer » Sa 19. Dez 2009, 22:42

Lara hat geschrieben: Ich beobachte aber auch jetzt schon, dass meine Kaninchen nicht pausenlos das Frischfutter fressen, wenn Fütterungszeit ist. Sie machen auch viele Pausen dazwischen, hoppeln, fressen was anderes, liegen, fressen. Ich bin guter Dinge, dass das mit der Umstellung klappt.
:top: So sollte das auch sein. Super.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von ClaudiaL » So 20. Dez 2009, 01:03

Huhu Lara,

ich habe dasselbe Problem wie Du. Ich hab auch ein Zahnninchen hier. Klausi war unterernährt und zusätzlich sehr oft krank. Ich finde es toll, dass Du die Ernährung auf ad lib umstellen willst und kann es Dir auch nur emfehlen, gerade bei einem Zahnninchen. Die Umstellung bei uns ging ohne Probleme. Auch alle neu angefütterten Sachen wurden sehr gut vertragen. Klausi hat auch während dieser Zeit nicht abgenommen. Im Gegenteil, schon bei der Umstellung auf die ad lib Ernährung ging die Waage stetig nach oben. Er hat zu dem Zeitpunkt nur noch 1180 g gewogen. Jetzt wiegt er stolze 1430 g und ist normalgewichtig. Seit der Umstellung haben wir viel weniger mit Krankheiten zu kämpfen und er ist viel fitter geworden, eben ein normales Kaninchen :D

Wegen der Zähne musst Du mal schauen denke ich. Bei Klausi sind die Schneidezähne betroffen. Die Fehlstellung ist so extrem, dass es sich bei uns durch die Ernährung nicht korrigieren wird aber vielleicht hast Du ja Glück. Ich drücke die Daumen.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von halloich » So 20. Dez 2009, 07:13

Lara hat geschrieben:@saloiv: Das mit den Meeris klingt ja interessant. Nix verraten, will selber beobachten. :lieb:
Danach hätte ich gerne deine Beobachtungen, als seperates Thema, bei den Meerschweinchen :lieb:
Das würde mich dann auch sehr interessieren.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Gast Luder » So 20. Dez 2009, 11:57

Lilly hat geschrieben:schon bei der Umstellung auf die ad lib Ernährung ging die Waage stetig nach oben. Er hat zu dem Zeitpunkt nur noch 1180 g gewogen. Jetzt wiegt er stolze 1430 g und ist normalgewichtig. Seit der Umstellung haben wir viel weniger mit Krankheiten zu kämpfen und er ist viel fitter geworden, eben ein normales Kaninchen :D
Wenn das mehr Leute lesen und machen würden, würde so vielen Kaninchen das Leben erleichtert werden.

Ich bin überzeugt dann in div. Foren viel weniger von Bauchgeschichten, Zahnproblemen, Verstopfungen und Durchfall zu lesen
Das Problem vieler Hunde ist die konsequente Inkonsequenz ihrer Halter.
Oliver Jobes, (*1966)

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von ClaudiaL » So 20. Dez 2009, 17:20

Luder hat geschrieben:Ich bin überzeugt dann in div. Foren viel weniger von Bauchgeschichten, Zahnproblemen, Verstopfungen und Durchfall zu lesen
Das denke ich auch aber wahrscheinlich bringt es auch nichts einen Beitrag in den Foren aufzumachen und zu versuchen aufzuklären. Noch dazu scheuen einige halt auch das Geld oder können es sich nicht leisten. Ich muss sagen, dass unsere Fütterung jetzt schon teurer geworden ist als zu rationierter Zeit, da die Vielfalt ja viel größer ist und ich muss mehr einkaufen. Das ist so der Nachteil aber ich denke, das spielt sich auch noch ein.Oft hab ich aber auch das Glück, dass ich auf dem Markt mal was umsonst ergattern kann, gerade Möhrengrün oder Blättriges.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Gast Luder » So 20. Dez 2009, 17:25

Nein das bringt gar nichts. Weil dann auch die altbekannten Argumente der Magenüberladung, Gewichtszunahme, Durchfall etc. etc. kommen :roll:

Vor allem halten die Leute oft soviele Tiere, das sie sie anders gar nicht ernähren KÖNNEN als rationiert. Eben weil es zu teuer wird.

Momentan halte ich mich aus solchen Diskussionen eh raus. Es zerrt nur Unnütz an den Nerven und bringt gar nichts ausser Frust und Mitleid mit den Tieren ;)
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » So 20. Dez 2009, 17:35

Ob es wirklich teurer ist, das kann ich nicht sagen... Ich zahle zwar mehr für die Fütterung, wenn ich ad libitum füttere, aber dafür fallen einige Tierarztkosten weg... ;) Und wie teuer die wären, ist schwer zu sagen...
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von ClaudiaL » So 20. Dez 2009, 18:31

das stimmt, so rum hatte ich es nicht gesehen. Wenn ich Klausis Tierarztkosten zusammenzähle und ich hab ihn erst seit Juni 2008, dann kann ich noch Tonnen Futter kaufen.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 26. Dez 2009, 13:53

Lara, hast du schon mit der Umstellung begonnen? Wie geht es voran, hast du noch Fragen oder Probleme mit der Umstellung? :D
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Lara » Sa 26. Dez 2009, 18:08

Huhu,

ja, ich habe schon am Montag mit der Umstellung begonnen. Ich habe mir einen kleinen Plan gemacht, der vorsieht, dass die Umstellung so 6 Wochen dauert. Ist das realistisch?
Ich habe jetzt auch schon Wirsing und Radicchio angefüttert.

Meine ersten Beobachtungen:
1. Kohl und Kräuter werden am liebsten und zuerst gefuttert.
2. Der Kot hat sich von Heukötteln zu Kräuterkötteln verändert.
3. Weiß nicht, obs an der neuen Ernährung liegt oder am neuen Gehege, jedenfalls sind meine Nins super entspannt. :D

Fragen hab ich erstmal nicht, was aber hilfreich und eine zusätzliche Motivation war: Der Erfahrungsbericht zur Umstellung auf deiner Seite, Viola. :lieb:

Liebe Grüße
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 26. Dez 2009, 18:26

Hallo Lara,

sechs Wochen sind auf jeden Fall realistisch. Es kommt ein wenig auf die Tiere an, aber sechs Wochen sind eine gute Zeit zum umstellen.
Ich habe jetzt auch schon Wirsing und Radicchio angefüttert.
Und mundet es? Wirsing ist bei meinen zur Zeit irgendiwe der Renner. :D
Meine ersten Beobachtungen:
1. Kohl und Kräuter werden am liebsten und zuerst gefuttert.
2. Der Kot hat sich von Heukötteln zu Kräuterkötteln verändert.
3. Weiß nicht, obs an der neuen Ernährung liegt oder am neuen Gehege, jedenfalls sind meine Nins super entspannt.
Gut beobachtet! :top: Das hört sich alles sehr gut an!
Fragen hab ich erstmal nicht, was aber hilfreich und eine zusätzliche Motivation war: Der Erfahrungsbericht zur Umstellung auf deiner Seite, Viola.
Den hat Lilly geschrieben, ich dachte mir auch, dass er Leuten die umstellen möchten, sicherlich weiter hilft. Und anscheinend wird er auch gelesen. :D
Wenn du möchtest, kannst du auch einen Erfahrungsbericht schreiben, wenn du mit der Umstellung fertig bist. Jede Umstellung ist ja immer individuell und jeder beobachtet andere Dinge, so dass wohl jeder Erfahrungsbericht für Leute die auch umstellen möchten, ein Gewinn ist.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von Murx Pickwick » Sa 26. Dez 2009, 19:24

Bei der Gelegenheit - könntet ihr nicht hier im Forum oben bei den wichtigen Themen so ne Erfahrungsberichtssammlung noch aufmachen und anpinnen?

Das wäre meiner Meinung nach viel wichtiger, wie dieser Bilderthread ... zumal ja die Wirkungen auf die Tiere anhand der Fotos gar nicht gesehen werden können.
Außerdem verlink ich sowas gern :D

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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von saloiv » Sa 26. Dez 2009, 19:34

Das ist eine gute Idee! :D Ich überlege bis morgen mal, wie man das am besten umsetzt.
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Re: Fütterungsart-Wechsel?

Beitrag von ClaudiaL » Sa 26. Dez 2009, 20:10

Lara hat geschrieben: Fragen hab ich erstmal nicht, was aber hilfreich und eine zusätzliche Motivation war: Der Erfahrungsbericht zur Umstellung auf deiner Seite, Viola. :lieb:
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