Futter ohne Deklaration

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Futter ohne Deklaration

Beitrag von saloiv » So 22. Nov 2009, 18:50

Die besseren Futtermittelhersteller befinden sich etwas zwischen zwei Fronten. Sie wollen gesundes Futter herstellen und verzichten daher auf Extrudate und Pellets, dadurch können sie aber wiederum nicht die Zusammensetzung bekannt geben, denn dann könnte es jeder selber mixen.

Ich selber lehnte undeklariertes Futter trotzdem ab, denn ich möchte wissen was ich verfüttere. Wie seht ihr das?
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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Nov 2009, 01:56

Es darf kein Futter ohne Deklaration verkauft werden, so sagen es die jeweiligen Futtermittelverordnungen. Weiterhin ist von der deutschen Futtermittelverordnung vorgeschrieben, daß es für Heimtiere eine halboffene Deklaration sein muß, bedeutet, daß die Zutaten für den Heimtierbereich nach Menge geordnet sein müssen, die Zutaten, welche besonders viel im Futter sind, muß also entsprechend als erstes gelistet sein, was wenig drin ist, als letztes. Was unter 4% enthalten ist, muß nicht mehr geordnet werden.

Für Nutztiere muß die Deklaration offen sein, das bedeutet, es muß angegeben sein, wieviel Prozent von was enthalten ist. Unter 4% braucht nicht mehr prozentual angegeben werden. Das Gemeine an der Sache, diese Prozentzahlen dürfen um 30% von der tatsächlich enthaltenen Menge abweichen! Allerdings hat der Futtermittelhersteller korrekt Auskunft zu geben, wenn man nach dem Inhalt der fraglichen Charge fragt - die Antwort muß dann stimmen.

Weiterhin listen die jeweiligen Futtermittelverordnungen bestimmte Obergruppen und was bei Listung dieser Obergruppe alles enthalten sein darf. So darf beispielsweise unter der Obergruppe "Fette und Öle" alles enthalten sein, vom Frittierfett bis Chiaöl. Es ist allerdings auch erlaubt, genau anzugeben, ob man Chiaöl oder Frittieröl ins Futter geschmissen hat.

Bei einigen Obergruppen muß man wissen, nach welcher Futtermittelverordnung das Futter verpackt wurde, beispielsweise darf in der Obergruppe "tierische Nebenerzeugnisse" nach der französischen Futtermittelverordnung alles drin sein, einschließlich Rinderharn und Hühnerfedern, nach der deutschen Futtermittelverordnung sind in dieser Obergruppe Federn, Hühnerdreck und Harn nicht erlaubt. Weiterhin ist es für Nutztiere verboten, Tiermehle und Knochenmehle zu verwenden, anders wiederum für den Heimtierbereich, da darf selbstverständlich auch Tiermehl im Zwergkaninchenfutter drin sein - entweder unter der Obergruppe "tierische Nebenerzeugnisse", oder unter der Obergruppe Tiermehl.

Es ist ebenfalls geregelt, wie entsprechende Mengenangaben anzugeben sind, so bedeutet beispielsweise:
60% Hühnerfleisch, das auch tatsächlich mind. 60% Hühnerfleisch im Futter enthalten sind, jedoch "tierische Nebenprodukte (60% Hühnerfleisch)", daß lediglich 60% der tierischen Nebenprodukte Hühnerfleisch sein muß.

Wer tatsächlich sich sicher ist, daß er ein hochqualitatives Futter anbietet, hat übrigens auf freiwilliger Basis eine offene Deklaration und benutzt keine Obergruppen, sondern die genaue Bezeichnung, was drin ist. Alles andere sind Ausreden, um zu kaschieren, daß eben doch minderwertige Zutaten verwendet wurden, um entweder die Verkaufsmarge zu erhöhen oder aber um den Preis des Futters zu drücken, damit es konkurrenzfähig wird. Es gibt sicherlich ein paar Ausnahmen, denen ich mit dieser Behauptung unrecht tu - nur ganz ehrlich, dann sollen die doch bitte genau wie andere seriöse Unternehmen auch eine offene Deklaration ohne Obergruppen benutzen.
Wer bereit ist, selbst ein Futter zusammenzumixen, wird das eh tun, denn es ist so verdammt leicht, Tierfutter selbst zu sammeln oder selbst beim Schlachter abzuholen ...

Insofern sitzt kein einziger Futtermittelhersteller zwischen den Fronten! Es ist vielmehr so, daß jede Menge Futtermittelhersteller vorgaukeln, daß sie ein besseres Futter anbieten, es in Wirklichkeit jedoch nicht mal im Ansatz tun!

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Nightmoon » Mo 23. Nov 2009, 07:03

saloiv hat geschrieben:Ich selber lehnte undeklariertes Futter trotzdem ab, denn ich möchte wissen was ich verfüttere. Wie seht ihr das?
Wenn ich das Gefühl hätte, dass nicht alles ordentlich aufgezählt wurde, dann würde ich es nicht verfüttern.
Ich möchte wissen,was ich meinen Tieren gebe!
Außerdem reicht auch oft ein Blick auf das Futter selber und man sieht, ob da tatsächlich Fleisch drin ist oder alles nur durchgedrehter undefinierbarer Pamps - dann wäre ich auch schon skeptisch.

Im Moment gehts mir mit Tessas Nassfutter (beinahe) so. Ich überlege, ob ich sie noch einmal auf ein anderes Produkt umstelle, aber das Risiko mit Tessa "herumzuexperementieren" ist schon sehr hoch. Sie ist halt sehr empfindlich in ihrem Zustand. :grübel:
Ich muss darüber noch einmal mit dem Tierarzt sprechen, obwohl er der Meinung ist, dass Tessa im Moment eine optimale Versorgung hat und er würde alles so beibehalten, wie ich es mit ihr handhabe.
:grübel: Ich überlege noch...
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Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Nov 2009, 10:45

Gib mir die Deklaration und ich zeige dir, daß dein Gefühl bei deinem Hundefutter trügt und es eben nicht alles ordentlich aufgezählt wurde, sondern daß mit hoher Wahrscheinlichkeit minderwertige Zutaten in Obergruppen versteckt wurden ...
Ist es zudem auch noch ein Hundefutter, welches dir dein TA empfohlen hat, werden sich mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit Skandale finden lassen, wo ebendieses Hundefutter nachgewiesenermaßen viel Hunde ins Grab gebracht hat.

Weiterhin ist es ein Trugschluß zu glauben, daß man einen Fleischersatz aus Soja und Co oder zusammengepreßtes und zu "Fleischbrocken" designtes Bindegewebe tatsächlich von gekochtem Fleisch unterscheiden könnte. Mit bloßem Auge geht das nämlich nicht, dazu braucht man wenigstens ein Mikroskop oder gar ne ganze Laborausrüstung ...

Hundefutter ist teilweise giftiger für Hunde, wie manche giftige Zimmerpflanze, es sterben weltweit deutlich mehr Hunde an Hundefutter wie an irgendwelchen Mangelerscheinungen durch Resteernährung. Die meisten chronischen Krankheiten, die man beim Hund findet, ist durch das einseitige Verfüttern nur weniger oder nur einer Hundefuttersorte entstanden. Das fängt dann schon beim Züchter an, der ja schon seine Zuchthunde mit Hundefutter füttert und hört halt in den Privathaushalten auf, wo die vom TA empfohlenen Hundefuttermittel oder Premiumhundefuttermittel global agierender Firmen gefüttert werden.

Wir werden hier einfach von gewissen Firmen von vorne bis hinten verschaukelt und vergackeiert!

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von saloiv » Mo 23. Nov 2009, 13:37

Die Deklarationspflicht gilt aber nur für Nutztiere, Hunde und Katzen, soweit ich das noch im Kopf habe, alle anderen Heim-Tiere haben keine Deklarationspflicht. Ich muss das nochmal genau in der Futtermittelverordnung nachlesen, nur ist die so grausig undurchsichtig... Ich habe mich da schonmal durchgequält. :D
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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Nov 2009, 15:28

Die Deklarationspflicht gilt für jegliches Tierfutter, nicht nur für Nutztier, Hund und Katz. Sie ist nur strenger für Nutztiere, welche der menschlichen Ernährung dienen. Pelztiere, Heimtiere und Futtertiere dürfen also weitaus fraglichere Komponenten ins Futter gemixt bekommen, wie eßbare Nutztiere.
Du wirst deshalb nirgendwo auch nur ein Fischfutter finden, wo nicht auch ne Deklaration irgendwo auf der Packung zu finden ist ... die große Konkurrenz wacht über solches ziemlich eifersüchtig und verklagt Jeden, welcher ohne Deklaration Tierfutter verkaufen will.

Aufschluß gibt hier beispielsweise schon die erste Seite der [url=http://www.ages.at/uploads/media/VO__EG__767-2009.pdf]VERORDNUNG (EG) Nr. 767/2009 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES[/url] unter (4). Ab 2010 wird diese Verordnung die meisten europäischen Futtermittelverordnungen einschließlich der Deutschen ablösen. Sie wird klarer strukturiert sein, jedoch mehr Lücken offenlassen, wo man noch überall als Futtermittelhersteller mogeln kann.

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von saloiv » Mo 23. Nov 2009, 15:42

Wie sieht es beispielsweise mit Rodenti aus? Sie verkaufen ihr Futter ohne Deklaration und auch auf Anfrage bekommt man sie nicht ausgehändigt. Auf der Packung steht sie auch nicht.
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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Gast58 » Mo 23. Nov 2009, 16:55

Die Rodipet Futtermischung ZooDi für Hamster hat auch keine Deklaration, auch auf Anfragen deswegen kommen keine Antworten...

Mein Hund wird Gebarft, mein Hamsterfutter stelle ich selber zusammen

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von saloiv » Mo 23. Nov 2009, 17:20

Ich habe es auch mit einer Anfrage bei Rodenti versucht und bisher keine Inahlte bekommen sondern nur die Aussage, dass sie keine Inhaltsangabe machen.
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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Nov 2009, 17:50

Danke für den Tipp ... werd mich dahinterklemmen.

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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von Nightmoon » Mo 23. Nov 2009, 18:06

Murx Pickwick hat geschrieben:Gib mir die Deklaration und ich zeige dir, daß dein Gefühl bei deinem Hundefutter trügt und es eben nicht alles ordentlich aufgezählt wurde, sondern daß mit hoher Wahrscheinlichkeit minderwertige Zutaten in Obergruppen versteckt wurden ...
Ist es zudem auch noch ein Hundefutter, welches dir dein Tierarzt empfohlen hat, werden sich mit sehr, sehr hoher Wahrscheinlichkeit Skandale finden lassen, wo ebendieses Hundefutter nachgewiesenermaßen viel Hunde ins Grab gebracht hat.

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Hundefutter ist teilweise giftiger für Hunde, wie manche giftige Zimmerpflanze, es sterben weltweit deutlich mehr Hunde an Hundefutter wie an irgendwelchen Mangelerscheinungen durch Resteernährung. Die meisten chronischen Krankheiten, die man beim Hund findet, ist durch das einseitige Verfüttern nur weniger oder nur einer Hundefuttersorte entstanden. Das fängt dann schon beim Züchter an, der ja schon seine Zuchthunde mit Hundefutter füttert und hört halt in den Privathaushalten auf, wo die vom Tierarzt empfohlenen Hundefuttermittel oder Premiumhundefuttermittel global agierender Firmen gefüttert werden.

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Das das so ist, das wissen wir ja alle. ;) Du würdest Dich vielleicht wundern, wenn Du wüsstest, was sich so alles in menschlicher Nahrung befindet. Vieles würdest Du nicht mal mehr angucken wollen. ;) ....wahrscheinlich weißt Du es ja auch. :jaja:

Ganz so schlecht, wie Du allgemein Hundefutter beschreibst ist es nicht - zumindest nicht jede Sorte/von jeder Firma.
Mag sein, dass es besseres Futter für meine Hundemaus gibt, als das ReaL NaTure, aber ich bin Happy, dass sie zur Zeit einfach superfit ist!
Glaub mir, wenn Du einen Hund hast, der fast nichts mehr fressen konnte, außer das Early Cardiac von RC Vet, dann wärst Du auch zufrieden, wenn er plötzlich doch noch etwas Anderes futtern kann, wo auch noch wesentlich mehr Abwechslung vorhanden ist, als immer nur das eine Trockenfutter. Ihre Blutwerte haben sich derart verbessert, seit sie das RN aus dem Fressnapf bekommt, dass es mir echt schon beinahe egal ist, was da alles drin ist. Hauptsache meiner Tessa geht es gut!
Das Beinahe deshalb, weil ich eben auch nicht 100%ig konform damit gehe. Es gibt einfach zu wenig Infos über das Hundehappi und was da alles wirklich drin ist, denn so eins zwei Sorten von der Angebotspalette sind dabei, die sie auch nicht ganz verträgt - zumindest habe ich den Eindruck. Das Herauszufinden bin ich gerade dabei. Also ob es an zwei Sorten liegt oder von Tessas Tagesform abhängt. Bei den prozentualen Angaben komme ich im Schnitt so auf 70 bis 80 % und der Rest des Inhaltes bleibt Duster. :hm:
Selbst wenn ich auf die Seite von dem [url=http://www.realnature-tiernahrung.de/nassnahrung.html]ReaL NaTure[/url] gehe, bleiben jede Menge Fragen offen.
Nur das Futter von Grau zum Beispiel, Animonda, Terra Canis u.e.a. rührt Tessa nicht an. :grübel:
Barfen geht nicht, weil sie Rohfutter nicht verträgt. :hm: Was soll ich sonst machen - irgend etwas muss sie doch fressen können. Ich kann sie ja nicht nur von Roten Paprikaschoten, Karotten und körnigem Frischkäse ernähren. :(

Wie schon gesagt, ich würde nicht jedes Hundefutter verurteilen oder als extrem schlecht darstellen. Dann müssten uns ja unsere Hunde reihenweise wegsterben. :shock:
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Re: Futter ohne Deklaration

Beitrag von saloiv » Mo 23. Nov 2009, 19:27

Zum Thema "unerwähnte Futterzusätze" hatten wir ja schon beispielweise dieses Thema: https://www.tierpla.net/allgemein/kunstliches-hungergefuhl-durch-fertigfutter-t4142.html" onclick="window.open(this.href);return false; :jaja:
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