Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

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Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » Fr 12. Okt 2012, 22:18

Es wird ja immer normaler, einem völlig gesunden Tier vorsorglich Organe weg zu schneiden, damit es an diesen Organen nicht mehr krank werden kann. Soweit ist das logisch, denn was man nicht hat, kann auch nicht krank werden.
Aber ist das nicht etwas veraltet? Wer würde denn so etwas beim Menschen tun? Welcher Arzt empfiehlt vorsorglich die Gebärmutter zu entfernen oder andere Organe? Wenn man darüber ehrlich urteilt, ist es die Holzhammer-Methode. Normalerweise werden nur erkrankte Organe entfernt (und auch nur wenn unbedingt nötig).

Oft wird mit der Statistik argumentiert. Statistik ist das Risiko für ein Kaninchen größer, an einer Gebärmuttererkrankung zu sterben als an der Kastration. Ist das so? Wo sind diese Statistiken? Das konnte mir noch niemand sagen.
Und wenn es so sein sollte:
Was hat das Kaninchen davon, dass nur ein Jahr alt wurde und dann an der Kastration starb. Vielleicht hätte es nie eine Gebärmuttererkrankung bekommen und falls doch, vielleicht erst mit 5 oder 8 Jahren und hätte also noch 4 oder 7 Jahre länger leben dürfen als mit der Kastration.

Und wie sieht es mit unserem TschG aus, das dabei umgangen wird?
§ 6 TschG "Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres."

Was würden wir sagen, wenn jemand seinem Hund den Schwanz abschneidet mit der Begründung, dass er ihn sich dann nicht mehr verletzen kann?

Ich habe im Web einen Text zum gleichen Thema (allerdings bei uns Menschen) gefunden, der (auch wenn er in Teilen fragwürdig und extrem ist) in vielen Teilen zum Nachdenken über das Thema anregt...
Als auch die Eierstöcke auf Grund wissenschaftlicher Fortschritte aus der (Operations-)Mode kamen, griff man wieder vermehrt auf die Gebärmütter zurück. Bis in unsere angeblich aufgeklärte moderne Zeit währte dieser peinliche Kreuzzug. Begründet wurde er vor allem im Rahmen einer schrecklich unseriösen „Krebsprophylaxe“. Zumeist im Rahmen dieser sogenannten Krebsvorsorge wurde ein kleines Myom diagnostiziert, von dem auch niemand behauptete, daß es einer Operation bedürfe. Aber irgendwann floss dann doch die Bemerkung ins „ärztliche“ Gespräch ein, dass die Patientin, wenn sie keine Kinder mehr wolle, doch einmal darüber nachdenken solle, ob man die Gebärmutter nicht besser entferne, damit nichts entarten könne. War Krebsangst erst ins Spiel gebracht, bekamen die so „argumentierenden“ Mediziner, meist die Gebärmutter. Dass es sich dabei überhäufig um medizinisch ungerechtfertigte Operationen handelte, zeigt allein schon die Tatsache, dass wir heute, wo auf diese Art von Ein- beziehungsweise Übergriff weitgehend verzichtet wird, so weitgehend ohne diese Operationen auskommen.

Nun könnte man denken und hoffen, dass nachdem auch dieser Alptraum überstanden war, heute solche und ähnliche Dinge der Vergangenheit angehören, aber leider weit gefehlt. Als nächstes Organ im Rahmen dieser Art von „Prophylaxe“ zeichnen sich die weiblichen Brüste ab. In den USA wurden schon Tausende von Frauen - selbstverständlich auf deren Wunsch - ihrer gesunden Brüste entledigt, um Brustkrebs „vorzubeugen“. Auch wenn es in Deutschland erst einige Hundert sind, ist zu befürchten, dass wir hierzulande wie schon so oft in der Vergangenheit den US-amerikanischen Trends nacheifern werden.

Natürlich hat die Gynäkologie wiederum „gute Argumente“ für ihre Eingriffe, doch die hatte sie - auf ihre ganz eigene Art - auch in der Vergangenheit immer. Wenn Frauen aus Angst vor Brustkrebs einen entsprechenden Gentest machen lassen, der positiv ausfällt, ist guter Rat teuer. Jetzt wäre Vorbeugung notwendig, allein die Gynäkologie wie auch die übrige Schulmedizin hat diesbezüglich nichts zu bieten. In dieser Not lassen sich Mediziner zunehmend zu dem Ratschlag hinreißen, die gesunden Brüste lieber zu amputieren als sie der Krebsgefahr auszusetzen. Solche Argumente, die vor einigen Jahren auch bei uns noch als wahnsinnig eingestuft worden wären, werden mit Statistiken untermauert. Dass man mit Statistiken grundsätzlich nichts beweisen kann, da sie auf einem prinzipiell nicht kausalen Denksystem beruhen, das lediglich Zusammenhänge korreliert, ficht Schulmediziner im Argumentationsnotstand in der Regel wenig an.

Für die Zukunft der Medizin zeichnet sich unter solchen Umständen Schreckliches ab. Denn wir werden ja zunehmend mehr genetisches Wissen erwerben und dann wohl noch bei vielen Krebsarten und anderen Krankheitsbildern eine genetische Mitbeteiligung finden. Sollen wir dann etwa alle in Frage kommenden Organe „prophylaktisch“ wegschneiden, um dem Krebs keine Chance zu geben. Zum Schluss bleibt dann nur noch das Gehirn in Nährlösung übrig, das wahrscheinlich unter furchtbarer Angst vor Gehirntumoren leidet. Alles andere musste der Krebsangst beziehungsweise der abenteuerlichen schulmedizinischen Vorstellung von Prophylaxe geopfert werden.

Nun braucht man vor solchen Horrorszenarien nicht wirklich Angst zu haben, denn die Geschichte zeigt uns, dass so locker nur mit Organen umgegangen wird, die ausschließlich bei Frauen vorkommen. Organen, die auch Männer haben, begegnet die Schulmedizin sehr viel zurückhaltender. Auch das aber ist schrecklich und bedarf eines radikalen Umdenkprozesses. Es handelt sich hier um eine Zweiklassenmedizin der ganz anderen Art, die viel zu wenig ins Bewusstsein der Menschen dringt: Frauen werden grundsätzlich anders und zwar eindeutig offensiver und gewagter behandelt als Männer. Ein anderes aktuelles Beispiel wäre die Hormontherapie in der Lebensmitte. Auch hier mutet man Frauen etwas zu, was bei Männern schnell wieder zurückgenommen wurde. Die Gründe (erhöhtes Krebsrisiko), die bei Männern zur Einstellung der Versuche führten, existieren bei Frauen genauso, nur hatten sie jahrelang keine Konsequenzen. Das Messen mit zweierlei Maß ist in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen inzwischen so verpönt, dass es wohl an der Zeit wäre, auch in der Medizin neue Wege zu beschreiten.
Quelle: https://dahlke.at/veroeffentlichungen/artikel/kolumne/diewundendesweiblichen.php" onclick="window.open(this.href);return false;, Hervorhebungen durch mich.
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Re: Kastrationen beim Weibchen:

Beitrag von lapin » Fr 12. Okt 2012, 22:21

Ich denke, bei den Tieren macht man es meist...da viele Diagnose Geräte kein klares Bild zeigen, selbst nicht, wenn das Organ erkrankt ist...somit endet es im Rätselraten und einer 50:50 Chance...
wie also entscheiden?!

Ich find das Thema auch immer wieder schwierig...eine Lösung hab ich auch nicht..und Angst vor beidem..also Kastra Tod oder Gebärmutterkrebs Tod... hab ich auch :?
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » Fr 12. Okt 2012, 22:23

Das heißt, wir bräuchten besser ausgebildete Ärzte (in manchen Gebieten) und speziellere Geräte?
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von lapin » Fr 12. Okt 2012, 22:23

Das wäre die EIGENTLICHE Lösung, ja...so seh ich das!
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » Fr 12. Okt 2012, 22:42

Sind Fachtierärzte für Reproduktionsmedizin mit Gynäkologie vertraut oder wird das ausgespart? Zumindest kennen sie sich in diesem Bereich (Organe usw.) besser als als andere Tierärzte.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » Sa 13. Okt 2012, 13:45

mmhh ja, die Krankheitsvorsorge ist ein Grund für die Kastra, der vielleicht fragwürdig ist aber irgendwie "gut gemeint" weil man eigentlich versucht durch die Op dem Tier später Leid und Schmerzen zu ersparen.
In wie weit das nun gut oder schlecht ist muss jeder mit sich und seinem Gewissen vereinbaren..
Meist kommen auch noch andere Gründe dazu bei der Entscheidung so´n Kaninchenmädel kastrieren zu lassen zB würd ich bei Freilandhaltung in Nähe anderer Kaninchen (ob Wildere oder die vom Halter in der Nachbarschaft) wohl auch dazu tendieren..

Allerdings betrifft das Thema nicht nur Kaninchen.
Wir haben zB unserer Wohnungsmietz auch "vorsorglich gesunde Organe wegschneiden lassen" obwohl die "Gefahr" der sinnlosen Vermehrung nicht besteht, da Miss Mietz die Wohnung nicht verlässt und der Kater eh kastriert ist - also eigentlich könnte man sagen, das war ein überflüssiger übervorsorglicher Eingriff aber ich seh das nicht so. Abgesehen von eventuellen Erkrankungen in dem relevanten anatomischen Bereich kann eine Katze mehrmals im Jahr rollig werden und auch Dauerrolligkeiten sollen bei Wohnungshaltung häufiger vorkommen, was bestimmt nicht angenehm für die Katze ist. Wer das mal erlebt hat, weiss bestimmt was ich meine . .

Bei anderen Tierarten, die ein noch höheres OP-Risiko oder eh schon eine recht kurze Lebenserwartung haben bin ich der Ansicht, dass man nicht alles kastrieren muss. Ich mein wenn man zB Farbmäuse, Lemminge ect halten möchte aber keine Kids, kann man auch Mädelsgruppen pflegen und muss nicht so´n Winzling kastrieren lassen

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Balino » Sa 13. Okt 2012, 13:59

Ich habs nur machen lassen, weil in manchen Fällen ein Zusammenleben in der Gruppe sonst nicht möglich gewesen wäre.
Meine Weiber waren z.T sehr agressiv anderen gegenüber und nach der Kastra wars viel besser.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » Sa 13. Okt 2012, 14:42

mmh das wäre jetzt für mich nicht unbedingt ´n Grund so´ne Op durchführen zu lassen.. ein Grund der eventuell bei der Entscheidung ob oder ob nicht eine Rolle spielt aber als einziger Grund ?! Nee, eher nicht...mir wäre zu ungewiss, ob und inweit sich das Verhalten der Mädels nach der Kastra wirklich ändert).
Beim gesundh.Vorsorgegedanken, bei Scheinträchtigkeiten ect kann ich die Entscheidung für die Kastra nachvollziehen, das mit der weibl.Wesensveränderung durch´ne Op von aggro zu gruppentauglich seh ich eher skeptisch

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » Sa 13. Okt 2012, 16:43

Ja, natürlich gibt es Gründe die auf jeden Fall für eine Kastration sprechen (Freilaufkaninchen mit Kaninchenkontakt - Empfändnisverhütung, Kaninchen mit Erkrankungen der Organe oder starken Verdacht auf eine solche usw. ich denke das ist unbestritten). Mir geht es jetzt eher um die prophylaktische Kastration, viele Organisationen empfehlen ja, grundsätzlich jede Häsin zu kastrieren. Gegenüber von Katzen ist auch das Narkoserisiko deutlich erhöht.
Eine Kastration wegen dem Verhalten käme für mich wohl auch nur in Extremfällen in Frage.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » Sa 13. Okt 2012, 23:18

saloiv hat geschrieben: Mir geht es jetzt eher um die prophylaktische Kastration, viele Organisationen empfehlen ja, grundsätzlich jede Häsin zu kastrieren.
hm, ich denke den Orgas gehts dabei nicht in erster Linie um die Gesundheitsvorsorge sondern um das Eingrenzen der Sinnlosvermehrung
saloiv hat geschrieben:Gegenüber von Katzen ist auch das Narkoserisiko deutlich erhöht.
Selbst wenn bleibt so´n Eingriff mit einem gewissen Risiko verbunden und deine Gedanken bezüglich des TiSchuG wären bei Kaninchen genauso relevant wie bei Katzen, ebenfalls der Vorsorgegedanke denn ob´s um Frau Katze oder Frau Kaninchen geht, Tumore, Gebärmutterentzündungen, Eierstockzysten, Scheinträchtigkeiten gibts doch bei beiden Arten

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » Sa 13. Okt 2012, 23:35

Nein, diesen Organisationen geht es rein um die Vorbeugung von Gebärmuttererkrankungen, da sie gar nicht ins Freiland vermitteln und alle Rammler sowieso kastriert werden.
z.B. https://info.kaninchenschutz.de/Weibchenkastration.pdf" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Balino » Sa 13. Okt 2012, 23:41

Na aber kastrieren ist insofern schon sinnvoll, weil Kaninchen in der Natur ausgesprochen vermehrungsfreudige Tiere sind, aber in der Heimtierhaltung dürfen sie das nicht ausleben.
Also machts doch Sinn, die Kaninchen zu kastrieren. Rammler lässt man ja auch kastrieren, damit sie nicht mehr rammeln und dann bei Häsinnen, damit sie keine Nester mehr bauen?
Die müssten doch theoretisch unter Stress stehen, wenn sie ihre Natur nicht ausleben können.

Wegen dem Risiko von Erkrankungen kenn ich mich nicht aus.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » So 14. Okt 2012, 00:07

Ich bin ja immer noch für spezielle Kleintier-Fachärzte, die sich auf richtige Kleintiere (Kaninchen, Nager, Frettchen, Igel usw.) spezialisieren. Vereinzelt gibt es die schon, bei uns ist die nächste diese: https://www.heimtieraerztin.de/" onclick="window.open(this.href);return false; auch noch erreichbar ist https://www.curoxray.de/curriculum/index.html" onclick="window.open(this.href);return false; - vor Ort gibt es zwei Tierärzte, für die Kaninchen keine "kleinen Katzen" sind, u.a. https://www.tierarztpraxis-kaufering.de/" onclick="window.open(this.href);return false;
Denn die normalen Tierärzte scheinen die kleinen Tiere wie "kleine Katzen" zu behandeln, und das sind Kaninchen nun mal nicht, sie haben ganz andere Bedürfnisse bei den Medikamenten usw.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » So 14. Okt 2012, 00:16

Habs gerade gelesen Saloiv...
Mhh, solche Orgas haben in der Regel eh ihre eigenen Vermittlungskriterien, wissen was sie zu wem wohin vermitteln. Würde ich jetzt 2 nicht mehr ganz junge aber gesunde Kanindamen, die sich ganz gut verstehen, von denen bekommen (natürlich unter der Voraussetzung das meine Kaninchenwohnanlage und meiner Fütterei ect genehm wäre), empfiehlt man mir tatsächlich trotzdem vorsorglich wegen eventueller "Entzündungen oder gar Krebs an der Gebärmutter " (Zitat) die Kastra "um spätere Komplikationen definitiv ausschließen zu können" mit dem Hinweis auf "neue Narkosemethoden und mehr Erfahrungen ist dieser Eingriff heutzutage..Standardprogramm "
:o
Für meinen Geschmack wird das Op-Risiko "runtergespielt"...ich kenn mich jetzt explizit mit Kaninchen nicht so aus aber ist nicht das Risiko bei ´ner Op ähnlich hoch wie die Chance einer solchen Erkrankung ?
Bei meinem Beispiel der Haremswohnungshaltung spielt ja nun weder aggressives Verhalten noch eventuelle Vermehrung oder Scheinträchtigkeit ´ne Rolle sondern rein der "Vorsorgegedanke". Klar der ist gut und schön aber wenn gar keine Anzeichen für die Notwendigkeit vorhanden sind, wüsst ich nicht, was mich überzeugen sollt die Op durchführen zu lassen.
Das hier: "Der Vorteil einer präventiven Operation in jungen Jahren liegt darin, dass die Tiere sich schneller erholen als ältere, bereits erkrankte Kaninchen" erscheint mir schon irgendwie sinnig aber wenn ich doch zwei bereits ältere Mädels nehme (ich geh davon aus, dass überwiegend Tiere vermittelt werden wo´s für´ne Frühkastra etwas spät wäre) sind die doch beguckt, beobachtet und bei "Verdacht" auch untersucht worden (oder nicht?! ) wo ich mir jetzt auch wieder denk: warum dann jetzt´ne Op . .

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Balino » So 14. Okt 2012, 00:19

Ich hätte bei einem gesunden Kaninchen, einer richtig durchgeführten OP keine Angst wegen dem Risiko.
Ich kenne sehr viele, die ihre Weibchen haben kastrieren lassen. Mit Inhalationsnarkose kein Problem.
Sogar meine Whity wurd im Alter von 6 Jahren (?) kastriert.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » So 14. Okt 2012, 00:23

Ja, genau das kritisiere ich.

Ich habe Katzenweibchen auch immer kastriert, das ist ein anderes Thema. Auch an der Gebärmutter erkrankte Kaninchen kastriere ich oder Kaninchen mit starken Verdacht auf eine Erkrankung...

Allerdings würde ich nie alle meine Kaninchen im Alter von einem Jahr kastrieren lassen weil sie evtl. erkranken könnten... Ich habe schon öfters Fälle mitbekommen, bei denen Kaninchen an so einer Kastration gestorben sind. Meine Picco ist jetzt 9 und hat eine völlig gesunde Gebärmutter (bzw. keinerlei Beschwerden), hätte ich sie mit 1 Jahr kastriert wäre das nicht nur völlig unnötig und ein großer Eingriff gewesen, sondern evtl. wäre auch das Restrtsiko, bei der Geburt zu sterben, aufgetreten, dann wäre sie nur 1 Jahr statt 9 Jahre geworden (sie lebt ja noch, also wird hoffentlich noch älter).

Ich kenne auch genug Kaninchen die mit 8, 9, 10, 11 Jahren wegen gebärmuttererkrankungen kastriert wurden und die OP problemlos überstanden haben, man kann also auch durchaus erst dann kastrieren, wenn wirklich Probleme auftreten. ;)
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » So 14. Okt 2012, 00:26

Balino hat geschrieben: Na aber kastrieren ist insofern schon sinnvoll, weil Kaninchen in der Natur ausgesprochen vermehrungsfreudige Tiere sind, aber in der Heimtierhaltung dürfen sie das nicht ausleben.
Balino, es geht Saloiv glaub ich eher darum, dass hier völlig unabhängig von der Vermehrungsfreudigkeit von Kaninchen zu Kastra der Mädels geraten wird, egal ob Rammler vorhanden bzw kastriert ist oder überhaupt Kontakte zu anderen Kaninchen möglich sind sondern nur um die Kastra als "vorbeugende Maßnahme" zur Verhinderung irgendwelcher Erkrankungen an Organen die Kaninchenmädels halt so haben
Balino hat geschrieben:Wegen dem Risiko von Erkrankungen kenn ich mich nicht aus.
mhh, du lässt solche Eingriffe wie du schreibst ja auch machen um "gruppentauglicher Kaninchen" zu haben und hast keine Angst wegen´nem Op-Risiko

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Balino » So 14. Okt 2012, 00:35

Ja, Ziesel, stimmt. Rammler lässt man selbstverständlich kastrieren und da hat auch niemand Angst. Nur mal so by the way.

Ansonsten würde ich es aber nicht wie in dem Flyer empfohlen machen.
Skibby hat noch nie ein Nest gebaut (also ist nie scheinschwanger gewesen) und ist auch gut verträglich.
Bei solchen Kaninchen sehe ich da keinen Anlass zu.
Man liest im Internet aber oft, dass man Weibchen kastrieren lassen soll, wenn sie öfter als 3 mal im Jahr scheinwanger werden, ... hm.
Man müsste zu dem Thema vielleicht mal einen Tierarzt befragen?
Whity war übrigens auch sehr oft scheinschwanger und ja schon alt. Ihre Gebärmutter war trotzdem normal. Diese Regel kann also nicht immer stimmen.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » So 14. Okt 2012, 00:41

Im Kaninchenschutzforum gab es mal eine Umfrage zur Todesrate durch Kastrationen.
Dabei wurde unterschieden ob es prophylaktische oder nötige Kastra waren.
Bei der prophylaktischen Kastration starben 7 und 213 überlebten. Auch wenn 7 gegenüber 213 nicht viel ist, tun mir diese 7 Kaninchen doch leid, die ganz umsonst (wahrscheinlich auch noch jung) gestorben sind. :(
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Ziesel » So 14. Okt 2012, 00:53

Balino hat geschrieben: Rammler lässt man selbstverständlich kastrieren und da hat auch niemand Angst. Nur mal so by the way.
Du meinst weil (gerade bei Gemischtgruppenhaltung) der Rammler kastriert wird um Vermehrung auszuschliessen, macht sich niemand Gedanken wegen des OP-Risikos??
Mal davon abgesehen, dass eben durch die Rammlerkastra´ne Vermehrung verhindert werden soll und es bei der hier thematisierte prophylaktischen Vorsorgekastra der Mädels überhaupt gar nicht um Vermehrung geht, glaube ich nicht, dass hier viele User deine Ansicht teilen.
Ich denke die Mehrheit aller Plantelinge sahen der Rammlerkastra nicht total sorglos und unbeschwert entgegen, waren währenddessen ganz chillig Schuhe shoppen oder so

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von saloiv » So 14. Okt 2012, 00:59

Ja, ich denke auch, dass man sich beim Rammler auch so seine Gedanken macht.
Der Unterschied ist allerdings, dass man beim Rammler lediglich den Hodeninhalt entfernt (die Hoden sind außerhalb der Bauchdecke, also man schneidet die zwei Säckchen auf, macht den Hoden ab und fertig... das wird nicht mal zugenäht) während beim Weibchen der gesamte Bauch von oben nach unten aufgeschnitten wird und dann die ganze Gebärmutter + die beiden Eierstöcke rausgenommen werden (je nach Kastration). Dann wird wieder zugenäht. Das Risiko ist deshalb deutlich höher...
Aber ich mache mir auch immer meine Gedanken wenn ich einen Rammler kastrieren lasse. Allerdings habe ich schon bestimmt 50 Rammler kastriert und bisher haben alle überlebt, wie gesagt ist das Risiko beim Rammler auch geringer als bei der Weibchenkastra. Aber ganz weg ist das Risiko eben auch nicht und daher ist eine Kastration beim Rammler für mich auch kein Pappenstiel.
Beim Rammler ist die Kastration nötig, bei freilaufenden Weibchen mit anderen Kaninchen in der Nähe oder Weibchen mit Erkrankungen der Gebärmutter ist sie auch nötig.
Vorbeugend ist sie nicht nötig.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Felli » Do 18. Okt 2012, 14:43

dieses Thema brennt mir auch unter den Nägeln....
mein TA ist klar für ein prophylaktische Kastration beim Weibchen.
Angeblich soll sich ja in den letzten Jahren was die Risiken der Narkose betrifft (Narkosemethoden) ziemlich viel verändert haben; ein gesundes Tier zu operieren ist eigentlich pervers, und das es in Zeiten wie diesen noch immer zu Todesfällen kommt stimmt mich echt traurig
nun stehe ich auch vor der Entscheidung mein Mädchen kastrieren zu lassen oder nicht; bis jetzt habe ich die Sache vor mir hergeschoben;
die letzte Scheinschwangerschaft von Marilyn war echt heavy...ich hab sie noch nie so aggressiv erlebt
Sollten sich die Scheinschwangerschaft bei Ihr häufen d.h. vermehrt auftreten als im Normalfall werde ich mich höchstwahrscheinlich zu einer Kastration entscheiden um ihr den Stress einfach zu ersparen

Liebe Grüße
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Und Gottes guter Geist ihm fehlt;
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Una » Di 23. Okt 2012, 11:01

Ich finde diese Recherchen dazu sehr interessant: :grübel:

https://www.kaninchen-wuerden-wiese-kaufen.de/kastration.htm" onclick="window.open(this.href);return false;
Liebe Grüße

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von mausefusses » Di 23. Okt 2012, 14:42

Ich mache so etwas nicht und werde es auch nicht machen.
Es gibt Studien besagen das so und soviel % der Tiere in dem und dem Alter Veränderungen haben, ja. Eine Veränderung ist aber ja nicht zwangsläufig ein Problem für das Tier, daher sehe ich keinen Grund einer prophylaktischen Kastration.

Ich für meinen Teil habe noch nie ein Tier aufgrund Gebärmutterkrebs verloren.
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von lapin » Di 23. Okt 2012, 23:04

Ich leider schon...daher reagier ich bei Verhaltensänderungen recht sensibel...
bis jetzt war meine Angst vor der Kastra aber noch immer größer :(!
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von alexandra36 » Do 25. Okt 2012, 09:01

Nachdem was ich mit Lilly jetzt nach der Kastra "durchmache", würde ich niemals wieder eine Häsin vorsorglich kastrieren lassen!
Und Lilly ist kein Einzelfall, ich hab viel gelesen und recheriert und es gibt gar nicht so wenig Häsinnen, die danach Probleme haben, vor Allem, wenn sie jung kastriert werden. :?
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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von lapin » Do 25. Okt 2012, 10:33

Das hört man ja auch oft bei Hunden, dass es bei einer Kastration der weiblichen Organe durchaus später zu Inkontinenz kommen kann :(...
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Fang » Do 25. Okt 2012, 11:10

Ich war früher für die Kastration von Weibchen und würde es heute nicht mehr machen, wenn es nicht wirklich notwendig ist.
Meine kastrierten Häsinnen in der Gruppe sind deutlich aggresiver als die unkastrierten. Ich denke genauso wie es später zu (auch gutartigen) Veränderungen der Gebärmutter kommen kann, kann es durch die Kastration auch zu schmerzhafter Narbenbildung kommen.

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Re: Prophylaktische Kastrationen beim Weibchen

Beitrag von Anita » Di 20. Nov 2012, 12:05

Hallo zusammen,

ich würde diesen Thread gerne nochmal raufholen, da wir kürzlich einen recht mysteriösen Todesfall in der Station hatten.

Wir rieten zwar bisher nicht zur rein prophylaktischen Kastration von Häsinnen, aber durchaus wenn erste Veränderungen (auch Wesensveränderungen) erkennbar waren. Also schon recht früh, und auch ohne deutliche Diagnose. Das wollen wir auch nicht ändern, da wir bisher eine Trefferquote von 100% hatten, was Veränderungen an den entfernten Organen betraf. Also alle Häsinnen die wir, mit und ohne, eindeutig erkennbare Veränderungen auf RöBi o. US kastrieren ließen wiesen massive Veränderungen auf, die innerhalb der nächsten Tage/Wochen/Monate (je nach Fall) zu massiven und ggf. lebensbedrohlichen Kompliaktionen geführt hätten.

Was uns nun aber, trotzdem wir unsere "Kastrationspolitik" in Sachen Zeitpunkt nicht ändern möchten, Sorgen macht ist folgender Fall:

Wir haben eine Häsin von Vereinsmitgliedern Anfang des Jahres übernommen, Polly ist 2010 geboren und wurde im November 2011 aufgrund von sichtbaren Veränderungen (Röntgen) kastriert. Fast genau 12 Monate später brachten wir sie aufgrund von Verhaltensänderungen und einer Zubildung im Bauchraum in unsere Klinik. Aufgrunddessen, dass die Zubildung im Röntgenbild nicht deutlich erkennbar war, ließen wir sie operieren (ein weiterer US hätte auch nicht mehr geholfen als das Öffnen des Tiers, da die Zubildung den Darm abdrückte und somit unbeding entfern werden musste). Hier mal der Befundbericht unserer Klinik:
https://kaninchenrettung.de/phpBB3/download/file.php?id=3029&mode=view/befund_polly" onclick="window.open(this.href);return false; 001.jpg

Habt ihr mit solchen Abszessen bei kastrierten Häsinnen auch schon Erfahrungswerte? Wir vermuten, ebenso wie die TÄ, eine Fadenunverträglichkeit, so in Richtung Schloffer-Tumor. Die Fäden die zum Abbinden des Stumpfs meist genommen werden lösen sich innerhalb von ca. 210 Tagen erst auf, käme also auch zeitlich ganz gut hin.

Wenn sowas kein Einzelfall wäre, müsste man ja eigentlich bei kastrierten Häsinnen verstärkt zum regelmäßigen Schallen raten, in der Hoffnung solche Entwicklungen eher zu erkennen. Unsere Polly war bis zu dem Tag topfit, kugelrund, glänzendes Fell. Keinerlei Anzeichen der üblen Entwicklung in ihrem Innern.

VG Anita

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