Aber ist das nicht etwas veraltet? Wer würde denn so etwas beim Menschen tun? Welcher Arzt empfiehlt vorsorglich die Gebärmutter zu entfernen oder andere Organe? Wenn man darüber ehrlich urteilt, ist es die Holzhammer-Methode. Normalerweise werden nur erkrankte Organe entfernt (und auch nur wenn unbedingt nötig).
Oft wird mit der Statistik argumentiert. Statistik ist das Risiko für ein Kaninchen größer, an einer Gebärmuttererkrankung zu sterben als an der Kastration. Ist das so? Wo sind diese Statistiken? Das konnte mir noch niemand sagen.
Und wenn es so sein sollte:
Was hat das Kaninchen davon, dass nur ein Jahr alt wurde und dann an der Kastration starb. Vielleicht hätte es nie eine Gebärmuttererkrankung bekommen und falls doch, vielleicht erst mit 5 oder 8 Jahren und hätte also noch 4 oder 7 Jahre länger leben dürfen als mit der Kastration.
Und wie sieht es mit unserem TschG aus, das dabei umgangen wird?
§ 6 TschG "Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres."
Was würden wir sagen, wenn jemand seinem Hund den Schwanz abschneidet mit der Begründung, dass er ihn sich dann nicht mehr verletzen kann?
Ich habe im Web einen Text zum gleichen Thema (allerdings bei uns Menschen) gefunden, der (auch wenn er in Teilen fragwürdig und extrem ist) in vielen Teilen zum Nachdenken über das Thema anregt...
Quelle: https://dahlke.at/veroeffentlichungen/artikel/kolumne/diewundendesweiblichen.php" onclick="window.open(this.href);return false;, Hervorhebungen durch mich.Als auch die Eierstöcke auf Grund wissenschaftlicher Fortschritte aus der (Operations-)Mode kamen, griff man wieder vermehrt auf die Gebärmütter zurück. Bis in unsere angeblich aufgeklärte moderne Zeit währte dieser peinliche Kreuzzug. Begründet wurde er vor allem im Rahmen einer schrecklich unseriösen „Krebsprophylaxe“. Zumeist im Rahmen dieser sogenannten Krebsvorsorge wurde ein kleines Myom diagnostiziert, von dem auch niemand behauptete, daß es einer Operation bedürfe. Aber irgendwann floss dann doch die Bemerkung ins „ärztliche“ Gespräch ein, dass die Patientin, wenn sie keine Kinder mehr wolle, doch einmal darüber nachdenken solle, ob man die Gebärmutter nicht besser entferne, damit nichts entarten könne. War Krebsangst erst ins Spiel gebracht, bekamen die so „argumentierenden“ Mediziner, meist die Gebärmutter. Dass es sich dabei überhäufig um medizinisch ungerechtfertigte Operationen handelte, zeigt allein schon die Tatsache, dass wir heute, wo auf diese Art von Ein- beziehungsweise Übergriff weitgehend verzichtet wird, so weitgehend ohne diese Operationen auskommen.
Nun könnte man denken und hoffen, dass nachdem auch dieser Alptraum überstanden war, heute solche und ähnliche Dinge der Vergangenheit angehören, aber leider weit gefehlt. Als nächstes Organ im Rahmen dieser Art von „Prophylaxe“ zeichnen sich die weiblichen Brüste ab. In den USA wurden schon Tausende von Frauen - selbstverständlich auf deren Wunsch - ihrer gesunden Brüste entledigt, um Brustkrebs „vorzubeugen“. Auch wenn es in Deutschland erst einige Hundert sind, ist zu befürchten, dass wir hierzulande wie schon so oft in der Vergangenheit den US-amerikanischen Trends nacheifern werden.
Natürlich hat die Gynäkologie wiederum „gute Argumente“ für ihre Eingriffe, doch die hatte sie - auf ihre ganz eigene Art - auch in der Vergangenheit immer. Wenn Frauen aus Angst vor Brustkrebs einen entsprechenden Gentest machen lassen, der positiv ausfällt, ist guter Rat teuer. Jetzt wäre Vorbeugung notwendig, allein die Gynäkologie wie auch die übrige Schulmedizin hat diesbezüglich nichts zu bieten. In dieser Not lassen sich Mediziner zunehmend zu dem Ratschlag hinreißen, die gesunden Brüste lieber zu amputieren als sie der Krebsgefahr auszusetzen. Solche Argumente, die vor einigen Jahren auch bei uns noch als wahnsinnig eingestuft worden wären, werden mit Statistiken untermauert. Dass man mit Statistiken grundsätzlich nichts beweisen kann, da sie auf einem prinzipiell nicht kausalen Denksystem beruhen, das lediglich Zusammenhänge korreliert, ficht Schulmediziner im Argumentationsnotstand in der Regel wenig an.
Für die Zukunft der Medizin zeichnet sich unter solchen Umständen Schreckliches ab. Denn wir werden ja zunehmend mehr genetisches Wissen erwerben und dann wohl noch bei vielen Krebsarten und anderen Krankheitsbildern eine genetische Mitbeteiligung finden. Sollen wir dann etwa alle in Frage kommenden Organe „prophylaktisch“ wegschneiden, um dem Krebs keine Chance zu geben. Zum Schluss bleibt dann nur noch das Gehirn in Nährlösung übrig, das wahrscheinlich unter furchtbarer Angst vor Gehirntumoren leidet. Alles andere musste der Krebsangst beziehungsweise der abenteuerlichen schulmedizinischen Vorstellung von Prophylaxe geopfert werden.
Nun braucht man vor solchen Horrorszenarien nicht wirklich Angst zu haben, denn die Geschichte zeigt uns, dass so locker nur mit Organen umgegangen wird, die ausschließlich bei Frauen vorkommen. Organen, die auch Männer haben, begegnet die Schulmedizin sehr viel zurückhaltender. Auch das aber ist schrecklich und bedarf eines radikalen Umdenkprozesses. Es handelt sich hier um eine Zweiklassenmedizin der ganz anderen Art, die viel zu wenig ins Bewusstsein der Menschen dringt: Frauen werden grundsätzlich anders und zwar eindeutig offensiver und gewagter behandelt als Männer. Ein anderes aktuelles Beispiel wäre die Hormontherapie in der Lebensmitte. Auch hier mutet man Frauen etwas zu, was bei Männern schnell wieder zurückgenommen wurde. Die Gründe (erhöhtes Krebsrisiko), die bei Männern zur Einstellung der Versuche führten, existieren bei Frauen genauso, nur hatten sie jahrelang keine Konsequenzen. Das Messen mit zweierlei Maß ist in allen anderen gesellschaftlichen Bereichen inzwischen so verpönt, dass es wohl an der Zeit wäre, auch in der Medizin neue Wege zu beschreiten.










