ich hatte ja gehofft, dass ich nie in diese Situation komme, aber leider ... *seufz*
Derzeit äußert es sich so, dass er Gurke, Paprika, Fenchel und Möhre so gut wie gar nicht mehr frisst (geraspelt als Brei oder in Scheiben/Streifen will er absolut nicht, aber wenn es ihm ganz vorgelegt wird, bißt er ein paar Mal ab, bevor er dann "aufgibt"). Blättriges geht noch einigermaßen, allerdings frisst er auch hier nur sehr langsam.
Derzeit kriege ich also nur Kohlrabi, Blumenkohlgrün, glatte Petersilie sowie andere frische Kräuter (Oregano, Dill, Zitronenmelisse, Basilikum) ins Schwein rein. Ein kleines bisschen Salat (vor allem Endivie und Romana) geht auch noch. Dazu kriegt er noch Sonnenblumenkerne und Erbsenflocken, da er diese kennt - Haferflocken wollte ich jetzt nicht einfach geben, da er in seinem Leben nie Getreide bekommen hat und ich die Verdauung nun nicht noch zusätzlich mit ungewohntem Futter belasten wollte.
Heu nimmt er, allerdings verbringt er mehr Zeit damit, Halme zu suchen, die er auch kauen kann, als tatsächlich zu fressen (gestern saß er eine halbe Stunde vor dem Heuhaufen und wühlte ganz frustriert darin herum, fraß ein dünnes Hälmchen, wühlte wieder usw. - da leidet man richtig mit).
Wiese kann ich seit Mitte November nicht mehr sammeln, da der verdammte Bauer alle Wildwiesen und Weiden im Umrekis von 10 km zu dem Zeitpunkt extrem niedrig abgemäht hat und sich aufgrund der Witterung (wenig Sonne, Wasser knöchelhoch und teilweise höher) noch nichts richtig erholt hat. Statt dessen musste ich also in den zwei Monaten seither verstärkt auf Gemüse gehen. Außerdem gibt es noch Kiefer, Fichte, Tanne, Efeu und blattlose Zweige von verschiedenen Bäumen (vor allem Hasenuss, Eiche, Birke) - hiervon scheint er allerdings aktuell gar nichts fressen zu können. Erdbeerblätter von den Pflanzen aus dem Garten gehen leider auch stark zur Neige, aber die kriegt er immerhin auch gekaut.
Beim Fressen selber sieht man auch recht gut, dass er offenbar das Futter nicht mehr richtig klein gerieben bekommt und es sich scheinbar zwischendurch irgendwo verfängt. Er schmatzt, kaut oft mit ziemlich weit geöffnetem Mäulchen, schiebt die Kiefer ohne zu kauen hin- und her und hilft zwischendurch mit der Zunge nach (vermutlich wenn ein größeres Stück festhängt und er es sich so im Maul hinschieben muss, dass er es weiter mahlen kann). Die Schneidezähne sind auch leicht unterschiedlich abgenutzt.
Da das Ausmaß seiner Fressprobleme erst am Samstag so richtig ersichtlich wurde, er aber nach wie vor noch selber Fressen nimmt, habe ich ihn über das WE immer zwischendurch zum Fressen getrennt gesetzt, damit er in Ruhe futtern kann und Rupert ihm nicht alles wegfrisst. Abgenommen hat er natürlich trotzdem, aber zum Glück hat er eine gute Rücklage (am 8.1. war er auf 1520 Gramm, derzeit schwankt sein Gewicht zwischen 1390 und 1420 Gramm).
Ich habe heute Vormittag mit meiner TÄ telefoniert und kann heute Nachmittag gleich hin.
Da ich ungerne unvorbereitet bin, habe ich auch übers WE einige Zahnschwein-Erfahrungsberichte gelesen und mir eine Art "Checkliste" gemacht.
1. TA anrufen und nachfragen, ob a) Erfahrung mit Zahnkorrekturen bei Meerschweinchen vorhanden ist und b) auch die entsprechenden Gerätschaften vorhanden sind.
-> Meine TÄ ist zum Glück sehr ehrlich, was ihre Behandungsmöglichkeiten und -fähigkeiten angeht und sie sagte mir, dass es kein Problem sei und sie auch regelmäßig Fortbildungen für Zahnbehandlungen macht.
2. Rötgen.
-> Ich habe das auch telefonisch schon in der Praxis angekündigt. Da ich Futter als Ursache für Zahnprobleme denke ich ausschließen kann, muss es ja eine andere Ursache geben. Diese wird man vermutlich auch nur beim Röntgen feststellen können.
3. Schmerzmittel.
Nach der Behandlung sollte er ja dann erst einmal Schmerzmittel bekommen, und zwar nicht nur in der Praxis sondern auch zuhause, damit er wieder das "normale" Fressen anfangen kann.
Gibt es Schmerzmittel, die ihr empfehlen könnt? Ich habe sehr viel von Metacam und Traumeel gelesen und hatte nun eigentlich geplant, mir von der TÄ Metacam mitgeben zu lassen, dieses dann 1-2 Tage zu geben und danach Traumeeltabletten aufzulösen und zu verabreichen, um das "härte" Schmerzmittel besser ausschleichen zu können und die Nebenwirkungen zu verringen. Macht das Sinn?
4. Mittel zum Schutz der Leber.
Da er ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Narkose gelegt werden muss, würde ich gerne auch etwas zum Schutz der Leber tun. Mariendistel soll ja da sehr gut sein, allerdings habe ich hier nur Leberschutzdragees für Menschen (die enthalten allerdings Sucrose und Lactose und sind daher eher nicht fürs Schweinchen geeignet). Besser wäre es daher vermutlich, getrockenete Mariendistel zu kaufen und diese dann anzubieten, oder? Kann ich da bei der Dosierung etwas falsch machen oder soll ich sie ihm einfach hinstellen und ihn selber entscheiden lassen, wie viel er will/braucht (er selektiert eigentlich sonst ganz gut)?
Gäbe es sonst noch etwas, dass ich heute nach dem TA Besuch noch unterstützend geben kann?
So weit, so gut. Aber habe ich jetzt akut noch etwas vergessen, was man ohne genaue Diagnose der Ursache beachten muss/sollte?
Danke schon jetzt für eure Hilfe. Ich werde jetzt den Dicken noch einmal rausnehmen und ihm Petersilie, Kohlrabiblätter und versuchsweise Gurke anbieten. Dann gehts zum TA.
So long,
Yas



