Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

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Es gibt Meerschweinchenhalter, erfahrene Meerschweinchenhalter und sehr erfahrene Meerschweinchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Meerschweinchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Yasvindra
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Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mo 23. Jan 2012, 16:01

Hallo zusammen,

ich hatte ja gehofft, dass ich nie in diese Situation komme, aber leider ... *seufz* :heul: Bertus hat es offenbar an den Zähnen.

Derzeit äußert es sich so, dass er Gurke, Paprika, Fenchel und Möhre so gut wie gar nicht mehr frisst (geraspelt als Brei oder in Scheiben/Streifen will er absolut nicht, aber wenn es ihm ganz vorgelegt wird, bißt er ein paar Mal ab, bevor er dann "aufgibt"). Blättriges geht noch einigermaßen, allerdings frisst er auch hier nur sehr langsam.
Derzeit kriege ich also nur Kohlrabi, Blumenkohlgrün, glatte Petersilie sowie andere frische Kräuter (Oregano, Dill, Zitronenmelisse, Basilikum) ins Schwein rein. Ein kleines bisschen Salat (vor allem Endivie und Romana) geht auch noch. Dazu kriegt er noch Sonnenblumenkerne und Erbsenflocken, da er diese kennt - Haferflocken wollte ich jetzt nicht einfach geben, da er in seinem Leben nie Getreide bekommen hat und ich die Verdauung nun nicht noch zusätzlich mit ungewohntem Futter belasten wollte.
Heu nimmt er, allerdings verbringt er mehr Zeit damit, Halme zu suchen, die er auch kauen kann, als tatsächlich zu fressen (gestern saß er eine halbe Stunde vor dem Heuhaufen und wühlte ganz frustriert darin herum, fraß ein dünnes Hälmchen, wühlte wieder usw. - da leidet man richtig mit).
Wiese kann ich seit Mitte November nicht mehr sammeln, da der verdammte Bauer alle Wildwiesen und Weiden im Umrekis von 10 km zu dem Zeitpunkt extrem niedrig abgemäht hat und sich aufgrund der Witterung (wenig Sonne, Wasser knöchelhoch und teilweise höher) noch nichts richtig erholt hat. Statt dessen musste ich also in den zwei Monaten seither verstärkt auf Gemüse gehen. Außerdem gibt es noch Kiefer, Fichte, Tanne, Efeu und blattlose Zweige von verschiedenen Bäumen (vor allem Hasenuss, Eiche, Birke) - hiervon scheint er allerdings aktuell gar nichts fressen zu können. Erdbeerblätter von den Pflanzen aus dem Garten gehen leider auch stark zur Neige, aber die kriegt er immerhin auch gekaut.

Beim Fressen selber sieht man auch recht gut, dass er offenbar das Futter nicht mehr richtig klein gerieben bekommt und es sich scheinbar zwischendurch irgendwo verfängt. Er schmatzt, kaut oft mit ziemlich weit geöffnetem Mäulchen, schiebt die Kiefer ohne zu kauen hin- und her und hilft zwischendurch mit der Zunge nach (vermutlich wenn ein größeres Stück festhängt und er es sich so im Maul hinschieben muss, dass er es weiter mahlen kann). Die Schneidezähne sind auch leicht unterschiedlich abgenutzt.

Da das Ausmaß seiner Fressprobleme erst am Samstag so richtig ersichtlich wurde, er aber nach wie vor noch selber Fressen nimmt, habe ich ihn über das WE immer zwischendurch zum Fressen getrennt gesetzt, damit er in Ruhe futtern kann und Rupert ihm nicht alles wegfrisst. Abgenommen hat er natürlich trotzdem, aber zum Glück hat er eine gute Rücklage (am 8.1. war er auf 1520 Gramm, derzeit schwankt sein Gewicht zwischen 1390 und 1420 Gramm).
Ich habe heute Vormittag mit meiner TÄ telefoniert und kann heute Nachmittag gleich hin.

Da ich ungerne unvorbereitet bin, habe ich auch übers WE einige Zahnschwein-Erfahrungsberichte gelesen und mir eine Art "Checkliste" gemacht.
1. TA anrufen und nachfragen, ob a) Erfahrung mit Zahnkorrekturen bei Meerschweinchen vorhanden ist und b) auch die entsprechenden Gerätschaften vorhanden sind.
-> Meine TÄ ist zum Glück sehr ehrlich, was ihre Behandungsmöglichkeiten und -fähigkeiten angeht und sie sagte mir, dass es kein Problem sei und sie auch regelmäßig Fortbildungen für Zahnbehandlungen macht.

2. Rötgen.
-> Ich habe das auch telefonisch schon in der Praxis angekündigt. Da ich Futter als Ursache für Zahnprobleme denke ich ausschließen kann, muss es ja eine andere Ursache geben. Diese wird man vermutlich auch nur beim Röntgen feststellen können.

3. Schmerzmittel.
Nach der Behandlung sollte er ja dann erst einmal Schmerzmittel bekommen, und zwar nicht nur in der Praxis sondern auch zuhause, damit er wieder das "normale" Fressen anfangen kann.
Gibt es Schmerzmittel, die ihr empfehlen könnt? Ich habe sehr viel von Metacam und Traumeel gelesen und hatte nun eigentlich geplant, mir von der TÄ Metacam mitgeben zu lassen, dieses dann 1-2 Tage zu geben und danach Traumeeltabletten aufzulösen und zu verabreichen, um das "härte" Schmerzmittel besser ausschleichen zu können und die Nebenwirkungen zu verringen. Macht das Sinn?

4. Mittel zum Schutz der Leber.
Da er ja mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Narkose gelegt werden muss, würde ich gerne auch etwas zum Schutz der Leber tun. Mariendistel soll ja da sehr gut sein, allerdings habe ich hier nur Leberschutzdragees für Menschen (die enthalten allerdings Sucrose und Lactose und sind daher eher nicht fürs Schweinchen geeignet). Besser wäre es daher vermutlich, getrockenete Mariendistel zu kaufen und diese dann anzubieten, oder? Kann ich da bei der Dosierung etwas falsch machen oder soll ich sie ihm einfach hinstellen und ihn selber entscheiden lassen, wie viel er will/braucht (er selektiert eigentlich sonst ganz gut)?
Gäbe es sonst noch etwas, dass ich heute nach dem TA Besuch noch unterstützend geben kann?

So weit, so gut. Aber habe ich jetzt akut noch etwas vergessen, was man ohne genaue Diagnose der Ursache beachten muss/sollte?

Danke schon jetzt für eure Hilfe. Ich werde jetzt den Dicken noch einmal rausnehmen und ihm Petersilie, Kohlrabiblätter und versuchsweise Gurke anbieten. Dann gehts zum TA.

So long,
Yas
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von WELLEN » Mo 23. Jan 2012, 16:36

Yasvindra hat geschrieben:Besser wäre es daher vermutlich, getrockenete Mariendistel zu kaufen und diese dann anzubieten, oder? Kann ich da bei der Dosierung etwas falsch machen oder soll ich sie ihm einfach hinstellen und ihn selber entscheiden lassen, wie viel er will/braucht (er selektiert eigentlich sonst ganz gut)?
Wenn du heut noch zu ner Apotheke kommst, kannst du [url=http://www.shop-apotheke.com/pix/productphotos/mariendistelfruechte-tee-5467180.jpg]die[/url] kaufen und ihm einfach vorsetzen. Er frisst dann selber soviel wie er will. Scheinen lecker zu sein.
Ich drück euch die Daumen! :daum:

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mo 23. Jan 2012, 16:44

WELLEN hat geschrieben:
Yasvindra hat geschrieben:Besser wäre es daher vermutlich, getrockenete Mariendistel zu kaufen und diese dann anzubieten, oder? Kann ich da bei der Dosierung etwas falsch machen oder soll ich sie ihm einfach hinstellen und ihn selber entscheiden lassen, wie viel er will/braucht (er selektiert eigentlich sonst ganz gut)?
Wenn du heut noch zu ner Apotheke kommst, kannst du [url=http://www.shop-apotheke.com/pix/productphotos/mariendistelfruechte-tee-5467180.jpg]die[/url] kaufen und ihm einfach vorsetzen. Er frisst dann selber soviel wie er will. Scheinen lecker zu sein.
Ich drück euch die Daumen! :daum:
Danke Dir! Hab es mir gleich aufgeschrieben. Apotheke sollte eigentlich zeitlich noch möglich sein, da in der Nähe der TA Praxis eine ist :-)

Und danke auch fürs Daumen drücken.

So long,
Yas
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Jan 2012, 17:44

Wenn du ne Wiese oder nen Garten hast, wo du Löwenzahn stechen darfst, kannst du auch Löwenzahnwurzeln anbieten als Schutz für die Leber - ebenso wirksam sind die Wurzeln von Kratzdisteln, Disteln, Gänsedisteln und Co.
Leider wüßte ich nirgendwo eine Quelle, wo man diese Wurzeln auch kaufen kann ... da ist Mariendistelsamen immer noch das am Leichtesten auftreibbare.

Was die Zähne angeht ... es ist jetzt sehr gewagt, nur nach einer Beschreibung auf die Ursache zu tippen, allerdings liest es sich für mich wie ein Fremdkörper, der zwischen den Backenzähnen, oder noch schlimmer, zwischen Zahnfleisch und Backenzähnen sitzt. Sowas ist oft auf dem Röntgen nur sichtbar, wenn es zufälligerweise an der Außenkante sitzt. Heißt also für den TA, sehr genau eben beim sedierten Tier das Zahnfleisch auch an der Innenkante begutachten, ob da ein Fremdkörper sitzen könnte.
Zahnfleischwucherungen (Epulis) scheinen sehr selten mal unabhängig von Fütterungsfehlern aufzutreten, Ursache unbekannt. Allerdings sollten die recht gut sichtbar sein, wenn es sowas ist.

Und laß dir nicht einreden, das Schweinchen ohne Sedierung mal kurz Zähneschleifen und fertig ... da ist ein Problem, was erst das schlechte Kauen verursacht, die nun deutlich sichtbaren Zahnspitzen sind erst nach dem Problem entstanden, sie sind nicht die Ursache!

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von cavymum » Mo 23. Jan 2012, 17:49

Ich hoffe, dein Schweinchen hat inzwischen die Behandlung gut überstanden!

Unser Zahnschwein-Opi Perky hat sehr gerne frischen Portulak (manchmal auch Postelein genannt) aus dem Bioladen gefressen. Das sind ganz feine Blättchen und dünne Stiele, die auch ein Zahni noch fressen kann.
Außerdem könntest du noch probieren, ob er grünen Hafer (möglichst die feinen "Blättchen") nimmt.
Zahnschweinchen sind sehr mäkelig beim Heu, bei uns ging das "Löwenzahn-Kräuterheu" und der "Allgäuer Wiesentraum" (beide vom Speidelhof) noch recht gut, sowie eine Zeit lang auch das Timothy-Heu von just4bun.

Gute Besserung dem Patienten!

Liebe Grüße, Michaela

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Emmy » Mo 23. Jan 2012, 18:11

Oh, nicht noch ein Zahnschweinchen :?

Wie ist es denn beim TA gelaufen?
Ein Röntgenbild ist wirklich wichtig, um eine Ursache zu finden.

Metacam kann ich als Schmerzmittel empfehlen. Bekommt meine Ida auch.
Mariendiestel habe ich auch gegeben. Da sie das getrocknet nicht genommen hat, hat sie eine Zeit Caardus Mariandus Globuli bekommen. Potenz müsste ich nachher mal nachsehen.

Ansonsten drücke ich dir feste die Daumen, dass du an einen TA mit Erfahrung bei Zahnproblemen geraten bist. Das ist sehr wichtig. Leider knipsen immer noch viele TÄ Zähne, gerne auch ohne Narkose :arg:

Weiche Birne ist hier, zumindest meistens, DAS Einstiegsfutter nach einer Korrketur. ;)
Manchmal auch frische Petersilie.

Hier findest du eine ganze Menge zum Thema Zahnschweinchen.https://www.tierpla.net/meerschweinchen-gesundheit/topic8425-60.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Und wie du siehst, auch ein Zahnschwein kann ein glückliches Leben führen. Ist zwar immer wieder nervenaufreibend und unendlich anstrengend, aber es ich habe noch keine der vielen Korrekturen bereut.

Ich drücke euch ganz feste die Daumen :daum:
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Miss Marple » Mo 23. Jan 2012, 19:25

Herbst - Löwenzahnwurzeln kaufe ich hier: https://kaninchenwerkstatt.de/shop/product_info.php/info/p50_loewenzahnwurzeln.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Ich bestelle immer gleich 1 kg, denn die werden sehr gerne gefressen.

Hafer sehe ich nicht in erster Linie als Getreide sondern als Süßgras. Im Sommer sammle ich Hafergras auch auf Wiesen. Und genau wie es im gewohnten Heu Süßgräser mitsamt Rispen gibt, so kann man Hafer mit Rispen kaufen. Vollkernhaferflocken sind eigentlich nix anderes, nur verarbeitet.
Grüner Hafer ist nicht besonders energiereich, aber schmeckt den meisten Tieren sehr gut und wird gerne gefressen.
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mo 23. Jan 2012, 19:55

So, wir sind wieder zurück.

Vielen Dank für die Besserungswünsche, das Daumendrücken und die Tipps.

Ergebnis des TA-Besuchs kurz: Irgendwie unbefriedigend.

Ausführlich gesagt wurde mein Dicker zwar gut untersucht - der Mundraum wurde gereinigt, es wurde nach Resten zwischen den Zähnen geschaut, es wurde geröngt, Kiefer wurde von außen abgetastet, danach wurde das ganze Schweinchen "geknetet" - aber das Ergebnis dieser Prozedur war nur die Erkenntnis, dass die vorderen Backenzähne unten auf beiden Seiten eine Spitze hatte (diese konnte man schon mit bloßem Auge erkennen). Die Spitzen wurden entfernt, aber die Ursache ist unklar. Wie ich so etwas hasse -.- Spitzen kommen doch nicht einfach aus heiterem Himmel :-(

Nach der Prozedur wurde noch Metacam per Spritze verabreicht (soll 24 Std. wirken) und für den Tag danach habe ich noch eine Dosis mitbekommen. Danach solle es dann auch ohne gehen, und die TÄ wollte den "kleinen Körper nicht unnötig mit weiteren Medikamenten und deren Nebenwirkungen belasten" (eigentlich ja eine sehr löbliche Einstellung und der "wir geben einfach mal alles, was geht"-Einstellung vorzuziehen). Sollte er den Eindruck von Schmerzen machen, kann ich die Woche noch kurz vorbei kommen und mir weiteres Metacam abholen.
In ca. 3 Wochen solle ich dann zur Sicherheit eine Nachkontrolle bei einem Zahnspezialisten machen lassen, es würden dann dort auch die Rötgenbilder von heute hingeschickt.

Nun habe ich hier ein plattes Schweinchen liegen und sein Kumpel ist noch immer ganz aus dem Häuschen (der fing schon an, den Transportwäschekorb auseinander zu nehmen, als Bertus bei der Beruhigungsspritze gequiekt hat *seufz*).
Fressen wurde zwar schon beschnüffelt, aber ausser ein paar Sonnenblumenkernen und zwei Erbsenflocken ist bisher noch kein Interesse da. Die von Wellen empfohlenen Mariendistelfrüchte aus der Apotheke habe ich auch schon reingelegt, wurden aber eher mit Abneigung betrachtet.
Werde nun gleich noch einmal losfahren und ein paar leckere Sachen kaufen.

Ansonsten bin ich gerade etwas unsicher, ob ich wirklich 2-3 Wochen warten soll bis zur Nachkontrolle bei einem Zahnspezialisten (vorausgesetzt natürlich, dass sich jetzt nach der Behandlung heute eine Besserung einstellt) oder ob ich ungeachtet einer Verbesserung oder Verschlechterung lieber morgen gleich anrufe und einen Termin noch für diese Woche ausmache?
Ich mag es einfach nicht, nicht zu wissen, warum da auf beiden Seiten unten zwei gleich große Spitzen entstanden sind. Andererseits möchte ich natürlich auch Bertus jetzt nicht unnötig stressen :hm:

@Murx (+ Miss Marple): Danke für die Hinweise. Ich stimme da völlig mit Dir überein, dass die Spitzen aus irgendeinem Grund entstanden sind ... deshalb ist das Ergebnis der Untersuchung auch so furchtbar unbefriedigend.
Löwenzahnwurzeln kann ich morgen wenn es wieder hell ist, ausgraben. Die Löwenzahnblätter selber sind derzeit zwar extrem klein und matschig, aber ich werde mal ins Gebüsch kriechen und schauen, dass ich da buddele. Wenn absolut nichts zu finden ist, werde ich den Link von Miss Marple besuchen und dort bestellen (an dieser Stelle auch danke für den Link!).

@Michaela: Ich werde gleich mal schauen, ob ich Portulak/Postelein noch irgendwo bekomme, fürchte aber, dass ich da erst morgen eine Chance haben werde, da die Bioläden in der Gegend jetzt schon geschlossen haben. Aber vielleicht habe ich ja Glück und finde das "Kraut" auch im Supermarkt.
Mit dem Heu werde ich mir wohl auch etwas überlegen müssen und schaue mich dann mal bei Speidelhof um. Mal sehen, womit ich meinen Dicken glücklich machen kann :-)

@Emmy: Deinen Thread zu Ida habe ich mir auch durchgelesen. Da sind ja auch schon viele Tipps drin. Hoffe, ihr habt derzeit etwas Ruhe mit der Kleinen und vor alle, dass diese Ruhe lange anhält! Wenn ich mir vorstelle, dass mir etwas Ähnliches mit meinem sensibles Pummelschweinchen bevorstehen könnte ... nein, nicht dran denken!
Birne werde ich auch gleich mitbringen, wobei meine zwei eigentlich Obst eher abgeneigt sind. Aber es ist ja eine Ausnahmesituation - wer weiß, was da im Schweincheninstinkt gerade vorgeht.

So long,
Yas

Edit: Wollte gerade los zum Einkaufen und als ich zu den Schweinchen schaute, konnte ich sehen, wie Bertus die ersten Heuhalme gefressen hat! :klatsch: Uff.
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von WELLEN » Mo 23. Jan 2012, 20:08

Das ist ja echt nicht sehr befriedigend. V.a. wenn er weiterhin nicht fressen wird.
Du kannst ja mal selber schauen, ob du etwas erkennen kannt zwischen bzw. hinter seinen oberen Schneidezähnen. Dort könnten Essensreste feststecken, die das Fressen erschweren. Wenn er brav ist, lässt er es über sich ergehen. Du kannst das dann mit einer stumpfen Pinzette rausholen. Kann ganz schön fest drinstecken das Zeug.
Löwenzahnwurzeln gibt es auf die Schnelle auch im Tierladen von JR Farm.
Lass die Mariendisteln ruhig drin, vielleicht muss er sich erst an sie gewöhnen. ;)
Ich hoffe er frisst jetzt dann nach dem Schleifen besser?! :daum:

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Miss Marple » Mo 23. Jan 2012, 20:36

Dass Bertus so schnell nach einer Zahnuntersuchung ans Heu geht ist ein sehr gutes Zeichen! :top:
Ich vermute mal, es wurde nur normal geröntgt, also nicht in mehreren Ebenen und intraoral, denn da hätte zumindest sediert werden müssen. Einfache Röntgenaufnahmen sind meist leider zu wenig aussagekräftig.
Falls er weiter Probleme hat und Du noch zu einem Spezialisten musst, würde ich mit dem im Vorfeld klären, ob er als Zweitmeinung einen der Nagerzahncracks kontaktieren würde. https://www.curoxray.de/" onclick="window.open(this.href);return false; Am besten schon im Vorfeld erfragen, wie die Röntgenaufnahmen aussehen sollen. Dr. Böhmer macht das nur für Kollegen. Kostenpunkt war, glaub ich, 40€. :grübel: Kollegenmeinung über Dr. Böhmer war immer, sie kommt auf Sachen, die sonst keiner in Erwägung ziehen würde und sieht einfach mehr.
Ihr Buch: https://www.amazon.de/Zahnheilkunde-bei-Kaninchen-Nagern-Lehrbuch/dp/3794527518" onclick="window.open(this.href);return false;

Edit: Ich dachte gerade daran, dass Du ja aus dem Norden kommst. Dr. Fahrenkrug aus Quickborn ist auch Nagerzahnspezialist (hält u. a. Seminare gemeinsam mit Dr. Böhmer). Er bietet inzwischen auch Hilfe bei der Beurteilung von Röntgenbildern an. https://tierzahnheilkunde-seminare.de/hauptseite/infos-fuer-tierbesitzer.html" onclick="window.open(this.href);return false; Selber behandelt er in seiner Praxis in Hamburg.
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Emmy » Mo 23. Jan 2012, 20:51

Das ist ja echt blöd so ohne wirkliche Diagnose. :arg:

Allerdings gebe ich Miss Marple völlig recht, für ein vernüftiges Röntgenbild ist eine Narkose nötig.
Ich denke aber, ich würde erst mal abwarten wegen der Nachkontrolle, zumindest wenn er wieder anfängt, zu fressen. Sollte er es nicht von allein wieder tun, oder wieder Probleme beim Fressen auftreten, würde ich nen Spezialisten aufsuchen oder eben um die zweite Meinung bitten.

Ich hoffe, er fängt schnell wieder an, zu fressen :daum:
Gurkenscheiben in Hälften nimmt Ida immer gern, wenn die Zähne ärgern.
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Emmy » Mo 23. Jan 2012, 20:53

Öhm, wo wohnst du denn?
Vielleicht könnte ich dir da jemanden empfehlen...
Liebe Grüße von Kerstin

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mo 23. Jan 2012, 21:38

Er wurde zum Röntgen und für die Behandlung nur "beruhigt", bekam also keine Vollnarkose, war aber sowohl beim Röntgen als auch bei der Behandlung selber dann völlig "bewegungslos".
Wie Miss Marple schon vermutet hat, wurden allerdings wirklich nur einfache Aufnahmen gemacht (ich kenne mich zwar mit der Wirkung von "Beruhigungsspritzen" nicht so aus, aber die hätten vermutlich auch für wesentlich detaillierte Aufnahmen + Behandlung gar nicht lange genug angehalten, oder?)

Im Moment sitzt er gerade wieder am Heu, Frischfutter wird noch ignoriert. Aber zum ersten Mal seit dem WE wühlt er nicht mehr minutenlang aufgebracht im Heu herum, um einen passenden Halm zu finden, sondern mümmelt einfach. Ich bin ganz erstaunt, dass er ausgerechnet das Heu gerade so angeht. Hätte gedacht, er fängt vielleicht erst einmal mit der weichen Gurke an ...
Immerhin sieht er nicht mehr so gestresst und kaputt aus, wie vorhin.

@Wellen: Ja, unbefriedigend ist das wirklich ... ich kann mir irgendwie nicht so recht vorstellen, dass diese Sache jetzt ein einmaliges Ding war und ich danach nie wieder wegen der Zähne mit ihm los muss.
Hinter den Schneidezähnen gucke ich morgen nochmal; so wie ich es gesehen hatte, hat die TÄ vor allem den hinteren Bereich des Mäulchens gereinigt und angeschaut. Stumpfe Pinzette hab ich da, Rupert hat nämlich ab und an vorne was zwischen den Schneidezähnen hängen, was ich dann ganz vorsichtig damit entferne. Bin ja mal gespannt, was die nächsten Tage mit der Mariendistel passiert. Auf jeden Fall hab ich jetzt erst einmal welche da :-) Schaden tuts ja nicht.

@Miss Marple: Danke für die Ärzteempfehlung! Ich wohne selber am Stadtrand im Norden von Hamburg, d. h. ich könnte dann tatsächlich mal die Praxis von Dr. Fahrenkrug kontaktieren. Das nimmt mir auch schonmal etwas die Sorge wegen eines Zahnspezialisten, denn der, den ich beim ersten Nachschauen gefunden habe, ist ein TA, den ich von früher eher in schlechter Erinnerung habe (allerdings bei der Behandlung von Hunden).

@Emmy: Ich hatte mir das während des Einkaufens auch schon überlegt. Ihn jetzt diese Woche noch einmal zu stressen, wieder eine Spritze, wieder Untersuchung wäre vermutlich für den Organismus und sein seelisches Wohl nicht sehr zuträglich. Miss Marple hat ja schon eine gute Adresse für mich genannt, aber danke, dass Du Dir auch bzgl. TA Empfehlungen Gedanken gemacht hast! Gurke scheint ihn im Moment noch gar nicht zu interessieren ... ich mache ihm jetzt gleich mal Birnenstücke in verschiedenen Größen fertig (normaler Weise wird hier ja nicht geschnippelt, aber er soll es ja jetzt erst einmal etwas leichter haben) und gebe noch eine frische Extraportion Kräuter rein.

So long,
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Miss Marple » Mo 23. Jan 2012, 22:08

Jetzt gerade klingt es wieder nach Mäkelfressen, wie ich es kenne, wenn sich die Zahnprobleme infolge von etwas anderem entwickelt haben. :grübel:
Selbst so ein Negativstress wie TA kann ein Booster fürs Immunsystem sein. :daum:
Wenn Bertus sediert war, hätte es durchaus reichen können für die notwenigen Röntgenaufnahmen, wenn der TA routiniert genug ist. Die meisten Tierhalter verlangen solche Aufnahmen jedoch so gut wie nie, auch eine Kostenfrage. Deswegen machen TÄ solche Aufnahmen eher selten und die sind dann qualitativ nicht gut. Hatten wir hier leider auch schon von einem recht renommierten Zahnspezialisten.
Ich selber habe die bittere Erfahrung machen müssen, dass nicht mal die Notwendigkeit zu sedieren um zu röntgen gesehen wurde. Auch nicht von DEN Nagerspezialisten.
In den meisten Fällen sind Zahnprobleme fütterungsbedingt und die TÄ behandeln routinemäßig. Bei Zahnproblemen, deren Ursache nicht die Fütterung ist, muss man es A irgendwie schaffen, den TA zu überzeugen, dass nicht die Fütterung die Ursache ist, sondern etwas, was das Tier im Laufe der Zeit selber nicht mehr in den Griff kriegen konnte (und sie schaffen eine Menge Zipperlein von alleine!) und B dass der TA hier mindestens 200% geben und um alle Ecken denken muss.
Ich habe es letztes Jahr nicht geschafft.

Mal rechnerisch aufbereitet und weiter erklärt:
Schätzungsweise 90% aller Tiere, die zum TA kommen, sind rationiert gefütterte Tiere und durch eine falsche Futterauswahl erst erkrankt ... nur 10% der Tiere, die zum TA kommen sind erkrankt, ohne daß ein Zusammenhang zwischen Ernährung und Erkrankung hergestellt werden kann. Ein TA kann immerhin der Hälfte dieser Tiere helfen.

Füttert man halbwegs ausgewogen, abwechslungsreich und der Tierart gemäß, bleiben die 10% Krankheiten über, welche man auch bei den suboptimal ernährten Tieren findet und welche nix mit Ernährung zu tun hat - aber geht man mit diesen Tieren zum TA, kann er nur noch in 2% der Fälle (von den 10%, die erkrankt sind) tatsächlich helfen.

Gehe ich nun daher und gehe von 50 Tieren aus, dann kann im Falle 1 also 50 Tieren geholfen werdern und sie werden wieder gesund, im zweiteren Fall erkranken eh nur 10 Tiere, von denen allerdings nur zwei Tieren geholfen werden kann, sind also 8 kranke Tiere ... ich finde, das ist immer noch ein besseres Ergebnis, wie 50 Tiere auf 100 Tiere!

Und genau deshalb werde ich mir weiterhin die Mühe machen, für meine Kaninchen und Chinchillas Wildkräuter zu sammeln und im Winter mit frischem Gemüse, frischen Obst, Nadelgehölz, Efeu, Brombeerranken und die Chins zusätzlich zu dieser Kost mit getrockneten Kräutern zu füttern. Wenn mir danach ist, gibts auch Sämereien und Eicheln ... durchaus so viel die Tiere wollen ... wenn sie denn wollen.
Ich gehe an den 8 Tieren von 100 Tieren zugrunde, denen kein TA mehr helfen kann ... gehe ich zurück zur altbewehrten Pellet-Gemüse-Ernährung, hätte ich wieder 90 kranke Tiere von 100 - aber nen TA, der immerhin 50 von den Erkrankten retten kann ... subjektiv gibt das mehr Erfolgserlebnisse ...
https://www.tierpla.net/post200331.html#p200331" onclick="window.open(this.href);return false;
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mo 23. Jan 2012, 22:55

@Miss Marple: Ich kann ja einfach mal den "Fressverlauf" beschreiben und wieso ich überhaupt stutzig geworden und die Schweine spontan auf die Waage gesetzt habe.

Es fing damit an, dass irgendwie mehr Gemüse als sonst liegen blieb (man hat ja bei ad lib doch immer mal Reste, die dann entsorgt werden müssen). Das ging vor ca. 10 Tagen los. Ich dachte zuerst, es läge an mir, ich hätte vll. von einigen Sorten zu viel reingelegt.
Dann fiel mir auf, dass plötzlich extrem viel Paprika liegen blieb. Gut, war auch noch nicht so besorgniserregend, da es ausgerechnet eine Portion spanischer Paprika war (ich achte an sich darauf, keine aus Spanien zu nehmen und lasse sie sonst lieber weg, aber ich war da nicht selber einkaufen und war schon dankbar, dass mir mein Schweinefutter mitgebracht wurde). Paprika ist hier zwar sehr beliebt, aber ich hatte es schon häufiger, dass eine Paprika komplett liegen blieb, die nächste dann aber weg gefuttert wurde, als gäbs kein Morgen.
Verschiedene Salatsorten, Tomaten, Blattkohle und Kohlrabiblätter wurden weiterhin noch recht gut gefressen (allerdings hatte ich aufgrund der Abfälle auch etwas weniger reingelegt, aber immer so, dass von allem dauerhaft verfügbar war), Möhren und Fenchel war zwar etwas mehr über, als sonst, aber nicht allzu viel. Allerdings blieben andere Sachen (also z. B. Pastinake, Petersilienwurzel, rote Beete, Stauden- und Knollensellerie) vermehrt liegen. Von den Nadelhölzern und Ästen blieb auch einiges liegen, allerdings gucke ich da nie ganz so genau hin - die halten sich ja, und wenn sie fast abgenagt sind, gibt es neue.
Richtig stutzig wurde ich, als dann plötzlich auch keine Gurke mehr gefressen wurde. Das fiel mir letzten Donnerstagabend auf. Auch die Paprika lag nur zur Hälfte angeknabbert drin. Bertus kam aber ganz normal wie Rupert auch zum Futter, ging vor allem an Blättriges. Als ich verschiedene frische Kräuter nachreichte, ging er auch sofort ran. Als dann am Freitag immer noch Gurke und Paprika liegen blieben, aber auch sämtliche anderen Sachen über den gesamten Freitag nur teilweise angefressen waren, holte ich die beiden mitten in der Nacht raus (ich kam leider erst sehr spät nach Hause) und wog sie. Da hatte Bertus schon ca. 70 Gramm im Vergleich zu Anfang Januar abgenommen. Durchfall/Matschkot, Schnupfnase, Verletzungen oder Hautprobleme durch Parasiten konnte ich keine erkennen. Schwein sah nur ziemlich müde aus und als ich durch das Fell strich, "schuppte" er ein wenig. Dort, wo er gelegen hatte, lagen ein paar frische Köttel, die aber alle sehr klein waren (ca. halb so groß wie vorher und vor allem auch heller).
Daraufhin gab ich dann frisches Heu rein und füllte Kräuter auf, Bertus ging ran und "fraß", wühlte aber sehr viel im Heu herum und wirkte unzufrieden. Ich achtete dann darauf, wie er die Kräuter und das Heu kaute und stellte die in einem vorherigen Post beschriebenen Kauprobleme fest. Den restlichen Samstag wurden die Schuppen im Fell etwas mehr, allerdings vermute ich da, dass es der Nahrungsmangel war. Durch das Getrenntsetzen zum Fressen waren die Schuppen am Sonntag schon wieder weniger, heute waren kaum noch welche da. Ich vermute daher, dass er einfach durch das langsame Kauen zu wenig Nahrung aufgenommen hat und wegen der Probleme beim Fressen einfach - auch wenn es sich blöd anhört - keine Lust mehr zum Fressen hatte.

Im Vorfeld gab es hier keine Erkrankungen - kein häufiges Niesen, keine feuchte Nase, keine Atemgeräusche, Köttel sahen normal in Form, Farbe, Größe und Konsistenz aus (bis letzten Freitag zumindest), keine Anzeichen von Problemen beim Urinieren. Ich hatte sogar, als ich ihn am 8.1. mit 1520 Gramm von der Waage nahm, scherzhaft gesagt, wenn er noch näher an die 1600 Gramm Marke käme, müsse er mit mir ins Fitnessstudio aufs Laufband :-(
Das einzige, was mir Ende Dezember einmal aufgefallen war, war vermehrter "Schluckauf" beim Fressen, was sich aber nach 2 Tagen komplett wieder einstellte.
Ich bin also hinsichtlich einer Ursache derzeit völlig ratlos :-(

Gute Nachricht noch zum Abschluss: Ich habe ihm eben noch einmal getrennt ein "Spezialmenü" gereicht aus Kohlrabiblättern, Wirsing, Möhre, Gurke, Fenchelkraut, Dill, Petersilie, Oregano, Birne und Endivie. Bis auf die Birne und das Blatt Endiviensalat wurde alles angefressen bzw. z. T. komplett aufgefressen :freu: Jetzt, wo er Frauchen gezeigt hat, dass er Gemüse immer noch mag, darf er wieder zu Rupert und kann sich da sein Futter selber zusammensuchen :-)

So long,
Yas
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 23. Jan 2012, 23:29

Die Symptome sind so, daß ich das Gefühl habe, sie sollten mir was sagen - aber ich komm nicht drauf.
Ich faß also mal zusammen, was mir wichtig erscheint, vielleicht machts ja bei wem anders *click*

- Vor einem Monat Schluckauf
- leichte, für sich betrachtet, nicht besorgniserregende Gewichtsabnahme über einen Monat
- zunehmend mäkliges, langsames Fressen mit auffallenden Seitwärtsbewegungen des Kiefers
- Schuppung über zwei bis drei Tage
- heller, kleiner Kot über wenige Tage
- bevorzugt wird Blättriges und Kräuter, Heu wird mäklig gefressen - hier denke ich, daß Bertus auf Blättriges und Kräuter auswich, weil er das Heu nicht mehr mochte. Dann war einfach Gurke und Paprika zuviel des Guten, weil da viel zuwenig Silikate drin sind, also blieben sie liegen.

Die Zahnspitzen waren regelmäßig und unten ... also gibt es keine Verletzung an den Backenzähnen, denn sonst wären die Spitzen nicht so gleichmäßig ausgeprägt. Kieferprobleme sind auch unwahrscheinlich mit dem gleichen Argument. Wenn was an den Nagezähnen stören würde, wäre eher zu erwarten, daß Bertus öfter mit seinen Vorderpfoten übers Mäulchen wischt. Wir haben es hier also vermutlich gar nicht mit Zahn- oder Kieferproblemen zu tun, sondern mit irgendwas anderes ... vom Hals aus vielleicht?
Riecht Bertus aus dem Maul, wenn man dran riecht?

Weitere Möglichkeit - Galle?
Hat Bertus seit Dezember irgendwie fettige Sachen bekommen, die er sonst nicht bekommt, wie z. B. Ölsaaten?

Irgendwas Nervliches?
Läuft Bertus vielleicht bisweilen unsicher, schwankend oder macht den Eindruck von Ziellosigkeit?

Der helle Kot ... fällt irgendjemanden ein, außer Milchprodukte, was den Kot hell verfärben könnte?
War der Kot gleichmäßig glatt geformt, oder eher kreplig-unregelmäßig?
Waren es eher Kugeln oder eher Böhnchen?
War der Kot mit einer Schleimschicht bedeckt, oder mehr glänzend oder trocken?

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 00:23

@Murx: Yep, wobei die von Dir zusammengefassten Symptome (dünne Köttel, Schuppen) auch erst nach der Gewichtsabnahme auftraten und zusammen mit den Kauproblemen, weshalb ich da ursprünglich den Zusammenhang mit zu wenig Futter gesehen habe. Aber gut, dass Du darüber hinaus denkst, evtl. ist es ein Symptom, das zusammen mit den Zahnspitzen auf eine ursache hindeuten könnte, denn ich finde auch die gleichmäßigen Zahnspitzen auf beiden Seiten recht seltsam, und es würde ja an sich bedeuten, dass sie in etwa zum gleichen Zeitpunkt entstanden sein müssten. Daher müsste er also bei Kieferproblemen entweder auf beiden Seiten die gleiche Problematik habe, oder es gibt eine andere Ursache, durch die beidseitig keine richtige Abnutzung entstand. Wie schnell können sich solche Spitzen denn eigentlich bilden? (Man konnte sie im geöffneten Mäulchen mit blossem Auge schon sehen - die TÄ meinte, es seien nur "kleine Spitzen" und es gab keine Brückenbildung).

Über das Mäulchen hat er sich eigentlich nur die letzten Tage gewischt, wenn ich ihn zum Futtern beiseite gesetzt habe und er etwas Probleme hatte, das Futter ordentlich zu zermalmen.

Zu Deinen Fragen:
Riecht er aus dem Hals?
-> Nein, da ist mir nichts aufgefallen, und ich habe am WE desöfteren das Mäulchen und die Schneidezähne angeschaut und ihm etwas geholfen, wenn er versuchte, ein größeren Blatt Petersilie oder ein Stück Kohlrabiblatt wieder aus dem Maul rauszuschieben. In diesen Fällen roch er dann nur nach eingespeichelter Petersilie/Kohlrabi. Ansonsten keine Geruchsentwicklung. Auch die TÄ, die ja heute auch länger direkt an seinem Maul gearbeitet hat, erwähnte keinen ungewöhnlichen Geruch.

Fettige Sachen?
-> Nein, nicht anders, als sonst auch. Es gibt selten mal Erbsenflocken, ansonsten biete ich nur mehrmals die Woche Sonnenblumenkerne an (diese allerdings nicht ad lib sondern für jeden eine kleine Portion, das mache ich allerdings schon, seit die beiden als Jungtiere angeschafft wurden). Im Heu ist mir auch kein derartiges "Fremdfutter" aufgefallen.

Nervensystem, schwankend Laufen etc.?
-> Eigentlich eher im Gegenteil. Als junges Schweinchen hatte er etwas Koordinationsprobleme (kenne ich aber von Jungtieren verschiedener Säugetierarten nicht anders), d. h. er hatte seinen Körper beim Kurvenlaufen nicht so ganz unter Kontrolle oder hat sich mal bei Entfernungen verschätzt. Das gab sich aber, je älter er wurde und hörte mit ca. 6 Monaten ganz auf. Er hat auch recht lange gebraucht, ehe er Männchen machen konnte, ohne umzufallen. Rupert war da geschickter. Bertus stellt sich jetzt seit Ende letzten Jahres sehr regelmäßig auf die Hinterbeine, wenn Frischfutter und Heu aufgefüllt werden - ohne Wackeln oder Umkippen. Vorher ging er nur selten auf die Hinterbeine, wackeln/umkippen tut er aber schon seit über 1 Jahr nicht mehr.

Beschaffenheit der Köttel?
-> Normaler Weise haben seine Köttel die typische Form, also längliche, dicke Böhnchen dunkler Farbe. Frisch geköttelt waren sie leicht feucht, aber nicht schleimig. Wenn Schwein sie mal mit der Kralle beim Drüberlaufen zerbrochen hat, rochen sie nach verdautem Gras (sorry, ich weiß nicht, wie ich den Geruch sonst beschreiben soll), aber nicht muffig o. Ä.
Die Köttel der letzten Tage sind nicht ganz so lang wie normal, und ca. von halb soviel Umfang.Sie sind auch eher zapfenförmig, anstatt böhnchenförmig. Ich habe vorhin gerade ein paar frische Köttel von ihm gesehen, die heller waren, aber ansonsten auch nur leicht feucht waren. Keine Schleimschicht. Allerdings köttelt er im Moment auch wesentlich weniger, als sonst.

Vielleicht helfen Dir ja ein paar weitere Angabe zu seinem Verhalten.
Bertus ist ein "Faulschwein" - oder netter ausgedrückt - eher von der ruhigeren Sorte.
Er sprintet zwar auch mal im Auslauf oder im Gehege los, aber er ist nie in dem Ausmaß herumgerannt, wie Rupert.
Rupert liegt selten mal 10/15 Min. komplett still - er wechselt dauernd die Position, dreht sich, putzt sich zwischendurch, steht auf, geht wieder zurück usw. Bertus dagegen bewegt sich (außer bei seinen kurzen "Joggingeinlagen") eher zielgerichtet, d. h. er geht zu Futterplatz 1, sucht etwas, was er möchte. Findet er es, frisst er konzentriert an den Futtersorten, die er möchte. Findet er nicht das was er will (oder nicht alles was er will) geht er zum nächsten Futterplatz, guckt, frisst usw.
Er tendiert auch dazu, sein Futter um sich herum anzusammeln, d. h. er packt sich Gurke, Paprika, Salatblätter etc., die gut erreichbar sind, zerrt sie an eine zentrale Stelle und setzt sich mitten rein, so dass er nur den Kopf bewegen muss, um zu futtern. Oftmals schläft er dann auch zwischen seinem angesammelten Futter (Rupert wuselt lieber dauerhaft von A nach B und holt sich auch nicht das Futter zu seinem Ruheplatz).
Wenn er schläft, tut er dieses ebenfalls sehr "konzentriert". Wo er sich hinlegt, da liegt er und dreht sich auch nicht großartig hin- und her oder wechselt den Schlafplatz. Bewegungslos schlafen/liegen kann er durchaus auch 1 Std. und länger.
Die beiden wurden im Spätsommer letzten Jahres auch im Rahmen eines Routinechecks und einer Haarlingsbehandlung abgehört, u. A. auch das Herz. Da waren keine Auffälligkeiten.

Oh, und eben gerade hat er, ohne etwas zu fressen, einen kurzen "Hicks" gemacht (also dieses Verschlucken/Schluckaufgeräusch). Dieses Geräusch kenne ich ansonsten von ihm nur gelegentlich (so alle 10-14 Tage ein oder zwei Hickser) beim Fressen von sehr saftigen Sachen (also Gurke, Paprika) oder ab und an beim Heu. Allerdings macht er das schon seit ich ihn habe, und als ich die TÄ mal darauf ansprach, schaute sie nur nach und meinte, das sei normal.

Uff, schon wieder sehr lang geworden, sorry. Ich hoffe, ich habe nichts vergessen.

So long und danke für die Bemühungen!

Yas
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Isa » Di 24. Jan 2012, 07:02

Sorry, ich hab momentan so wenig Zeit :( (hab grad den inneren Zwang, extrem viel für meine THP Schule zu lernen), deshalb nur kurz:
Murx Pickwick hat geschrieben: Der helle Kot ... fällt irgendjemanden ein, außer Milchprodukte, was den Kot hell verfärben könnte?
Leberprobleme würden mir als erstes einfallen!
Kommt natürlich auf die Farbgebung an. Aber heller in Form von "ins gelbliche gehend" kann auf Leberprobleme hindeuten!!

Yasvindra, dem Kleinen wünsch ich natürlich alles erdenklich gute!! :daum:
Du bist hier in sehr guten Händen! :top: Sollte ich allerdings auch einen "Geistesblitz" haben, schreib ich sofort. :)
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Miss Marple » Di 24. Jan 2012, 12:11

Heller Kot kommt hier, wenn extrem viel Paprika gefressen wurde. Stinkt dann auch heftig.
Yasvindra, das Hicksen - kommt danach Kot und frisst er den evl. auch?
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 12:57

@Isa: Danke für die Besserungswünsche! Im Moment gefällt er mir nicht ganz so gut, sieht etwas müde aus. Werde ihn gleich noch einmal getrennt setzen und gucken, was er von alleine wegfrisst.
Bzgl. des Kots - oh je, mir schien der nur heller als normal. Ob er nun eher ins gelbliche ging, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht habe ich ja Glück und er köttelt gleich, wenn ich ihn getrennt sitzen habe. Dann schau ich mit das noch an.
Dir noch viel Erfolg beim Lernen!

@Miss Marple: Das Hicksen kam bis auf das eine Mal gestern immer nur beim Fressen. Geköttelt hat er direkt danach glaube ich nicht. Gestern jonnte ich es nicht sehen, weil der Hickser kam, als er in einer dunklen Ecke gelegen hat, es kam allerdings danach keine Bewegung Richtung After, um Köttel aufzunehmen - so viel kann ich immerhin sagen. Er hickste nur und blieb liegen.
Werde aber auch hier in Zukunft mal darauf achten, ob da ein Zusammenhang besteht.

So long,
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Di 24. Jan 2012, 13:16

Ist das Hicksen eher wie ein Schluckauf, also mehrere Hickser in Reihe, oder nur vereinzelt bzw nur drei, vier Hickser nacheinander?

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 13:31

Meistens ein bis zwei Mal, selten habe ich es 3 Mal gehört. Das Geräusch ist ... ich versuche es mal zu verschriftlichen ... "Hickirrgch".

Edit: Habe eben mal bei Youtube geschaut. Dieses Schweinchen macht fast den gleichen Laut am Ende (hoffe, ich darf das hier verlinken? Wenn nicht, bitte Bescheid sagen, dann nehm ich den Link wieder raus): https://www.youtube.com/watch?v=HyK--nh2Fuk
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Miss Marple » Di 24. Jan 2012, 13:40

Wie frisst Bertus denn heute?
Die Verdauungsprobleme scheinen mir doch eher zahnschweintypisch zu sein. :grübel: Hast Du Rodicare akut oder Colosan da? Ich glaub, ich würde das mal anbieten. Obwohl Colosan wohl kaum ein Schwein freiwillig nimmt. Selbst ein Krankschwein kommt da richtig in Bewegung auf der Colosan - Flucht. :?

Auch Edit: Diesen Hickser macht mein Diabetes - Schwein, wenn es gierig frisst.
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 14:22

Ich habe ihn gerade wieder zurück ins Gehege gesetzt. Er hat ein recht großes Kohlrabiblatt ca. zur Hälfte gefressen, außerdem noch getrocknete Schafgarbe 5 Minuten lang geradezu verschlungen. Petersilie, Dill, Oregano, Fenchel, Gurke, Knollensellerie und Endivie hatte ich ihm auch mit dazu gelegt - wollte er absolut nicht. Tomate wurde ein paar Mal abgebissen, dann reichte es ihm da auch.
Seit gestern hat er noch einmal 20 Gramm abgenommen, werde nun erst in 2 oder 3 Tagen wieder wiegen (es sei denn, es gibt einen auffälligen Grund, es früher zu tun).
Geköttelt hat er außerhalb des Gegehes nicht, nur Urin abgesetzt, der war etwas trüb und hatte weiße Kalziumfleckchen drin, sah aber alles sonst normal aus (hatte auch keine Probleme beim Pinkeln).
Danach hatte er dann genug und wollte wieder nach Hause (am WE hat er sich angewöhnt, dann immer zu mir zu kommen und zu versuchen, auf meine Schulter zu krabbeln *seufz* Hoffe, das stellt er wieder ein, wenn es ihm besser geht).
Im Gehege hat er dann noch ein paar Halme Heu gefressen. Sieht jetzt insgesamt wieder etwas munterer aus und hat auch seinen eigenen Kot 2x gefressen (kein Wunder, dass ich im Moment keine Köttel von ihm finde).

Beim Fressen hat er noch leichte Probleme, kaut noch stellenweise mit geöffnetem Mäulchen (also ähnlich wie vor der Entfernung der Spitzen), ich vermute mal, dass er sich erst wieder an die Zähne ohne Spitzen gewöhnen muss.

Rodicare akut hatte ich gestern Vormittag bestellt (das wurde ja auch in Emmy's Thread empfohlen) - hoffe, es kommt heute noch an. Mariendistel wird nach wie vor links liegen gelassen. Wenn ich gleich mit dem Hund unterwegs bin, gucke ich mal nach Löwenzahnwurzeln, sonst bestelle ich die sicherheitshalber auch noch.

Werde ihn nun einfach weiter beobachten (bin zum Glück selbständig und mein Arbeitsplatz ist direkt neben den Schweinchen, da sehe ich dann auch, ob und wenn ja was er sich selber zwischendurch an Fressen sucht).
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Di 24. Jan 2012, 14:43

Diese Art des Hicksen ist fast nur bei und nach gierigem Fressen zu beobachten - es ist das Äquivalent zu unserem Rülpsen, wobei allerdings die Luft, die im Magen zuviel ist, nicht wie bei uns per Magenkontraktion hinausbefördert wird, sondern durch Reduktion des Schluckreflexes - und das dauert länger, denn jedesmal Schlucken drückt die Luft wieder zurück in den Magen.
Luft im Magen ist sehr unangenehm ...

Wenn Bertus langsam frißt, sollte es rein theoretisch gar nicht passieren können, daß Luft mitgeschluckt wird, dann würde es jedoch heißen, daß Gase im Magen entstehen - zu geringer pH-Wert im Magen?
Helicobacter pylori im Magen und beginnendes Magengeschwür?
Oder schluckt Bertus aus irgendwelchen Gründen doch Luft beim Fressen?
Ich weiß nicht, wie man das auseinanderhalten könnte oder das ein oder andere davon ausschließen könnte.
Das Magendrücken durch Luft im Magen könnte jedenfalls auch eine Erklärung für schlechtes Kauen sein - das Schweinchen versucht, den Schluckreflex zu unterdrücken, daß es endlich die Luft loswerden kann, das kann es am Besten, wenn es versucht, mit halboffenen Maul zu kauen. Das wiederum dürfte die Kaumuskeln total überlasten, die Kaumuskeln vom Meerschweinchen sind ja gar nicht dafür ausgelegt, im Vergleich zum Menschen recht kurz und die Muskelstränge sind viel dicker. Außerdem liegen die Kaumuskeln ganz anders wie bei uns, sie sind dafür ausgelegt, den Kiefer gerade zu halten und eine effektive, schnelle Vor-Rück-Kaubewegung zu ermöglichen, wir sind ans Seitwärtskauen angepaßt. Das könnte Muskelkrämpfe geben - oder so eine Art Muskelkater. Das Kauen tut also zunehmend weh.
Die Folge davon wäre, daß das Meerschweinchen immer langsamer frißt, immer mehr ausprobiert, wie er mit weniger Schmerzen kauen kann und letztendlich zuwenig Nahrung auf Dauer aufnimmt - einfach weil das Kauen wehtut - und es heißt, daß durch die merkwürdigen Kaubewegungen irgendwann eben beidseitige Zahnspitzen entstehen, welche die Gesamtsituation noch mehr verschärfen, da die Backenzähne durch die Zahnspitzen nun nicht mal mehr richtig aufeinanderpassen und richtig Kraft aufgewendet werden muß, damit die Zähne überhaupt noch sich gegeneinander reiben lassen.
So das Murxsche Brainstorming dazu ...

Die Hefe im Rodicare akut fördert übrigens Luft im Magen, weiß also nicht, ob das so sinnvoll ist in dem Falle.

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 15:23

Also, dieses Hicksen/Schluckauf Geräusch fing als Babyschwein an, und trat auf, wenn er Gurke gefressen hat (eigentlich sein absolutes Lieblingsfutter). Er hat damals gerade Gurke sehr schnell gefressen, obwohl immer nachgelegt wurde. Ich ging davon aus, dass die Ursache dieses Fressverhaltens in der Tatsache begründet liegt, dass er aus einem 6er Wurf kommt und die ersten Wochen in einer Gruppe von 12 Schweinchen lebte, wo natürlich die Rangelei ums Futter recht groß war (keine ad lib Fütterung). Im Laufe der Zeit wurde das Hicksen weniger, aber ganz aufgehört hat es nie (er ist jetzt 1 3/4), schlingen tut er allerdings nicht mehr, nur habe ich mir halt nie wirklich Gedanken um das gelegentliche Hicksen beim Fressen gemacht :-(.
Bei Deiner Erklärung ist mir nun auch eingefallen, dass dieses vorher beschriebene "konzentrierte Fressen" vielleicht auch daher kommen könnte, dass er insgesamt langsamer kaut, um dieses Hicksen von früher zu vermeiden, sich aber trotzdem, oder gerade deshalb, ab und an verschluckt? Wäre somit ja ein blöder Kreislauf, hätte dann aber vielleicht keine organische Ursache, sondern würde eher eine Art "Selbstkonditionierung" sein?

Ich werde seine Art zu fressen weiter beobachten. Mal schauen, ob es sich ändert bzw wie sich das verhält, wenn die Behandlungsnachwirkungen durch sind. Wenn es weiterhin auftritt, werde ich die TÄ darauf ansprechen, dass er auf die von Dir angesprochenen, möglichen organischen Probleme untersucht wird.

Danke Dir.

Yas
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Di 24. Jan 2012, 15:35

Bei Deiner Erklärung ist mir nun auch eingefallen, dass dieses vorher beschriebene "konzentrierte Fressen" vielleicht auch daher kommen könnte, dass er insgesamt langsamer kaut, um dieses Hicksen von früher zu vermeiden, sich aber trotzdem, oder gerade deshalb, ab und an verschluckt? Wäre somit ja ein blöder Kreislauf, hätte dann aber vielleicht keine organische Ursache, sondern würde eher eine Art "Selbstkonditionierung" sein?
Zumindest klingt es für mich wahrscheinlicher, wie Helicobacter pyloris oder zu hoher pH-Wert im Magen.
Denn ... wenn er gelernt hat, gierig zu fressen, jedoch aus irgendwelchen Gründen mehr Probleme hatte, wie andere Meerschweinchen, wäre es für mich zumindest eingängig, wenn er da einfach sich falsches Kauen antrainiert hat und nun nicht mehr von loskommt.
Bei Helicobacter pyloris sollte das Hicksen erst viel später in seinem Leben auftreten und auch ein falscher pH-Wert wäre ja bestimmt nicht seit Anbeginn an - also auch hier wieder eher unwahrscheinlich, weil ja das Hicksen von Anfang an da war.

Wenn du tatsächlich nach Magengeschwür oder Abklärung des pH-Wertes im Magen frägst, interessiert mich die Antwort. Vielleicht gibt es ja tatsächlich Möglichkeiten bei Meerschweinchen, sowas abzuklären. Es hat sich ja doch schon viel getan, was die Diagnostik bei Meerschweinchen angeht.

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Di 24. Jan 2012, 16:10

Ich werde hier auf jeden Fall weiter berichten.

Wenn die TÄ gestern eine Ursache am Kiefer übersehen haben sollte, müsste sich das ja bei einer Nachkontrolle durch den von Miss Marple genannten Zahnspezialisten klären. Wenn der aber auch keine zahn/kieferbedingte Ursache feststellen kann, muss es etwas anderes sein.
Und ehe ich dauernd Zahnkorrekturen machen lasse, ohne zu wissen, wodurch die Fehlstellungen entstehen, müssen dann eben alle anderen Sachen abgeklärt werden, sofern das technisch möglich ist. Und gute Ansätze für weitere Ursachen sind ja im Verlauf dieses Threads schon rausgekommen :-)

Also werde ich nun erst einmal schauen, dass er wieder mengenmäßig so frisst, wie vorher, dann einen Termin zur Nachkontrolle in 2-3 Wochen machen (es sei denn, sein Fressverhalten bessert sich nicht die nächsten Tage) und sehen, was dabei herauskommt. Je nach Ergebnis müssen wir sonst Stammgast beim TA werden, bis eine Ursache gefunden ist.
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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Yasvindra » Mi 25. Jan 2012, 14:32

So, hier mal ein kurzes Update zu Bertus:

So richtig klappt es mit dem Fressen noch nicht. Ich habe das Gefühl, dass da immer noch etwas an den Zähnen stört, vielleicht bin ich aber auch zu ungeduldig. Er futtert zwar von den angebotenen Sachen immer ein bißchen, hält sich aber hauptsächlich an Kohlrabiblätter. Lauch nimmt er auch noch gerne. Aber gerade weichere, fleischige Sachen sind schwierig (Gurke und Paprika), Tomate hingegen scheint er halb zu lutschen und halb zu kauen.
Unterdessen wird auch Mariendistel angenommen, allerdings scheint er gerade bei diesen harten Samen verstärkt Probleme zu haben, kaut sehr lange daran herum, verzieht das Mäulchen usw. Aber immerhin will er fressen.

Wenn ich morgen das Gefühl habe, dass sich keine kleine Besserung einstellt, werde ich den Zahnspezialisten kontaktieren und einen Termin abmachen, denn bevor das Symptom "Zahnproblem" nicht im Griff ist, wird es mit der Ursachenfindung ja auch nicht klappen.

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Re: Hilfe bei portentiellem Zahnschwein

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 25. Jan 2012, 17:18

Metacam hilft auch nicht?
Denn das sollte ihm auch Kaumuskelschmerzen nehmen, wenn er darunter leidet ...

Was mir noch einfällt, sind eine Reihe von Knochenerkrankungen, bei denen die Kieferknochen gleichmäßig in Mitleidenschaft gezogen werden ... dann wären auch bei Kieferproblemen eine gleichmäßige Spitzenbildung zu erwarten.
Am schwersten dürften auf Röntgenbildern Veränderungen des Kiefergelenkes selbst zu sehen sein ... und die Schmerzen, die da entstehen, lassen sich auch mit Metacam nicht unterdrücken.

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