Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

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Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Mo 5. Jul 2010, 11:55

Ob nun exotische Säuger, Fische oder Reptilien - Wildfänge bzw Farmzuchten werden bei vielen Tierarten angeboten.
Ist es für euch ein generelles no go solche Tiere zu erwerben und zu halten? Hat jemand wissentlich oder unwissentlich Erfahrungen mit WF / FZ gemacht ?

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 5. Jul 2010, 12:34

Ich würde mir keine Wildfänge anschaffen.

1. bedeutet es immensen Streß für die Tiere aus ihrer Heimat rausgerissen zu werden um danach in Käfigen zu leben. Dazu kommen dann zusätzlich noch andere klimatische Bedingungen und andere Nahrungsmittel.

2. Andere klimatische Bedingungen und quasi "ad hoc" Nahrungsumstellungen führen aber meiner Meinung nach unweigerlich zu kranken Tieren....
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Doro » Mo 5. Jul 2010, 12:37

Gerade bei nicht meldepflichtigen Tieren weiß man aber nie so genau ob es Nachzuchten sind oder vielleicht doch Wildfänge. Und selbst wenn es Wildfänge sind wird gerade in Zooläden oder auch schon im Großhandel eine Menge gedreht. Stirbt angemeldetes Reptil 1 rückt Wildfang 2 dafür nach, schon hat man eine angebliche deutsche Nachzucht die in Wirklichkeit ein Wildfang ist.

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von RuJo » Mo 5. Jul 2010, 13:08

Ja, für mich definitiv. Und zwar egal um welche Tierart es sich handelt.
Aber besonders bei Tieren, die in ihrer Heimadt vom Aussterben bedroht sind. Gerne wird dann mal das Argument hervorgebracht, dass man dann doch aber zumindest die Art in Gefangenschaft erhalten könnte. Ja aber wofür denn, wenn wärend dessen ihr natürlicher Lebensraum zerhackstückelt wird?
Bei Tieren, die sich in Gefangenschaft schlecht vermehren lassen ist die Wildfangrate besonders hoch. Ich verstehe den Sinn nicht, warum man dann diese Tiere unbedingt halten muss...warum? Nur um sie zu haben, zu besitzen? Das ist doch pure Befriedigung des eigenen Egoismus. Natürlich ist das jede Tierhaltung irgendwie... ich habe daher eine Zeit lang auch in einer echten Sinnkrise gesteckt und wollte selber keine Tiere mehr halten.
Diese ganzen Second-Hand-Tiere jedoch stehen auf einem anderen Blatt. Sie wurden nicht für mich gefangen oder gezüchtet, sind nicht durch mein Interesse an ihnen in diese Lage gekommen, und haben es in aller Regel bei mir wesentlich besser, als an ihrem vorherigen Ort. Hier kann ich die Haustierhaltung mit meinem Gewissen vereinbaren (allerdings auch nur in Grenzen... Vogelhaltung wie ich sie für richtig halte werde ich sicherlich lange Zeit nicht annähernd realisieren können.. daher würde ich sie auch nicht bei mir haben wollen, selbst wenn sie es bei mir besser hätten als anderswo).

Diese ganzen Wildfangdebatten habe ich damals extrem mitbekommen, als ich noch in einem Aquaristikforum aktiv war. Damals (2005) wurde gerade beschlossen ein Fangverbot für 150 L-Wels-Arten aufzuerlegen. Das war ein Riesenhipe unter den Aquarianern. "Oh mein Gott, die werden noch teurer." "Ohje, mein Händler hat die nicht mehr, wo bekomme ich jetzt noch schnell einen L46 (oder was auch immer)" ... da wurde nur darüber debattiert, wie schrecklich das für die betroffenen Aquarianer ist. Mit keiner Silbe wurde da mal daran gedacht, aus welchem Grund das Verbot in Kraft trat, nur die NAchteile für die Aquaristik waren interessant.


Im übrigen sehe ich auch das ganze CITES-Gemauschel ziemlich kritisch. Schön, da werden also Tierarten zertifziert, die gehandelt werden dürfen, weil sie ind er Regel nicht akut bedroht sind.
Das Problem ist, dass die Leute, die sich dann damit konfrontiert sehen oft keine Spezialisten sind. So ein Zöllner weiß oft gar nicht, welche Amazonenart er da nun vor sich hat zum Beispiel, die sehen doch alle recht ähnlich aus... ist es wirklich die Tierart, die da auf dem Zettel steht? Zudem ist es gerade in den Ursprungsländern vieler Exoten nicht so schwierig sich die Papiere zu besorgen die man braucht.. wenns im eigenen Land nicht klappt, so besticht man halt jemanden vom NAchbarland..
Zudem sind nach wie vor Transportkäfige gängig, wo man an die hinteren Fächer nur herankommt, wenn man die vorderen leer räumt...viel zu viel Aufwand am Zoll. Und darauf wird spekuliert.. in den vordern Boxen sind dann oft die tiere, die legal geliefert werden, die wahren Schätze verbergen sich in den uneinsichtigen Boxen.
Nun hat man einen Zöllner, der es genauer nimmt, der die Fracht auch Stunden aufhält, um alles zu überprüfen...das macht er zweimal umsonst, und er fliegt. Viel zu teuer so ein Aufwand.
Und was macht man eigentlich mit einer Lieferung von hunderten illegaler Tiere? Wo bringt man sie unter? Die meisten Tierheime sind nicht darauf ausgelegt, Exoten (und schon gar nicht in größerem Umfang) aufznehmen... also wenn es nicht zu offensichtlich ist, wird da teils auch bewusst gar nicht zu genau hingeschaut..
CITES ist ein netter Ansatz, aber in der Praxis erleichtert er die erflogreiche Wilderei vielmehr, als dass er sie ausschaltet. Generelle Fangverbote bzw Handelsverbote zumindest wären sehr viel sinnvoller.
"Ein gutes Buch, das von majestätischer Unerschlossenheit an seiner Stelle im Regal steht, stellt die aufmunternste Form intellektueller Wandverkleidung dar!" (David Quammen "Die Hörner des Rhinozeros")

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Mo 5. Jul 2010, 13:24

öhm Doro, das geht auch bei privaten Leuten...da kann genauso jemand eine Cham oder ´ne Schlangennachzucht mit korrekten Papieren erworben haben und dir´n Wildfang mit den Papieren der NZ andrehen

@Schweinsnase: wird nicht jedes Tier aus der Heimat gerissen? Ob nun die Katzen- oder Meeribabys neue Halter bekommen oder zur Blutauffrischung Tiere getauscht werden, in´s Th gebracht oder von dort geholt werden ect? Kommt Stress nicht bei jeder Käfighaltung vor?
Wie ist das mit der Ernährung? Stellst du die nicht auch um auf das, was du als tiergerechter empfindest ? Weiss man bei jedem Tier was wann wie der Vorbesitzer gefüttert hat?

@Rujo:
Für mich macht es Sinn eine Art zu erhalten, sie zu schützen und zu vermehren auch wenn sie in der Natur (meist wegen dem Menschen) nicht mehr vorkäme - als Mahnmahl, als Beispiel für die nächstsen Generationen besser auf ihre Umwelt zu achten, um Wissen zu erlangen was wie und warum - eben ums besser machen zu können

Ich bin nicht generell für WF/FZ aber auch nicht prinzipiell dagegen.So´n Jemencham, ´n Köpy oder eine Kornnatter beispielsweise würd ich nicht als WF kaufen weils es da genug Nachzuchten gibt aber wenn niemand zB Meeris oder Kornattern hier "domestiziert" bzw gehalten und vermehrt hätte, gäbe es die wohl in unseren Breiten auch nicht als Haustier...
Es kommt keiner auf die Idee zu sagen einen Hund zu halten ist verwerflich aber auch der stammt doch vom Wolf ab und wäre ein in der Natur in unseren Breiten ausgestorbenes Wildtier

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Di 6. Jul 2010, 14:31

mmh ich hoffte irgendjemand bringt mal neue Aspekte in meine zwiespältigen Überlegungen.

Für jedes gekaufte Tier rutschen neue nach, egal ob ich auf´ner Börse, im Laden, vom Züchter oder sonst wo erwerbe.
Nehme ich ein "gebrauchtes " Tier ist das lobenswert aber wurde das nicht auch mal irgendwo gekauft und ist sind dafür nicht ebenfalls schon Vertreter seiner Art dafür nachgerückt ?

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von steffi » Di 6. Jul 2010, 14:54

nuu, ich bin auch der meinung, auf wildfänge kann verzichtet werden, wenn entsprechende nz vorhanden sind...

wildfänge sind durch äußere belastungen durch transport, umstellung usw. glaub ich auch nicht so robust, wie jetzt ein tier, das nachbar a oder b gezüchtet hat - wenn ihr versteht, wie ich das meine....zumindestens warnt mich mein bekannter aus der zoohandlung immer vor wf und gesundheitlicher probleme...

will man tiere halten, deren nachfrage noch nicht über nz gedeckt sind, sollte dann auch das nötige fachwissen und haltungsvorraussetzungen gegegen sein, um den tatbestand des artenschutzes auch anführen zu können..
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von halloich » Di 6. Jul 2010, 15:05

Ich hatte mal Elefantenfische im Aquarium.
Meines Wissens nach sind das auch reine Wildfänge, sind wohl sehr schlecht, bis gar nicht, in Gefangenschaft zu vermehren.
Auch wenn sie anspruchsvoll waren, weil Futterspeziallisten, fand ich sie schön und habe ich mir gekauft.

Ob das nun Wildfänge sind oder nicht oder wo sie herkommen habe ich mir gar keine Gedanken drüber gemacht.

Ein "gebrauchtes" Tier ist natürlich das löblichste was es gibt.
Aber jedes Tier hat eine Daseinsberechtigung.

Bei den "gebrauchten" geht es ja nur darum das man den Vermehrern, illegalen Banden den Absatzt vermiest und sich das Geschäft nicht mehr lohnt. Ich denke gerade an "Rassehunde" aus dem Ausland.

Ich denke der Mensch ist dafür zu egoistisch, genauso wie bei den Wildfängen, was Mensch haben will wird besorgt.
Wenn Mensch aber nicht so egoistisch wäre, wäre der mensch vermutlich schon ausgestorben.
Ist allerdings nur meine Meinung.
wildfänge sind durch äußere belastungen durch transport, umstellung usw. glaub ich auch nicht so robust, wie jetzt ein tier, das nachbar a oder b gezüchtet hat
Ich denke gerade Tiere von vermehreren sind wesentlich unrobuster. Inzucht, Krankheiten, da wird kein krankes Tier aus der "Zucht" genommen.
nuu, ich bin auch der meinung, auf wildfänge kann verzichtet werden, wenn entsprechende nz vorhanden sind...
Und wenn keine Nachzuchten da sind?
Warum nicht auf auf Wildfänge verzichten?

Versteh mich bitte nicht falsch, ich hatte ja auch schon Wildfänge, soll nur zum Disukutieren anregen ;)
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Di 6. Jul 2010, 15:23

janee, ähnliche Überlegung wäre: ich hole eine Farbmaus (nix exotisches wildgefangenes) aus´m Tierheim.
Die könnte ja eventuell irgendwo aus Massenhaltung stammen, wäre auch transportiert vom Massenvermehrer über´n Großhändler zum Tierladen, dann gekauft und abgegeben. Damit hätte die Maus dann auch Ernährungsumstellungen, Transporte usw hinter sich..ist die robuster, gesünder als ´n WF ?
steffi hat geschrieben:will man tiere halten, deren nachfrage noch nicht über nz gedeckt sind, sollte dann auch das nötige fachwissen und haltungsvorraussetzungen gegegen sein, um den tatbestand des artenschutzes auch anführen zu können..
Interessant! Mal so unter Zieselhaltern, wir halten Wildfänge und da gibts nicht so viele Infos was Heimierhaltung und deren Haltungsvoraussetzungen betrifft. . .hat uns nicht davon abgehalten.
Artenschutz brauchen Ziesel auch nicht, da sie sich recht gut vermehren in ihrer Heimat. Für viele Bauern sogar viel so gut (Feldschädlinge). Laut meiner Info wurden viele Richis per Fallen gefangen und einfach getötet ehe man auf die Idee kam die Jungtiere aufgrund ihres possierlichen Aussehens zu importieren

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von steffi » Di 6. Jul 2010, 15:27

ich meine ja, warum tiere aus dem habitat rausreißen, wenn x bis y hier das gleiche tier züchtet??

keiner käme doch heute auf die idee, einen weißbauchigel -wf zu kaufen, nachdem sich hier mittlerweile gott und die welt an der vermehrung testet :X :nö:

klar gibt es auch die tiere, die sich nicht so leicht vermehren lassen, bzw. wo du vorraussetzungen erfüllen mußt (ziesel wäre ein beispiel, wo die nz noch nicht soooo verbreitet sind). da muß ich mit sicherheit auf wf zurückgreifen - wenn ich es jetzt unbedingt haben will!

was die wf und die resistenz angeht: ich bin der meinung, das wf krankheitsbedingt eher belastet sein können von parasiten als zb eine dnz. transport-streß tut den rest dazu, die gefahr, daß du wf montag kaufst und fr begräbst, sind sicher nicht von der hand zu weisen....


was die inzucht angeht, fand ich diesen artikel sehr interessant - ihr vielleicht auch:

https://www.rodent-info.net/inzucht.htm" onclick="window.open(this.href);return false;

@ziesel: sorry, wenn ich widersprech, ich habe nz... :lieb:
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von RuJo » Di 6. Jul 2010, 17:22

Ziesel hat geschrieben: Für jedes gekaufte Tier rutschen neue nach, egal ob ich auf´ner Börse, im Laden, vom Züchter oder sonst wo erwerbe.
Nehme ich ein "gebrauchtes " Tier ist das lobenswert aber wurde das nicht auch mal irgendwo gekauft und ist sind dafür nicht ebenfalls schon Vertreter seiner Art dafür nachgerückt ?
Der Unterschied ist hier, das es dem ursprünglichen Verkäufer völlig egal ist, wie oft sein Tier noch die Halter wechselt, nachdem er seinen Profit daraus geschlagen hat. Der Ursprüngliche Verkäufer verdient an jedem weiteren Halterwechsel nicht...die Nachfrage nach seinen Tieren wird dadurch nicht gesteigert. Im Gegenteil. Derjenige, der Secondhandtiere erwirbt hätte ja andernfalls vielleicht bei dem Ursprungsverkäufer ein Tier erworben und dadurch tatsächlich seinen Umsatz gesteigert, die Nachfrage gesteigert und der Ursprungsverkäufer wäre damit daran interessiert gewesen sein Angebot zu erweitern bzw mehr Tiere "herzustellen" oder einzufangen.

Einfach gesagt: Man hat zwei Leute, die sich ein Kaninchen anschaffen möchten. Beide kaufen das Tier beim Züchter. Einer hat nach zwei Jahren genug davon und gibt es im Tierheim ab, wo es nun vergeblich auf einen Platz wartet, da der potentielle Neuhalter sich sein Tier auch beim Züchter gekauft hat.
Im zweiten Fall kauft sich nur einer ein Tier beim Züchter, gibt es nach zwei Jahren ins Tierheim und dort holt sich der zweite das Tier dann aus zweiter Hand. Der Züchter hat hingegen eine Einbuß erlitten, die Nachfrage ist um die Hälfte gesunken und es macht für ihn keinen Sinn mehr, zwei Kaninchen zum Verkauf zu erzeugen, sondern eins reicht aus. Eventuell rentiert sich das aber nicht mehr (mit der Masse der Produkte sinken auch die Kosten der Erzeugung!..einfachster ökonomischer Grundsatz) und er hört sogar ganz auf.

@Rujo:
Für mich macht es Sinn eine Art zu erhalten, sie zu schützen und zu vermehren auch wenn sie in der Natur (meist wegen dem Menschen) nicht mehr vorkäme - als Mahnmahl, als Beispiel für die nächstsen Generationen besser auf ihre Umwelt zu achten, um Wissen zu erlangen was wie und warum - eben ums besser machen zu können
Na gut, das ist sicherlich ein individueller Standpunkt, für wie sinnig man es erachtet, Arten in Gefangenschaft zu erhalten. Es kann unter Umständen sicherlich auch nützlich sein...so sind ja zB die Przewalskis in Freiheit schon ausgestorben und der Versuch läuft, diese Tiere wieder auszuwildern (allerdings bisher nicht ebsonders erfolgreich). Das mag in diesem Fall eventuell klappen...meistens sicherlich eher nicht. Grund liegt ganz einfach an der Lebensraumzerstörung. Wohin sollte man die Tiere auswildern, wenn der Lebensraum und die Nahrungsgrundlagen schlicht nicht mehr existieren. Beim Przewalski ist es einfach Glück, dass sein Lebensraum für den Menschen an sich nicht von so großem Interesse ist, und daher in vielen Gebiten überdauert hat. Bei Regenwaldarten sieht das schon ganz anders aus. (bzw gibt es auch Studien an einigen dutzend Raubsäugerarten, die gezeigt haben, das ausgewilderte Tiere sich Mehrheitlich nicht mehr etablieren können in der Wildnis)
Wie dem auch sei...gehen wir mal davon aus, dass es erstrebenswert ist, eine Art einfach nur zu erhalten.
Dann sind in meinen Augen aber sicherlich nicht Privathände die erste Adresse, sondern öffentliche Einrichtungen und Institutionen. Dort wären die Tiere als "Mahnmal" auch zugänglicher. Wem nützt ein Mahnmal im Wohnzimmer von Hans-Meier?

Ich bin nicht generell für WF/FZ aber auch nicht prinzipiell dagegen.So´n Jemencham, ´n Köpy oder eine Kornnatter beispielsweise würd ich nicht als WF kaufen weils es da genug Nachzuchten gibt aber wenn niemand zB Meeris oder Kornattern hier "domestiziert" bzw gehalten und vermehrt hätte, gäbe es die wohl in unseren Breiten auch nicht als Haustier...
Ja, und? Ich kann mich da halloichs Frage nur anschließen. Warum dann nicht einfach verzichten?
Ich vertsteh den Sinn nicht.
Es kommt mir immer vor wie "je exotischer desto schaut mal was ich hab!" :roll:
Es kommt keiner auf die Idee zu sagen einen Hund zu halten ist verwerflich aber auch der stammt doch vom Wolf ab und wäre ein in der Natur in unseren Breiten ausgestorbenes Wildtier
Der Unterschied liegt hier darin, dass diese Domsetikationen zu Zeitpunkten stattfanden, als der Mensch sich nicht aus purer Langeweile möglichst exotische Tier ins Haus holen wollte, und zu dem Zeitpunkt sicherlich auch andere Probleme hatte, als darüber zu sinnieren. Tiere waren damals quasi unverzichtbares Nutzgut...entweder als Transportmittel, Schädlingsbekämpfer, Nahrungsmittel.. oft auch mehrere Dinge gleichzeitig.
Ich denke nicht dass man einen Hund zum Beispiel mit einer Schlange vergleichen kann was das angeht (wobei es für viele Hund auch besser wäre, wenn sie nicht gehalten würden...)
Diese Tiere sind Jahrtausende Domestikation durchlaufen.
Der Unterschied liegt darin, das heute jeder Hanswurst in den Zooladen rennen kann, und sich irgendwelche anspruchsvollen Tiere als Heimtiere in die Bude stopfen kann, weil er Zeit Geld und Muse dazu hat... und hat er sie nicht mehr, werden sie halt weider abgeschoben.

Ich denke, es gibt schon genug Tiere, an denen Mensch sich da austoben kann... warum muss es ausgerechnet auch noch das eine sein, was sonst keiner hat, un wenn man es dafür direkt aus dem Dschungel von seinem Ast klauben muss...? Ich verstehs einfach nicht...
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ezilie » Di 6. Jul 2010, 21:36

Huhu,

finde ich ein schwieriges Thema. Natürlich möchte ich auf gar keinen Fall -bewusst- mir ein Tier "anschaffen" was extra für den Markt aus der Natur entrissen wurde. Da bin ich strikt dagegen und würde alles unternehmen um diese Tierquälerei zu unterbinden. Nicht nur dass die Tiere aus ihrem Lebensraum entrissen werden und einen seelischen Schaden davon tragen, nein, leider sind die Fangmethoden oft auch sehr brutal und es gibt leider sehr viele Tode.....

(vgl. meinen Beitrag im Vogelwiki dazu - nur um einen kleinen Eindruck über die Methoden zu bekommen:

[url]http://www.tierpla.net/wikipet-vogel/von-naturbruten-handaufzuchten-und-wildfangen-t5620.html[/url]

Auf einem ganz anderen Blatt stehen die Wildfänge die wieder abgeschoben werden, weil sie doch nicht so toll sind. Ich kann mich hierbei auch primär nur auf meine Erfahrungen in der Vogelhaltung beziehen. Es ist leider oft so, dass diese Tiere zur prestige gehalten werden. Die Haltungsbedingungen sind hierbei nebensächlich. Leider entwickeln diese Tiere neben körperlichen Krankheiten oft eine Fehlprägung. Bei Vögeln kann sich das z. B. durch Federrupfen, aggressiven Verhalten oder zu sog. "Schreiern" führen. Diese Tiere sind ungemütlich und werden oft wieder abgeschoben. Solchen Tieren biete ich gerne ein Zuhause. Natürlich bin ich bei weitem nicht in der Lage ihnen ein Leben zu bieten wie in der Freiheit, aber ich kann das beste aus dem Übel machen. Ich glaube allerdings auch nicht, sofern man die Möglichkeiten hätte, dass man diese Tiere ohne Weiteres in die freie Wildbahn entlassen kann und dies auch überleben würde. Dies ist denke ich nur mit intensiven Training in einer Auswilderungsstadion möglich und sowas aufzuziehen bzw. zu finden ist glaube ich sehr schwierig.

So, ich hoffe ihr versteht halbwegs was ich sagen wollte. Mein Mann quatscht die ganze Zeit nebenher und da ist es schwierig sich zu konzentrieren... :heul:

VLG
Kira - Manchesterterrier-Mischling; Jada,Esmeralda,Barney - Chinchillas; Rocko & Cora - Graupapageien (Kongo);
Dörte & Spencer - Agarponiden; Wuschi, Sternchen, Humphrey - Katzen;
Blubis - Scalare, Feuerschwanz, Trauermantelsamler, Phantomsamler etc.

Man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können.
[F. Nietzsche]

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Di 6. Jul 2010, 23:05

mmh ja Rujo, ich verstehe was du meinst sehe es nicht ganz so
RuJo hat geschrieben:Der Unterschied liegt hier darin, dass diese Domsetikationen zu Zeitpunkten stattfanden, als der Mensch sich nicht aus purer Langeweile möglichst exotische Tier ins Haus holen wollte, und zu dem Zeitpunkt sicherlich auch andere Probleme hatte, als darüber zu sinnieren. Tiere waren damals quasi unverzichtbares Nutzgut...entweder als Transportmittel, Schädlingsbekämpfer, Nahrungsmittel.. oft auch mehrere Dinge gleichzeitig.
Ich denke nicht dass man einen Hund zum Beispiel mit einer Schlange vergleichen kann was das angeht (wobei es für viele Hund auch besser wäre, wenn sie nicht gehalten würden...)
Was ist exotisch ? Alles was hier nicht natürlich vorkommt? Gehören Wellensittich, Meerschwein ect dann nicht genauso zu den Exoten? Zu welchem Zweck/Nutzen wurden die domestiziert ?
RuJo hat geschrieben:Der Unterschied liegt darin, das heute jeder Hanswurst in den Zooladen rennen kann, und sich irgendwelche anspruchsvollen Tiere als Heimtiere in die Bude stopfen kann, weil er Zeit Geld und Muse dazu hat... und hat er sie nicht mehr, werden sie halt weider abgeschoben.
Und wo ist der Unterschied zu früher als darüber nicht nachsinniert wurde ? Für mich ist der Unterschied, dass sich früher nicht jeder einen "Exoten" leisten konnte und die es konnten haben sich meist nicht selbst drum gekümmert. Dafür gabs Leute und somit keinen Grund zum abschieben...
RuJo hat geschrieben:Na gut, das ist sicherlich ein individueller Standpunkt, für wie sinnig man es erachtet, Arten in Gefangenschaft zu erhalten. Es kann unter Umständen sicherlich auch nützlich sein...Wie dem auch sei...gehen wir mal davon aus, dass es erstrebenswert ist, eine Art einfach nur zu erhalten.
Dann sind in meinen Augen aber sicherlich nicht Privathände die erste Adresse, sondern öffentliche Einrichtungen und Institutionen. Dort wären die Tiere als "Mahnmal" auch zugänglicher. Wem nützt ein Mahnmal im Wohnzimmer von Hans-Meier?.
Jein, öffentliche Institutionen wären sicher eine gute Möglichkeit (Zoo, Tierpark..) aber wenn Hans Meier besser in der Lage ist die individuellen Bedürfnise zu erfüllen und seine Beobachtungen/Erfahrungen /Wissen der Öffentlichkeit zugänglich macht wäre das für mich völlig ok.
RuJo hat geschrieben:Ich kann mich da halloichs Frage nur anschließen. Warum dann nicht einfach verzichten?
Ich vertsteh den Sinn nicht. Es kommt mir immer vor wie "je exotischer desto schaut mal was ich hab!" :roll: ?.
Ich weiss nicht ob das bei allen Haltern wirklich´ne Rolle spielt, zB die Fische meiner Eltern sind sicher WF aber da gings gar nicht um´s exotische oder besondere. Es waren einfach die, die beiden am besten gefallen haben, optisch (Farbe, Form) und von den ihrer Meinung nach eleganten Bewgungen her.
Genauso wird wohl auch bei Rassen von Katzen oder Hunden nicht immer nur das exot. Aussehen eine Rolle spielen sondern auch pragmatischere Überlegungen was Ansprüche, Möglichkeiten und Vorlieben des Halters betrifft

@ Steffi: du hast mich neugierig gemacht. Wie kommst du darauf, dass es NZ sind und wie kamst du überhaupt zu Zieseln? (Omahoppenstett, ich wüsste auch gern wo sie dir über´n Weg zieselten). Würdeste bitte bitte mal erzählen
Da gibts auch Thema zu: https://www.tierpla.net/haltung-kleinsauger/meine-zieselhaltung-und-wie-ich-dazu-kam-t2231.html" onclick="window.open(this.href);return false;

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Doro » Mi 7. Jul 2010, 09:59

Ich werf jetzt einfach mal was in die Runde was mir gerade so durch den Kopf geht. Viele Tierarten, unsere "Haustiere" mal ausgenommen, sind nur interessant wenn sie selten und teuer sind, frei nach dem Motto: Schaut mal was ich habe. Diese wenigen Tiere die auf dem Markt sind sind dann oftmals Wildfänge. Sobald der Markt mit Nachuchten gedeckt wird sinkt aber auch das Interesse weil es ja dann oftmals jeder hat bzw. sich jeder leisten kann. Wildfänge haben, gerade wenn es "neue" Tiere sind die auf den Markt geschmissen werden, ihren Preis. Ab einer gewissen Nachzuchtmenge geht der Preis runter, und zwar drastisch.

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Isa » Mi 7. Jul 2010, 10:12

Ziesel hat geschrieben: Ist es für euch ein generelles no go solche Tiere zu erwerben und zu halten?
Für mich persönlich kämen Wildfänge nicht in Frage.
Aus mehreren Gründen:
Ich möchte nicht wissentlich ein Tier haben, von dem ich weiß es lebte in Freiheit und wurde dessen wegen "meiner Eitelkeit" oder whatever beraubt.
Ich hätte große Angst den Bedürfnissen des Tieres nicht gerecht zu werden bzgl. Haltung, Ernährung, etc.
Auch gehe ich davon aus, dass bei einer eventuellen Krankheit sich die wenigsten Tierärzte auskennen.
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Doro » Mi 7. Jul 2010, 10:25

Bedingt dadurch dass Wildfänge eventuell nicht lange leben, sei es durch Krankheit oder Stress, machen sie aber auch immer ziemlich schnell Platz für neue Wildfangrassen. Ich glaube es gibt sehr viele Menschen die nur einem Trend folgen und sogar froh sind wenn das Tier nicht so lange lebt. Zum einen kann man so immer sagen: "Ach, hatte ich auch schon, ist aber schon lange her." Zum anderen ist man so nicht gezwungen sich über Jahre auf eine Tierart festzulegen.
Als wir unsere Chamäleons gekauft haben (Jemen) waren sie zwar schon nichts besonderes mehr, kosteten allerdings noch pro Stück etwas an die 100 Euro. Wenn ich heute mal so schaue bekomm ich NZ auf Messen für weit unter 20 Euro nachgeworfen. Der Markt ist total übersättigt mit Jemen. Wie es bei den Panther Chamäleons aussieht weiß ich nicht, ich weiß nur dass unter dem Deckmantel eines "netten" Vereines immer wieder WF importiert werden, zur Blutauffrischung eben.

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Mi 7. Jul 2010, 13:30

Also sind alle Tiere die "ihre Domestikation bereits hinter sich haben" als Haustiere völlig in Ordnung weil das ja schon länger ist aber der Rest aller Arten gehört in die Natur?

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von RuJo » Mi 7. Jul 2010, 19:14

Ziesel hat geschrieben:mmh ja Rujo, ich verstehe was du meinst sehe es nicht ganz so
Na das ist doch fein, dass es zumindestens nachvollzogen werden kann.
Dass man nicht immer einer Meinung ist passiert und ist ok...macht das Leben ja erst interessant ;)
RuJo hat geschrieben: Was ist exotisch ? Alles was hier nicht natürlich vorkommt?
Wiki definiert den Begriff Exotik so:
bezeichnet Gegenstände, die als besonders fremd wahrgenommen werden oder sonstwie außergewöhnlich erscheinen
Und genau das habe ich dabei im Kopf gehabt, wenn ich schrob, "möglichst Exotische Tiere". Exotisch ist besonders das, was ungewöhnlich ist, was vielen gar nicht so bekannt ist, was die meisten nicht besitzen, was sich von den anderen abhebt. Das muss natürlich nicht immer die wilde Dschungelart sein... das kann durchaus auch eine alte, fast vergessene Haustierrasse sein, oder jemand der hierzulande Dingos hält (ja, verboten, aber es gibt solche Leute.. wir hatten auch schon mehrmals welche in der Wildtierstation, die beschlagnamt wurden aus privat) und ähnliches. Aber oft zieht es die Leute doch zu besonders bunten, gefährlichen oder (zumindest hierzulande) seltenen gehaltenen Tierarten.
Gehören Wellensittich, Meerschwein ect dann nicht genauso zu den Exoten?
Wellensittiche definitiv. Zudem finde ich gerade bei einem solchen Schwarmvogel, wird die Haltung hierzulande den Tieren selten gerecht. Es gibt solche Fälle...aber in der Mehrzahl fristen sie zu zweit oder in Winzgruppen von 4-5 Tieren ihr Leben in irgendwelchen Wohnzimmern... gerade bei Wellensittichen wird es mir oft bewusst, wie schief die Lage in der Haustierhaltung einfach ist..
Wenn sich ejder zumindest so Gedanken machen würde wie wir hier zum beispiel, dann würde ich darüber vielleicht anders denken. Aber die Wahrheit sieht einfach anders aus..
Meerschweinchen sind im Sinne des "exotischen Haustieres" sicherlich auch mal Exoten gewesen...aber in Europa gibt es sie auch schon seit gut 5000 Jahren mittlerweile. Außerdem sind die auch schon vor Jahrtausenden in ihrer Heimat als Nutztier domestiziert. Und nach meiner obigen Definition von "exotisch" aus meinem verständnis heraus, trifft das auf das Allerweltshaustier Meerschwein sicherlich nicht mehr zu.
Zu welchem Zweck/Nutzen wurden die domestiziert ?
Meerschweinchen waren ganz schlicht Nahrungslieferanten und sind es ja auch heute noch in ihren Ursprungsländern.
Der Wellensittich ist aber bereits ein typisches Heimtier (also kein Haustier im engeren Sinne, welche eben einen tieferen Zweck erfüllten ursprünglich, als einfach nur da und schön zu sein). Der wurde einfach nur zum Zweck gezüchtet, den Menschen zu erfreuen...
Und wo ist der Unterschied zu früher als darüber nicht nachsinniert wurde ?


Der Unterschied liegt für mich darin, dass wir heute an einem Punkt sind, wo wir Zeit und Muse haben, darüber nachzusinnieren, und ich mich einfach Frage, ob wir es nicht irgendwann einfach besser wissen sollten. Heute mit der auf die Spitze getriebenen Globalisierung, wo eben nicht nur mal ein Tier, was einem in Massen vor der Nase herumläuft (bei allen domestizierten Tieren war das mehr oder minder der Fall zu dem zeitpunkt, als sie dem leben beim menschen angegliedert wurden) aufgenommen und gezüchtet wird, sondern selbst auf der letzten Insel im hintersten Dschungel oder Wildbach noch Arten zusammengesucht werden können, um sie bei sich im Wohnzimmer auszustellen, sollte man das einfach ganz anders durchdenken, weil die Folgen viel weitreichender sind.
Würden jetzt hier irgendwelche Privatleute losziehen und sich in der heimischen Natur die seltensten und gefährdetsten Brocken raussuchen um sie selbst zu halten, wäre das Geschrei zu recht groß. Gott sei dank ist das verboten. Aber solange das am anderen Ende der Welt geschieht, scheint man das ganz anders zu reflektieren. Aus den Augen, aus dem Sinn...
Für mich ist der Unterschied, dass sich früher nicht jeder einen "Exoten" leisten konnte und die es konnten haben sich meist nicht selbst drum gekümmert. Dafür gabs Leute und somit keinen Grund zum abschieben...
Das außerdem. Die größte Problematik, weswegen ich die gesamte Tierhaltung in Privathand ohne tieferen Nutzen (zB Arbeitstiere) so kritisch sehe. Jeder Honk kann hinspazieren und sich ne Schildkröte kaufen und sie dann frei ind er Wohnung halten, weil er das damals im Otto-Film so lustig fand...
Ein Haustierführerschein wäre was tolles, und vielleicht würde ich auch dann anders darüber denken...aber das ist natürlich nicht realisierbar.

Ich weiss nicht ob das bei allen Haltern wirklich´ne Rolle spielt, zB die Fische meiner Eltern sind sicher WF aber da gings gar nicht um´s exotische oder besondere. Es waren einfach die, die beiden am besten gefallen haben, optisch (Farbe, Form) und von den ihrer Meinung nach eleganten Bewgungen her.
Ja, dann noch unbegreiflicher, warum ausgerechnet besondere Exoten dafür herhalten müssen, wenns eh egal ist ;-)
Gerade Fische haben eh keine Lobby... oft wird da einfach nur zusammengestellt, was schön zusammen aussieht ohne auch nur auf die Idee zu kommen, dass verschiedene Arten verschiedene Ansprüche haben... sind ja alles Fische. Aber das ist wieder ein spezielleres Thema..

Aber das war auch eigentlich auch gar nicht meine Aussage. Dein Eltern habe sicherlich auch keinen L-Wels oder Schlangekopffisch oder Kugelfische daheim.
Aber gerade die Halter von eher selten hier gehaltenen Tierarten (alos den exotischsten Exoten), scheinen sie besonders gerne zu halten um damit zu protzen...wie eine Verlängerung ihres Egos... das war es, was der Satz aussagen sollte.
Ziesel hat geschrieben:Also sind alle Tiere die "ihre Domestikation bereits hinter sich haben" als Haustiere völlig in Ordnung weil das ja schon länger ist aber der Rest aller Arten gehört in die Natur?
Wie gesagt... ich halte eh nicht viel von der Heimtierhaltung (Nutztierhaltung sehe ich aber etwas differenzierter), weil es außer dem Egoismus des menschen dafür einfach keinen grund gibt, und auf der anderen Seite aber so viele Tiere darunter leiden müssen, im Gegensatz zu den verhältnismäßig wenigen, die vernünftig gehalten werden...
Ich weiß allerdings, dass diese Meinung schon eher radikal ist, und ich versuche auch gar nicht erst, jemanden diese ernsthaft einzutrichtern... :roll:
Allerdings war sie für mich nach allem was ich weiß, gesehen und selbst an Fehlern gemacht habe der einzige Schluss, zu dem ich kommen konnte..

Edit: nachtrag: Natürlich ist auch die Nutztierhaltung eine rein egoistische Aktion, ganz klar. Aber zumindest steckt ein tieferer Sinn dahinter, der die HAltung in meinen Augen rechtfertigen kann.
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Do 8. Jul 2010, 03:19

So´ne klare Meinung wie du hab ich zu dem Thema nicht, ich bin da zwiespältig..
Für mich ist´n Meerschwein dann auch´n Exot, weil die nur hier landeten um da und hübsch zu sein (wie du´s bei den Wellis formuliertest). Die wurden hier nicht als Nahrung gehalten bzw vermehrt und schon gar nicht in bunten Rassen mit lustigen Frisuren. Das sie in ihrer Heimat als Nutztier domestziert wurden ist dabei für mich nicht relevant. Da änderten sich keine Klimafaktoren, sie leben da nicht einzeln, ihre Nahrung ist fast natürlich ect und man sperrt sie nicht annährend in hübsche kleine Kinderzimmerkäfige bei Trofu wie hier oft (Sorry werte planetarische Meerihalter, ich rede hier nicht von verantwortungsbewussten Haltern sondern vom leider "normalen" Durchschnitt)

Das hier ist ´n recht großes Forum mit 388 Tierhaltern und nur HalloIch hatte jemals WF (Fische) ? Für mich ist das recht unrealistisch....
Wie ist das in so´nem Forum ? Sind da nicht Beiträge über Haltung/Ernährung/Erfahrungen ect mit allen möglichen und unmöglichen Tierarten erwünscht? Die allg. Meinung ist gegen WF/FZ. Sollten Leute wie ich besser nix über ihre gehaltene Art berichten weil es ja Wf sind ?
Ich habe nie ´n Geheimnis draus gemacht, dass meine Ziesel WF sind (wette Steffis auch) und stehe dazu. Nur ist es eben nicht so, dass ich sie halte weil sie "exotisch" sind.
Wenn man nach der Exotic geht, wären ja Beiträge zu Papageien ua Vögeln, Chins, Reptis, Schildis, Hamstern, teils Fischen, Wirbellosen usw schon bedenklich, ebenso wie die Haltung von Qualzuchten.
Ich will hier niemanden animieren sich Wf, Fz (Exoten,Qualzuchten,Designerrassen) anzuschaffen aber wenn man solche Tiere hat, sollte man dazu stehen und ich halte es für nicht verkehrt darüber zu berichten. Hier ist wieder ein Zwiespalt. Berichtet man ehrlich, macht man sich angreifbar aber andererseits kommts eventuell zu Erfahrungsaustausch, der Tiere zu Gute kommt, die nicht für ihre Herkunft können.

PS: Mir persönlich machen solche Angriffe nix. Das ist´ne persönliche Sache von mir und meinem Gewissen. Ich finde nur lächerlich wenn zB der Wellihalter mit´m Finger auf´n Königspythonbesitzer zeigt weil der einen Exoten hält oder frage mich wie ein Designerdoghalter oder Qualzuchtbesitzer dazu kommt Kritik an einem Wildfanghalter zu üben

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Doro » Do 8. Jul 2010, 10:19

Meine Chamäleons sind Wildfänge, die Phelsumen unserer Tochter auch. Allerdings haben wir sie nicht bewusst als WF gekauft, es kam erst hinterher raus.

Unsere Phelsumen leiden unter Häutungsschwierigkeiten, Rambo und Rodney haben einen extremen Freiheitsdrang. Alle sind sehr wählerisch was die Fütterung betrifft. Mit allen muss man sich bedeutend mehr beschäftigen wie mit Nachzuchten die den Menschen von klein auf kennen. Ich weiß dass unsere Chamäleons beißen, ich fass sie trotzdem nicht mit Handschuhen an obwohl es sehr weh tut. Jetzt sind sie hier und wir als Halter müssen eben das Beste daraus machen. Fest steht aber auch dass bei uns, nach all den Erfahrungen, wahrscheinlich nie wieder ein Reptil einziehen wird.

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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von RuJo » Do 8. Jul 2010, 15:18

Huhu!

Nun folgerst du aber wieder zu schnell.
Ich bin ein recht toleranter Mensch, besonders wenn mir bewusst ist, dass meine Meinung vielleicht extrem ist.
Nur weil ich der Meinung bin, das Wildfanghaltung unnötig ist, heißt das nicht, dass die tabuisiert werden muss oder man nicht darüber sprechen darf.
Ich habe nie suggeriert, nicht auch mit Interesse deine Zieselberichte zu lesen..
Das eine hat mit dem anderen (für mich jedenfalls) ja erstmal überhaupt nichts zu tun.
Ich bin auch recht vehement gegen Züchterkäufe und Zoohandelkäufe (abgesehen davon, wenn sie sich gar nicht vermeiden lassen...ja, sowas gibt es)...ganz unabhängig von der Tierart. Ich äußere das auch an entsprechenden Stellen, wenn zum Beispiel noch die Vorüberlegungsphase der Beschaffung eines bestimmten Tieres ist, oder es eben speziell um die Diskussion darum geht. Das heißt nicht, dass ich letztenendes, wenn das Tier denn da ist, nichts darüber lesen mag.
Es ist sogar so, dass meine Mutter ihren letzten Hund wieder vom Züchter gekauft hat (das war schon ein Kompromiss... ich habe zumindest darauf bestanden, einen verantwortungsvollen Züchter zu suchen, wenn schon Tierheim nicht in Frage kam). Ich habe versucht ihr Tierheimtiere schmackhaft zu machen, aber es kam schlicht nicht in Frage...ich rede trotzdem noch mit ihr ;) Und den Hund liebe ich auch..

Ziesel hat geschrieben:Für mich ist´n Meerschwein dann auch´n Exot, weil die nur hier landeten um da und hübsch zu sein (wie du´s bei den Wellis formuliertest).
Das stimmt natürlich (wobei die auch hier gegessen wurden lange Zeit... bis vor 100-200 Jahren noch sogar). Aber andererseits sind sie wie gesagt auch schon eine halbe Ewigkeit hierzulande präsent, und damit eigentlich schon recht gut "durchleuchtet". Man könnte theoretisch sehr gut wissen was sie brauchen wenn man sich damit wirklich auseinander setzt. Gerade bei Exoten, die nicht besonders gut oder gar nicht nachzuzüchten sind (und damit besonders für Wildfang in Frage kommen) ist dieses Stadium offensichtlich nicht erreicht. Man ist in einer experimentellen Situation, wo es meiner Ansicht nach fraglich ist, ob man ein Tier dieser aussetzen muss ohne wirklich ersichtlichen Grund. Zudem ist es auch eine Frage der tierärztlichen Versorgung zum Beispiel.. es ist schon für altbekannte Kleintiere nicht selbstverstänbdlich einen gute Arzt zu finden ... aber immerhin möglich. Für Exoten ist das schon ein gewisser Aufwand, den viele "Mal-Eben-So"-Halter (ja, wir sind uns einig, dass es immer auch die guten Ausnahmen gibt...aber wie wir beide wissen, wie gesagt nicht die Regel) nicht auf sich nehmen mögen..

PS: Mir persönlich machen solche Angriffe nix. Das ist´ne persönliche Sache von mir und meinem Gewissen. Ich finde nur lächerlich wenn zB der Wellihalter mit´m Finger auf´n Königspythonbesitzer zeigt weil der einen Exoten hält oder frage mich wie ein Designerdoghalter oder Qualzuchtbesitzer dazu kommt Kritik an einem Wildfanghalter zu üben
Natürlich macht man sich angreifbar...aber theoretisch macht man das doch mit allen was man so von sich gibt.. auch wenn ich sage, dass ich Kanicnhen in der Wohnung halte. Wenn man aber hinter dem steht, was man tut und zugleich auch offen für andere Meinungen ist, sollte das doch kein Problem sein. Wenn man sich angegriffen fühlt, dann doch in der Regel nur, weil man die Äußerungen anderer aus irgendeinem Grund nicht einfach wegwischen kann, weil man vielleicht das Fünkchen Wahrheit darin sieht?..
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Re: Erwerb/Haltung von Wildfängen ?

Beitrag von Ziesel » Fr 9. Jul 2010, 00:35

Sorry Rujo, das war jetzt nicht auf dich bezogen. Meine Tippfinger konnten den Gedankensprüngen wohl nur nicht folgen. . . .
Ich finde deine Ansicht nachvollziehbar wenn´s auch nicht die Meinige ist aber wir sind ja auch unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Erfahrungen. Ich finde gut, dass du ´ne Meinung hast, vertrittst und danach handelst - RESPEKT

Den Rest gedanklicher Sprünge versuch ich mal zu erklären.
Ein Hirnteil hing noch bei Murx Vorschlag in Richtung Tiertagebuch, Exotenhaltung, Erfahrungsberichte...
Da kam so die Frage in mir auf warums hier elfundneunzig Kaninchen-Meeribeiträge gibt aber wenig über
Repts, Fische, Exoten.. obwohl die ja auch gehalten werden.
Gibts ´n Zusammenhang zwischen der hohen Wahrscheinlichkeit, dass da eben mehr Wildfänge vertreten sind und das ungern zugegeben wird ? Ich mein einige Problemchen, Futtervorlieben, Krankheiten uÄ lassen sich gelegentlich gut darauf zurückführen.
Wüsste ich, jemand hat bei´nem WF-Reptil Häutungsstress oder Verdauungsprobs würde ich nach Haltungsbedingungen fragen aber was anderes raten als zB bei der hundertvierzehnten Generation menschengewohnter Bartagamen.
RuJo hat geschrieben:Natürlich macht man sich angreifbar...aber theoretisch macht man das doch mit allen was man so von sich gibt.. Wenn man sich angegriffen fühlt, dann doch in der Regel nur, weil man die Äußerungen anderer aus irgendeinem Grund nicht einfach wegwischen kann, weil man vielleicht das Fünkchen Wahrheit darin sieht?..
Jein, ist manchmal Unsicherheit. Es gibt viele die mit den Aufgaben wachsen, also erst mal das Tier haben und dann so richtig anfangen sich damit zu befassen, zu informieren. Dann kommt raus, all die Angaben des Verkäufers/Vorbesitzer sind "etwas beschönt" (nein der Python ist kein Wildfang, es handelt sich um eine Farmzucht ect). Da machen sich dann einige schon Vorwürfe wegen Unwissenheit drauf reingefallen zu sein und sind unsicher. Gehen sie damit offen um und wird mehr angegriffen als geholfen, haben sie das "Fünkchen Wahrheit" längst erkannt, nur ob´s dann zugegeben wird...(soviel zumindest aus meiner Erfahrung mit Neuhaltern)

Ich bin jemand der gern was über Tiere liest/sieht, finde zB Steffis Igel interessant, ohne welche haben zu wollen und da gibts sicher noch viele andere Tiere über die sich mein Wissen in Grenzen hält oder von deren Existenz ich gar nix weiss. Sowas hätte ich gern mehr hier ob nun WF, NZ, FZ

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