Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

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Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

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Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
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Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 11:40

Doros Beitrag über ihren Benny...ließ mich wieder etwas grübeln und ein paar Fragen in mir aufkommen.

1. Wie kommt es zu einer Mittelohrentzündung?
2. Geht eine Mittelohrentzündung immer mit einer Kopfschiefhaltung einher?
3. Wie kann man eine Mittelohrentzündung (vom TA) erkennen?
4. Wie kann ich eine Vernarbung im Innenohr erkennen?
5. Kann man Rückschlüsse auf ein Gehörverlust ziehen, anhand der Größe der Vernarbung evtl?
6. Ist so etwas irreparabel?
7. Ist dies auf beiden Ohren möglich?

Sry fürs löchern... :hehe:!
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 12:10

Ich kann jetzt allerdings nur von den Schweinchen und Degus mitreden, vielleicht hilft es aber trotzdem etwas. Wie in dem anderen Thread bereits geschrieben, das ist nur das was ich von meinen TÄ und aus Erfahrung weiß.

Zu 1)
Soweit ich weiß sind es spezielle Bakterien die zu einer Mittelohrentzündung führen, nicht jeder bakerielle Infekt schlägt auch auf die Ohren.

Zu 2)
Nein, nicht immer. Nur wenn AB gegeben wird und dieses zu schwach ist bzw. ungeeignet für den bestimmten Erreger kann es passieren dass die Mittelohrentzündung sich so ausweitet dass eine Kopfschiefhaltung zustande kommt.

Zu 3)
Bei uns wird, sofern wir eine Erkältung haben, immer mit in die Ohren geguckt. Bei der letzten Mittelohrentzündung hat mein TA es anhand von dem eigenartig aussehenden Ohrenschmalz entdeckt. Der Ohrenschmalz ist dann ein wenig flüssiger und leicht schmierig. Außerdem sind die Tiere extremst schmerzanfällig bei Berührungen der Ohren bzw. des Ohrenbereiches.

Zu 4)
Soweit ich weiß hinterlässt jede Mittelohrentzündung Narben im Innenohr, genauso wie Nierenbeckenentzündungen Narben an der Niere hinterlassen.

Zu 5)
Je nachdem wie schwer die Entzündung ist, wie sie behandelt wurde oder ob sie überhaupt behandelt wurde können wohl extreme Hörschwierigkeiten bis hin zum Hörverlust daraus entstehen.

Zu 6)
Soweit es mir bekannt ist JA.

Zu 7)
Es ist sowohl rechts wie auch links möglich, zeitgleich hab ich es in meiner Schweinchenlaufzeit noch nie erlebt. Ich stell mir aber vor dass es durchaus möglich ist.

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von RuJo » Di 9. Nov 2010, 12:25

Ich damit keine Erfahrung bei kaninchen...aber bei mir

Ich habe auf dem linken Ohr eine Vernarbung. Ich habe mehrere Ohrenärzte abgeklappert als ich noch jung und frisch war (naja, so vor 10 Jahren :D ) und auch vorher als Kind hat mich meine Mutter das ein oder andere mal in einem Anfall von Handlungswahn zum Ohrenarzt geschleift. Grundtenor war, dass ich mal (mindestens)eine ziemlich heftige chronische Mittelohrentzündung gehabt haben muss als Kind, und die Vernarbung daher stammt.
Diese Diagnose ruft hingegen immer heftigste Abwehrreaktionen bei meiner Mutter hervor. Eine Mittelohrentzündung beim Kind soll man laut Arzt eigentlich bemerken, weils sehr schmerzhaft sein soll, erst recht wenn sie so heftig war, dass man eine Narbe davon trägt. Meine Mutter verneint vehement, dass ich je eine gehabt hätte (tja, kann man jetzt überlegen, ob ich schändlichst vernachlässig wurde, oder ob ich das ganze einfach hingenommen habe wie ein echter Mann *g*).

Naja, Fakt ist, die Narbe ist da. Erkennt der Arzt optisch ganz simpel mit seinem Ohrguckgerät :mrgreen:

Wie gehts mir damit? Derzeit höre ich links wiedermal sehr schlecht. Keine Chance zu verstehen, wenn mir in der Vorlesung jemand was von links zuflüstert...von rechts funktioniert das problemlos. Ich habe immer schon das positive darin gesehen: Lärm stört mich beim Schlafen kein Stück...ich dreh mich einfach auf das rechte Ohr und gut ist ;-)
Was natürlich schwierig ist ist Richtungshören.. sehr schade, hätte mir auch eine Laufbahn in der Ornithologie vorstellen können.. aber irgendwie witzlos, wenn ich im Wald stehe und meine ein Geräusch von rechtshinten zu hören, daweil kommt es von vornelinks und ich starre genau in die falsche Richtung. Ich kann das natürlich auspeilen, das lernt man schon... man muss halt dazu schauen wann es am rechten Ohr lauter oder leiser wird, wenn man den Kopf dreht... geht aber nur, bei halbwegs andauernder Geräuschquelle bis ich weiß wo ich hingucken muss.
.. übrigens schränkt mich das in der marinen Laufbahn genauso ein, weil tauchen und Druckausgleich und so... hmm... aber das wird ein Kaninchen nun nicht wirklich betreffen, die tauchen ja doch eher sporadisch.

Wo wir beim Thema Druckausgleich sind gerade: Ich schrieb "derzeit höre ich schlecht". Das hinterlässt ja schon den Eindruck, dass das nicht immer so ist.
Ich hatte mal vermutet, es hängt mit meiner Nase zusammen und wann ich (allergischen) Schnupfen habe... man kennt das ja auch selbst... ist die Nase zu, hat man zum Teil das Gefühl wie in Watte gepackt zu sein, weil auch die Geräusche nur gedämpft kommen... weil man mit Schnupfen den Druckausgleich wesentlich schlechter hinbekommt, den man ja auch an der Luft ständig hat.
Normal war es in meiner Kindheit halt meist so, dass ich links immer gedämpft hörte, unterbrochen von gelegentlichen "lauten" Momenten... damals für mich ganz unerträglich, weil ich es ja nicht gewohnt war. Grund war mein damaliger allergischer Dauerschnupfen.

Seit 2005 sind meine Allergien ja fast bis zum Verschwinden stark zurückgegangen, so dass ich andere Beobachtungen machen konnte seither, und jetzt eben auch gerade wieder. Es hängt mit dem Luftdruck zusammen. Bei dem feuchten Wetter macht mein Ohr zu. Im Sommer höre ich je nach Wetterlage dagegen (für meine gewohntermaßen dauerschlechten Verhältnisse sonst) richtig gut. Die Tiefdruckgebiete machen mich taub. Einfach weil durch die Narbe am Trommelfell der automatische Druckausgleich nicht mehr funktioniert.
Kann ich auch dadurch gut nachvollziehen, dass ich einen manuellen Druckausgleich (wie man unter Wasser macht oder wenn man ins Gebirge kommt) machen kann... nur bei diesem Wetter rutscht das Trommelfell direkt wieder in die ursprüngliche Position, ich höre es also nur kurz knacken und für einen Moment höre ich normal.
Ist bei gutem Wetter ein manueller Druckausgleich mal nötig, hält der Effekt meist länger.

Als ich meinen letzten Arztbesuch zu dem Thema hatte, sagte man mir noch, das man da nichts machen könne, keine Ahnung ob sich da in 10 Jahren was getan hat. Da konnte man auch feststellen, dass mein Gehör eigentlich perfekt ist, von der Veranlagung her (testet man, indem man hinter der Ohrmuschel prüft, wie die Töne wahrgenommen werden...also hinter dem Trommelfell), es liegt wirklich allein an der Narbe.


Die akute Form der Mittelohrentzündung wird durch Bakterien oder Viren verursacht. Ist also ein Infekt.
Vom Arzt zu erkennen sind die geröteten, entzündlichen gehörgänge, das Trommelfell ist gebläht und wenn die Entzündung schon fortgeschritten ist gibts auch eitrige Ausflüsse unter Umständen.
Aber wie gesagt, wenn wirklich eine Narbe zurückbelibt, müsste der TA sie eigentlich erkennen können und das genau diagnostizieren können.
Klarerweise ist so eine Entzündung auch beiderseits möglich, da die Erreger sich auch übers Blut verbreiten können...

so wie du nachfragst, hast du ja einen kongreten Grund dafür, oder?
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von schweinsnase77 » Di 9. Nov 2010, 12:30

lapin hat geschrieben:Doros Beitrag über ihren Benny...ließ mich wieder etwas grübeln und ein paar Fragen in mir aufkommen.

1. Wie kommt es zu einer Mittelohrentzündung?
2. Geht eine Mittelohrentzündung immer mit einer Kopfschiefhaltung einher?
3. Wie kann man eine Mittelohrentzündung (vom Tierarzt) erkennen?
4. Wie kann ich eine Vernarbung im Innenohr erkennen?
5. Kann man Rückschlüsse auf ein Gehörverlust ziehen, anhand der Größe der Vernarbung evtl?
6. Ist so etwas irreparabel?
7. Ist dies auf beiden Ohren möglich?

Sry fürs löchern... :hehe:!

1. Das Mittelohr ist ein mit Schleimhaut ausgekleideter, luftgefüllter Hohlraum, der zwischen Trommelfell und dem Innenohr liegt. Ein Luftkanal zwischen dem Mittelohr und dem Nasenrachenraum, die so genannte Ohrtrompete, sorgt im Normalfall dafür, dass der Druckausgleich im Mittelohr stattfinden kann. Häufige Ursache für eine Mittelohrentzündung sind über die Ohrtrompete fortgeleitete Infektionen aus dem Nasen- und Nasenrachenbereich. Durch eine Schleimhautschwellung in der Ohrtrompete wird diese verschlossen, und die Erreger können sich im nun abgeschlossenen Mittelohr vermehren.

Quelle: netdoktor...war zufaul zum selber formulieren

2. Nein. Das kommt auf die Ausprägung der Entzündung, bzw. der Schleimhautschwellung an, bzw. auf die Menge des Gewebewassers

3. Wie beim Menschen auch. In der Regel nen verschlechtertes Allgemeinbefinden, Veränderung der Körpertemperatur, Schmerzempfinden bei Berührung, gerötetes innenohr, bei Trommelfellperforation an der abfließenden Flüssigkeit

4. Du gar nicht das muss nen Arzt ins Ohr gucken.

5. Rückschlüsse auf die Stärke des gehörverrlustes zwar nicht direkt, aber je vernarbter ein Trommelfell ist, desto weniger kann es schwingen, d.h. den Schall weiterleiten. Selbiges gilt wenn Flüssigkeit hinter dem trommelfellsteht und nicht abfließen kann (z.B. durch Polypen bei kindenrn. Kein Plan ob nager Polypen haben können...)

6. Ja, aber ne einmalige oder auch mehrmalige vernabung ist nicht sooo schlimm. Um nen bedeutenden Hörverlust zu erzielen muss schon ne extreme Vernarbung da sein. Meist führt ehernicht abgeflossen Flüssigkeit zu Hörverlust, da auch diese dazu führt das das Trommelfell nicht schwingen kann (wohlgemerkt bei Kindern. Dieses wird dann durch einen Schnitt ins Trommelfell behoben.

7. Zumindest beim Menschen ist es möglich.

Die Narben entstehen übrigens dadurch das sich zuviel Gewebeflüssigkeit hinter dem Trommefell sammelt, und dann irgendwann das Trommelfell reißt. Das heißt nicht jede Mittelohrentzündung fürht zwingend zur Perforation.
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 12:37

Wow, ich bin ja mal wieder begeistert von den gesammelten Erfahrungen hier! :top:!

Ja RuJo, es geht wiedermal ums Karlchen...
und was ich noch überprüfen könnte, bevor der Verdacht bei einem Gehirntumor liegt!

Ich bin gedanklich immer noch am auswerten von verschiedenen weniger gesundheitlichen Aspekten, die ihn in den letzten Monaten widerfahren sind.

Ich kann zb bei meinem Karlchen, eine dicke Ohrenschmalzwand in den Ohren ertasten, die Frage ist, wie normal ist das, das müsste ich dann bei meinen gesunden Tieren mal vergleichen!

Zudem wurde in seine Ohren mit einem Lämpchen hinein geschaut und für nicht auffällig befunden...
reicht dieser Blick oder benötigt es schon andere, tiefgehendere Instrumente?
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 12:40

Ich weiß nicht in wie fern man diese Vernarbungen in einem abgeheilten, derzeit nicht entzündeten Ohr sehen kann. Ich muss nächste Woche erst wieder zum TA, also rein zur Kontrolle sofern hier keiner krank wird, dann kann ich für dich nachfragen.
Extremst viel an Ohrenschmalz hört sich aber für mich als Laie doch so an als wenn etwas mit dem Ohr nicht stimmen würde :grübel:

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von RuJo » Di 9. Nov 2010, 12:50

Die Narben, kann man auch abgeheilt erkennen.
Also ich kenne es von meiner TÄ so, dass sie wie beim Menschen auch so eine Art Trichter hat... damit sieht man auch das trommelfell... kann mir gar nicht vorstellen, dass man das wirklich gut erkennt, wenn man nur mal mit ner Lampe in die Löffel reinleuchtet.

Ich bin gerade nicht so vertraut mit Karlchens Fall: Er hält auch den Kopf schief?
Es muss ja nicht zwingend eine Ohrenentzündung sein...vermehrte Schmalzproduktion und bei starkem Befall auch durchaus Kopfschiefhaltung kommt auch bei Pilz oder Milbe vor...
Eventuell liegt auch ein Fremdkörper ungünstig im Hörkanal... das würde auch vermehrte Schmalzproduktion und entzündliche Reaktionen erklären können.

Generell können Ohrengeschichten immer zu einer Kopfschiefhaltung führen (müssen aber nicht!)...da sitzt nunmal das empfindliche Gleichgewichtsorgan.
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von schweinsnase77 » Di 9. Nov 2010, 12:51

@Doro: Zumindest beim Menschen kann man die recht gut erkennen. Sagt zumindest der HNO. Wie weit das auf normale Tierärzte zutrifft und ob nen Tierohr anders aufgebaut ist von der Möglichkeit zum reinschauen :hm: Aber eigentlich kann man Narben ja erst nach der Entzündung sehen, weil solange Sekret abfließt kann sich das gewebe ja nicht verschließen.... :grübel:


Was das Ohrenschmalz angeht: Das kann pathologisch von ner Perforation stammen, oder du hast einfach so Ohren wie ich und Maxi. Extrem klebriges Ohrenschmalz mit vielen Härchen im Ohr.

Auf jeden Fall muss das zegu erstmal raus bevor man reingucken kann.
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 13:23

Karlchen ist taub, auf beiden Ohren...festgestellt haben wir das jetzt erst, seitdem er wegen Fliegeneier Befall und komplett Rasur des unteren Bereiches des Rückens in Innenhaltung leben muss.
Er ist seit April letzten Jahres auf einem Auge blind.

Er ist vor ca. 3 Monaten an Schnupfen erkrankt...
der jetzt aber, nach einer erfolgreichen Zithromax Gabe völlig weg ist.
Die Taubheit scheint er schon länger zu haben, wie uns durch einige Dinge im nachhinein bewusst wurde.

Nun ist die Frage.

1. Hängt die Taubheit mit dem Schnupfen zusammen? (seit seinem Schnupfen ist er auch nicht mehr in der Gruppe willkommen)
2. Bildet sich hinter seinem Auge evtl ein Abszess der auf das Gehirn drückt und somit seine Sinnesorgane beeinträchtigt?
3. Hat er evtl sogar einen Gehirntumor?

Punkt 2 und 3 werden wir durch ein Röntgenbild ausschließen oder bestätigen können, fand aber die bakterielle Infektion von Benny und die Angst vor einem Schaden im Ohr, sehr interessant und ich finde, dass ist im Fall Karlchen ebenfalls nicht weit hergeholt.
Und wäre meines Erachtens, die beruhigendere Diagnose :hehe:!
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Murx Pickwick » Di 9. Nov 2010, 14:03

Zumindest Blacky hatte immer dann, wenn sie nen Schnupfenschub hatte, deutlich schlechter gehört, wie in den Zeiten, wo sie symptomlos war.

Ein Abszess, der hinterm Auge liegt, hätte die gleichen Auswirkungen aufs Hirn, wie ein Hirntumor ... beides sind mehr oder weniger wachsende, raumfordernde Gebilde, die sowohl aufs Auge, als auch auf den Sehnerv, als auch auf die Hirnschale drücken und wenn sie durch den Knochen wachsen, eben auch aufs Hirn direkt.

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von schweinsnase77 » Di 9. Nov 2010, 16:06

Völlige taubheit aufgrund von Mittelohrentzündungen würde ich ausschließen.


Hat er denn jemals richtig gehört?. Ne andere Möglichkeit wäre noch das ne Mittelohrentzündung sich dermaßen ausgebreitet hat das sie mehr Schaden angerichtet hat als normal. Was weißt du denn über seine vergangenheit?
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 17:09

Er hat mal spitzenmäßig gehört...
Er als Propeller Kaninchen hat ja immer ein stehendes und ein hängendes Ohr...und wenn ich mit der Zunge schnalzte...zuckte das stehende Ohr mit :jaja:! War sehr süß!

Dies passiert alles nicht mehr...

Seine Vergangenheit ist die....dass ich schon ein behindertes Kaninchen bekam...
er kam damals aus einer "ach so tollen Zucht" hatte aber keine gute Vermittlungschancen, weil er ja keine 2 hängenden Ohren hatte...
Nunja...er hat eine Fehlstellung der Hinterbeine, eine Fehlstellung der Krallen und macht auch so einen ab und an geistig verwirrten Eindruck..
ist aber der liebste auf der Welt.

Vor einem Jahr die Verletzung am Auge, die leider zu Erblindung führte.

Vor 3 Monaten dann eben der Schnupfen, dann die Milben...aufgekratzter Rücken...Fliegeneier...und ab in die Innenhaltung.

Das ist sozusagen sein "Werdegang"...er war immer ein Aussenseiter, aber dennoch der mit dem auch gern mal gekuschelt wurde.
Die letzten 3 Monate wurde nicht mal mehr gekuschelt...und wurde sogar von der Rangniedrigsten gejagt!

Die Mittelohrentzündung halte ich im Zusammenhang mit folgenden Dingen durchaus für wahrscheinlich:
* 3 monatiger Schnupfen
* Er saß sehr oft im Regen, weil er nicht in die Hütte konnte
* die letzten Monate nur wenig Bewegung

Auf jeden Fall hab ich erstmal wieder drüber nachgedacht und kann einen weiteren Punkt genauer abchecken lassen.

Daher danke für eure Erfahrungen!
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 18:00

Ein lang anhaltender Schnupfen kann ganz, ganz schnell auf die Ohren gehen, es hängt ja alles zusammen, also Hals, Nase und Ohren. Möglich wäre es dass es dadurch entstanden ist.

Einen Tumor halte ich für unwahrscheinlicher, würde er wachsen würde Karlchen sich anders verhalten, hätte mehr Einschränkungen, wäre kränklicher. Ich hoffe du verstehst was ich meine. Und gerade ein Hirntumor wächst m.E. sehr schnell.

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 18:05

Wiederum frag ich mich....hätte die TÄ mit dem Blick in die Ohren (durch das Lämpchen) nicht schon was sehen müssen?!
Sie hat nämlich nichts festgestellt, bis auf etwas vermehrte Schmalzbildung in keiner unbedenklichen Menge :hm:!

Kann man eine Vernarbung eigentlich auch auf einem Röntgenbild erkennen?
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 18:31

Soweit ich weiß kann man die Vernarbungen nicht auf einem Röntgenbild sehen.

Lapin, wenn man nicht den Verdacht hat dass etwas im Ohr sein könnte guckt man auch nicht so gründlich hin. So, Krümel musste jetzt mal herhalten um zu gucken, ich rein persönlich finde es ist viel, viel einfacher bei einem Schweinchen ins Ohr zu gucken wie bei einem Kaninchen. Entweder hat der Schmalz etwas verdeckt oder aber es war wirklich abgeheilt und nicht offen ersichtlich.

Hat Karlchen denn jemals schmerzhaft reagiert in Bezug auf seine Ohren?

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 18:38

Wie haben 2 Tage Metacam verabreicht um festzustellen, ob seine Aggressionen und Angriffslust Lucy und uns ggü mit Schmerzen im Zusammenhang stehen könnte...keine Änderung...
seine Aggressionen sind also mittlerweile auch auf die Taubheit und seine Unsicherheit zurückzuführen...

Auf einem Auge blind und eine schlechte Hörfunktion machen ihn momentan etwas unsicher und er hat das Bedürfnis, alles was sich ihm nähert in die Flucht zu jagen!
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 18:45

Kaninchen orientieren sich doch auch über den Geruchssinn, oder irre ich mich jetzt? Kann es sein dass er durch seinen langen Schnupfen auch ein wenig davon eingebüßt hat? Er hört anscheinend schlecht, er ist auf einem Auge blind, vielleicht riecht er auch noch schlechter wie vor ein paar Monaten. Er ist nicht so geboren worden, es kam alles nicht schleichend, es war Knall auf Fall da. Dass er damit nicht zurecht kommt ist klar. Die Anderen draußen konnte er vielleicht nicht mehr so wirklich verstehen, von sich selbst mal ganz abgesehen. Die Anderen deuteten sein unsicheres Verhalten als "nicht gruppenkompatibel" und haben in ausgegrenzt. Dadurch ist er noch unsicherer geworden, unsicher in dem wie er sich verhält-sein normales Verhalten wird ja eingeschränkt- und unsicher wie andere sich ihm gegenüber verhalten. Bis er lernt damit klarzukommen kann und wird es dauern. Das, was ihm vielleicht am Meisten hilft ist ein stabiles, soziales Umfeld in dem er sich nicht groß behaupten muss.

Nicht falsch verstehen, ich hab jetzt mal so von meiner behinderten, verstorbenen Emmah auf Karlchen geschlossen.

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 18:51

Da gibts nix falsch zu verstehen ;)....(sei nicht immer so ängstlich :D)...
du triffst es genau auf den Punkt.

Sicher ist...das er bis März alleine absolut Zeit hat, sich und seinen Körper mit all seinen Funktionen neu kennen zu lernen...
Ab dann soll er wieder in die Gruppe ziehen, er ist kein Kaninchen was versucht sich zu behaupten...und ich hoffe dass er dann sein festes und soziales Umfeld wieder zurück bekommt.

Um das Thema aber nicht wieder zu Karlchenlastig werden zu lassen...
hoffe ich, dass mit diesem Trichterding seine Ohren etwas besser beurteilt werden können.
Ich werde berichten!

@Doro...magst du mir mal ein bissl was über Emmahs Behinderung erzählen?
In einem anderen Thread, zb "Erfahrungen mit behinderten Tieren"...? :lieb:
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Doro » Di 9. Nov 2010, 18:57

Mach ich gerne, wird aber wahrscheinlich erst morgen werden.

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 18:59

Hat keine Eile.... ;)
Ich danke dir :kiss:!
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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von Nightmoon » Di 9. Nov 2010, 19:28

lapin hat geschrieben:Die Mittelohrentzündung halte ich im Zusammenhang mit folgenden Dingen durchaus für wahrscheinlich:
* 3 monatiger Schnupfen
* Er saß sehr oft im Regen, weil er nicht in die Hütte konnte
* die letzten Monate nur wenig Bewegung

Auf jeden Fall hab ich erstmal wieder drüber nachgedacht und kann einen weiteren Punkt genauer abchecken lassen.
Doro hat geschrieben:Ein lang anhaltender Schnupfen kann ganz, ganz schnell auf die Ohren gehen, es hängt ja alles zusammen, also Hals, Nase und Ohren. Möglich wäre es dass es dadurch entstanden ist.
Jepp, das hängt alles miteinander zusammen, selbst die Kieferknochen hängen mit den Nasennebenhöhlen indirekt zusammen.
Als Beispiel, ich bekam vor ein paar Jahren eine Wurzelspitzenresektion am Oberkiefer links, am vorletzten Backenzahn gemacht.
Eingriff war alles prima, außer dem Gefühl, als würde mir der Schädel auseinandergefräst oder -gebrochen werden. :hehe:
Naja, jedenfalls waren irgendwann alle Spitzen gekappt und der Dok hat die Wurzelkanäle und was weiß ich freigepustet. In dem Moment spritzte mir das Blut direkt aus der Nase, es ging nicht durch den Rachen und im Ohr gabs einen Pfeifton - das hörte sich an, als hätte ich einen Luftballon am Schnippel breitgezogen und ihn quietschen lassen. Meine Atemwege blockierten sofort und ich hing da, als würde meine letzte Stunde schlagen, denn ich konnte vor lauter Schock nicht mehr atmen. Irgendwie war alles dicht. :? Für mich war das Horror pur...

Mein Zahnarzt erklärte mir später, dass die Kieferhöhle mit den Nasennebenhöhlen und dadurch auch mit dem Ohr verbunden sind, was man aber normaler Weise nicht merkt, wenn die Zahn- und Wurzelkannäle geschlossen sind, was ja der übliche Zustand auch ist.
Werden die geöffnet, dann hat man sozusagen "Durchzug".

Ich fand das ganz wichtig zu wissen, denn so kann ich mir auch gut vorstellen, warum es oft bei Tieren ist, die einen Kieferabzess haben, der zum einen monstergroß wird und zum anderen auch die Augenhöhle anschwellen lässt. Was dadurch auch noch einleuchtend ist, hat man Schnupfen, läuft einem oft nicht nur die Nase, es tränen einem ab und auch die Augen und ganz oft kratzt es oder schmerzt es im Hals.

Oder, man hat Probleme mit den Weißheitszähnen, wo es einem da überall am Kopf wehtun kann, einzig nur durch den blöden Weisheitszahn ausgelöst - Wahnsinn...

Alles was am Kopf passiert hängt irgendwo mittelbar oder unmittelbar zusammen.
Bild
Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von schweinsnase77 » Di 9. Nov 2010, 20:05

Bei der Krankengeschichte von Karlchen würde ich allerdings eher darauf tippen das er vermutlich noch nie richtig gehört hat und eventuell ne Fehlbildung im Ohr vorliegt die sich durch den Schnupfen noch manifestiert hat.

Aber ich denke um das rauszufinden braucht man nen Tierarzt der Ahnung von Kaninchenohren hat. :lieb:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

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Re: Unerkannte Mittelohrentzündung = Vernarbung im Innenohr

Beitrag von lapin » Di 9. Nov 2010, 20:12

Dafür ist seine Ohrenbewegung aber noch zu stark auf "hören versuchen" geeicht...
also sobald er mich sieht, dreht er auch die Ohren in meiner Richtung...
früher hab ich ihn gerufen und er blickte mich direkt an und heute werde ich erst erblickt, bevor die Ohren auf mich gerichtet sind!

Dann das schnalzen mit der Zunge und seine mitwippenden Bewegungen des stehenden Ohrens...ich würde eine dauerhafte Gehörlosigkeit bzw Störung echt ausschließen.

Jap hoffen wir auf ein Ergebnis in diesem Bereich.
Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

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