Beim regelmässigen wiegen war mir aufgefallen das Finchen 100g weniger hatte. Ein paar Gramm sind nicht schlimm, aber 100g finde ich zu viel. Sie hatte knapp 1200g und jetzt knapp 1100g.
Also wurde sie beim futtern genau beobachtet.
Sie hat ihre Nase in alles reingesteckt, im Heu gewuselt, sah aus als ob sie frisst, dann schnappte sie sich ein Blatt Salat und ich habe gesehen das sie es nur geschnappt hat und nicht gefressen hat, also will sie fressen, kann aber scheinbar nicht.
Am nächsten Tag direkt ab zum Tierarzt.
Ich war in der Praxis wo ich immer hingehe, diesmal war ich bei einer Ärztin, bei der ich vorher noch nicht war.
Beim einsetzten des Maulspreizer machte es laut "knack"
"Tschuldigung"
"Waren das die Schneidezähne"
"Ja, ist aber nicht schlimm, die wachsen wieder nach"
Nachdem dann der Spreizer eingesetzt war und sie das Mäulchen von innen gesäubert hat hat sie eine andere Ärztin zur Hilfe gerufen, sie hat sich scheinbar nicht mehr getraut.
Die andere Ärztin hat dann eine beginnende Zahnbrücke gefunden, aber nur von einer Seite.
Sie meinte die währe Ursächlich für das nicht fressen, hat die Brücke entfernt, Schmerzmittel mitgegeben.
Ich sollte sie jetzt Füttern, Füttern, Füttern und nächste Woche wieder kommen.
Ich habe Finchen dann jeden Tag 5 mal ein Buffet aufgebaut mit diversen gemüseschnippel und diversen gepflückten sachen und frischen Kräutern.
Selber gefuttert hat sie nicht, wenn man ihr was in/an den Mund gehalten hat hat sie gefuttert, aber nur das was sie wollte.
Das war immer was anderes, deswegen wurde das Buffet immer mehr erweitert.
Abends hatte sie immer ca. 25g mehr als morgens, aber jeden Morgen waren mehr Gramm weg als am Vortag, so das das gewischt stetig aber langsam und ca. 5g Pro Tag nach unten ging.
Woche war vorbei, als wieder ab zum Tierarzt.
Zähne sähen sehr gut aus, man sieht das sie frisst, Brücke hat sich neu gebildet, keine Zahnspitzen, aber bei der kleinsten Berührung der abgebrochenen unteren Schneidezähne fingen die an zu bluten an.
"Die sind Entzündet"
Dann habe ich AB bekommen und sollte weiter Füttern, Füttern, Füttern und wieder eine Woche später wieder kommen.
An dem Montag, Dienstag und Mittwoch hat sie aus der Hand gefuttert wie eine Weltmeisterin, hat sich Stücke selber aus dem Napf gepuhlt und Mittwochabend saß sie im Heuberg und hat komplett selber gefuttert.
Donnerstag und Freitag hat sie dann nichts mehr fressen wollen, ich musste ihr das regelrecht reinzwingen. Brei angeboten, selber schlecken war nicht, also mit Spritze ins Maul rein.
War der Brei zu fest hat sie ihn ausgespuckt, war er zu dünn hat sie ihn aus dem Mund laufen lassen, Frischfutter ging gar nicht.
Da ich sie oft morgens und abend für 2-3 Stunden alleine hatte konnt ich beobachten das seit Dienstag, also 4 Tage nicht ein Köttel rausgekommen ist.
Freitags ging es ihr sichtlich sehr schlecht und sie wog nur noch 900g
Ich hatte Angst das sie das Wochenende nicht übersteht, also Samstag ab zum Tierarzt.
Zähne wären super, nichts locker, nichts entzündet, keine Brücke, keine Spitzen, Schneidezähne waren wieder gut gewachsen, also hätte sie futtern müssen.
Wenn sie was genommen hat hat sie auch gekaut, das ging ganz gut.
Was hat sie? Erst konnte sie nicht fressen, jetzt will sie nicht
Die Tierärztin meinte das käme von der vollkommen fehlenden verdauung, die wäre komplett zum erliegen gekommen.
Bauch war komplett leer.
Ich solle sie Zwangsernähren, also Brei so weiter in den Mund rein, so das sie schlucken muß.
Montag hatte ich Termin und sollte natürlich wieder kommen.
Übers Wochenende hat sie weiter so gut wie nichts selber gefuttert, es kamen immer noch keine Köttel, Brei habe ich ihr verpasst, sie hat in den 2 Tagen 50g zugelegt.
Allerdings war sie sehr abwesend und apathisch und hat mich immer wieder traurig angeschut, so nach dem Motto "Lass mich, ich habe keine Lust mehr". Es ging ihr sichlich richtig schlecht.
Montags beim Tierarzt wurden die Zähne erneut kontrolliert, alles perfekt, sie wussten auch nicht warum sie nicht frisst.
Röntgen und Ultraschall wollten sie ihr in ihrem Zustand nicht antun.
Ich sollte sie die nächsten Tage da lassen, das sie sie ordentlich päppeln und wenn sie etwas bei Kräften ist sollte sie komplett untersucht werden.
2 Stunden später kam ein Anruf das sie sich nicht päppeln lässt, sie schluckt einfach nicht, sie bekommt eine Spritze Zeugs ins Maul und bleibt dann ganz apathisch hocken und macht nichts, genau wie bei mir auch.
Am Telefon sagte man mir das sie sie einschläffern wollen und es kein Zweck hat, da das Tier sich quält.
"Kann man nicht noch irgendwas machen? Ultraschall? Röntgen?"
"Nee, das sind die Zähne, alles entzündet und Zähne duch den Kiefer gebrochen, da ist nichts mehr zu machen"
"Sie sagten eben doch die Zähne wären OK?!"
"Wenn sie Beweise brauchen quälen wir sie weiter. Das hat aber keinen Sinn mehr".
Dann habe ich mein Ok zum einschläfern gegeben und aufgelegt.
So jetzt zu meinen Fragen.
1. Hätte ich auf weitere Untersuchungen bestehen müssen?
2. Was hätte noch gemacht werden können?
3. Warum wollte sie nicht mehr fressen?
4. Hat sie nicht gefressen und sich dadurch erst die Brücke gebildet oder war die Brücke zuerst da?
Was ich mich aber am meisten Frage.
Was kann man tun wenn die Verdauung derart zum erliegen gekommen ist, so das das Tier 4-5 tage nicht köttelt?
Klar wenn vorne nichts rein kommt kann hinten nichts rauskommen.
Wie bekomme ich vorne genug rein?
Wie kann ich die Schmerzen der Aufgasung nehmen?
Wie bekomme ich sie zum fressen annimiert?
Wie bekomme ich die Verdauung wieder in Schwung?
Was gibt es für Medikamente ausser Sab und BeneBac? Ich denke in so einem akuten Fall ist mit Kräutern auch nicht viel zu machen, zumal sie ausser Petersilie, Dill und Basilikum (immer nur geringste Mengen) keine Kräuter fressen wollte. Oregano, Tymian, Majoran, Rosmarin, Melisse hat sie immer ausgespuckt.
Ich freue mich schon über Eure Tips und Eure Erfahrungen, auch wenn sie leider negativ sind, vielleicht helfen sie zukünftig den Schweinchen







