Mythos - Rinder sind Klimakiller - falsch!

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Nightmoon
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Mythos - Rinder sind Klimakiller - falsch!

Beitrag von Nightmoon » Fr 20. Mai 2011, 09:45

...und wieder einmal mehr hat man sich Gedanken dazu gemacht, dass ein Mythos weniger auftritt...
Aber, einmal in den Köpfen der Menschheit eingezogen/festgesetzt, ist ein Mythos nur schwer wieder rauszubekommen...

Hierzu ein Zitat aus dem Online. Vet-Magazin:
Klimagase Methan und Lachgas

Über zehntausende von Jahren waren Bisons, Wisente, Auerochsen, Gnus, Yaks und andere Wiederkäuer kein Problem für das Klima, obwohl sie auch früher in Millionenstärke den Planeten bevölkerten und Methan emittierten. Deshalb führen heute Forschungsansätze, die nur ein einzelnes Klimagas und nicht das gesamte Agrarsystem im Blick haben, in die Irre.

Wer nur das Methan berücksichtigt, kommt zu völlig falschen Schlussfolgerungen, weil er den entscheidenden Beitrag der Landwirtschaft zum Klimawandel ignoriert: das Lachgas (N2O). Es ist 296­mal so klimaschädlich wie CO2. Lachgas entsteht vor allem aus Stickstoffdünger, dessen Verbrauch von 1960 bis heute – vor allem durch Monokulturen – um mehr als das Achtfache gestiegen ist.

Pro 100 Tonnen Dünger entweichen ein bis drei Tonnen N2O in die Luft. Pro Tonne Ammoniak, das zur Herstellung von Stickstoffdünger benötigt wird, gelangen etwa fünf Tonnen CO2 in die Atmosphäre. In Europa verursacht die landwirtschaftliche Tierhaltung 70 Prozent der gesamten Lachgasemissionen.
Quelle und mehr dazu hier: [url=http://www.vet-magazin.com/fachliteratur-tieraerzte/Veterinaer-Fachbuecher/tierproduktion/Kuh-Klima-Killer.html]Die Kuh ist kein Klima-Killer[/url]

Dazu ist inzwischen sogar ein Buch erschienen:
[url=http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3895188204/worldstoresho-21?dev-t=D3KVP7YINMIREX&camp=2025&link_code=xm2]Die Kuh ist kein Klima-Killer: Wie die Agrarindustrie die Erde verwüstet und was wir dagegen tun können[/url]
Bild
Meine süße kleine Tessamaus, ich hab dir immer versprochen, dich nicht leiden zu lassen, ich hoffe Du verzeihst mir.[/align]

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Re: Mythos - Rinder sind Klimakiller - falsch!

Beitrag von schweinsnase77 » Fr 20. Mai 2011, 10:13

:grübel: Versteh ich gerade nicht......wenn 70% der deutschen europäischen Lachgasemmision aus Tierhaltung stammt.....wieso ist dann Stickstoffdünger nen größerer Klimakiller? ...da kämen ja dann max. 30 % her... :arg:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

Mit 2 samtpfotigen Killern

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Murx Pickwick
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Re: Mythos - Rinder sind Klimakiller - falsch!

Beitrag von Murx Pickwick » So 2. Nov 2025, 11:12

Es kommt drauf an, ob das liebe Vieh in Ställen vor sich hinrottet, oder ob das liebe Vieh das sein darf, was es von Natur aus ist: Weidevieh!

Im Stall entweichen die produzierten Winde ungenutzt in die Luft, der wertvolle Dünger wird durch die mangelnde Vitalität (um nicht zu sagen, chronisches Kranksein) des Viehs, Medikamenteneinsatz und baktierenschädigende Lagerung zu einem minderwertigen und krankmachenden Abfallprodukt, welches auf Wiesen und auf Feldern entsorgt wird.

Als Weidevieh dagegen ist der Dung ein wertvoller Starter für das Bodenleben. Ein explodierendes, vielfältiges Bodenleben wiederum regt Wiesenpflanzen zu vermehrtem Wachstum an. Die Wiesenpflanzen brauchen dafür jedoch Sonnenlicht, Kohlendioxid und Lachgas als Energieträger und Baustofflieferant. Da kommen den Pflanzen die Weidetierfürze gerade recht ... sie nehmen das Gas vollständig auf und verbauen es in ihre Zellstrukturen.
Das Weidevieh wiederum grast die Pflanzen wieder ab und bildet Bodenstarter und Fürze draus ...

Beim sog. Mob Grazing, bei dem innerhalb nur weniger Tage besonders hohe Viehstückzahlen auf die Weide getrieben werden, geht es sogar noch weiter - das Vieh grast im Eiltempo die Weide ab und alles, was nicht gefressen wird, einschließlich des Bodenstarters, wird mit den Klauen gut in den Boden eingearbeitet. Das Pflanzenmaterial eingearbeitete abgestorbene Pflanzenmaterial fördert nun Pilze, die ihrerseits zum Abbau und Speicherung des willkommenen Düngers und nahrhafter Gase sorgt.
Funktionierende Weiden mit aktivem Bodenleben sorgen dafür, daß Kohlendioxid verarbeitet und in den Boden eingelagert wird. Dabei wird mehr Kohlendioxid für Bodenleben und Pflanzenwachstum verbraucht, wie das Weidevieh überhaupt ausscheiden kann.
Das Ganze wird nun begrenzt von dem, was das Weidevieh ausscheiden kann ...

Wird Ackerland mit Stickstoffdünger gedüngt, ist der Verbrauch des Kohlendioxids niedriger, wie die Ausdünstung vom Acker. Je intensiver ein Acker bedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln malträtiert wird, desto weniger Bodenleben gibt es und desto weniger Kohlendioxid kann verbraucht werden.
Wird der Acker durch Weidevieh gedüngt, indem das Weidevieh wie früher über den abgeernteten Acker getrieben wird, wird das Bodenleben derartig gepusht und angekurbelt, daß nun mehr Kohlendioxid aus der Luft verbraucht wird, wie durch Weidevieh und Ausdünstungen des Ackers produziert werden.

Inzwischen gibt es auch in der Kompostforschung einige Ansätze, Bodenstarter mit vielen Bodenlebewesen zu produzieren. Diese haben den Vorteil, daß sie ein Vielfaches von Pilzen in den Boden bringen - etwas, was nicht einmal Rinder können. Diese produzieren sehr bakterienreichen Starter, welcher so gut wie keine Pilze in den Boden bringt.
Ohne Pilze läuft der Abbau von Cellulose und Ligninen nicht optimal, die Wiesenpflanzen und Ackerpflanzenreste können nicht optimal im Boden umgesetzt werden.

Quelle:
https://www.agrarheute.com/management/b ... tzt-554240
https://www.xn--ntzliches-im-garten-59b ... ozess.html

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