Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvoll?

Moderatoren: Emmy, Heike, Miss Marple

Forumsregeln
Es gibt Meerschweinchenhalter, erfahrene Meerschweinchenhalter und sehr erfahrene Meerschweinchenhalter.
Nicht jeder kennt sich mit diversen Krankheiten aus.
Selbst als sehr erfahrener Meerschweinchenhalter kann man nicht alles kennen und wissen.

Alles, was hier im Forum speziell zu Krankheiten, Diagnosen, Medikamenten und deren Dosierungen zu finden ist, sind persönliche Erfahrungen, Tipps und Ratschläge.

Diese Tipps und Ratschläge ersetzen keinen Tierarztbesuch.

Es gibt sehr viele ernst zu nehmende Krankheiten, die man durch Eigenbehandlung/Eigentherapie noch verschlimmern kann.

Es ist daher wichtig, jede Medikamentenabgabe und Therapie unbedingt mit dem Arzt zu besprechen und gemeinsam nach der besten Lösung, für das jeweilige Tier zu suchen.

Also zieht bitte immer einen Tierarzt zu Rate. Selbstverständlich könnt Ihr die hier gegebenen Tipps und Ratschläge mit Eurem Tierarzt besprechen.
Antworten
schweinsnase77
Meerschweinchen Supporter
Meerschweinchen Supporter
Beiträge: 4428
Registriert: Fr 5. Feb 2010, 21:32
Land: Deutschland
Kontaktdaten:

Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvoll?

Beitrag von schweinsnase77 » Mo 13. Sep 2010, 13:00

Wie ist eure Meinung dazu?

ich erleb gerade bei Zahnerkrankungen immer wieder das alles erdenkliche versucht wird, man fährt teilweise 100erte Kilometer oder setzt sich stundenlang in den Zug umd zum Zahnspezialisten zu kommen....aber bringt das im Endeffekt wirklich was? Oder nur dem Tierarzt?

Ich les immer wieder das die halter extrem viele Höhen und Tiefen mit durchleiden, sich an jeden Strohhalm klammern, es aber mit jedem Tief immer weiter bergab geht.


Irgendwie fehlen mir die Erfolgserlebnisse a la: ich muss zwar regelmässig zum kürzen, aber zwischendrin ist er völlig normal.

Seht ihr das auch so? Und was denkt ihr ist die Ursache? immer Inkompetenz oder einfach nur die tatsache, dass man eigentlich nicht richtig therapieren kann? Bringt man denn Schweinchen durch teilweise wöchentliches 8oder häufigeres) Aufschlagen beim TA über teilweise Monate wirklich noch Lebensqualität oder redet man sich das eher ein? :hm:
Mit freundlichen Grunzern

Annette

Mit 2 samtpfotigen Killern

Benutzeravatar
Curly
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 4876
Registriert: Fr 20. Feb 2009, 19:08
Land: Deutschland
Wohnort: Hoher Norden
Kontaktdaten:

Re: Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvol

Beitrag von Curly » Mo 13. Sep 2010, 13:08

Huhu!

Ich sehs ähnlich, wie bei nem Wildvogel, der nicht mehr fliegen kann.
Da fehlt DIE entscheidende Möglichket zu überleben.

Nen flugunfähiger Vogel kann keine Beute machen und
nen Nager, der nicht vernünftig kauen kann, verhungert.

Curly

Benutzeravatar
Miss Marple
Globaler Moderator
Globaler Moderator
Beiträge: 10985
Registriert: Di 1. Dez 2009, 16:05
Land: Deutschland
Wohnort: Am Ende der Welt
Kontaktdaten:

Re: Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvol

Beitrag von Miss Marple » Mo 13. Sep 2010, 13:24

Ich kenne ein paar - wenige - Erfolgserlebnisse. Mein liebstes Beispiel ist Jerry aus dem Saarland.
Trotz anfänglicher Fehler (nicht regelm. gewogen und Päppeln mit CC) war dann die erste Zahnkorrektur in Holzwickede. Es hat also niemand groß rumpfuschen können. Sie waren insgesamt 3 Mal in Holzwickede, dann war das Schlimmste vorbei. Im Anschluss gab es noch zwei Tiefs, eines, als sein Partner starb und das andere Mal, wurde eine Kiefergelenksarthrose vermutet. Aber auch das Kieferproblem íst gelöst, u. a. durch Cranio Sacral.

Das ganze ist jetzt knapp ein Jahr her, Jerry geht es Top! Keine Sonderbehandlungen mehr, sein Status in der neuen Gruppe ist gestiegen, die Halter konnten einen mehrwöchigen Urlaub machen ohne vor Sorge umzukommen.
Der Schlüssel bei Jerry war für mich, dass sofort ein Zahnspezialist losgelegt hat.

Benutzeravatar
Isa
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 8972
Registriert: So 11. Apr 2010, 12:41
Land: Deutschland
Wohnort: Bietigheim-Bissingen
Kontaktdaten:

Re: Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvol

Beitrag von Isa » Mo 13. Sep 2010, 13:29

Persönliche Erfahrungen mit Zahnproblemen habe ich glücklicherweise nicht.
Wenn man sich aber so umhorcht, ist es oft ein Problem aus mehreren Komponenten.
Einerseits die Unkenntnis vieler Tierärzte bzgl. Zahnproblemen bei Nagern; und auch dass viele Tierärzte nur oberflächlich mal ins Maul schauen und mehr einfach nicht sehen (wollen? weil sie eh nicht weiter wissen?).
Viele Zahntiere werden auch von den Haltern viel zu spät vorgestellt. Zu einem früheren Zeitpunkt hätte man vielleicht nur kleine Zahnspitzchen zu beheben gehabt.
Und eben auch -wie Curly schon schrieb- ist ein Zahnproblem bei einem Nager schon ein sehr (über-)lebenseinschränkendes Problem.

Sollte hier mal ein Zahnproblem auftreten, würde ich sofort zu einem Nager- und Zahnerfahrenen TA fahren und es nicht vorher auf gut Hoffen bei einem normalen TA versuchen.
Von zu vielen fatalen, grauenvollen Falschbehandlungen liest man doch! :?
Bild

Benutzeravatar
halloich
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 7046
Registriert: Sa 10. Jan 2009, 17:47
Land: Deutschland
Wohnort: RheinSiegKreis //zwischen Bonn und Köln
Kontaktdaten:

Re: Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvol

Beitrag von halloich » Mo 13. Sep 2010, 14:52

Ich habe ja jetzt mehr oder weniger die erste Zanhgeschichte erlebt, möchte dies auch so schnell nicht wieder.
daher kann ich keine Erfahrungen mitteilen.

Ich denke ich werde beim nächsten mal direkt zu einem Zahnspezialisten fahren, wenn ich was an den Zähnen vermute, oder hier hin: https://www.tierklinik-stommeln.de/" onclick="window.open(this.href);return false; die behandeln die Zähne bei Meerschweinchen und Kanninchen nur mit Narkose

Mit dem frühzeitig erkennen der Zahngeschichten ist so eine Sache.
Ich wiege ja relmässig und beobachte auch regelmäsig.
Mir ist allerdings erst was aufgefallen als die Waage 100g weniger angezeigt hat.
Die Schweinchen wuseln weiter im Futter und tun so als ob sie fressen, und wenn dann auch noch wuschelige, rotten Langhaarschweinchen davon betroffen ist sieht man rein äusserlich gar nichts.
Das auf 900g abgemagerte Tier war immer noch dreifach so groß/dick wie meine 570g Jungspunte (Glatthar)
Bild

Benutzeravatar
Murx Pickwick
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 11831
Registriert: Sa 10. Jan 2009, 17:45
Land: Deutschland
Kontaktdaten:

Re: Zahnbehandlungen/komplexe Behandlungen überhaupt sinnvol

Beitrag von Murx Pickwick » Mo 13. Sep 2010, 15:37

Ich selbst hab bisher nur zwei Fälle bei eigenen Tieren mit Zahnproblemen gehabt - ein Kaninchen, welches mir vor die Tür gesetzt wurde und was nur Brei freiwillig fraß, den allerdings schön willig aus dem Napf, ein Meerschweinchen mit fütterungsbedingter Osteoporose, wo im Alter einfach die Nagezähne schief auseinanderwuchsen und sich nicht mehr gegeneinander abrieben, weil sie einfach aufgrund der durch die Osteoporose veränderte Kieferbett V-förmig auseinanderwuchsen, statt parallel zu bleiben.
Im ersteren Fall ergab das Röntgenbild retrogrades Zahnwachstum mit starken beidseitigen Vereiterungen im gesamten Kieferbereich - ich hatte das Kaninchen gleich beim TA gelassen, im zweiteren Fall wurden zwar die Zähne einmalig gekürzt, allerdings nahm mir dann Brownie weitere entscheidungen ab, sie lag ne Woche später tot im Gehege ... najagut, sie war vermutlich über sechs Jahre alt und hatte mit dem Alter immer mehr mit ihrer Osteoporose zu schaffen, ich glaub, sie hatte einfach aufgegeben ...

Mit Kunden geh ich inzwischen mit zum TA - es ist einfach so, zu zweit oder dritt ist man stärker und kann besser darauf bestehen, daß das Tier sediert und untern Röntgenapparat gelegt wird ... anhand des Röntgenbildes wird entschieden. Oft genug sind wir mit Tier und Zahnspitzen wieder nach Hause, fast immer handelte es sich um ernährungsbedingte Zahnspitzen mit überlangen Backenzähnen. Soweit sich noch keine echten Brücken gebildet hatten, waren wir dann ohne Behandlung nach Hause, ich hatte Schachtelhalm den Leuten mitgegeben und sie dazu angehalten, Industriefutter wegzulassen und dafür viel Frisches zu verfüttern - hat immer gepaßt, es brauchte nicht geschliffen und zahnsaniert zu werden!
In zwei Fällen war schon am Röntgenbild sichtbar, daß durch vermutlich genetisch bedingte Fehlstellung der Zähne da nix mehr zu machen sein würde. Die Halter entschieden sich in beiden Fällen, es zu versuchen ... die Abstände der Zahnsanierungen würde immer kürzer, irgendwann wurde sogar vom TA dazu geraten, einzuschläfern.
Bei starken fütterungsbedingten Veränderungen wie Zahnbrückenbildung, mußte ein bis zweimalig saniert werden, danach waren die Zähne wieder in Ordnung ...
Bisher kam ich ohne Zahnspezialist aus ... die meisten Fälle waren jedoch nur normale, kleinere Zahnspitzen, die Probleme lagen immer woanders, meist im Darm.

oh ... einen verdrängten Fall hab ich dennoch, bei meinen eigenen Tieren!
Ein übernommenes Kaninchen sollte untersucht werden - durch die rabiate Handwerkskunst des TA wurde dem Kaninchen nicht nur die Zähne rausgebrochen, sondern auch noch der Kiefer ausgerengt und gebrochen ... ich hatte mich damals für Einschläfern entschieden ...
Es sind also drei Zahnfälle bei den eigenen Tieren ...

Antworten

Zurück zu „Meerschweinchen Gesundheit“