E Mará

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E Mará

Beitrag von Sana » Mo 10. Sep 2012, 08:56

Hallo,

ich habe mir gerade mein Lieblingsbild in meinem Schlafzimmer angeschaut, und gehofft ich habe diese auch noch auf dem PC. Und juhu, sie sind noch da.

E Mará, sie war meine damalige Reitbeteiligung, die Erste in meinem Leben... Ich liebte dieses Pferd... Ich hatte eine Verbundenheit mit ihr, dass war sage und schreibe, sowas gibt es nicht nocheinmal. Sie war nicht ganz einfach.. Hat gebissen und auch ausgetreten, wenn man seitlich zu nah an ihr stand, warum weiß ich nicht... Ich hab mir da nie einen Kopf drum gemacht. Ich bin unter ihr durchgekrabbelt, stand seitlich und auch hinter ihr und bin ihren Poppes runtergerutscht..
Sie war wie mein Pferd. Ich war jeden Tag im Stall, nach der Schule. Wochenends war ich nie daheim.
Bis dieser eine Tag kam. Ich kam mit der Stallbesitzerin und noch zwei anderen Leuten am Stall an.. Sie lag im Stroh. Ich ahnte sofort es stimmte was nicht und sagte, mit ihr ist was nicht in ordnung. Die Stallbesitzerin, die gleichzeitig auch die Besitzerin des Pferdes war, sagte nur, ach die schläft nur.. Ich dachte direkt an eine Kolik und mir war nicht wohl bei der ganzen Sache. Ich ging zu ihr hin und sie guckte mich ganz komisch an, dass kann man nicht beschreiben. Für mich stand fest, da stimmt was nicht.. Ich bin mit ihr spazieren gegangen, damit sie äppelt. Es geschah nichts. Für die Besitzerin war immernoch alles normal. Sie ließ die arme Maus sogar noch zwei Std im Schulbetrieb laufen. (es war kein großer Stall, eher eine Ponyranch) Vllt hätte ich sie anschreien sollen, damit alles anders gekommen wäre. Nachmittags fing es dann an.. Sie konnte kaum laufen, wollte sie immer hinlegen.. Nun endlich rief sie den Tierarzt.. Der Tierarzt.. das hätte man sich sparen können, wenn man gesehen hat was alles noch folgte.. Der Tierarzt sprach von einer LEICHTEN! Kolik.. Am Abend war ich mit einer Freundin da, weil ich Laterne (E Marás Spitzname) nicht allein lassen wollte.. Ihr ging es immer schlechter bis sie einfach umfiel und nicht mehr aufstand.. Wir wussten nicht mehr weiter und haben gezogen und gezerrt mit der pitsch leicht nachgeholfen, alles hat nichts geholfen wir haben sofort die Besitzerin angerufen, die dann auch endlich mal schnell reagierte.. Laterne wurde in der selben Nacht, wegen einer sehr schlimmen Kolik notoperiert.. über eine Woche stand sie in der Klinik.. Bis ich sie endlich mit abholen konnte..
Wie jeden Tag kümmerte ich mich um sie, putze sie, kümmerte mich um die Wunde und wir gingen kleine Runden spazieren..
Doch als ich einestages dort ankam, war Laterne nicht da. Ich dachte mir hm.. schade vllt ist schon wer anders mit ihr unterwegs.. Meine beste Stallfreundin kam dann zu mir und sagte. "Silke, ich muss mit dir reden"
Einer der schlimmsten Tage in meinem Leben. Laterne ist weg. Sie wurde 15 Minuten bevor ich kam abgeholt.. Ich konnte ihr noch nicht mal Tschüss sagen.
Ich hasse diese Frau, wie konnte sie mir das antun? Und hat dann noch nicht mal den Mut es mir selber zu sagen. Ich habe mich zwei Jahre lang und dieses Pferd gekümmert, ich hätte vermutlich mein Leben für sie gegeben und dann, dann gibt sie sie einfach weg...
Hinterher kam, ich hatte erst überlegt ob ich sie dir schenke, aber sie macht mehr kosten, als freude.. (Hallo gehts noch??)
Sie wurde von Leuten aus Holland geholt.. Und damals wusste ich nicht, was es heißt, sie sei jetzt auch einer riesen grünen Weide.. Obwohl die ex Besitzerin bis heute beteuert Laterne sei am Leben. Warum hat sie mir dann nicht gesagt wo das ist? Ich empfinde für diese Frau einfach nur noch Hass!!

Sorry das der Text solang geworden ist, hier sind doch zwei Bilder von der süßen
(Auf dem zweiten Bild unten rechts, wo sie aus der Box schaut, das habe ich gemacht am Abend bevor sie geholt wurde... Als hätte ich es geahnt :heul: )
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Re: E Mará

Beitrag von Entensusi » Mo 10. Sep 2012, 09:36

Liebe Sana,
das ist wieder mal der Beweis, dass all die Geschichten in den Pony-Büchern nicht erfunden sind.. wobei die dann immer gut ausgehen! :crazy:

Ein paar Gedanken dazu... es ist wirklich oft so, dass Leuten, denen ein Pferd GEHÖRT, dieses als "wertlos" ansehen, weil es alt ist, schwach, krank. Und die beim besten Willen nicht verstehen, warum es für ein Mädchen das Paradies sein kann, genau dieses Pferd versorgen und pflegen zu dürfen. ich weiß nicht, woher die Leute diesen Tick haben, vielleicht, weil sie denken, man hat keinen "Nutzen" davon? Aber wer braucht schon "Nutzen", wenn er Liebe hat?
Mir ist das aufgefallen, weil meine Tochter ja seit 5 Jahren zwei ältere Pferde pflegt. Und eingie der Pferdebesitzer im gleichen Stall immer wieder abfällige Bemerkungen machen.. aber auch sagen, dass sie einfach nicht sehen, was meine Tochter "davon hat". Ich weiß es und ich seh es, aber wer es nicht sieht, wird es auch mit allen Erklärungen der Welt nicht verstehen.

Das zweite ist die Scheu, einem Menschen die Wahrheit zu sagen. Ich hab meiner Freundin schon öfter gesagt, wenn es beim Giri mal soweit wäre (oder durch einen Unfall zuerst bei Schimmele oder Gino..), dass sie mir BITTE BITTE rechtzeitig Bescheid gibt, auch damit meine Tochter Abschied nehmen kann. Wenn ein Pferd verkauft wird, und man weiß nciht wohin, man fühlt sich verarscht und angelogen, das ist einfach schlimm. Eine Freundin von mir hatte als jugnes Mädel auch eine Stute zur Pflege, die ist dann plötzlich, nachdem sie monatelang von ihr nur im Schritt geführt wurde "zurück zum Züchter" - zum Decken war sie aber bestimmt schon zu alt, und meine Freundin bekam nie eine Antwort....
Soviel Feigheit ist - ach, ich finde keine Worte dafür.

Das andere ist, als Minos, das Fohlen meiner Großtante, nach einer Verletzung eingeschläfert werden musste und alle ihre Enkel (inklusive der Großnichte Susi) vorher davon wussten, was war das füe eine Aufruhr! Brüllen, Schreien, Tränen, wilde Pläne (siehe Pony-Bücher :roll: ) das Pferd nachts zu entführen... die Hilflosigkeit, gegen "die Erwachsenen" doch nichts ausrichten zu können, die unsägliche Trauer. Vielleicht sind da "vollendete Tatsachen" auch wieder verständlich...?

Sana, es tut mir Leid, dass Diene schöne Geshcichte mit einem geliebten Pferd so traurig, unbefriedigend, enden musste.. :knuddel:


Liebe Grüße, Entensusi und ihre Tiere

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Re: E Mará

Beitrag von Sana » Mo 10. Sep 2012, 12:04

Ich verstehs einfach nicht, wie Menschen sein eigenes Tier einfach behandeln als wäre es eine Ware. Kaputt ja dann wegdamit, umtauschen oder sonst was.. Vielleicht will ich es aber auch nicht verstehen. Ich mein klar, sie hat jetzt erstmal nur das gesehen, dass Laterne eine längere Zeit nicht mehr in Schulbetrieb laufen kann und kein Geld einbringt, aber eine unmengen an kosten verursacht.. Aber Laterne hatte ja nun auch noch eine andere Vorgeschichte, wo sie von einem anderen Pferd auf der Weide fast totgetreten wurde, so ist es mir noch unverständlicher... Kann Geld wirklich eine enge Bindung zu einem Tier zerstören?? :hm:


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Re: E Mará

Beitrag von Sana » Mi 31. Okt 2012, 21:15

ich habe letzte Nacht von meiner Maus geträumt :( Es war so ein schöner Traum.. Ich war endlich ihre Besitzerin, und wir standen in einem schönen Stall mit Offenstallhaltung. Und wir waren so ein gutes Team. Wie früher... Ich vermiss sie zur Zeit einfach wieder so arg :( Ich würde alles geben um sie wenigstens noch einmal sehen zu können :heul:


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Re: E Mará

Beitrag von Melli » Mi 31. Okt 2012, 21:22

:( bleibt nur, sich all die schönen Erinnerungen wach zu halten
ich drück dich! :knuddel:


Wer sagt, dass zuverlässiges Verhalten bei diesem oder jenem Hund nicht ohne Strafe erreichbar ist, sagt nichts über den Hund aus, sondern beschreibt erst einmal seine eigenen Fähigkeiten. (Dr. Ute Blaschke-Berthold)

Liebe Grüße von Melli mit Hund Simba, den RB-Pferden Ásta und Hvatur und den Meerschweinchen Eumel, Kalahari, Paula, Ebby, Lilli und Lotta.

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Re: E Mará

Beitrag von Bigfoot63 » Mi 31. Okt 2012, 21:53

Das tut mir sehr leid, das kann ich sehr gut nachvollziehen.

Du machst dir wirklich Gedanken, das finde ich toll.
Leider sind gerade auch Pferde oft nur Sportgeräte oder Kassenautomaten für die Besitzer.
Ende August haben wir ein Pferd zum Schlachtpreis gekauft, gesund aber alt. Es ging zuletzt nach einer erfolgreichen Sportkarriere und nach Zuchteinsatz dann im Schulbetrieb.
Ich hatte angeboten, das die Kinder gerne das Pferd auch bei uns auf dem Hof mal besuchen könnten. Die Entfernung beträgt knapp 10 km. Niemand hat sich bisher gemeldet, das fand ich auch traurig.
Ich hätte mir gewünscht die Mädels dort hätten etwas von deinem Herz gehabt :klatsch:


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Re: E Mará

Beitrag von Sana » Mi 31. Okt 2012, 21:58

Das ist auch sowas, was mich bei mir im stall tierisch stört.. "Pass auf, der darf sich nicht verletzen, sonst kann man ihn direkt zum schlacte bringen" "Die Pferde dürfen nur max. zu zweit und nicht zu lange auf die Weide, wegen der verletzungsgefahrn, es sind ja Sportpferde!" Ehrlich gesagt ich könnt da kotzen... Es ist einfach so traurig.


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Re: E Mará

Beitrag von Bigfoot63 » Mi 31. Okt 2012, 22:10

Bei beschlagenen Pferden ist das auch nicht ganz ungefährlich, leider.
Die meisten Besitzer erkennen auch nicht, daß ihre Pferde viel ruhiger werden wenn sie öfter auf die Weide dürfen. Dieses toben, buckeln und rumspringen kommt letztlich doch nur von der ansonsten oftmals reizarmen Haltung.
Klar regt sich ein Pferd auf wenn es endlich, endlich mal raus darf.
Deinen Frust verstehe ich gut. Oft hören wir von Besuchern, ja eure Pferde die sind ja so ruhig. Genau, weil sie immer draussen sind. Sie haben eine Rangordnung, ordentlich was zu tun, nämlich fressen und schon ist die Welt in Ordnung für die Hottis.


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Re: E Mará

Beitrag von Sana » Mi 31. Okt 2012, 22:14

Na ich streite es ja nicht ab, dass es nicht gefährlich sein mag. aber ich finde, dass es wahrscheinlicher ist, dass sich das Pferde in diesem "laufdinggerät" (weiß gerade nicht wie es heißt) oder in der Box von gegen die Wand treten aus Frust die beine eher brechen, also vom bocken und raufen auf der weide :/


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Re: E Mará

Beitrag von Entensusi » Mi 31. Okt 2012, 22:42

Ja, das mit der Weide kenne ich auch.
In "unserem" Stall hat ein Reitlehrer seine Pferde, und die kommen nie auf die Koppel. never ever.
Letzt ist dann ein junges Pferd, das zum Glück noch nicht im Schulbetrieb geht, unter Reitlehrers Frau, die eigentlich sehr gut reitet, komplett ausgetickt. Töchterlein war natürlich mit dem Schimmele auch in der Halle, und mein geliebter Riesenelch :wolke7: ist einfach stehen geblieben, während der andere mit wilden Bocksprüngen durch die Halle gefetzt ist.
Ich versteh's echt nicht, wie kann man ein junges Pferd gerade Mal 1 h am Tag bewegen und dann erwarten, dass es "brav" ist?

Die Pferde meiner Freundin kommen täglich raus, bei Wind und Wetter, und ja, es gibt ab und zu Verletzungen. Aber sie sind beim Reiten einigermaßen ausgeglichen und drehen nicht wegen jeder Kleinigkeit am Rad.


Liebe Grüße, Entensusi und ihre Tiere

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