Kaninchen attackiert beim Füttern

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Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Mi 18. Jun 2014, 20:39

Hallo Ihr Lieben,
mein Name ist Swantje, ich bin neu hier und hätte mal eine Frage an Euch.

Ich habe 2 Dt. Riesen, bzw. einer davon ist ein Riesenschecke, beides Zippen.
Sie leben in einem Gehege, überdacht so groß wie eine Pferdebox und der Außenbereich ca. genauso groß.
Gefüttert werden sie z. Zt. mit Heu, Gemüse, Zweigen und alles was die Wiese so hergibt (Löwenzahn, Spitzwegerich, Breitwegerich, Giersch, etc.).

Seit einiger Zeit fängt der Schecke an, mich beim Füttern anzuknurren, ihre Gefährtin weg zu beißen und 2 mal ist sie schon auf mich los gegangen und hat mich gebissen.
Heute hing sie mir im Handgelenk, da wo die Adern lang laufen, woraufhin ich sie aus Reflex weg getreten habe. Tat mir hinterher sehr leid, aber es hat verdammt weh getan und sie hat nicht sofort wieder los gelassen.

Lt. Tierarzt ist der Hase gesund.

Wie verhalte ich mich jetzt dem Kaninchen gegenüber?
Kann mir da jemand weiter helfen?

Gruß
Swantje



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Bigfoot63 » Mi 18. Jun 2014, 21:23

Ich gehe mal davon aus das du nicht zuwenig fütterst.
Bei so einem Verhalten würde ich versuchen einen Teil des Futters so
hinzulegen das die dich nicht erwischen können. Dann würde ich das Gehege erst betreten
wenn die beide fressen.


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Hasilein » Mi 18. Jun 2014, 23:03

Ist aber schon ein merkwürdiges Verhalten, finde ich.
Passiert das denn nur beim Füttern?



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Curly » Do 19. Jun 2014, 01:09

Wie lange hast du sie schon?
Könnte sie trächtig (gewesen) sein?
Ich kenne dieses Verhalten nur, wenn sie Junge haben.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Saubergschweinchen » Do 19. Jun 2014, 09:34

Ich kenne das schon, meine Nothäsin knurrt und attackiert auch beim Füttern.
Ich finde es aber nicht weiter schwierig so zu füttern das sie mich nicht erwischt, gerade bei einem Bodengehege ist das gut machbar.

Ich habe zwei Futterplätze und füttere abwechselnd. Frisches Futter kommt auf den einen Platz, dann kann ich den anderen in Ruhe reinigen....so geht das Tag um Tag. Ich schiebe es bei ihr darauf das sie aus Kinderzimmerhaltung stammt und schlecht versorgt wurde. Sie beisst aus Ungeduld und prophylaktischer Abwehr gegen den Menschen.
Es ist besser geworden seit sie ad lib gefüttert wird. Sie lernt langsam das das Futter nicht aus geht und keiner was von ihr will, so wird sie ruhiger.

Aggression mit Gegenaggression zu bestrafen (in deinem Fall vor Schreck verständlich) verschärft das Problem nur, sodass man irgendwann nicht mehr an das Tier heran kommt.

Ich würde sie ignorieren, ad lib Füttern und ihr keine Chance geben zu beissen. Heisst Futter fallen lassen, nicht drin herumwühlen und wenn nötig die Futterreste mit einer Harke auffegen (sofern du dich im Gehege garnicht bücken kannst ohne das sie kommt).

Das dauert sehr lange und kann auch in in Zusammenarbeit mit einem THP mit Homöopathie und Bachblüten unterstützt werden. Irgendwann wenn sie keine Aggressionen mehr zeigt kannst du dich dann wieder positiv verknüpfen (sprechen, füttern aus der Hand, usw.).

Ich wünsch dir viel Geduld für diesen Weg.


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Hasilein » Do 19. Jun 2014, 10:03

Seit einiger Zeit fängt der Schecke an, mich beim Füttern anzuknurren, ihre Gefährtin weg zu beißen und 2 mal ist sie schon auf mich los gegangen und hat mich gebissen.
Wenn sich das Verhalten plötzlich verändert, würde ich doch noch mal genau schauen, ob da nicht doch was im Argen liegt. Denn so wie ich das verstehe, war ihr Verhalten vorher normal. :hm:



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Saubergschweinchen » Do 19. Jun 2014, 10:28

Wie alt die Tiere sind wäre noch interessant.


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von eichhorn33 » Do 19. Jun 2014, 10:34

Seitdem ich Kaninchen halte (+30 Jahre) , hatte ich zwei solche Fälle .
Einmal war es ein unkastrierter Rammler etwa 2-3 Jahre alt , das andere ein etwa gleichaltriger ebenfalls männlicher Kastrat .
Beide haben meine Beine attackiert und sich auch fest gebissen , wenn ich die Voliere betrat .
Saubergschweinchen hat geschrieben: Aggression mit Gegenaggression zu bestrafen (in deinem Fall vor Schreck verständlich) verschärft das Problem nur, sodass man irgendwann nicht mehr an das Tier heran kommt.
Das sehe ich anders :
Kaninchen unter sich hätten es auch körperlich geklärt . Die Gegenaggression wird nicht als Strafe , sondern als Antwort verstanden .
Und verstehen finde ich auch ganz entscheidend . Ich kann nicht erwarten , dass das Tier meine Sprache versteht . Ich muss ihm das so verdeutschen , dass es das auch verstehen kann .

Bei der nächsten Attacke war ich gewappnet :
Es gab von mir zwei bzw. dreimal mit einer Rolle gelbe Säcke spürbar was auf den Hintern (Oberschenkel) und die Fronten waren geklärt . Mehrmals weil er mich nach dem ersten/zweiten Mal immer noch drohend/imponierend umkreiste .
Und bevor jetzt hier der große Aufschrei losgeht :
Die Tiere waren weder verängstigt noch traumatisiert . Es war nur geklärt , wer der Boss ist oder wer hier wem auszuweichen hat .



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Do 19. Jun 2014, 12:12

Hallihallo,

erstmal herzlichen Dank für die zahlreichen Antworten.

Das Verhalten des Schecken ist mittlerweile generell sehr dominant geworden.
War es am Anfang nicht.
Sobald ich den Stall betrete, darf Bessy nicht mehr an mich ran und Lulu (Schecke) fängt sofort an, alles zu dominieren was sich im Stall bewegt, schaut sofort, ob ich etwas freßbares in der Hand habe und knurrt, wenn es ihr zu lange dauert.

Die Kaninchen habe ich jetzt seit Ende März, bin sofort mit ihnen als erstes zum Tierarzt gefahren und habe sie durchchecken lassen, ob sie gesund sind. U. a. Krallen, Zähne, etc., kontrollieren lassen. Kotprobe wurde auch gemacht, dabei kamen Hefepilze raus, 2. Probe, 6 Wochen später, Hefepilze waren fast weg, da die Ernährung umgestellt wurde (kein Obst, keine Pellets, kein trockenes Brot, etc.). Nur Gemüse, Kräuter, Heu, Wiese usw., soviel wie sie wollen.

Lulu ist 13 Monate alt und Bessy 7 Monate.

Ob Lulu schon mal trächtig war weiß ich nicht, sie lebte bei jemandem, der sie eigentlich schlachten wollte in einer kleinen Buchte (diese typischen Käfige für "Schlachtkaninchen").
Bessy kommt auch daher, hatte aber ein bißchen mehr Platz als Lulu (kleiner Gitterkäfig auf dem Rasen und konnte von da aus in ihren Stall).
Bei Bessy waren noch ihre beiden Schwestern, Lulu saß, wie gesagt, alleine damals.

Die Zusammenführung der beiden lief auch ohne Probleme, ein bißchen gejage, dann war alles gut.

Das Ganze hat sich langsam aufgebaut und ist jetzt so schlimm geworden.
Was mich wunderte war, daß Bessy, als Lulu mich attackierte, sich hinter mir versteckte und mir danach nicht mehr von der Seite wich.
Sie wollte an meinem Bein hoch, als wenn ich sie auf den Arm nehmen sollte, komisch.
Hatte sie auch Angst vor Lulu?
Also ich mag meine Tiere wirklich sehr, aber beißen lassen muß ich mich nun wirklich nicht, zumal sie bei mir ein schönes Leben und nichts auszustehen haben.
Für meine Tiere tue ich wirklich so gut wie alles, doch ich überlege schon, ob Bessy vielleicht eine andere Gefährtin bekommen sollte, denn sie leidet auch unter Lulus Attacken.

Gruß
Swantje



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Curly » Do 19. Jun 2014, 12:34

Eine GefährtIN würde ich nicht machen. Eher einen kastrierten Rammler.
Das kann schon viel verändern, weil sich die Agressionen dann auf 2 Tiere verteilen.
Vielleicht erwischt du auch nen Rammler, der mal zurück pöbelt...



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Do 19. Jun 2014, 14:06

Hmmm, also noch ein drittes Kaninchen?
Eigentlich wollte ich nicht mehr als 2. Einmal, weil der Platz ja sehr begrenzt ist (nur ca. 18 qm) und dann habe ich festgestellt, daß mich/uns die beiden Hasen momentan monatl. mehr kosten als unsere 5 Minischweine, die speziellen Minischweinemüsli bekommen.
Die Kaninchen bekommen ja u. a. täglich frisches Gemüse aus dem Supermarkt, wie z. B. Möhren, Fenchel, Sellerie, Zuccini, Chicoree, Kohlrabiblätter, etc. etc..

Also an zu wenig Futter kann es bei uns wirklich nicht liegen, da sie auch immer Heu satt haben, `nen großen Berg Grünes von der Wiese sowie Äste mit Blättern vom Baum (Haselnuß, Buche usw.).

Unsere Tiere sollen so artgerecht wie möglich leben, zumal man ihnen in Gefangenschaft gar kein richtig artgerechtes Leben bieten kann, denke ich.
Unsere Schweine haben zu fünft ca. 600 qm und ich finde es noch zu klein, genauso wie das Kaninchengehege mit ca. 18 qm.

Kann ich da wirklich noch ein drittes Kaninchen zu setzen?
Abgesehen von den Kosten, die ich für so kleine Tiere echt enorm finde irgendwie.

Oder mache ich da etwas falsch bei der Fütterung?



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Hasilein » Do 19. Jun 2014, 14:57

Wenn du genug Wiese auftreiben kannst, dann brauchst du doch kein Gemüse zu kaufen. Oder eben nur ab und an. Wiese ist eh besser.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Saubergschweinchen » Do 19. Jun 2014, 15:00

Naja, falsch ist auch wieder nicht das richtige Wort dafür aber man muss (wenn man die entsprechenden Möglichkeiten hat) über die vegetaionsreiche Zeit für Kaninchen garnichts zukaufen. Sie brauchen kein Gemüse wenn sie Wiese ad lib zur Verfügung haben und mit Laub/Unkräutern ergänzt wird.
Klar kannst du Gemüsereste aus der Küche anbieten oder mal was geben was ihr selber nicht esst aber das ganze Jahr zukaufen....das könnte ich mir auch nicht leisten. Reicht im Winter.

Ob ein Katrat die Lösung ist kann dir auch keiner versprechen,l das kann genausogut auch schief gehen. Ebenso muss du selbst wissen ob du ihr körperlich begegnen willst, für mich wäre es ein NoGo, denn es geht auch anders. Es ist nicht das gleiche ob sich zwei Kaninchen prügeln oder ob man als Mensch auf ein Tier einschlägt. Ich finde es einfach nicht richtig.


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von ElHappy » Do 19. Jun 2014, 17:53

Also ob ein Kastrat da die Lösung ist glaub ich auch nicht so recht dran . Ich kenne von meinen Weibern die ich über die Jahre hatte , das knurren wenn sie scheinträchtig waren , das war allerdings nur bei meinen dominaten Weibern . Wenn das überhand genommen hat , dann wurde das Mädel kastriert .Meist wurden die Damen durch die Hormoindrosselung ruhiger , knurrten auch nicht mehr so dominat beim füttern . Vielleicht ist das eine ÜBerlegung sie ist noch sehr jung die Hormone kochen . Also Amy kann manchmal beim Saubermachen ganz schön zicken . Ich halt sie dann vorsichtig mit einen Stubenbesen unter "Kontrolle" , Vielleicht proberst du es so eine zeitlang und dann kannst du immer noch über kastra nachdenken .


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Murx Pickwick » Do 19. Jun 2014, 20:41

Du meinst, du hast richtige Minischweine, also die, welche grunzen und nicht die, welche muigen?

... und - ich habe richtig verstanden, du hast Riesenschecken, also die 5kg-Aufwärts-Variante der Kaninchen?

Du könntest in dem Falle mal ausprobieren, inwieweit die Schweinerei auf deine Kaninchen reagiert ... der Größenunterschied ist da erstens nicht zu groß (so ein normales Schwein mit 300kg macht kurzen Prozeß mit Kaninchen und freut sich dann über nen gutschmeckenden Snack, wenn es nicht mit den Langohren zusammen aufgewachsen ist) und zweitens sind die Minis im Schnitt deutlich friedlicher gegenüber Kleinvieh, wie ihre großen Vettern.
Wenn die Schweinerei die Langohren in Ruh lassen, kannst du die Langohren zusammen mit den Schweinen auf die 600qm lassen, die Kaninchen freuen sich über den Platz, Lulu muß ihr Revier nun plötzlich gegen etwas verteidigen, was selbst ihr klar sein dürfte, daß es weitaus stärker ist wie sie, was sie von weiteren Angriffen auf schwächere Konkurrenz (also dich und Bessy) weitestgehend abhalten wird und Bessy kann der Lulu besser ausweichen.
Ganz nebenbei hat die Schweinerei auch noch nen sehr interessantes Kino, was diese intelligenten Tiere mit Sicherheit besser beschäftigt, wie alleine auf 600qm umherziehen zu müssen.

Damit eine solche Vergesellschaftung klappt, ist, daß die Schweinerei die Kaninchen nicht als willkommene Snacks ansieht, sie also nicht aktiv hinterherjagt, sondern sich nur gegen Lulu wehrt, wenn diese versucht, Schweinchen aus ihrem Revier zu vertreiben.
Eine weitere Vorraussetzung ist ein Kaninchenhaus, aus dem die Schweinerei ausgeschlossen ist, was trocken ist, einen kleinen trockenen Vorgarten hat und gut gepolstert ist mit Heu und/oder Stroh - einfach, damit sich die Langohren zurückziehen können. Besser wären zwei Häuschen, damit Bessy nicht im gleichen Stall sich zurückziehen muß, wie Lulu ... gerade, wenn Lulu mal ganz besonders vehement auf ihre Rechte als alleinige Revierinhaberin pocht!

Sinnvoll sind auf der Weide auch Bäume und Büsche ... und freie Weidefläche - für beide Arten, die Schweine und die Kaninchen! Schweine sind vom Ursprung her Waldbewohner, Kaninchen Buschsteppenbewohner ... und leben in Europa meist als Waldrandbewohner. Die Ansprüche an eine artgerechte Haltung sind also ähnlich, wobei die Arten nicht mal konkurrieren, denn die Schweine buddeln eher nach Wurzeln, Larven, Käfern und was sie sonst noch so Leckeres finden, während Kaninchen eher Weidegänger sind, die von Gras- und Kräuterspitzen leben und ganz nebenbei diese Kost mit Blättern, Samen etc ergänzen.

Problematisch ist für die Kanin die Schweinesuhle - da mußt du ausprobieren, ob das zusammengeht, oder ob du die besser für die Kanin absperrst und nur für die Schweine öffnest. Das ist am Einfachsten zu bewerkstelligen mit einem ein Meter hohen kaninchensicheren Zaun mit schwergängiger, beweglicher Tür, ähnlich wie für Katzen, nur halt für Schweine ausgelegt. Die Kaninchen sind zu klein, solche Türen zu bewegen, die Schweine jedoch kräftig genug, sie einfach mit ihrem Nasenrücken aufzudrücken und durchzulaufen.

So hättest du jedenfalls mehrere Fliegen mit einer Klappe erschlagen:
1. Die Kaninchen haben genügend Platz ...
2. Kaninchen und Schweine werden intellektuell gefordert, weil sie sich mit der anderen Art dann doch irgendwie auseinandersetzen müssen.
3. Du hast das Revierdenken von Lulu in eine sozial verträglichere Richtung gedrängt.
4. Die Schweine passen auf die Kaninchen auf, die Kaninchen sind fast so sicher, wie auf einer Weide mit Wachhund, selbst dann, wenn die Schweine eigentlich nicht wirklich auf die Kaninchen aufpassen. Schweine sind nunmal neugierig und schauen sich lebende Objekte, die auf der Weide landen oder auf die Weide marschieren, an ... und dieses neugierige Verhalten wiederum verjagt Greifvogel, Fuchs und Co.
5. Die Weide ist viel besser ausgenutzt und die Kaninchen kommen durch die Wühlaktivität der Schweine zu Snacks, zu denen sie normalerweise nicht kommen würden.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Do 19. Jun 2014, 22:18

@Murx Pickwick

Ja genau, grins, eine kleine Rotte von 5 Mini-Rüsselnasen.
Und ja, Lulu soll ein Riesenschecken-Dt. Riesenmix sein. Sieht aber aus wie ein normaler Riesenschecke. Bessy ist ein wildfarbener Dt. Riese mit ziemlich langen Ohren.

Also unsere Schweine würden den Kaninchen definitiv nichts tun. Das weiß ich deshalb, weil sie generell Kleintieren gegenüber sehr friedlich sind.
Lulu und Bessy sind schon mal abgehauen (habe die Tür vom Gehege nicht richtig zu gemacht :pfeif: ) und ihr Gehege befindet sich mitten im Schweineauslauf. Da mußten sie durch um nach draußen zu kommen.
Man muß es sich so vorstellen:
7 Pferdeboxen nebeneinander, die durch Schiebetüren miteinander verbunden sind. Jede Box hat auch eine Tür nach draußen. Die linken 3 sind für die Schweine. Die Box daneben Futter- und Gerätelager der Schweine.
Daneben Heu-Stroh-Box für Hasen und Schweine, dann die Hasenbox und daneben stehen die Sachen für die die Hasen.
Über die Breite der Boxen geht der Schweineauslauf und erstreckt sich nach vorne.
Vor der Hasenbox ist ja der Hasenauslauf, also genau mittendrin sozusagen.

Es wäre also möglich, einfach ein kleines Loch in den Maschendrahtzaun vom Kaninchengehege zu schneiden, wo nur Lulu und Bessy durch passen, die Rüsselnasen nicht.
Dann müßte man ja nur noch das Schweinegehege kaninchensicher machen, also Hasendraht drumrum.

Hmmm, müssen wir mal schauen ob wir das dort noch machen.
Wir wollen nämlich umziehen und suchen schon nach einem kleinen Haus mit großem Grundstück, um den Tieren noch mehr Platz bieten zu können.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Murx Pickwick » Do 19. Jun 2014, 23:26

Das klingt doch ideal für so ein Vorhaben :D

Ach ja ... ich weiß nicht, ob du das schon mitbekommen hast, aber wir sind photosüchtig!
Wir wollen dann die Bilder der gemeinsamen Weidehaltung sehen :D



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von suntrek » Fr 20. Jun 2014, 01:03

Ohja Fotos dann unbedingt.

Ich muss ja sagen auf eien gemeinsame Weidehaltung wäre ich ja nie im Leben gekommen.
Murx überrascht einen immer wieder.

Ich hatte schon so manch eine Häsin die agressives Verhalten zeigte bei jeder half was anderes. bei Molly, die lebt ja aktuell, hat geistige Auslastung super geholfen.


Mit freundlichen Grüßen Jasmin und ihr tierischer Anhang.

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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Fr 20. Jun 2014, 07:04

Ha, das habe ich mir schon gedacht mit den Bildern.

Momentan ist es aber nur Sandauslauf, da wo die Schweine sind wächst so gut wie kein Gras mehr.
Also auch für die Hasen nicht.

Mit den Bildern wird es noch dauern.
Wer jetzt schon Bilder von den Schweinen/Auslauf sehen will, müßte auf die Webside von Schweinefreunde e. V. (Infos für Schweine- und Minischweinefreunde) gehen.
In der Rubrik Plauderecke ist von mir ein Thread "Vorstellung meiner Rotte" von Swanni.
Die Fotos wo Gras zu sehen ist, ist aber außerhalb des Geheges wo die Schweine nur laufen dürfen wenn ich dabei bin, da sie ja wie Hunde hören.

Und Ihr müßtet Euch registrieren, sonst wird Euch, glaube ich, die Rubrik Plauderecke nicht angezeigt.
Also wer mal schauen mag....



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von eichhorn33 » Fr 20. Jun 2014, 09:40

Saubergschweinchen hat geschrieben: Es ist nicht das gleiche ob sich zwei Kaninchen prügeln oder ob man als Mensch auf ein Tier einschlägt. Ich finde es einfach nicht richtig.
Ein Kaninchen kommuniziert nach seinen Möglichkeiten . Da macht es keinen Unterschied zwischen Mensch oder Tier . Will sagen , es hat ja keine eigene "Sprache" nur für Zweibeiner .
Deshalb hat es auch meine "Antwort" gut verstehen können und wir beide konnten uns wieder stressfrei begegnen .
Dein Problem ist , dass Du es als Bestrafung und nicht als Antwort auf seine Aktion verstehst .
Ein vierbeiniger Kontrahent wäre entweder zurückgewichen (wie das andere Kaninchen in diesem Fall) oder hätte sich ordentlich mit ihr geprügelt . Und die sind dann ja miteinander wahrlich nicht zimperlich .



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 20. Jun 2014, 10:40

Es gibt auch einen enormen Unterschied, ob ich in blinder Wut auf irgendwelche Tiere losgehe und die ohne Sinn und Verstand nach Strich und Faden verprügle, oder meine Rechte verteidige ... wenn ich gebissen werde, egal ob von Mensch oder von einer anderen Tierart, werde ich mich zur Wehr setzen - schnell, möglichst effektiv und egal wie, höchstens noch angepaßt an die vermeintliche Stärke des Gegenübers ... sollte das nicht ausreichen, und das gegnerische Tier erweist sich als stärker, werde ich, sobald ich kann, die Beine in die Hand nehmen und zusehen, daß ich möglichst schnell Abstand gewinne ...
Das ist etwas, was universell jedes Tier, was angreifen und fliehen kann, auch tut ... warum also soll ich, nur weil ich der Art Mensch angehöre, das nicht tun dürfen?
Ich bin auch nur ein Affe - ein Tier! Nicht mehr und nicht weniger!

Etwas anderes ist die blinde Wut, oder auch die geplante rohe Gewalt gegenüber Abhängigen und Wehrlosen - und hier ist wiederum auch vollkommen wurscht, welche Tierart mir gegenüber steht, oder welcher Art Gewalt und Respektlosigkeit ich anwende, sie ist falsch ... wenn ich also meinen Hund mir zur Brust nehme und den ordentlich mit der Zeitung bearbeite, weil dieser blöde Mistköter einfach nicht kommen wollte, oder wenn ich mein anvertrautes Kind nehme und es ordentlich verwimmse, nur weil dieses ungezogene Miststück mir seine eigene Meinung mitten ins Gesicht sagte oder wenn ich dem Pferd unter mir die Sporen in die Seite kloppe und ihm mit dem Zügel das Maul gegen die Brust zerre, weil dieser dämliche Gaul es wagte, mich nicht zu verstehen, dann ist das eindeutig unangebrachte, rohe, sinnlose Gewalt gegenüber Wehrlosen und Abhängigen. Und das ist falsch! Auch wenn es uns tagtäglich vorgelebt wird ...

Man merkt es übrigens auch an der Ausdrucksweise bzw den eigenen Gedanken, ob es sich um sinnlose, rohe Gewalt handelt oder ein erlaubtes sich zur Wehr setzen ... beim sich zur Wehr setzen kommen solche Gedanken hoch, wie Hilfe! oder Laß mich in Ruh! oder Hau ab! oder Halt Abstand! oder Beiß mich nicht! oder Ich hab Angst ... also relativ neutrale Gedanken, die Ausdruck geben, in welcher Not man sich selbst befindet.
Bei der sinnlosen, rohen Gewalt kommen eher herabsetzende Gedanken und Ausdrücke, oder unterdrückerische Ausdrücke, wie Scheiß-Köter, Hör endlich, du Mistvieh! Ich klatsch dich an die Wand, wenn du nicht funktionierst! und ähnliches ... setz ich nämlich als Mensch mein Gegenüber nicht herab, kann ich es nicht ohne Grund angreifen, sondern werde anfangen zu überlegen, warum mein Gegenüber einfach nicht das tut, was es soll ... außerdem sind die Sätze deutlich länger - man fängt an, ganz unbewußt sich selbst zu rechtfertigen und den Gegenüber zu verteufeln.

In der Tierhaltung begegnen uns allerdings sehr oft Zwischenstufen und fließende Übergänge zwischen diesen beiden Formen - wenn ein Kaninchen nämlich in einer typischen Kaninchenbucht oder ähnlichem gehalten wird, dann hat es nicht wirklich noch die Möglichkeit zu Angriff oder Flucht, es ist also in einer Situation gefangen, wo es sich nur noch entscheiden kann zwischen Angriff und sich selbst Aufgeben - ähnlich Kettenhunde oder Zwingerhunde. Macht da der Mensch die Buchten- oder Zwingertür auf und wird angegriffen, ist es erstmal für ihn genauso, wie in einer Situation, wo das Tier sich zu Angriff oder Flucht entscheiden kann, ein Mensch ist schlichtweg zu dämlich, einen Unterschied zwischen einem in die Enge getriebenen Wesen und einem freien Wesen zu machen! Er wird also sich auch von Natur aus zur Wehr setzen oder fliehen ... nur, da noch von sich zur Wehr setzen zu reden, wenn diese Tiere angreifen und man sie tritt, ist der reinste Hohn gegenüber diesen der Fluchtmöglichkeit beraubten Kreaturen ... einfach, weil die sich ja gar nicht frei entscheiden konnten, sondern aufgrund der fehlenden Fluchtmöglichkeit entweder Überleben (also Angriff) oder den seelischen Tod (sich selbst Aufgeben) wählen müssen ...

Man muß also jede individuelle Situation sehr genau anschauen, um beurteilen zu können, ob der Tritt nun angebracht war, oder ob das ne Überreaktion oder Sadismus war, gerade in der Tierhaltung ist das keineswegs einfach zu erkennen ... und dabei ist es egal, ob es sich um nen beherzten Tritt oder um Zwangsgrooming handelt! Beides kann rohe Gewalt und Respektlosigkeit gegenüber dem anderen Lebewesen sein.
(Für Kaninchen ist übrigens das Zwangsgrooming, also das Festhalten und Streicheln gegen den Willen, deutlich schlimmer, wie ein beherzter Tritt ... )

Es geht also nicht um den Tritt an sich - sondern es geht um Gewalt und Gegengewalt ... und die Bewertung der Gewalt und Gegengewalt!



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Fr 20. Jun 2014, 16:34

Ja, das sehe ich auch so.
Als ich nach Lulu getreten habe, wollte ich ja auch nur, daß sie mich los läßt, da sie sich in meinem Handgelenk verbissen hatte und ich meinen Arm samt Kaninchen hoch gezogen habe, auf gut waagerechte Höhe zum Körper.
Es sind ja auch echte Schmerzen, die man dabei hat.
Und der Hase hatte in diesem Fall genug Ausweichmöglichkeiten, sogar zum Sprint.

Trotz Schmerz habe ich den Tritt noch dosiert, also nicht voll zugetreten. Ich wollte Lulu ja auch nicht verletzen, sondern sie nur von meiner "Pelle" haben.
Und das finde ich im Nachhinein auch völlig in Ordnung und korrekt so. Jeder hat das Recht, sich zu verteidigen wenn er angegriffen wird. Ob von einer Maus oder vom Elefanten, egal.
Ich lasse mich von meinem Tier nicht angreifen, denn ich bedränge oder greife das Tier auch nicht an.

Leid getan hat es mir hinterher trotzdem, ein bißchen gekränkt war ich irgendwie auch, weil ich mir einfach sage: "Attackier nicht die Hand, die Dich versorgt."
Und es wird doch auch immer wieder und überall gesagt, Tiere spüren, wer es gut mit ihnen meint.
Ich glaube nicht, daß Kaninchen da dümmer sind.

Übrigens scheint es was gebracht zu haben, denn Lulu hat heute artig gewartet, bis ich das Futter hingelegt habe.
Bessy ist sofort hin und Lulu erst, nachdem ich einen Schritt zurück getreten bin.
Angst hat sie vor mir keine, aber scheinbar jetzt ein bißchen gesunden Respekt, wer weiß.








Mal sehen, ob es so bleibt.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Saubergschweinchen » Fr 20. Jun 2014, 16:53

Dein Problem ist , dass Du es als Bestrafung und nicht als Antwort auf seine Aktion verstehst .
Nein, ich verstehe es nicht als Bestrafung. Ich habe schon verstanden was du meinst. Nur kommt es für mich nicht in Frage ein Tier zu schlagen. Ein Knuff mit der Hand um Distanz herzustellen ist etwas anderes als mit einem Hilfsmittel (in deinem Fall eine Rolle gelber Säcke) zuzuschlagen.
Es muss kontrollierbar sein und das ist es durch das Hilfsmittel nicht. Ich halte es für sehr fragwürdig das ein Kaninchen den Schlag durch einen Menschen als artähnliche Maßregelung verstehen soll.

Meine Erfahrung ist die das wirklich aggressive Tiere dann erst recht herausgefordert werden und sich das ganze hochschaukelt. Ich habe die besseren Erfahrungen mit Igorieren und positivem Bestärken von friedlichem Verhalten gemacht.

Alles andere ist für mich einfach veraltet, man prügelt doch auch keinen bissigen Hund mehr mit der Zeitung bis man seinen Willen bricht.

Jedem das seine, ich wollte nur das hier auch ein gewaltfreier Vorschlag im Raum steht, alles andere ist doch sehr traurig.


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 20. Jun 2014, 20:30

Meine Erfahrung ist die das wirklich aggressive Tiere dann erst recht herausgefordert werden und sich das ganze hochschaukelt. Ich habe die besseren Erfahrungen mit Igorieren und positivem Bestärken von friedlichem Verhalten gemacht.
Meine Erfahrung speziell mit Kaninchen ist, daß man sehr genau hinschauen muß, durch was kommt die Aggression zustande?
Wenn ich ein Kaninchen habe, was sich bedroht fühlt und sich entgegen der üblichen Gepflogenheiten nicht ausweicht und flieht, sondern angreift, dann sagt auch meine Erfahrung, es ist besser, das Verhalten zu ignorieren - greife ich nämlich meinerseits an, egal ob aus Notwehr heraus oder nicht, wird das Kaninchen noch vehementer sich selbst verteidigen - es geht hier für das Kaninchen um Leben und Tod!

Bei Kaninchen dagegen, die ihr Revier verteidigen, und das entgegen der üblichen Gepflogenheiten von Kaninchen nicht nur gegen andere Kaninchen, sondern auch gegen Nichtkaninchen, selbst dann, wenn diese deutlich größer (und damit aller Wahrscheinlichkeit auch deutlich stärker!) sind, dann wird mir das Ignorieren nix bringen, denn das Kaninchen wird es als Erfolg sehen, wenn ich nicht reagiere und irgendwann mich dann doch aus dem Revier habe vertreiben lassen! Ich bleib ja nicht Tag und Nacht im Revier, so wie ein Strauch oder ein Baum ...
Das Ignorieren und irgendwann aus dem Revier verschwinden ist es, was dieses Kaninchen nun immer heftiger angreifen läßt, sobald ich mich wieder im Revier blicken lasse!
In dem Augenblick, wo ich mit körperlicher Gewalt, egal wie, dem Kaninchen klarmache, ich bin stärker wie du, hören die Angriffe auf ... Kaninchen verschwenden im Revierkampf ihre wertvolle Kraft nicht in aussichtslose Kämpfe.

Habe ich ein Kaninchen, welches aufgrund einer Krankheit (Gebärmutterveränderungen, hormonell aktive Zysten ähnlich wie bei Meerschweinchen oder Schilddrüsenerkrankung) anfängt aggressiv zu werden, ist einfach unberechenbar, da kann ich ignorieren wie ich will, ich werde angegriffen, ich kann zuschlagen oder zutreten, das Kaninchen wird weiterhin angreifen, das Einzige, was ich dann noch tun kann, ist, die Erkrankung finden und behandeln lassen!

Es gibt dabei jedoch noch weitaus mehr Gründe, die Kaninchen aggressiv werden lassen - und jeder dieser Gründe braucht ein ganz anderes Verhalten seitens uns Menschen, wenn wir nicht angegriffen werden wollen.
Pauschal zu sagen, es ist falsch dagegen, egal was getan wurde, geht am Thema vorbei ...
Übrigens gibts viele Menschen, die genau wie ich beispielsweise, deutlich dosierter mit Gegenständen schlagen, wie mit der eigenen Hand. Ein Knuff mit der Hand in Streßsituationen gleicht bei mir dem geziehlten Zuschlagen mit aller Kraft, ich kann das nicht wirklich dosieren. Hilfsmittel kann ich erstens so wählen, daß sie deutlich weicher sind, wie meine Hand, und zweitens muß ich da erst überlegen, was ich da überhaupt tue, das geht weder so schnell, noch so hart ...

Pauschal zu sagen, habt ihr denn überhaupt mal geschaut, aus welchem Grund das Kanin angreift dagegen ist denke ich jederzeit erlaubt ... es gibt 1000sende Gründe, weshalb ein Kaninchen aggressiv werden wird, aber nur, wenn es sein Revier gegenüber dem Menschen verteidigt, macht es Sinn, mit Schlagen oder Treten zu antworten ...

Für mich ist die Wahrscheinlichkeit, daß es sich hier tatsächlich um Revierverteidigung handelt, sehr hoch - das Alter stimmt, der Abstand zwischen dem Einsetzen der Kaninchen bis zu den Angriffen stimmt, das die Angriffe immer stärker werden, trotzdem (oder besser gerade weil) ignoriert wird stimmt, das die Angriffe aufgrund der Gegenwehr schlagartig aufhören, stimmt auch ... in den meisten anderen Fällen dagegen würde sich die Aggression nach Gegenwehr tatsächlich immer mehr aufschaukeln - du hättest dann also Recht.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Fr 20. Jun 2014, 21:58

Ich möchte ja jetzt nicht irgendwie groß spurig klingen oder so, aber scheinbar habe ich es mit meinem Verhalten der Lulu gegenüber richtig gemacht.

Es ist mir schon fast peinlich zu sagen, daß ich nach diesem ganzen Vorfall, jetzt, wo sie mal einen vor den Bug bekommen hat, ZWEI liebe Kaninchen im Stall habe :hm: .

Auch heute Abend war Lulu ganz artig.
Erst hat sie beobachtet was ich mache, hat mich die Näpfe vor ihrer Nase wegnehmen lassen, sogar ohne knurren, dann kam sie zu mir und wollte sogar an meiner Hand schnuppern.
Den vollen Futternapf konnte ich ihr direkt vor die Füße stellen.

Welch Wunder, mein Hase hat es scheinbar begriffen :smile:

Ok, der Bessy gegenüber ist sie heute Abend nicht ganz so nett gewesen, sie hat sie auf Abstand gehalten bis das Futter in den Näpfen war, dann durfte Bessy auch mit fressen.



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Sana » Sa 21. Jun 2014, 09:35

Um mich mal einzuklinken, meine nala war ja auch ziemlich aggressiv gegenüber jedem, einmal verbiss sie sich in mein Handgelenk, auch dort, wo die Adern verlaufen und sie hat nicht mehr losgelassen. Ich kann verstehen, dass es total weh tut, aber mir wäre nicht in den Sinn gekommen nali zu treten!
Ganz ehrlich, ich verstehe es generell nicht, wie der Mensch behaupten kann er sei der rudelchef einer anderen Art, das funktioniert nicht, weder beim Hund noch beim Kaninchen.
Sorry, aber ich schätze das dein Kaninchen im Moment einfach nur angst hat, aber richtig beurteilen kann ich das natürlich nicht.

Was ich eigentlich nur sagen wollte, das gegenaggression Aggression verstärken kann. Nala griff meinen Vater an und er gab ihr einen stups auf die Nase, ich bin fast ausgerastet. Das Ende vom Lied war, dass nala kein Stück Nähe mehr zuließ. Es war eine heidenarbeit.

Ich stimme bei der Verstärkung von positiven verhalten und Ignoranz bei negativen verhalten zu, Gewalt ist da keine Lösung!


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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Sa 21. Jun 2014, 11:41

Ich finde es gut, daß hier jeder seine eigene Meinung zum Thema hat.
Da ich ja auch um Eure Meinung gebeten habe, werde ich mir auch die Worte von allen hier durch den Kopf gehen lassen und darüber nachdenken.

Und wenn ich die Worte von manch einem hier so lese, dann gehe ich auch davon aus, daß diejenigen, die jegliche Gewalt an Tieren verabscheuen, auch ein sich zur Wehr setzen bei Angriffen von Tieren, etc., natürlich strikte Vegetarier sein werden.
Denn ich verstehe das Ganze so, daß niemand in Euren Augen das Recht hat, einem Tier auch nur ein Haar zu krümmen.

Ihr seid doch Vegetarier, oder?

LG
Swantje



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Swantje » Sa 21. Jun 2014, 12:07

@Sana

Kaut ein Kaninchen, welches Angst vor einem hat, an einer ihm hingehaltenen Möhre rum?
Machen sie das auch, wenn sie Angst vor einem haben?
Denn vorhin im Stall haben Bessy und Lulu neben mir gesessen und jedem habe ich eine Möhre zum Knabbern hingehalten und beim Knabbern festgehalten bis nur noch ein kleines Stück über war.
Dann habe ich die Möhren los gelassen und sie haben sie aufgefressen.

Also ich für meinen Teil bin SEHR zufrieden mit der jetzigen Entwicklung, denn ich kann mich jetzt wieder frei im Gehege bewegen OHNE angegriffen zu werden.
Die Kaninchen hoppeln aber trotzdem um mich rum.

Hätte ich auch NICHT mit gerechnet, aber es ist wirklich so.

LG
Swantje



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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von Dajanira » Sa 21. Jun 2014, 12:14

Es gibt immer einen Grund wenn Tiere zubeißen. Der muss nicht mal beim Besitzer liegen. Futterneid, Streiterein in der Gruppe etc. können sich aufschaukeln und das Tier beißt dann unbewusst den Menschen.
Ich hab auch schön öfters Bisse von meinen Meeris kassiert, die nicht in ihrer Schuld lagen, sondern in meiner, z. B. bei Streit dazwischen gegangen, ängstliches Tier in Ecke gedrängt.
Beißereien sind immer ein Ausdruck für Stress, Angst oder anderen psychischen Gegebenheiten. Die Gründe muss man erforschen, manchmal bedarf das intensiver und langer Beobachtung.
Gewalt hilft nicht. Das macht die Tiere entweder aggresiv oder verstört sie dermaßen, dass sie vortan vorm Menschen Angst haben.


Schläft ein Lied in allen Dingen,
Die da träumen fort und fort,
Und die Welt hebt an zu singen,
Triffst du nur das Zauberwort.



31.08.2008 † 11.10.2013 Telefonmann
01.02.2011 † 03.02.2014 Fefe
31.08.2008 † 23.06.2015 Sinus
03.10.2010 † 07.03.2017 Gandalf

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Re: Kaninchen attackiert beim Füttern

Beitrag von ElHappy » Sa 21. Jun 2014, 12:36

Bin kein Vegetarier und meine Drei kinder die ich gewaltfrei erziehe auch nicht :D Ich mus sagen hätte ich meinen Terrier mix nicht gezeigt ( ohne Gewalt) das chef bin dann hätte er meinen Sohn damals 7 mo . schon mehr getan . In der Erziehung von Kindern geht es auch nur mit Vertrauen und positiv verstärken aber auch mal streng sein und klare Grenzen aufzeigen beim Hund ist das noch Spur stärker aber ich kann Erziehungmäßig Hund und kind nur indirekt vergleichen . Den wenn du beiden nicht Grenzen aufzeigst und in dem 'Falle dem Hund auf hundeart klar machst wer Boss ist dann hast du tyranische Bestie der im zweifelsfalle schwächern Familienmitgliedern nix gutes will . Beim Kind das du einen aufsäsigen Tyrann der im zweifelsfalle eine Ar...kind wird .... Ich muss sagen wahrscheinlich hätte von mir das nin auch ein paar auf die Nase bekommen . Den Tiere haben nun mal andere Sprache ganz einfach . Will ich das eine KAtze zu mir kommt ignorier ich sie . Katzen kann man nämlich leider nun gar nich erziehen . Da geht nur wasserspritze wenn sie was verbotenes getan hat (Arbeitsfläche Küche z.B) aber das muss dann auch Zeitnah geschehen . Und Ich muß sagen KAtzenmama war auch nicht zimperlich mit der Erziehung ihrer kleinen und die kleinen untereinander auch nicht aber so lernen Katzen Grenzen ,die sie auch so beim Menschen einsetzten .
Also Swantje eins ist klar bewußte Gewalt schlagen als Erziehung ist falsch aber ich glaub das sehen hier alle so ! Aber wenn es im Afekt passiert oder so wie bei Eichhon ( ich glaub nicht mal dass das dem Nin weh getan hat den wie die sich untereinander zoffen ist zum teil brutaler) um auf den LEvel Tieres runterzu gehen und so zu kommunzieren in der Sprache des Tieres weil es anderes es nicht versteht ist für mich vollkommen in Ordnung .
Jetzt muß ich das nur noch Narla erklären das sie mit der Gewalr gegen Vögel und Mäusen aufhört . Ach ja und Nero der Narla mehr fach verletzt hat und Narla die ihn letzte Woche so verprügelt hat , das der so kusch ist das wenn er uns am Fenster sieht faucht und Nachhause läuft :D

Ich das nicht jedes Tier mit einen andern zu vergleichen sind . Es ist was anderes iob ich ein 1000 gr schweres Meeri habe oder einen 5 kg Hasen oder eine 8 kg Katze wie meine oder einen 30 kg schweren Hund und dazu ist das eine Raubtier das andere Beutetier völlig verschieden im verhalten und deshalb nicht vergleichbar !


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