Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 11. Sep 2019, 10:28

Ölsaaten speichern ihre Energie in Form von Fetten, deshalb enthalten sie nur sehr, sehr wenig Stärke. Die Stärke ist zudem auch noch gut eingebunden in sog. Fraßschutzstoffe, welche im Darm nachher das Bakterienwachstum hemmen. Je schneller die Bakterien futtern, desto mehr werden sie im Wachstum und Vermehrung gehemmt.
Das Gleiche passiert, wenn Kaninchen Rinde, Efeu oder Nadelgehölz futtern.

Mehlsaaten wie Amaranth, Buchweizen und Hafer enthalten viel Stärke, Kaninchen reagieren da normalerweise recht robust drauf, sie können Mehlsaaten in Verbindung mit Wiese oder blättrigem Gemüse im Winter ganz gut vertragen und im Blinddarm zu Eiweiß umbauen lassen, aber es ist auch nicht verkehrt, lieber nur Ölsaaten zu verfüttern und die Mehlsaaten gänzlich wegzulassen.
Ölsaaten machen einfach deutlich weniger Probleme bei dem Ernährungstyp mit Gärkammer im Blinddarm und ewig gefülltem Magen. Das gilt nicht nur für Kaninchen, sondern auch für Meerschweinchen, Degus und Chinchillas.

Im Winter werden Kaninchen dicker - auch die Wilden. Wildlebende Kaninchen sehen teilweise im Winter richtig kugelig aus. Das ist normal und muß so sein, weil sie eben im Herbst sich ein paar Reserven für die Winterzeit anfressen. Auch bewegen sich Kaninchen im Winter deutlich weniger, wie im Sommer. Nur bei Wohnungskaninchen kann man diesen Aktivitätsunterschied nicht so sehen - logo, die haben ja keine kalte Zeit in der Wohnung.
Die Kaninchen entwickeln im Winter eine relativ dicke Unterhautfettschicht, die man deutlich daran spüren kann, daß die Rippen nicht mehr so deutlich fühlbar sind. Wildlebende Kaninchen, welche diese Unterhautfettschicht nicht bilden können, sterben im Frühjahr fast immer. Es ist also ungesund, wenn Kaninchen im Winter diese Unterhautfettschicht nicht aufbauen können.

Auch die Niere ist zu ihrem eigenen Schutz in eine Fettschicht eingebettet, selbst wenn die Kaninchen im Sommer sehr muskulös und mager sind. Dieses Fett wird jedoch bei Heu-bissi Gemüse vollständig abgebaut. Da die meisten Tierärzte jedoch noch kein normal ernährtes Kaninchen gesehen haben, sondern nur die Extreme zwischen Heukaninchen und Kuntibuntikaninchen kennen, halten sie es für krankhaft, wenn um die Niere Fett zu finden ist - da aber wildlebende, gesunde Kaninchen alle diese Fettschicht um die Nieren haben, kann man von ausgehen, die gehört zu einem gesunden Kaninchen.
Bei älteren wildlebenden Kaninchen ist diese Nierenfettschicht dicker, wie bei jüngeren wildlebenden Kaninchen.

Fettleber entsteht entweder durch Nährstoffüberangebot, wie es bei Kuntibuntikaninchen der Fall ist, oder bei Eiweißmangel durch Heu-bissi Gemüse ... man erkennt sie weniger am angelagerten Fett an der Leber, sondern vielmehr daran, daß Fettlebern deutlich heller sind, wie gesunde Lebern. Fettlebern sind immer krankhaft - und können in Folge zu Leberkokzidiose, diversen Stoffwechselerkrankungen und im Worst Case auch zum Tod führen.
Fettleber durch Nährstoffüberangebot kann man gut von Eiweißmangel-Fettleber unterscheiden, weil im ersteren Fall viel Unterhautfett auch im Sommer gebildet wird - diese Unterhautfettschicht bei den Kuntibuntikaninchen kann doppelt so dick sein, wie bei einem wildlebenden Kaninchen die Unterhautfettschicht im Winter! Die betroffenen Kaninchen fühlen sich dann auch recht schlabberig an, man spührt keine Muskeln mehr durch das viele Fett durch. Das ist besonders auffällig auf dem Rücken und an den Hinterkeulen.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 11:48

Nun, dann tendier ich nach all dem Lesen und Erklärungen immer mehr zu Eiweissmangel...
Ich werd jetzt mal die Saaten von Fenchel, Anis, Kümmel, Sesam und Schwarzkümmel ausbauen.....ich muss es zu Ölsaaten ad libitum schaffen.....würde dann weiter beobachten, wie sich der Kot entwickelt und das Gewicht. Das Apfelpektin würde ich dann in Kürze mit Bioapfelschalen austauschen, Sobamin weiterhin halb freiwillig über Leckerchen geben.....und dann mal gucken was passiert. Wenn ich richtig gut bin, Efeu hinlegen.....gestern hatte ich schon Schöllkraut, Efeu und Greiskraut (soll tumorhemmend wohl sein) gepflückt, aber ich war zu feige *schäm*
Am meisten macht mir der Wurmfarn Angst, 25g für Schafe und 100g für Rinder sind tödlich.....und dat Ninchen kanns ? Glaub soweit bin ich noch nicht innerlich
.....Saaten und Efeu, vielleicht Schöllkraut.....ich muss gucken wie ich meine Angst überwinde.....gestern hab ich seiner Partnerin Huflattich angeboten (soll wohl bei Ohrentzündung helfen) und nochmal bissel Thuja....hatte sie aber kein Interesse dran.....Schnittlauch und Weide ist momentan hier der Renner, sie frisst auch Hopfen. Nun,ich versuche weiter zu beobachten und Rückschlüsse zu ziehen.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 12:11

Aktueller Blinddarmstand von heute: eine Walnussgrosse Menge klebte an ihm, halb ungeformt, halb traubig.....ich würde sagen mehr Trauben als gestern ....Farbe eher hell....Geruch bäh, aber da weiss ich auch nicht recht was normaler Blinddarmgeruch ist, oder wie es bei Hefen riecht oder bei Kokzidien....ehrlich gesagt.
Können Würmer eigentlich auch im Blinddarmkot sitzen?
Wird Saat über den Blinddarm abgebaut? Zählt das zu der Grösse der Partikel, wenn die Saat zerkaut ist, welche dann zum Blinddarm weiter geleitet wird?



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 12:48

Ja, Saat kommt in den Blinddarm, haste doch am Anfang deiner letzten Antwort drin stehen gehabt.....bei der Erklärung Mehlsaat.....ich dumme Nuss.....sorry....einfach zuviel Input die letzten Tage, bin schon ganz malle im Kopf. Also falls ich irgendwas durcheinander schmeisse, nicht verstehe oder doppelt frage - bitte nicht böse sein.....alles nicht so einfach für mich derzeit



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 11. Sep 2019, 14:14

Am meisten macht mir der Wurmfarn Angst, 25g für Schafe und 100g für Rinder sind tödlich...
Na, da können ja Landschaftsschützer von Glück sagen, daß das offenbar Schafe und Rinder nicht wissen ... ansonsten wäre es nicht möglich, diese Tierarten im Landschaftsschutz einzusetzen.
Es ist zwar richtig, daß Schafe aufgrund ihres besonderen Verdauungstraktes (vierhöhliger Magen mit Gärkammer im Gegensatz zu Kaninchen und uns, die wir nen einhöhligen Magen haben) besonders empfindlich auf Wurmfarn reagieren, aber tödlich sind 25g Wurmfarn für Schafe definitiv nicht ... es wird hier bestenfalls noch von stark giftig gesprochen, weil eben in einigen Fällen, vor allem, wenn Schafe auf Magerweiden mit hohem Bestand an Wurmfarn gestellt werden und nicht zugefüttert wird oder aber wenn Stallschafe oder unerfahrene Jungschafe auf problematische Flächen verbracht werden, es zu Vergiftungen kommt.
Die Schafe sind auf zu klein eingezäunten Magerwiesen unterernährt und gehen dann tatsächlich an den Wurmfarn ran, der dann allerdings für die Schafe gefährlich wird.

Aber es gibt auch Gräser, welche den Schafen schwer zu schaffen machen können, allen voran der Goldhafer - dieser ist insbesondere in Alpenlagen stark giftig für Schafe und führt zur enzootischen Kalzinose. Normalerweise schützen sich Schafe vor zu viel Goldhafer, indem sie weiterwandern - das können sie jedoch nicht auf eingezäunten Flächen und dementsprechend kommt es hier sogar noch viel häufiger zu Vergiftungen, wie mit Farn und Co. Enzootische Kalzinose ist zudem nicht heilbar und endet deshalb irgendwann nach langer Qual tödlich, wenn die Tiere weiterhin auf Goldhaferwiesen weiden müssen.
Quelle: Gerold Rahmann. Naturschutz mit Schafen und Ziegen. Johann Heinrich von Thünen-Institut, Institut für ökologischen Landbau, Trenthorst. 2007

Goldhafer ist jedoch eine sehr gute Futterpflanze für Kaninchen! Kein Kaninchenhalter würde dir raten, darauf zu achten, daß kein Goldhafer in der Wiese ist! Die enzootische Kalzinose gibt es bei Kaninchen bestenfalls, wenn in einem Industriefutter zuviel Vitamin D zugesetzt ist - Goldhafer kann bei Kaninchen keine enzootische Kalzinose auslösen.

Nun sind solche wandernden Weidegänger, wie Pferde, Schafe und Rinder, eh relativ empfindlich auf Pflanzengifte, weil die normalerweise einfach weiterwandern, wenn alle ungiftigen, nährstoffreichen Gräser und Kräuter abgegrast sind. Dadurch, daß wir diese extremen Wanderweider nun hinter Zäunen einsperren und sie nicht mehr kilometerweit wandern können (wildlebende Pferde legen in der Nacht Strecken bis 40km zurück, Rinder sind noch locker mit 10 - 20km pro Nacht dabei und selbst die im Vergleich zu Rindern und Pferden eher ortstreuen Schafe legen noch 5 - 10km in der Nacht zurück). Fallen solche Herden von wandernden Weidegänger in ein Kaninchenrevier ein, ist das die Vollkatastrophe für die kleinen Langohren, denn so eine Herde frißt so ziemlich alles ab, was eiweißreich und gut verdaulich ist. Der Rest wird durch die teilweise riesigen Herden niedergetrampelt - übrig bleibt nur noch eine trittfeste Giftflora, also Wurmfarn, Greißkräuter, Ampfer, Herbstzeitlosen, Tollkirschen etc.

Die Kaninchen wandern nicht, sie sind extrem ortstreu. Die meisten wildlebenden Kaninchen bleiben ihr Leben lang auf ca. 5000qm ... das hat so eine Rinderherde innerhalb von Stunden durchwandert und alles innerhalb des Gebietes, was nahrhaft und schmackhaft ist, systematisch vernichtet! Und die Kaninchen müssen sehen, wo sie bleiben ...
In den letzten paar zehntausendundebbes Jahren sind die Kaninchen, die mit dieser Vernichtung ihrer Lebensgrundlage nicht klarkamen und nicht auf die trittfeste Giftflora sich umstellen konnten, schlichtweg verhungert oder haben sich vergiftet. Über blieben nur die Kaninchen, welche nun sogar angewiesen ist auf diese Giftflora.
Kaninchen haben deshalb eine ganze Reihe von Anpassungen, welche sie vor Vergiftung schützen:
- In ihrem Speichel befinden sich etliche Enzyme, welche die gefährlichsten Gifte unschädlich machen. So enthält der Speichel ein Enzym, was die lebensgefährlichen Tropan-Alkaloide der Tollkirsche zerlegen.
- Den Kaninchen ist bei vielen Wirkstoffen angeboren, wieviel sie davon ohne Schaden zu nehmen, futtern können. Deshalb werden Kaninchen beispielsweise nie so viel Tollkirsche futtern, daß sie krank werden. Auch die Höcghstmenge an Greißkräutern und sogar die Höchstmenge an Eibe ist ihnen angeboren, man kann Kaninchen nicht dazu bringen, mehr Greißkräuter oder Eibe zu futtern, wie sie ohne Schaden zu nehmen futtern können.
- Der einhöhlige, ständig gefüllte Magen ist eine weitere Anpassung an die Giftigkeit der Nahrung ... es handelt sich nicht, wie bei den Schafen und Rindern um eine Gärkammer, sondern es handelt sich hier tatsächlich um ein hocheffektives Entgiftungszentrum. Im Magen werden diverse Enzyme abgegeben, welche beispielsweise die leberschädigenden Pyrrolizidinalkaloide der Greißkräuter zu wertvollen Nährstoffen zerhacken. Dabei gibt es ein extremes Gefälle des pH-Wertes vom Mageneingang (pH nahezu bei 6 oder höher) bis zum Magenausgang (pH-Wert 1-2). So findet jedes Enzym seinen perfekten pH-Wert, bei dem es optimal arbeiten kann.
Gleichzeitig wird im Magen so ziemlich alles, was an Eiweißen schon zerlegt werden kann, in Aminosäuren zerlegt - einschließlich einiger giftiger Eiweiße (beispielsweise die giftigen Eiweiße in Farnen und Schachtelhalmen - diese Eiweiße sind es, die beim Schaf unzerlegt in die Gärkammer geraten, die ja im Magen liegt - und dort die Organismen plättet, welche eigentlich die Cellulose auffuttern sollen. So kommt es bei den Schafen zur Vergiftung - das Kaninchen schützt sich davor, weil es diese Eiweiße im Magen einfach in wichtige Aminosäuren zerlegt und die Gärkammer im Blinddarm hat). Auch dafür haben Kaninchen ein paar mehr Enzyme, wie jedes andere Säugetier. Selbst Meerschweinchen und Chinchillas können mit dieser Effizienz der Eiweißzerlegung nicht mithalten, trotzdem auch sie einen ähnlich aufgebauten einhöhligen, immer gefüllten Magen haben. Ihnen fehlen ein paar der eiweißzerlegenden Enzyme, welche die Kaninchen haben.
- Der Dünndarm vom Kaninchen ist mal ausnahmsweise Standardbauplan und dem unseren Dünndarm recht ähnlich. Ganz anders sieht es wieder mit der Gärkammer, also dem Blinddarm aus. Der ist riesengroß, wenn man ihn mit unserem kleinen Blinddarm vergleicht - aber er ist nicht so sehr geeignet, Cellulose kleinzumachen, sondern hier sind es die mittelkettigen Kohlenhydrate, die in Bakterieneiweiß umgesetzt werden. Ganz nebenbei werden von den Organismen im Blinddarm (sind nicht nur Bakterien, sondern auch Pilze, Einzeller und sogar Bärtierchen, also Tiere, die sich dort verlustieren) einige wichtige Vitamine hergestellt, wie beispielsweise fast alle B-Vitamine.
Auch dies ist eine Anpassung letztendlich an die Vollkatastrophe wandernde Viehherde ... wenn alles aufgefuttert, plattgetrampelt und vollgekotet ist im Kaninchenrevier und nicht mal mehr Giftpflanzen da sind, von denen sich das Kaninchen ernähren könnte, kann es aufgrund dessen, was im Blinddarm hergestellt wird, einige Tage einfach hungern und vom Blinddarmkot leben, bis dann endlich eiweißreiche Gräser und Kräuter nachgewachsen sind. In Mitteleuropa, was ja eigentlich gar nicht die Heimat der Kaninchen ist, können sie sogar schneereiche Winter und regenreiche Jahre gut überdauern, trotzdem Kaninchen daran nicht angepaßt sind. Sie bleiben einfach bei Extremwetterlagen in ihren Bauten und warten auf besseres Wetter.
(Das zu der Behauptung vieler Tierärzte, Kaninchen müssen ständig was futtern - ist nicht richtig, die haben ihren Blinddarmkot genau für solche Hungerzeiten! Kaninchen können deshalb besser hungern, wie wir Menschen, wenn es drauf ankommt. Was natürlich jetzt nicht heißen soll, daß man seine Kaninchen nix mehr zu futtern geben soll - Kaninchen können sehr gut auf Fastentage verzichten. Der Blinddarmkot ist Notnahrung, der sogar liegenbleibt, wenn genügend Eiweiß mit der Nahrung aufgenommen wird.)
- Unterhautfett, Nierenfett und andere Fett-Depots, die vor allem dann angelegt werden, wenn die Nahrungspflanzen immer weniger Eiweiß und mehr Cellulose/Lignin produzieren, sind eine weitere Anpassung an die Vollkatastrophe Viehherde, aber auch eine Anpassung an Trockenzeiten. Im Fettgewebe werden jede Menge Carotinoide gespeichert, die beispielsweise wichtig zur Vitamin A Herstellung sind. Die Fette bilden zudem Energiespeicher. Das A und O bei der Nutzung dieser Energiespeicher und Carotinoidspeicher ist allerdings die Eiweißversorgung, stimmt die nicht, können die Fette nichtmal dann abgebaut werden, wenn sie gebraucht werden.
Daher verfetten ausgerechnet die Kaninchen, die unter Eiweißmangel leiden. Besonders betroffen ist dann die Leber, weil in der Leber die Speicherfette zusammengebaut werden. Es kommt zur Fettleber, weil das hergestellte Fett nicht mehr in die Zielregionen verbracht werden kann.
- Kaninchen sind vom Verdauungstrakt selbst, also ohne Gärkammer, eigentlich kaum in der Lage, Stärke und Zucker zu verdauen, darin sind sie noch schlechter, wie wir Menschen (und wir können das schon nicht sonderlich gut). Aber auch dieses Problem haben sie gelöst ... vor Einsetzen der Trockenzeiten in Spanien, wo sie ja herkommen, reifen die Grassamen - und die werden nun verstärkt gefuttert. Damit nun durch die Stärke die Blinddarmgemeinschaft nicht fehlbesiedelt wird, fressen die Kaninchen alles, was für Bakterien giftig ist und nutzen dabei aus, daß die Bakterien, welche in der Lage sind, mittelkettige Kohlenhydrate umzusetzen, nicht so schnell futtern, wie die Bakterien, welche Stärke und Zucker futtern. Das heißt also, die schnellwachsenden und gefräßigen Bakterien, welche die kurzkettigen Kohlenhydrate (Zucker) und Stärke zerlegen, werden nun systematisch stark geschädigt und können sich kaum mehr vermehren. Werden sie zu stark vergiftet, ist es für das Kaninchen kein Problem, weil dann werden sie einfach mit dem Blinddarmkot als wichtige Eiweiß- und Vitaminbombe ausgeschieden und gefressen - oder liegengelassen, wenn genügend Nährstoffe in der Nahrung sind. Sollte dabei dennoch was schieflaufen - das kommt auch bei wildlebenden Kaninchen vor - wird einfach Wasser in den Blinddarm gepumpt und so der Blinddarm ordentlich durchgespühlt. Deshalb ist es beim Kaninchen normal, daß der Blinddarmkot extrem weich, stark verformbar und manchmal ganz ohne Form als Matsche ausgeschieden wird. Werden Kokzidien oder Escherichia coli aus dem Blinddarm entfernt, stinkt der Blinddarmkot zudem ekelhaft - und wird vom Kaninchen liegengelassen - die wissen angeborenermaßen, daß sie dieses Gemisch nicht nochmal futtern wollen.
- Sollten alle Stricke reißen, kann das Kaninchen den normalen Kot nochmals fressen - dadurch werden die groben Bestandteile noch kleiner gerieben und die mittelkettigen Kohlenhydrate besser erreichbar für die Blinddarmgesellschaft gemacht. Das ist dann allerdings der allerletzte Notnagel, danach gibts nix mehr, was das Kaninchen vor Eiweißmangel und Unterernährung schützt. Deshalb ist auch die Ernährung eines Kaninchens mit Wiesenheu und bissi Gemüse die schlechteste Idee, die man haben kann ...



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 11. Sep 2019, 15:02

Ich versuch dir erstmal die Grundlagen irgendwie beizubringen - du mußt dich, deine Kaninchen und deine Haltung selbst beurteilen und das kannst du nur mit Grundlagenwissen. Es ist halt sehr viel ... normalerweise werden da dicke Bücher drüber geschrieben!
Aktueller Blinddarmstand von heute: eine Walnussgrosse Menge klebte an ihm, halb ungeformt, halb traubig...
Blinddarmkot beim Kaninchen variiert stark - das kann von dickbreiiger Masse über halbgematschthalbtraubenförmig bis zu bilderbuchtraubenförmig gehen. Außerdem variiert die Farbe recht stark zwischen hellbraun und fast schwarz.
Was bei traubigem Blinddarmkot auf jeden Fall deutlich sichtbar sein sollte, ist die Schleimhülle drumrum - traubiger Blinddarmkot glänzt ein wenig - matschiger Blinddarmkot ist meist stumpf, weil da die Schleimhülle kaputt ist und in der Matsche vermatscht ist.

Auch der Geruch ist sehr variabel - von aromatisch fruchtigen Gerüchen bis hin zu elendig stinkendem Blinddarmkot ist alles drin, je nachdem, wie das Kaninchen die Blinddarmgesellschaft einstellt. Wirklich geruchlos ist der Blinddarmkot selten.

Deine Beobachtung, daß da faseriges Zeugs im Blinddarmkot ist, macht mir ein wenig Kopfzerbrechen - aber ich bin dran. Irgendwo ist das bestimmt dokumentiert.
Können Würmer eigentlich auch im Blinddarmkot sitzen?
Normalerweise nicht, wenn dann sind sie von Bakterien und anderem Getier im Blinddarm stark zersetzt.
Aber Darmwürmer können durchaus auch im Blinddarm leben und einige können sich dort auch vermehren. Solange genügend Eiweiß und Mineralstoffe für das Immunsystem da sind, ist das aber kein Problem, denn ein Hotspot für das Immunsystem stellt der Wurmfortsatz da - werden also Darmparasiten im Blinddarm zuviel, wird die geballte Kraft der weißen Blutkörperchen und weiterer Bestandteile des Immunsystems aus dem Wurmfortsatz auf die Darmwürmer losgelassen. Die Darmwürmer sterben, werden von Bakterien und Co zerlegt und die Bruchstücke werden mit dem Blinddarmkot ausgeschieden - oder, wenn die Bestandtteile zu groß sind, im normalen Kot.
Ich hab bislang noch keine Dokumentation gesehen, wo Darmwürmer im Blinddarmkot nachgewiesen wurden - bzw wo es so war, war der Blinddarmkot mit normalen Kot vermischt und es ist wahrscheinlich, daß die Darmwürmer aus dem normalen Kot stammten. Aber ganz ausschließen will ich es jetzt auch nicht ...
Wird Saat über den Blinddarm abgebaut?
Die Verdauung der Saaten beginnt im Maul, wo die Saaten kleingemahlen werden. Die Stärke wird dabei mit Spucke vermischt. Kaninchenspucke enthält genau wie unsere Spucke Alpha-Amylasen, welche Stärke zerkleinert. Wenn nur wenig Stärke in der Nahrung ist, wird die komplett in Zweifachzucker zerlegt, wenn die Alpha-Amylasen in der Spucke nicht ausreichen, gelangen die Stärkebruchstücke in den Magen. Dort stoppt die Verdauung von Stärke erstmal durch die in den Magen abgegebene Säure. Das heißt, beim Kaninchen wird immer weniger Stärke zerlegt, je näher der Nahrungsbrei zum Magenpförtner geschoben wird, weil der pH-Wert immer mehr absinkt. Ab einem pH-Wert von 4 -5 können Alpha-Amylasen nicht mehr arbeiten und werden vom Kaninchen in Aminosäuren zerlegt.
Sobald die Stärke in den Zwölffingerdarm gelangt, wird der Nahrungsbrei auf einen pH-Wert um 8 herum angehoben und es werden wieder Alpha-Amylasen zugesetzt. Nun wird die Stärke weiter zerlegt. Weitere Amylasen sorgen dafür, daß die Zweifachzucker nun auch zerlegt werden in Glucose und Fructose. Fructose und Glucose werden nahezu vollständig im Dünndarm aufgenommen, sind also normalerweise nicht mehr im Nahrungsbrei, wenn er endlich im Dickdarm und Blinddarm ankommt.
Alle mittelkettigen und kleinkettigen Kohlenhydrate, zu denen auch die Stärkebruchteile und Zweifachzucker gehören, werden nun in den Blinddarm geschoben, wo sie von den dortigen Organismen gefuttert werden. Kaninchen nutzen dabei sehr stark sog. Fraßschutzstoffe, um einer unbotmäßigen Vermehrung der schnellwachsenden Organismen im Blinddarm vorzubeugen. Benutzt werden hier Phenolverbindungen aus Ligninen, Saponine, verschiedene Wirkstoffe aus ätherischen Ölen (Thymol z. B.), Alliine und weitere bakterizide Wirkstoffe. Wenn die schnellwachsenden Organismen so vor sich hinfuttern, nehmen sie diese Wirkstoffe verstärkt auf und werden geschädigt - und können sich deshalb nicht mal bei Anwesenheit von viel Stärke und Zweifachzucker vermehren. Wer langsam futtert, nimmt kaum dieser Wirkstoffe auf und kann sich deshalb noch genauso gut vermehren, wie ohne Gift im Darm. Damit können die Kaninchen etwas, was beispielsweise Schaf und Kuh gar nicht können - sie stellen ihre Blinddarmgesellschaft mithilfe ihres Futters exakt ein.
Ein weiteres Mittel zum Einstellen der Blinddarmgesellschaft ist Wasser - wenn genügend Wasser mit der Nahrung aufgenommen wird, wird der Blinddarm regelmäßig durchgespühlt und schnellwachsende Organismen und Parasiten aus dem Blinddarm gespühlt. Man sieht das an besonders stinkigem und meist breiigmusigem Blinddarmkot sehr schön. Das ist etwas, was man fördern sollte durch möglichst viel Frischfutter, insbesondere Wiese. Malven und Leinsaat helfen, den Wasserzustrom beim Durchspühlen so genau einzustellen, daß nicht zuviel Wasser über den Blinddarmkot ausgeschieden wird.
Antibiotika, Bird Bene Bac (was ja inzwischen Bene Bac heißt, aber die gleiche Zusammensetzung wie das damalige Bird Bene Bac hat), Baytril, die meisten Schmerzmittel für Kaninchen, Symbiopet und ähnliches bringt dieses wohlausgefeilte System durcheinander. Das Kaninchen kann nicht mehr die optimale Blinddarmgesellschaft einstellen. Das von den Tierärzten so gerne empfohlene Symbiopet und Bene Bac macht relativ schnell chronisch darmkranke Kaninchen.
Zählt das zu der Grösse der Partikel, wenn die Saat zerkaut ist, welche dann zum Blinddarm weiter geleitet wird?
Die von den Amylasen zerlegte Stärke ist mittelkettig, Mehrfachzucker sind kurzkettig - paßt also in den Blinddarm. Die Schalen und Spelzen der Saaten dagegen bestehen aus langkettigen Cellulosewänden und Lignin ... die werden normalerweise über den Kot entsorgt und gelangen nicht in den Blinddarm. Da ein Teil des Lignins durch Bakterien abgebaut wird, entstehen Phenolverbindungen, die dann doch wieder in den Blinddarm gelangen und mithelfen, die Blinddarmgesellschaft genau an das Futter anzupassen, was das Kaninchen so vor sich hinfuttert.
Fette und Öle werden schon im Magen zu Fettsäuren zerlegt, die im Dünndarm aufgenommen werden - die gelangen also nicht in den Blinddarm. Brauchen sie auch nicht, da Bakterien und Co ihre eigenen Fettsäuren herstellen können.
Du hast also die Partikelfraktion in den Saaten, die in den Blinddarm gehört (Stärke, Mehrfachzucker, Pektine, Fructooligosaccharide, "Schleimzucker", Alkoholzucker) und eine Fraktion, welche mit dem Kot ausgeschieden wird und zu langkettig ist für den Blinddarm (Spelzen, Schalen, Stiele)
Also falls ich irgendwas durcheinander schmeisse, nicht verstehe oder doppelt frage - bitte nicht böse sein.....alles nicht so einfach für mich derzeit
Es ist wichtig, daß du nachfragst, wenn dir etwas unklar ist oder du es nicht verstanden hast.
1. Es ist wichtig, daß du die Grundlagen verstehst, wie der Verdauungstrakt eines Kaninchens funktioniert - nur dann kannst du das, was du tust, richtig einschätzen und deine Fütterung optimieren.
2. In der Vergangenheit waren es meist Fragen, die mich selbst auf Unlogikheiten aufmerksam machten, die ich in meinem Verständnis über den Verdauungstrakt hatte - auch ich bin nicht unfehlbar, manchmal hab auch ich etwas falsch verstanden oder zieh die falschen Schlüsse.
Werde ich auf Widersprüche gestoßen, kann ich sie auflösen - oder erkennen, daß ich es schlichtweg doch nicht weiß ... oder einer Falschinformation aufgesessen bin, soll ja auch bisweilen vorkommen, bin ja nicht Supermann und Allwissend.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 18:43

Uff, ich bin geplättet von soviel Info.....das hab ich alles garnicht richtig verstanden auf Anhieb, muss ich zugeben. Das muss ich nochmal Stück für Stück durchgehen, das kann dauern....ist echt ne hochkomplexe Angelegenheit wie ich merke....aber du bist der Hammer-danke erneut!
Nun, ich kann nicht im Turbo alles erlernen wo es dicke Bücher bedarf.....drum mal platte Fragen....ich checke das hier wohl Eiweissmangel herrscht, hab heute nochmal extra eiweissreich gepflückt. Du hattest bereits aufgezählt was meine Mischung enthält (Wiesenbärenklau, alle Kleesorten, Franzosenkraut, Giersch, Winden, Wicken, Disteln).....Genau die hatte ich immer nicht ausreichend gepflückt, muss ich gestehen. Hab heute schon mehr Augenmerk drauf gehabt. Nun, gibt es noch weitere Wiesenpflanzen die ich mal erkunden sollte, weil sie besonders eiweissreich sind?
Bleibt Eiweiss im Trocknungsprozess erhalten? Ja, ne? Dann könnte ich im Winter getrockeneten Klee im Heu verteilen. Ist dann zwar trocken, aber kanns nicht ändern.....wäre zumindest neben Saat und Haferflocken zusätzlich Eiweiss oder nicht?
Mit dem Blinddarmverständnis muss ich noch passen, einzig was hängen geblieben ist mittelkettige Kohlenhydrate füttern die guten Bakterien an. Was ist die Aussage dann in Futter übersetzt? *lol*
Ich hab noch garnicht geguckt wie man Fotos einsetzen kann.....dann könnte ich mal nen Foto vom Blinddarmkot machen und zeigen was ich meine.....vielleicht ist meine Interpretation des faserigen ja auch falsch....
Das Medis die Verdauung durcheinander hauen merk ich. Meine andere Maus hat gestern ganz leicht gegluckert, nicht viel....heute hat sie auch etwas unförmigen Blinddarmkot mit Hartkötteln verpappt ausgeschieden.Aber nur ganz wenig. Krieg trotzdem die Krise. Sie bekommt aktuell Metacam wegen der Ohrengeschichte und der Spülung letzte Woche. Allerdings hab ich den Eindruck sie kann jetzt keine Schmerzen mehr haben, also hab ich es jetzt heut morgen mal weggelassen......und wenn sie sich gleich immer noch nicht nach Schmerzen benimmt, lass ich es weiterhin weg.
Übrigens hab ich ein Fitzel Wurmfarn durchs Gehege gesteckt, sie hat es gefressen. Weiss garnicht ob ich mich freuen soll oder nicht.....heisst für mich sie hat sicherlich Bedarf wegen Würmer und ich bin trotz super Erklärung weiterhin ängstlich.....die Infos mit den Schafen und Rindern und Grammangaben hab ich übrigens von Wikipedia.....und darüber hinaus ist das halbe Internet voll von den gleichen Aussagen....füttert hier jeder Wurmfarn? Auch an stark darmkranke? Bei einem Blatt passiert garantiert nichts?
Dieses Tomatengrün erscheint mir eventuell harmloser....vielleicht sollte ich damit anfangen *zufeigebin*



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 19:39

Mit dem Cuni complete nochmal ne Frage.
Da steht ja....
pflanzliche Nebenerzeugnisse ( 10% Timotheegras, Gräser und Kräuter)

Ist das nicht so das die ganze Klammer die 100% erklärt und sich die 10% lediglich aufs Timotheegras bezieht? Sprich dann 90% Gräser und Kräuter die pflanzlichen Nebenerzeugnisse beiinhalten?
Ich hab mal anrissweise kurz in den Inhaltsstoffen unserer eigenen Einkäufe ne zeitlang gestöbert, und ich meine da war das dann so aufgeschlüsselt.....ganze Klammer bedeutet 100% der vorangehenden Bezeichnung und die einzelnen Komponenten dann anteilsmässig in der Klammer aufgeschlüsselt....aber kann auch sein das ich da falsch liege.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 20:14

Für die Zitierfunktion bin ich scheinbar zu blöd, drum kopier ich deine Passage:

Damit nun durch die Stärke die Blinddarmgemeinschaft nicht fehlbesiedelt wird, fressen die Kaninchen alles, was für Bakterien giftig ist und nutzen dabei aus, daß die Bakterien, welche in der Lage sind, mittelkettige Kohlenhydrate umzusetzen, nicht so schnell futtern, wie die Bakterien, welche Stärke und Zucker futtern. Das heißt also, die schnellwachsenden und gefräßigen Bakterien, welche die kurzkettigen Kohlenhydrate (Zucker) und Stärke zerlegen, werden nun systematisch stark geschädigt und können sich kaum mehr vermehren.

Heisst für mich jegliches Futter ohne Zucker und Stärke (um die schlechten Bakterien zu schwächebn) hilft zur Verdauungsstabilität.....sprich keine Möhren, keine anderweitigen Knollen wie Knollensellerie oder Pastinake, kein Apfel oder so Sachen wie Erbsenflocken..........aber Saat ist gut, Apfelschalen und Möhrenschalen (Pektin und Carotin), sofern Bio.....und Eiweiss braucht es in der Nahrung, Rohfaser natürlich auch....wenn ich das so grob durchblicke



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 11. Sep 2019, 20:16

...und eine Fraktion, welche mit dem Kot ausgeschieden wird und zu langkettig ist für den Blinddarm (Spelzen, Schalen, Stiele)

Dann scheint aber was nicht funktioniert zu haben bei ihm wenn ich die Umschale des Mariendistelkorns im Blinddarmkot gefunden hab......
....übrigens war der traubige Teil des Blinddarmkotes mit der Glanzschicht umgeben.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Murx Pickwick » Mi 11. Sep 2019, 22:56

Nun, gibt es noch weitere Wiesenpflanzen die ich mal erkunden sollte, weil sie besonders eiweissreich sind?
Alle Knöteriche, insbesondere der japanische Staudenknöterich, Schneckenkleearten (Luzerne gilt als die Königin der Futterpflanzen aufgrund ihres Eiweißgehaltes), Raps, Senfarten und Brennesseln. So, wie Kaninchen Sonnenblumenblätter, Topinamburblätter und Amaranthblätter futtern, nehme ich an, daß auch diese Pflanzen relativ eiweißreich sind - aber das weiß ich nicht, das ist nur Bauchgefühl.
Bleibt Eiweiss im Trocknungsprozess erhalten?
Ja - aber es kommt drauf an, wie du trocknest, wieviel Eiweiß erhalten bleibt. Je schneller du dein Pflückgut getrocknet bekommst, desto mehr Eiweiß bleibt erhalten. Je mehr Sauerstoff an das Pflückgut kommt, desto weniger kann gären (wenn du zweimal täglich wendest, kann gar nix gären). Je weniger gärt, desto mehr Eiweiß bleibt erhalten.
Wenn du dein Pflückgut also auf dem feuchten Wiesenboden trocknest und es dann zu Ballen preßt, bleibt am wenigsten Eiweiß enthalten (deshalb ist Wiesenheu für Kaninchen auch nur noch freßbares Beschäftigungsmittel, aber kein Nahrungsmittel mehr). Wenn du dein Pflückgut in den Trockenschrank bei 35°C packst und trocknest, dann bleibt nahezu alles Eiweiß erhalten.
Für den Hausgebrauch reicht es, das Pflückgut entweder mit nem [url=http://www.degupedia.de/wiki/index.php/Wiesenheu#Heim-Reuter]Heimreuter[/url] oder aber auf Zeitungspapier oder auf nem Wäscheständer zu trocknen. Hauptsache, es kommt viel Luft ran und der Raum ist trocken und warm genug. Zum Trocknen von Kräutern ist übrigens trockene Heizungsluft sehr gut. Es bleibt so erstaunlich viel Eiweiß in den getrockneten Kräutern und es ist auf jeden Fall eine wertvolle Ergänzung.
Wie die Blase mit den getrockneten Kräutern mitspielt, mußt du beobachten, es fehlt ja in den getrockneten Blättern das Wasser. Der Brennesselanteil sollte möglichst hoch sein, damit die Nieren und die Blase gut durchgespühlt werden, trotz Trockenkost.
Mit dem Blinddarmverständnis muss ich noch passen, einzig was hängen geblieben ist mittelkettige Kohlenhydrate füttern die guten Bakterien an. Was ist die Aussage dann in Futter übersetzt? *lol*
Da bin ich dann wohl zu schnell vorgegangen oder hab zuviele Fremdworte benutzt ... werd das also nochmal nach didaktischen Kriterien aufarbeiten, damit es besser verständlich ist. Oder ich finde etwas, was leichter verständlich sein sollte und verlinke dann einfach.

Mittelkettige Kohlenhydrate:
Pektine: Kräuter, Apfelschale, Möhrenschalen Zitrusschalen (nur Bioland oder Demeter) ...
Fruktane (auch Fructooligosaccharide oder FOS; Inulin ist eine Untergruppe der Fructane): Gräser (die Fruktane sind nicht so gut, weil die von Bakterien kaum umgesetzt werden können), Kräuter, Knollen, Rüben und Rhizome. Rüben wird allerdings dein Problemkaninchen noch nicht vertragen - ein hoher Rübenanteil macht im Winter sogar gesunden Kaninchen Probleme.
Stärke: Hauptsächlich Mehlsaaten, aber auch Wurzelgemüse und Ölsaaten. Ein bischen Stärke ist auch in anderen Pflanzenteilen drin. Stärke ist nur dann für das Kaninchen brauchbar, wenn es gleichzeitig Rinde, Gerbstoffe, Saponine oder bakterizide Pflanzenwirkstoffe mitfuttert. Dies verhindert, daß die schnellwachsenden Bakterien die langsamwachsenden Organismen überwuchern. Stärke ist also nur gut, wenn genügend Pflanzenwirkstoffe im Futter sind.
Sehr gute stärkehaltige Futtermittel sind dementsprechend Eicheln und Bucheckern. Auch ungeschälter Buchweizen ist aufgrund des hohen Gehaltes an Fagopyrin sehr gut. Andere Mehlsaaten müssen mit wirkstoffreichen Pflanzen gereicht werden, damit die Blinddarmgesellschaft nicht durcheinanderkommt.
Ölsaaten und aromatische Saaten liefern auch ein wenig Stärke - aber sie liefern gleich noch die "Schutzmittel" für den Darm mit, da ist es nicht so superwichtig, auf wirkstoffreiche Pflanzen zu achten. Deshalb sind Ölsaaten einfacher ... man kann sich da drauf verlassen, daß dem Kaninchen nix passiert.
Haferflocken enthalten zwar Schleimstoffe, welche den Darm schützen und ihrerseits für eine gesunde Darmgesellschaft sorgen - aber davon futtert das Kaninchen zuviel, Haferflocken müssen also in jedem Fall rationiert werden.

Hoffe, das hilft so weiter, sonst muß ich mir da doch noch mehr Gedanken machen.
Übrigens hab ich ein Fitzel Wurmfarn durchs Gehege gesteckt, sie hat es gefressen. Weiss garnicht ob ich mich freuen soll oder nicht.....heisst für mich sie hat sicherlich Bedarf wegen Würmer und ich bin trotz super Erklärung weiterhin ängstlich...
Das dürfte eher ein Probebiß gewesen sein ... meist wissen Kaninchen schon nach dem ersten Probebiß, wie eine Pflanze wirkt.
Damit du beruhigter an die Sache herangehen kannst, hilft es ja schon, wenn du nun jeden Tag ein wenig Farn gibst. Es ist meist nicht so angsteinflößend, nur ein fingerlanges Stückchen zu geben, als gleich nen ganzes Blatt reinzuschmeißen und ich nehme an, du willst noch nachts schlafen können ...
Vielleicht helfen dir ja auch meine Erfahrungen weiter ... ich hatte sechs Jungkaninchen gehabt, die ganz schlimm mit Encephalito.zoon cuniculi zu tun hatten. Diese haben mir innerhalb von zwei Tagen zwei sehr große Wurmfarne samt Rhizom, was sie ausgebuddelt hatten, und einen Adlerfarn abgefressen. Danach waren sie symptomlos. Es kamen also auf zwei Kaninchen jeweils ein riesiger Farn. Ich vermute, wenn sie die Möglichkeit gehabt hätten, hätten sie noch mehr Farn vernichtet.
Würden wir Menschen so viel Farn futtern, würde es uns nicht mehr gut gehen ... es gibt kaum eine Tierart, die so viel Farn futtern kann.
Kaninchen fressen eigentlich nur dann Farne, wenn sie nen Probebiß machen - oder eben wenn sie Darmwürmer oder Schiefhals haben. Und da wird der Farn auch nicht bei allen Darmwürmern gefressen, weil er nunmal nicht gegen alle Darmwürmer wirkt.
Du kannst aber auch mit Tomatengrün anfangen, wenn dir dabei wohler ist. Kürbiskerne verfütterst du ja schon, die helfen auch bei einigen Darmwurmarten.
Ich glaube nicht, daß Farne von allen Kaninchenhaltern hier im Forum geziehlt verfüttert werden ... es wird ja auch immer noch im Internet richtig böse Angst verbreitet, was Farne angeht. Schließlich gehören Farne zur letzten Bastion, vor denen gewarnt werden kann - die meisten furchtbar giftigen Pflanzen, wie Wiesenbärenklau, Efeu oder Greißkräuter sind ja wissenschaftlich bewiesenermaßen für Kaninchen eben nicht giftig ... da wird ja inzwischen erkannt, daß man sich lächerlich macht, vor diesen Pflanzen zu warnen.
Mit dem Cuni complete nochmal ne Frage.
Da steht ja....
pflanzliche Nebenerzeugnisse ( 10% Timotheegras, Gräser und Kräuter)

Ist das nicht so das die ganze Klammer die 100% erklärt und sich die 10% lediglich aufs Timotheegras bezieht? Sprich dann 90% Gräser und Kräuter die pflanzlichen Nebenerzeugnisse beiinhalten?
10% pflanzliche Nebenerzeugnisse (Timotheegras, Gräser und Kräuter) heißt, es sind 10% pflanzliche Nebenerzeugnisse drin, hauptsächlich Timotheegras, Gräser und Kräuter. Ich müßte in der aktuellen Futtermittelverordnung nachschlagen, wieviel % da noch Anderes drin sein darf ... die Futtermittelverordnung hat sich in dem Punkt mehrmals massiv geändert.
pflanzliche Nebenerzeugnisse (10% Timotheegras, 10% Gräser, 10% Kräuter) heißt, es sind nur pflanzliche Nebenerzeugnisse drin, aber von diesen pflanzlichen Nebenerzeugnissen sind 10% Timotheegras, 10% Gräser und 10% Kräuter ... das heißt, 30% von den pflanzlichen Nebenerzeugnissen sind angegeben, 70% kann alles mögliche Pflanzliche sein, was halt so in der Landwirtschaft und in der Verarbeitung anfällt.
pflanzliche Nebenerzeugnisse (10% Timotheegras, Gräser und Kräuter) heißt, es sind nur pflanzliche Nebenerzeugnisse drin, davon sind mind. 10% Timotheegras, Gräser oder Kräuter. 90% können also alles Mögliche an pflanzlichen Abfällen sein.
pflanzliche Nebenerzeugnisse, Timotheegras, Gräser, Kräuter heißt, die Hauptzutat sind pflanzliche Nebenerzeugnisse, danach kommen mengenmäßig das Timotheegras, dann die Gräser und dann die Kräuter. Wie die Verteilung aber genau aussieht, weiß man nicht, das kann sich um 96% pflanzliche Nebenerzeugnisse handeln, oder nur 40% ... das weiß man halt nicht so.
pflanzliche Nebenerzeugnisse, 10% Timotheegras, Gräser und Kräuter heißt, es sind mind. 10% Timotheegras drin. Es sind höchstens 10% Gräser drin und höchstens 10% Kräuter. Der Rest besteht aus pflanzlichen Nebenerzeugnissen. Es kann sich also um fast 90% pflanzliche Nebenerzeugnisse handeln, wenn nur ganz wenig Gräser und Kräuter drin sind.
pflanzliche Nebenerzeugnisse, 4% Timotheegras, Gräser und Kräuter dagegen heißt, es sind mind. 4% Timotheegras drin ... damit ist die Regel für alle nachfolgenden Zutaten aufgehoben, daß diese in der Reihenfolge der Menge, wie sie drin sind, angegeben werden müssen, sie dürfen jedoch die 4% nicht überschreiten. Es können also durchaus homöopathische Mengen Gräser drin sein, aber 4% Kräuter. Bei Katzenfutter wird das gerne ausgenutzt, da steht dann 0,1% Hühnerfett, Bäckereinebenerzeugnisse, Melasse pflanzliche Nebenerzeugnisse und tatsächlich enthalten sind dann 0,1% Hühnerfett, 4% Bäckereinebenerzeugnisse, 4% Melasse und 4% pflanzliche Nebenerzeugnisse - also 12% Müll, was im Katzenfutter nix zu suchen hat!
Heisst für mich jegliches Futter ohne Zucker und Stärke (um die schlechten Bakterien zu schwächebn) hilft zur Verdauungsstabilität.....sprich keine Möhren, keine anderweitigen Knollen wie Knollensellerie oder Pastinake, kein Apfel oder so Sachen wie Erbsenflocken..........aber Saat ist gut, Apfelschalen und Möhrenschalen (Pektin und Carotin), sofern Bio.....und Eiweiss braucht es in der Nahrung, Rohfaser natürlich auch....wenn ich das so grob durchblicke
Fast ...
Zucker und Stärke ist überall in den Pflanzen drin, kannst du gar nicht verhindern.
Zucker und Stärke OHNE bakterizide Wirkstoffe sind jedoch schlecht für die Blinddarmgesellschaft. Wenn genügend bakterizide Wirkstoffe im Futter sind, dann kann ein Kaninchen relativ viel Zucker und Stärke futtern, ohne daß es schadet.

Relativ ist dabei allerdings wirklich relativ ...
Ein Vergleich zwischen den Arten mit immer gefülltem Magen:
Kaninchen: höchstens 5% Saaten, und das auch nur im Herbst und Winter
Degus: 6 - 60% Saaten, im trockenen chilenischen Sommer viele Saaten, im feuchten chilenischen Winter wenig Saaten
Chinchilla: im trockenen chilenischen Sommer bis 10% Samen, im Winter keine Samen
Meerschweinchen: höchstens 5% Saaten, wobei Mehlsaaten kaum vertragen werden. Das ist jedoch vermutlich ein Domestikationsmerkmal, Meerschweinchen sind ja echte Haustiere.
Kaninchen fressen also von sich aus nur sehr wenige Samen im Vergleich zu den Kräutern, Gräsern, blättrigem Gemüse etc. Die Wilden futtern ein bis zwei Eicheln am Tag, das reicht ihnen an Samen.
Rohfaser natürlich auch....wenn ich das so grob durchblicke
Rohfaser ist ein analytischer Wert, der nicht weiterhilft ... Wenn die Rohfaser so feinstvermahlen ist, wie in Pelletform, schadet die Rohfaser. Wenn es sich um lange Pflanzenfasern handelt, ist es in Ordnung, aber darf nicht zu viel sein. Kaninchen fressen im Vergleich zu anderen Pflanzenfressern sehr wenig Pflanzenfasern mit, sie bevorzugen einen hohen Nährstoffgehalt und einen geringen Ballaststoffgehalt. Sie sind Blattspitzenfresser.
Wenn man natürlich Kaninchen mit Hunden vergleicht, brauchen Kaninchen sehr viele lange Pflanzenfasern - klar, Hunde sind ja auch ein gänzlich anderer Ernährungstyp.
Dann scheint aber was nicht funktioniert zu haben bei ihm wenn ich die Umschale des Mariendistelkorns im Blinddarmkot gefunden hab......
Genau das versuch ich herauszufinden, ob das schon irgendwo beschrieben wurde ... ich hab aber noch nix gefunden.
Eventuell ist der Blinddarmkot nur an normalem Kot so unglücklich vorbeigedrückt worden, daß die Mariendistelschale vom normalen Kot abgeschabt wurde und im Blinddarmkot hängengeblieben ist - das wäre dann einfach nur Zufall.
Es ist dennoch das erste Mal, daß ich von so einem Fund lese ... und da ist natürlich deine Beobachtung von faserigem Irgendwas beim Auseinanderreißen vom Blinddarmkot auch bedeutsam. Ob es aber tatsächlich was Krankhaftes ist, wissen wir mom noch nicht.
...übrigens war der traubige Teil des Blinddarmkotes mit der Glanzschicht umgeben
Das liest sich wie ganz normaler Blinddarmkot ... der kann auch zur Hälfte Matsche sein. Blinddarmkot ist nunmal so weich, daß der schon beim Rausdrücken gematscht werden kann und dann eher wie Mus aussieht, wie das, was man sich gemeinhin unter Kaninchenblinddarmkot vorstellt.
Viele Kaninchenhalter halten deshalb Blinddarmkot auch für Matsche oder gar Durchfall ... sieht ja auch oft so aus.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 07:05

Ich bin dir so dankbar für soviel Information. Ich glaub du musst dir nicht die Mühe machen es noch einfacher zu erklären. Ich glaub es liegt einfach daran das es gigantisch viel ist, ich von manchen Enzymen und bla einfach noch nie gehört hab und jetzt natürlich geflutet bin von neuen Bezeichnungen und Begriffen. Das muss ich erst mal hintereinander bekommen und in mein Hirn sacken lassen (gut das ich grad Urlaub habe). Ich lese manche Antworten auch mehrmals um sie Stück für Stück zu kapieren....wahnsinnig komplex diese ganze Exkursion Kaninchen. Und so langsam dämmert mir warum es viele kranke Tiere gibt bzw. wie schnell man in dieses getaktete Uhrwerk mit Eingriffen Schaden verursachen kann....nun, ich bin kein studierter Mensch, kann nur mit Realschulabschluss dienen, drum ist das Begreifen dieser Materie nicht mal nebenbei für mich.....aber ich bin nicht ganz blöd und kann mit Interesse für die Dinge dienen.....von daher werd ich es bestimmt mit der Zeit kapieren....

Und solange ich das noch nicht drauf habe muss ich ein Weg mit der Ernährung finden der uns am stabilsten hält. Wenn ich lese das zum Beispiel Möhren und Co schon vertragen werden, aber ausreichend andere Futtermittel bedarf, damit es kein Ungleichgewicht verursacht, dann ist es natürlich für mich das einfachste diese erstmal weg zu lassen (ich mein, hab ich ja eh schon)
Da steht 5% Saat beim Kaninchen.....und dann kann ich es ad libitum reinwerfen? Und es kapiert mit der Zeit, nur 5% davon zu fressen?
Ich versuch herauszufinden an was es hier noch fehlt.....Eiweissreiche Pflanzen gibt es hier (aktuell weil Sommer und Wiese, an den Winter darf ich grad nicht denken) ....ganz viel Verbesserung gibt es auch seitdem ich junge Weidenblätter bzw. Äste anbiete, da wäre ich dann wohl mit Gerbstoffen und Rinde abgedeckt und gibt auch noch andere Äste hier......Fructane-ja, ich muss gestehen er frisst immer wieder zwischendurch Heu. Meine Wiesenmischung beinhaltet aber auch wenig Gräser weil ich mich damit noch nicht auseinander gesetzt habe. Weidelgras soll Mist sein, das gute Knaulgras ist bis jetzt für mich am einfachsten zu erkennen gewesen.....von daher rupf ich eigentlich eher von dem .....dann noch Honiggras, glaub ich, dieses ganz weiche.....Quecke.....aber viel ist das nicht in meinem Pflückgut. FOS ist in den Leckerchen (die blöden Cunis, hab noch keine Alternative, Erbsenflocken sind bestimmt wegen Stärke schlecht, oder?) verarbeitet und Kräuter gibt es hier genug. Rüben und Co werden auch weiterhin hier wegfallen. Mit der Darmschädigung wird er eh nie mehr wie ein gesundes Kaninchen fressen können, schätze ich.
Kommen wir zu den Saponinen.....im Efeu ist mir hängen geblieben, in der Hagebutte, die Durchfall beschert hat......war da nicht auch Saponin in Saat? Ansonsten was kann ich noch geben mit Saponin?
Im Moment gibt es noch Saat rationiert, am We bin ich nicht da, von daher wäre es schlecht wenn da grosse Kotprobleme entstehen.....ab Montag wollte ich dann zumindest Aromasaaten zur freien Verfügung geben und gucken was passiert. Schwarzkümmel, Kümmel, Fenchel, Anis und Dill.....hab ich mir überlegt. Die Ölsaaten muss ich gucken. Hab Angst das wieder starkes Übergewicht entsteht, das gibt dann wieder nur Probleme mit anderem (Spondylose, Blasenschlamm, wegen weniger Bewegung etc)
Muss ich zwingend auf Stärkezufuhr achten? Reicht das nicht aus Saat und Pflanzen?....fällt mir mal so auf.
Mit der unverdauten Mariensaat-es waren zwei winzige Stücke. Nachdem ich sie gefunden habe hab ich sie vorsichtig mit der Schere zerschnitten und konnte dadurch erkennen das es Mariendistelsaat ist, weil da in Querschnitt Korninhalt mit Schalenring zu sehen war. Hab zum Vergleich eins aus der Tüte zerschnitten.....also es ist nicht so gewesen das ich nur die Schale gefunden habe, es war schon noch komplett mit innerem Korn.....nun vielleicht ist es einfach nur dazwischengehuscht.....oder aber es war Durchfall (vom Normalkot) mit Blinddarmkot vermischt, kann ja auch sein.....nun, ich werd schauen das ich neue Kotfunde zukünftig noch besser analysiere bzw. fotografiere.....mal gucken was mich heute mittag erwartet an seinem Po. Der Hartkot ist aktuell super.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 07:18

Was mir übrigens rückwirkend auch einfällt.....mittlerweile macht er wieder viel mehr Hartkot, ich meine sogar seit dem unbegrenzten Angebot an Weide. Lange Zeit war es so, das er immens viel Blinddarmkot produzierte und nur sehr wenig Hartkot. Teilweise stiess er den gesammelten Blinddarmkot auch nicht täglich aus, sondern erst am zweiten oder sogar dritten Tag. Oft dachte ich ob sein Sortiermechanismus kaputt ist....aber er ist ja nix Scheckiges....von daher fällt diese eine Erkrankung raus. Ob die Würmer da mit dran schuld waren? Oder es auch so sein kann beim Ungleichgewicht der Bakterien? Kein Plan.....aber vielleicht hilft die Info ja weiter



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 07:30

Er ist aber in diesem Jahr auch soviel aktiver geworden.....hat super abgenommen (da hat bestimmt Eiweiss der Wiese auch mitgewirkt) Mit den Infusionen (Ringerlaktat) anfangs zweimal die Woche, jetzt nur noch alle 7 oder 10 Tage gegen sein Blasenschlamm und dem Schwenken die erste Zeit hat sich viel getan. Dann hat er ja Athrose/Spondylose und ich las das Glucosamin der Baustein der Blasenschleimhaut ist. Also bekommt er täglich Rodicare Artrin, zwei Fliegen mit einer Klappe. Seitdem konnte ich das Metacam schleichend absetzen.....und ihm gehts super, früher lag er nur rum. Mittlerweile buddelt er, hoppelt, frisst wieder gut, es ist schon viel besser geworden. Es bleibt nur noch sein Blinddarmkot über......naja, und die anscheinend neue Diagnose.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 09:31

Gerade den Bericht über Olaxobacter von dir überflogen.....jetzt zweifel ich sogar an meinem Eingriff mit den Huminsäuren .....also egal was ich mache und wie ich eingreife ist es wohl falsch. Im Endeffekt müsste man tatsächlich so ziemlich alles an Futter, Kräuter, Pflanzen, Saat reinschmeissen und sich das Nin selbst überlassen. Krass. Komme grad in einen Zwiespalt zwischen Medikament und helfen wollen. Jetzt hab ich diese Tumormedis bestellt, weiss bald garnicht mehr ob das so gut ist....oh mann
Die andere benimmt sich übrigens nicht nach Schmerzen, Metacam hab ich sein lassen......sie niest auch aktuell nicht, zumindest nicht so das ich es mitbekommen habe.....frage mich grad obs daran liegt, weil sie viel Weide frisst, mehr Saat bekommt, Schwarzkümmel, Thuja zur Auswahl....kein Plan



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 09:38

Schnittlauch fressen mittlerweile beide.....



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Do 12. Sep 2019, 12:13

Juhuu....heute der Blinddarmkot auf dem er lag, war weniger als walnussgross, astrein traubig geformt, mit Glanzüberzug, schöne mittelbraune Farbe und mit aromatischen Geruch....nicht stinkend oder breiig.....es geht aufwärts, ich freu mich grad.....jetzt muss ich am Ball bleiben mit der Ernährung *freu*.....gerade haben beide ne grosse Portion Basilikum gemampft, nachher werd ich wieder viel gemischte Wiese und Weide holen



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Murx Pickwick » Fr 13. Sep 2019, 11:20

nun, ich bin kein studierter Mensch, kann nur mit Realschulabschluss dienen, drum ist das Begreifen dieser Materie nicht mal nebenbei für mich...
Glaubst du ernsthaft, das Lernverhalten hat was mit der Bildung zu tun?
Diejenige, die noch am Schnellsten begriffen hatte, wenn ich ihr was erklärte, war eine junge Frau, die ihre ganze Kindheit auf Trebe verbracht hat und nie in eine Schule ging - wenn sie was nicht verstand, ist sie in die Bibliothek und hat sich das fehlende Wissen einfach beigebracht.
Ich habe jedoch auch Tierärzte, Biologen etc getroffen, welche die einfachsten Dinge nicht kapieren wollten, trotzdem sie im Grunde genommen alles zum Verständnis wichtige in Form von Studien, Beobachtungen etc direkt vor Augen hatten ... sie konnten es aber nicht logisch zusammenbringen.

Du hast ein sehr gutes Lernvermögen, deine Fragen haben Hand und Fuß, du ziehst deine Schlüsse, aus dem, was du liest ... mein Fehler ist da eher, daß ich als ungeduldiger Mensch zuviel Wissen auf einmal rüberschieben will und du dann natürlich das Gefühl hast: "Das werd ich nie lernen können ... ". Aber selbst dafür hast du doch eine sehr gute Strategie entwickelt - einfach Absatz für Absatz sich durchbeißen, mehrmals lesen.
Also stell dein Licht nicht unter den Scheffel - du lernst schnell und gut, soweit ich das beurteilen kann!
Da steht 5% Saat beim Kaninchen.....und dann kann ich es ad libitum reinwerfen? Und es kapiert mit der Zeit, nur 5% davon zu fressen?
Ja, kannst du ... es ist sogar besser, wenn das Kaninchen jederzeit sich seine Saaten holen kann, da es dann nicht das Gefühl bekommt, ich muß ganz schnell alles inhalieren, denn ich weiß nicht, wann ich wieder was bekomme. Mit einer rationierten Sämereienfütterung passiert nämlich genau das - das Kaninchen schlingt und frißt zuviel, sobald es an Zuviel rankommt.
Was noch viel schlimmer ist, ist das, was vermutlich deinem Kaninchen passiert ist ... er hat die Sämereien inhaliert, nicht richtig gekaut, so als hätte er kaputte Zähne und dann diese viel zu großen Partikel im Verdauungstrakt gehabt, wo sie in der Größe nunmal nicht hingehören.
Ich hab nun jede Menge Foren durchforstet und nach Studien geschaut - ganze oder kaum zerkaute Sämereien werden tatsächlich nur dann beschrieben, wenn das Kaninchen kaputte Zähne hat - oder gierig schlingt.

Insofern ist es wahrscheinlich besser für ihn momentan, wenn er an Ölsaaten nur Leinsaat und Leindotter bekommt - wenn er die schlingt und die als ganze Samen in den Verdauungstrakt gelangen, quellen sie auf und unterstützen die Weiterleitung der Nahrung, können aber aufgrund eigener Schleimstoffe nix verstopfen oder verletzen. Das ist bei nichtschleimenden Saaten anders. Wenn du keine ganzen Sämereien mehr im Kot und Blinddarmkot bemerkst, können alle anderen Ölsaaten auch gegeben werden.

Aromatische Saaten können (und sollten) dennoch ad libitum gegeben werden, denn diese enthalten so viele Wirkstoffe, die heilend auf die Darmwand wirken und gleichzeitig Darmlähmungen und ähnliches verhindern, daß sie trotz ihrer Form und fehlenden Schleimstoffe nicht viel Schaden anrichten können - salopp gesagt, sie reparieren alles gleich wieder, was sie kaputtmachen. Dazu kommt, daß aromatische Sämereien aufgrund ihrer vielen Wirkstoffe nicht gut verdaut werden können - die Nährstoffe können wegen der Wirkstoffe nicht richtig herausgelöst werden. Aromatische Sämereien machen deshalb auch nicht dick.
Dazu kommt der krasse Geschmack der aromatischen Sämereien - sie werden schon deshalb nicht viel gefressen, weil sie so stark schmecken. Aber es sind eben natürliche Medikemante, welche das Kaninchen eigenverantwortlich anwenden kann.
ganz viel Verbesserung gibt es auch seitdem ich junge Weidenblätter bzw. Äste anbiete, da wäre ich dann wohl mit Gerbstoffen und Rinde abgedeckt und gibt auch noch andere Äste hier...
Momentan sind frische Äste und Zweige mit allem, was dran ist, also auch Flechten, enorm wichtig. Dabei ist auch wichtig, möglichst artenreich Gehölz zu verfüttern, also nicht nur Weide, sondern eben auch Esche, Ulme, Laubgehölz, Haselnuß, Eiche - je nachdem, wo du rankommst. Du wirst selbst sehen, von was du mehr mitbringen mußt, weil es viel gefressen wird, und was du nur ab und an im Angebot haben brauchst, weil es nur wenig angeknabbert wird. Für den Winter empfiehlt es sich dann, auch Nadelgehölz anzubieten. Vorm Winter wird Nadelgehölz allerdings nur selten gefressen, da kann man die Nadelbäume auch ungeschoren lassen.
Bewährt haben sich Fichte, Kiefer und Tanne - wobei wirklich jede Art dieser drei Gruppen angeboten werden können, also auch Blautanne oder Weymouthkiefer oder so ... einfach ausprobieren, was angenommen wird, das ist doch teilweise recht unterschiedlich bei den Langohren. Weihnachtsbäume sollten allerdings nur dann verfüttert werden, wenn es sich um Biobäume handelt - konventionell sind die Bäume oftmals so stark behandelt, daß selbst Kinder, wenn sie längere Zeit mit solchen Bäumen in einem Raum verbringen mußten, tränende Augen oder Schlimmeres bekamen. Das ist dann bestimmt nicht gut für den Kaninchenverdauungstrakt.
Meine Wiesenmischung beinhaltet aber auch wenig Gräser weil ich mich damit noch nicht auseinander gesetzt habe. Weidelgras soll Mist sein, das gute Knaulgras ist bis jetzt für mich am einfachsten zu erkennen gewesen.....von daher rupf ich eigentlich eher von dem .....dann noch Honiggras, glaub ich, dieses ganz weiche.....Quecke.....aber viel ist das nicht in meinem Pflückgut.
Wenn du noch siehst, welche Gräser du pflückst, pflückst du immer noch nicht unsortiert, was jedoch sehr wichtig wäre ... daher immer wieder mein Rat, senst oder verbindet euch die Augen und rupft dann - was ihr dann bekommt, ist immer genau die richtige Mischung für die Kaninchen. Es muß dann nur noch auf artenreiche Wiese geachtet werden - also nicht die grüne Turbowiese mit über 60% Weidelgras, Rest Weißklee und Löwenzahn ... im Sommer muß so eine Wiese bunt sein, im Frühjahr weiß oder huflattichgelb wegen der vielen Blüten (gelb von Löwenzahnblüten ist oft weniger gut, weil das oft heißt, daß die Wiese überdüngt ist. Wenn Schafgarbe, Luzerne und viel Rotklee zwischen dem Löwenzahn sitzt, ist es meist trotz viel Löwenzahn eine gute Kaninchenwiese). Es müssen viele unterschiedliche Gräser und Kräuter enthalten sein.
Ernte ruhig von verschiedenen Wiesen und Weiden und beobachte, welche lieber gefressen wird - dort kannst du dann häufiger pflücken. Wiese und Weide, die eher mäklig gefressen wird, eignet sich dann nur als Notnagel. Ebenso lohnt es sich, auf einer Wiese an verschiedenen Stellen zu pflücken - Pflanzen auf einer Wiese sind nicht gleichmäßig verteilt, da gibts Ecken mit mehr Ampfer, andere bieten mehr Schafgarbe und auf wieder anderen Stellen in der Wiese kommt Hornklee mehr vor.
Nicht gucken, was du pflückst - wichtig ist alles zu pflücken, was dir vor die Patschehändchen kommt.
Merke: Die gesündesten Kaninchen haben die Halter, welche keine Pflanzenkenntnis haben und einfach alles ernten und für ihre Langohren mitbringen, was grün ist und bei Drei nicht auf dem Baum ist.

Du bekommst auf die Art und Weise auch einen guten Blick für eiweißreiche Wiesen ... Wiesen mit viel Klee beispielsweise sind eiweißreich. Teilweise brauchte ich nur noch aus dem Autofenster während der Fahrt schauen und ich wußte, wie eiweißreich die Wiesen sind, an denen ich vorbeigefahren wurde. Man bekommt da einfach mit der Zeit einen Blick für.

Wiese und Weide ist die Hauptnahrung der Kaninchen - aber den Wegrand solltest du auch ab und an mitbringen. Er bietet viele Heilpflanzen. Allerdings ist es sinnvoll, beim Wegrand schon ein wenig zu schauen, was man mitnimmt ... Wegrand hat eine andere Zusammensetzung der einzelnen Futter- und Heilpflanzen zueinander, wie Wiese. Der Eiweißgehalt ist meist deutlich niedriger und es gibt deutlich mehr Heilpflanzen. Er ist daher auch eher eine Ergänzung zur Wiese.
(Wobei man das mit dem Aussortieren beim Wegrand auch nicht zu eng sehen darf - früher wurde Wegrand einfach gesenst und das ohne Aussortieren den Kaninchen verfüttert - und solange das gemacht wurde, waren die Kaninchen auch gesund, trotzdem die zeitweise fast nur Wegrand bekamen.)
Bedenklich kann Feldrand sein ... ist es ein Biofeld, ist das kein Problem, aber auf konventionellen Feldern wird viel gespritzt - und nicht immer bleiben alle Landwirte bei den erlaubten Mittelchen, da gibts leider ein paar schwarze Schafe unter den Landwirten.
Biofeldränder bieten meist sehr eiweißreiche Kost.

Weidelgras ist tatsächlich schlecht ... aber wenn die Kaninchen genügend Auswahl haben, lernen sie das Weidelgras einfach liegenzulassen. Trotzdem solltest du artenarme Turbowiesen meiden, der Weidelgrasanteil auf solchen Wiesen kann 80% locker überschreiten - und dann wird die Wiese sogar richtig ungesund.
FOS ist in den Leckerchen (die blöden Cunis, hab noch keine Alternative, Erbsenflocken sind bestimmt wegen Stärke schlecht, oder?) verarbeitet und Kräuter gibt es hier genug.
Die FOS in den Cunis sind nicht mehr in Pflanzenzellen eingebunden, sondern liegen frei ... das bringt eine Menge Nachteile mit, beispielsweise liegen die FOS nun wie auf dem Präsentierteller und werden von den "falschen" Organismen im Blinddarm zuerst entdeckt und gefressen.
Die Vorgänge bei der Verdauung sind auch noch nicht richtig verstanden - aber was man immer mehr feststellen kann, ist, daß isolierte Nähr- und Wirkstoffe nicht die Wirkung haben, die sie haben sollten bzw die sie im natürlichen Verbund haben.
Als Leckerli wird das jetzt nicht so schaden ... die fütterst du ja nur selten und in ganz kleinen Mengen. Aber nutzen tun die FOS in den Leckerlies auch nicht wirklich.
Erbsenflocken sind schlecht, weil sie Flocken sind ... also verarbeitet. Und das können Kaninchen nur sehr schwer einschätzen. Genau die verarbeitete Kost ist es, die dick und fett macht, weil eben tendenziell zuviel davon gefressen wird. Außerdem ist verarbeitete Kost leichter verdaulich - und Kaninchen sind an schwerverdauliche Kost, wie frische Pflanzen, angepaßt.
Ist übrigens beim Menschen genauso - wer viel verarbeitete Kost ißt, hat eine höhere Chance, fettleibig zu werden, wie jemand, der hauptsächlich unverarbeitete Kost futtert.
Je stärker verarbeitet die Kost, desto ungesünder ist sie. Und Kaninchen sind an rein unverarbeitete Kost angepaßt.
Kommen wir zu den Saponinen.....im Efeu ist mir hängen geblieben, in der Hagebutte, die Durchfall beschert hat......war da nicht auch Saponin in Saat? Ansonsten was kann ich noch geben mit Saponin?
Hagebutten enthalten meines Wissens nur sehr wenig Saponine ...
Bekannt für ihre Saponine sind Seifenkräuter, Leimkräuter, Gänseblümchen, Eibisch, Ringelblumen, Schlüsselblumen und viele weitere Pflanzen. Saponine sind in über 70% der Pflanzenarten auf der Wiese enthalten. Allerdings gibt es sehr viele unterschiedliche Saponine mit recht unterschiedlichen Heilwirkungen. So wirkt das Saponin im Efeu bakterizid und schleimlösend, es hilft bei Erkältungen und Atemnot sehr gut. Die Saponine aus dem Gänseblümchen dagegen haben wenn überhaupt nur eine Wirkung bei Erkältungen - und die Wirkung ist kaum nachweisbar, so daß das Gänseblümchen für den Menschen ein eher unbedeutendes Heilkraut ist.
Saponine im Eibisch sind wiederum relativ stark wirkend bei Erkältungen.
Es kommt hier auch immer wieder auf die Kombination der einzelnen Wirkstoffe drauf an - Kaninchen können diese Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen so kombinieren, daß sie teilweise Heilwirkungen erreichen, die die gefutterten Pflanzen eigentlich gar nicht haben dürften - nur alleine, weil sie die Wirkstoffe so kombinieren, daß die unerwünschten Wirkstoffe sich gegenseitig in der Wirkung aufheben und die gewünschten Wirkstoffe sich gegenseitig verstärken.

Hagebuttenkerne wirken eher aufgrund ihrer Widerhaken an den Kernen - Kaninchen verschlucken die manchmal durchaus im Ganzen, was für Kaninchen eine absolute Ausnahme darstellt - alles andere wird normalerweise sehr gut gekaut. Bestimmte Darmparasiten werden von diesen Widerhaken auf den Kernen regelrecht verletzt und können sich daraufhin im Darm nicht mehr halten und werden dann nach und nach ausgeschissen.
Gut durchgekaut helfen die Kerne wiederum bei der Heilung der Darmwand. Außerdem wird der Hagebutte nachgesagt, daß es das Immunsystem anregt (hab da bislang noch keine Studie gefunden, die das eindeutig belegt).
Schwarzkümmel, Kümmel, Fenchel, Anis und Dill
Ist eine sehr schöne Darmmischung ... da können jetzt noch Wacholderbeeren und getrocknete Heidelbeeren ins Angebot, dann ist die Darmmischung perfekt.

Bei Spondylose ist Ingwer hilfreich ... allerdings fressen die meisten Kaninchen Ingwerrhizome nicht freiwillig, besser wäre theoretisch das grün - aber Ingwer ist kaum auf der Fensterbank zu kultivieren, weil es zuviel Licht braucht.
Du kannst es trotzdem versuchen mit dem Ingwer ... eventuell gehört dein Kaninchen zu den Kaninchen, die Ingwer freiwillig futtern, dann wird es schnell herausfinden, wieviel es täglich futtern muß, um besser mit der Spondylose klarzukommen.
Ingwer in großen Mengen wirkt schmerzlindernd und entzündungshemmend.
Muss ich zwingend auf Stärkezufuhr achten? Reicht das nicht aus Saat und Pflanzen?....fällt mir mal so auf.
Nein, du mußt nicht zwingend auf Stärkezufuhr achten. Stärke ist für Kaninchen ein weiterer Nährstoff, der in Notzeiten zu Eiweiß umgebaut werden kann. Wenn du eiweißreich fütterst, ist zusätzliche Stärke in Form von Mehlsaaten nicht nötig.

Megacolon tritt zwar besonders häufig bei reinerbigen Punktschecken auf, aber in sehr seltenen Fällen kann auch ein einfarbiges Kaninchen ein Megacolon haben.
Allerdings kannst du das bei deinem Alten ausschließen ... mit Megacolon leben Kaninchen nicht sehr lange, wenn sie vier oder fünf Jahre erreichen, sind sie schon extrem alt geworden. Acht Jahre mit Megacolon sind nicht schaffbar.
Im Endeffekt müsste man tatsächlich so ziemlich alles an Futter, Kräuter, Pflanzen, Saat reinschmeissen und sich das Nin selbst überlassen.
Genau so ist es - und genau das ist auch der Grund, weshalb manch ein vernachlässigtes, unter saumäßigen Verhältnis lebendes Kaninchen erst richtig krank wird, wenn es vom Tierschutz gerettet wird - es wird dann regelrecht krank behandelt, weil Tierschützer dem Kaninchen was Gutes tun wollen.

Es gibt übrigens eine Pflanze, welche gegen Tumore hilft - und die man sich im Gartenhandel gut besorgen kann. Die Pflanze nennt sich Jiaogulankraut (Gynnostemma pentaphyllum) und wird oft als Unsterblichkeitskraut angepriesen - naja, Unsterblichkeitskraut heißt es eigentlich nur, weil man sich schon anstrengen muß, es umzubringen, das verträgt ne Menge falscher Pflege seitens des Pflanzenhalters :D
Da Lymphome ein Teil des Immunsystems sind und das Immunsystem viel zu komplex ist, als daß es auch nur annähernd wissenschaftlich verstanden ist, gibt es kein wirksames Medikament dagegen - da kann man dann auch die Kaninchen machen lassen und ne frische Pflanze mit tumorhemmender Wirkung verfüttern.
Speziell Zytostatika machen dir alles wieder im Darm platt, was sich jetzt gerade wieder aufbaut.
Die andere benimmt sich übrigens nicht nach Schmerzen, Metacam hab ich sein lassen......sie niest auch aktuell nicht, zumindest nicht so das ich es mitbekommen habe.....frage mich grad obs daran liegt, weil sie viel Weide frisst, mehr Saat bekommt, Schwarzkümmel, Thuja zur Auswahl....kein Plan
Ich bin mir sicher, daß es an Weide, Thuja und Co liegt ... die Beobachtung machen viele Kaninchenhalter, die sich trauen, einfach Thuja, Weide und Co reinzuschmeißen und aromatische Sämereien anzubieten.
Schnittlauch fressen mittlerweile beide...
Nach meiner Beobachtung wird Schnittlauch regelmäßig gefressen, um einerseits Hefen und Co in Schach zu halten, andererseits bei Kaninchenschnupfen oder Blasenentzündungen.
Lauch dagegen wird von den Kaninchen im Winter oft als echte Nahrungspflanze angenommen, nicht nur als Heilpflanze, hat aber ähnliche Wirkungen wie Schnittlauch.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Fr 13. Sep 2019, 13:10

Ja, dumme Komplexe glaub ich....danke....ich bin überglücklich derzeit hier gelandet zu sein und diese Mega-Informationen und das Wissen zu erhalten!

Heute hab ich schon mal unbedarfter gepflückt, es fängt an das meine Angst schwindet. Gestern kam die Vorsitzerin von Pauline zu Besuch. Also die Zwergwidderdame mit dem Ohrproblem und Niesen.....und sie erzählte mir das Paulchen in ihrem Garten alles weggenagt hat, Thuja, Kirschlorbeer, Efeu.....ja, was soll ich sagen-musste direkt an deine Empfehlung der Giftpflanzen denken. Also für Thuja ist die Angst weg, Montag werd ich Efeu anbieten.....nur eins verstehe ich nicht.
Ich war schon dieses Jahr auf dem Weg das ich weniger ängstlich war....aber nach folgendem Vorfall wieder vorsichtiger. An unserer Terrasse steht ein Magnolienbaum. Die trockenen Blätter mochten beide immer gern, glaub frische wurden auch gefuttert, aber da bin ich mir nicht mehr sicher. Jedenfalls dachte ich mir, ach lass mal, werden schon wissen was sie tun. Alles war gut, dann blühte die Magnolie und frische Blütenblätter fielen. Pauline hat sie natürlich gefressen und ich dachte noch, na wenn das mal gut geht. Ich empfand die Konsistenz und Oberfläche der Blüten schon als komisch. Und dann kam es das sie kurz drauf komisch wurde und nicht mehr frass. Es folgte das übliche Programm, Dimethicon, verdünnter Tee, Bauchmassagen etc. - heraus kam eine zähe Kotmasse die mich direkt an das Magnolienblütenblatt errinnerte und irgendwie trotz Verdauung auch vom Geruch her......tja, und dann dachte ich, sieh mal einer guck, dann kann man doch nicht vertrauen das die Nasen wissen was sie tun. Ergo- ich wurde wieder ängstlicher.
Denkst du es gibt doch Ausnahmen die die Regel bestätigen, oder lag es schlichtweg dran das in der Gesamternährung was nicht passte und deshalb Stoffe fehlten, die das verhindert hätten? Bin mir garnicht sicher, aber ich glaub das war die Zeit zwischen karger Winterfütterung und beginnender Wiese.....

Nadelhölzer werd ich im Winter ausprobieren, hab ich noch nie. Heidelbeeren und Wacholderbeeren guck ich nächste Woche. Wollte eine Saatenbank bauen, hab das hier in einem anderen Beitrag gelesen. Dann seh ich auch direkt was eher weg geht und die beiden können besser selektieren. Hatte die ersten Saaten jetzt vom türkischen Supermarkt mitgenommen. Kann ich das weiter tun, auch die Wacholderbeeren aus der Gewürzabteilung, oder ist zwingend Bio angesagt und ich sollte besser im Internet bestellen? Unbegrenzt würde ich nur Aromasaaten anbieten, Ölsaaten rationiert, ist das ok? Seh ihn sonst ne ganze Tüte Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne fressen und er wird das Buddha unter den Kaninchen *lol*

Andere Äste hatte ich auch schon angeboten, Buche, Birke, Haselnuss und Eiche. Aber neben Apfelästen wird hier nur die Weide so inhaliert.
Ingwer mag er nicht und Banane zum untermischen erst recht nicht. Hatte jetzt die Tage mal Scheiben getrocknet, wollte mal schauen ob die angenommen werden. Denkst du das Rodicare Artrin so schlecht ist? Fand es eigentlich von der Zusammensetzung ok.....
Schnittlauch und Basilikum tausch ich mindestens alle zwei Tage hier aus, aber kein Ding, sollen sie ruhig fressen. Der Wermut wurde nicht angerührt bislang, Oreganolust ist auch nicht sooo gross. Kerbel ist noch beliebt.

Mit der Tumoroflanze schau ich mal, sehr interessanter Tipp. Die Medis die ich von der Ärztin empfohlen bekommen hab sind viele homöophatisch.....Coenzym comp., Ubichinon comp., Lymphosot ad. us. vet Ampullen und Para-benzochinon....ggf. Galium comp. ......sagt dir das was und wenn ja, was hälst du davon? Die Blutwerte will sie mir zuschicken.



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Fr 13. Sep 2019, 16:05

Mit dem Laub trocknen für den Winter bin ich zu spät. Da ist wohl auch der Schnittzeitpunkt massgeblich hab ich gelesen. Würde dann was bestellen. Letztens hatte ich Walnussblätter bestellt, von wegen entwurmend......wenn ich dazu noch Weidenblätter, Apfelblätter und Haselnuss gesellen würde, was hier eh am liebsten gefressen wird, würde die Mischung für den Winter ausreichend sein? Würde dann einen gemischten Haufen im Innengehege anbieten, kann man schon grob einschätzen wieviel Kg an Laub für zwei Kaninchen von nöten sind?....dann bestell ich nämlich gleich mehr



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mo 16. Sep 2019, 07:13

Guten morgen....nun, anbei mal die Blutergebnisse...
Ich hoffe natürlich das es vielleicht doch nicht so schlimm ist..... :|
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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Di 17. Sep 2019, 06:24

Je mehr Saat zur freien Verfügung es hier gibt, umso mehr muss ich feststellen das er sich wieder einpinkelt. Den Effekt hatte ich bereits, als er Mariendistelsaat bekam. Gibt es da eine Erklärung für?
Vielleicht Phosphorgehalt durch Saat für ihn zu hoch?.... meine da mal was aufgeschnappt zu haben.
Ach mann, da will man dem Darm gut und dann spielt die Blase wieder verrückt....ich werd noch bescheuert hier



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Nicky2212 » Mi 18. Sep 2019, 19:33

Nun, unser aktuelle Stand:
Ich hab die Saaten noch nicht weggeräumt, sie stehen weiterhin zur freien Verfügung. Heute war er nicht nass am Popo und ich konnte auch keine Pipipfütze ausser der Reihe feststellen. Bei rationiert war das komischerweise oft der Fall.
Momentan beobachte ich ihn....er frisst relativ viel Saat, eigentlich beide. Ich muss schon ordentlich nachkippen. Allerdings hab ich den Eindruck als wenn er es besser in die Nahrung einbettet. Er frisst auch mehr Thymian und Oregano seitdem. Die andere auch, sie ist sogar an den Wermut gegangen.
Allerdings hab ich heute auch die ersten Batzen Blinddarmkot gefunden, wieder sehr breiig. Ich hoffe das formt sich in Kürze wieder und pendelt sich ein. Fürchte das bisschen Stärke der Saat fordert schon sein Blinddarm. Aber ich bleib erstmal dran und warte die nächsten Tage ab.

Bin die letzten Tage von Gartencenter zu Blumengeschäft, aber das Unsterblichkeitskraut gabs da nicht mehr. Erst wieder im Frühjahr .....nun hab ich es im Internet bestellt, Haltung ist wohl auch als Zimmerpflanze im Winter möglich-hat 82 Saponine das tolle Pflänzchen. :tanz:

Was ich trotz Lesen noch nicht richtig begriffen habe, ist dieses Calcium-Phosphor-Verhältnis.....bzw. muss ich mir mit Saat bezüglich seines Blasenschlamms (der bis jetzt gut im Griff ist) Gedanken machen? Muss ich nun auf mehr Kalzium achten, wenn sich der Phosphorgehalt durch Saat erhöht? Und wenn Kalzium höher ist, dann widerum mehr Oxalsäurehaltiges geben? Ich blick das irgendwie nicht... :hm:
Es wäre super lieb wenn ich da noch etwas Input bekommen könnte und danke im vorraus :roll:



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Re: Warscheinlich Darmentzündung bei Kaninchen, brauche Hilfe!

Beitrag von Wernz » Do 3. Okt 2019, 19:53

interessanter Faden,
man lernt hier mehr über Kaninchen als in mancher Webseite.



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