Tropische Rattenmilbe - Erfahrungsbericht

Benutzeravatar
Beethoven
Planetarier
Planetarier
Beiträge: 4
Registriert: Fr 3. Jan 2020, 15:19
Land: Deutschland
Hat sich bedankt: 1 Mal
Danksagung erhalten: 8 Mal

Tropische Rattenmilbe - Erfahrungsbericht

Beitrag von Beethoven » Di 21. Apr 2020, 11:49

Weil ich im Nachhinein sehr überrascht war, möchte ich meine Erfahrungen hier mitteilen.

Nie werde ich den Satz des TA vergessen:
Es ist nur(!) die tropische Rattenmilbe.

Im Dez. 19 bekam ich täglich neue juckende Quaddeln. Die Mäuse sahen auch etwas struppig aus, weshalb mein erster Verdacht gleich Parasiten waren.

Nachts packte ich die Jungs und setzte sie in ein 40l Aqua, welches ich lose mit einer weißen Spanplatte abdeckte, etwa 30 min später entdeckte ich an dieser Platte bestimmt 18 rote leicht zerdrückbare Punkte.

Vermutlich Milben.

Ich fragte Google und mir wurde Vorsichtig ausgedrückt schlecht. Fallberichte zur Vogelmilbe und zur Rattenmilbe. Einer schlimmer als der andere.
Wohnung müsste gefoggert werden (wir haben ein Kleinkind und Katz und Hund und ein Aquarium)
Manche sprachen davon man solle es ohne Kammerjäger gar nicht versuchen, die Kosten wären dann natürlich extrem...

Ich räumte sofort das Gehege aus.
Alles Streu, alles Holz ab in die Tonne.
Keramik kam in Müllbeutel, diese band ich zu. Die Mäuse kamen mit etwas Zellstoff in ein Notaqua und dann ging ich ins Bett.

Am Abend darauf ging es zum Tierarzt.

Der fing eines der Biester und verschwand damit im Nebenraum.

Strahlend kam er zurück. "Es ist nur die tropische Rattenmilbe.
"Geht es denn schlimmer?!" Fragte ich fassungslos.
"Natürlich, Vogelmilbe verteilen sich überall in der Wohnung. Rattenmilben sind relativ ortstreu."

Die Mäuse bekamen je einen Tropfen Advocade, das mussten wir (wöchentlich glaube) noch mehrfach wiederholen.
Hund und Katz bekamen auch Advocade

Dazu folgende Anweisungen:
- Gehege mit Essig heiß auswischen
- bei einem reinen Glasbecken würde das reichen, da wir ein Holzgehege haben, gab es noch ein tierfreundliches Insektizid.
- der Schrank auf dem das Gehege steht kann mit Essig abgewischt werden. Eine Behandlung mit dem Insektizid ist nur erforderlich, wenn sonst unsere Nerven mit uns durchgehen.
- Mäuse regelmäßig spotten
- ein Notbecken ist nicht nötig, aber es ist sinnvoll, wenn die Mäuse in einem Glasbecken auf Zellstoff sitzen, weil man so einen evtl noch vorhandenen Befall schnell erkennt. Ob das Glasbecken 40cm oder 1m breit ist wäre aber egal.

Nach zwei Wochen würde man nix mehr sehen, trotzdem weiter spotten und dann ist dauerhaft Ruhe.

Sollte das nicht ausreichen, sollten wir wiederkommen

Wir haben also folgendes gemacht:
Tag 1:
-Gehegereinigung mit Essig und Insektizid. Abwischen des Schrankes drunter mit Essig.
- Ausbacken der Keramik Einrichtung bei 200grad 30min
- die Mäuse saßen in Woche 1 auf 80x40 Glasbecken, danach ging es normal ins Gehege nur ohne Einstreu.

Danach:
3 Wochen wurde das Wohnzimmer nur von mir betreten (auch Hund und Katz blieben draussen)
Ich war täglich zweimal drin. Nackt, damit ich die Biester an mir sehe 🙈
- Mäuse füttern, Befallskontrolle
Danach direkt duschen
In Woche 4 waren alle wieder normal im Wohnzimmer

Jetzt im April ist immernoch Ruhe :) und ich beobachte wirklich paranoid jedes Staubkorn und habe auch Klebebandfallen.
Vllt macht das dem einen oder anderen Mut



Benutzeravatar
lapin
Administrator
Administrator
Beiträge: 30761
Registriert: Do 13. Nov 2008, 17:52
Land: Deutschland
Wohnort: stadtroda
Hat sich bedankt: 1785 Mal
Danksagung erhalten: 1080 Mal
Geschlecht:

Re: Tropische Rattenmilbe - Erfahrungsbericht

Beitrag von lapin » Do 30. Apr 2020, 10:43

Vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht, den werden wir in unsere Wikipet mit aufnehmen.


Lg lapin"Das Leben ist 10% was dir passiert und 90%, wie du darauf reagierst."

Zurück zu „Rennmäuse Gesundheit“