[Diskussion] Fertigfutter vs. Selbermischen

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[Diskussion] Fertigfutter vs. Selbermischen

Beitrag von Gast112 » So 21. Jun 2009, 19:35

entnommen aus: https://www.tierpla.net/ernahrung-farbmause/was-futtert-ihr-fur-trockenfutter-t1941.html" onclick="window.open(this.href);return false;
Susi hat geschrieben:Ist viel günstiger als fertige Mischungen und man kann es besser dem Körpergewicht der eigenen Tiere anpassen und ggf. einfach weniger fettreiches geben. Ich mische für ca. 5 Euro 3 Kilo Futter...

Und diese Grundmischung kann man gleich für alle Kleinnager verwenden, und hat nicht Mäuse-Hamster- und Lemmingfutter getrennt.
Huhu!

Für Zwerghamster, Farbmäuse und Lemminge mag das zutreffen. Aber es gibt auch Kleinnagerarten, für die das ganz und gar nicht passt. ;)

Mittelhamster essen was ganz Anderes, als Zwerghamster. Ratten was Anderes als Farbmäuse. Degus brauchen kein Eiweiß und viel mehr Kräuter.

LG Tess



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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von Kaktus » So 21. Jun 2009, 20:46

Das von Susi Angegebene ist nur die (Getreide)Körner-Samen-Mischung, die getrockneten Kräuter, Eiweiß, Frisches gibts separat...

Es wird ja kein Mensch gezwungen zu mischen, aber meiner Ansicht nach hat es einfach ein paar Vorteile wie z.B. die angesprochenen Kosten.

Generell sieht der Speiseplan jeden Nagers so aus:

1. Samen und Getreide (Feinsämereien, Wildsamen, Getreidekörner, Haferflocken, Weizenflocken, Weizenähren, Nüsse, Sonnenblume, und und und)

2. Getrocknete Kräuter, Blüten, Blätter

3. Getrocknetes Gemüse und Obst

4. tierisches Eiweiß

5. Grünfutter

6. anderes Saftfutter (Gemüse und Obst)

7. Heu (= getrocknetes Gras, Kräuter, Blätter, Blüten/Wiese)


Je nach Tierart wird der Schwerpunkt in Nr. 1 und im Gesamten anders gelegt. Im Prinzip fressen aber alle dasselbe :D (sehen wir hier mal vom Eiweiß ab ;) )

Nimmt man käufliches Fertig- bzw. Mischfutter, so deckt man damit oft Nr. 1-4 bereits in Einem ab (im besten Falle und hier sollte man auch unbedingt drauf achten, dass im Mischfutter keine Extrudate und Pellets mitenthalten sind...), Nr. 4+5 muss dann noch hinzugefüttert werden. So handhabt es wohl Tess. Susi und ich mixen alles selber, auch die unter Nr.1 angegebenen Komponenten.



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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von saloiv » So 21. Jun 2009, 22:40

Ich finde das ganze hier sehr interessant, für meine zukünftigen (Farb)mäuse. :D

Ich tendiere wohl auch zum selber mischen, dann weiß ich genau, was drinnen ist und woher es kommt (keine Abfallprodukte, günstigen Füllstoffe usw.).

Ist es nicht auch so, dass in den Fertigmischungen ungünstige Inhaltstoffe mit eingemixt werden oder die Zusammensetzung teilweiße falsch/nicht ideal ist?


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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von Kaktus » So 21. Jun 2009, 22:54

saloiv hat geschrieben:Ist es nicht auch so, dass in den Fertigmischungen ungünstige Inhaltstoffe mit eingemixt werden oder die Zusammensetzung teilweiße falsch/nicht ideal ist?
Mit Sicherheit ;)

Was nicht drin sein sollte:

pflanzlichen Nebenerzeugnisse (wörtlich aufgezählt oder bezeichnet als z.B. Schrot oder (Luzerne)Mehl)
tierische Nebenerzeugnisse
(Getreide)Extrudate, auch unter dem Namen "Ecken, Sticks, Kroketten" usw. bekannt
Mais, Reis und Weizen gepoppt usw.
Pellets (heißgepresst und aus Abfallstoffen)
für mich persönlich auch keine Zusatzstoffvormischung, Vitaminhafer, etc. und Chemiezusätze



Und dann wird nämlich schwer, was Passendes zu finden... oO

Man muss bedenken, dass sich die Halter über zu viele Nüsse oder Sonnenblumenkerne im Mischfutter aufregen, aber diese sind tausend mal gesünder und wertvoller (z.B. fürs Fell) als das ganze oben genannte Zeug!

Ist schon bemerkenswert: man vermischt irgendwelche Industrieabfälle mit ein wenig wertvolleren Komponenten, versetzt es mit Kunstvitamin und Chemiedreck und fertig ist das in höchstem Maße überteuert verkaufte Endprodukt! :( Gutes Geschäft, oder...



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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von saloiv » So 21. Jun 2009, 23:51

Hm, da ist selbermischen wirklich besser. Nicht nur für den Geldbeutel, sondern wohl auch für die Tiergesundheit, denn Industrieabfälle als Füllstoffe für den Preis sind eigentlich unverschämt... :lol:

Vorallem diese Bezeichnungen "pflanzliche/tierische Nebenerzeugnisse". Da frage ich mich immer, was das ist. Wenn es nicht beim Namen genannt wird, dann hat das sicherlich Gründe! Im Prinzip kann es ja alles mögliche (und unmögliche) sein. Tierische Nebenerzeugnisse... Wenn ich da meiner Fantasie freien Lauf lasse, kann es sein, dass ich mein verstorbenes und beim Tierarzt gelassenes Tier im Futter wiederfinde (natürlich verarbeitet :kotz:).

Aber gibt es auch Futter, das vollständig deklariert ist (nur mit klaren Begriffen) und nur gute Inhaltsstoffe enthält?
Meine bekommen den JR Farm Mäuseschmaus, den ich immer wieder unterschiedlich mische.
Tess, kannst du mal den Inhalt angeben? Das wäre interessant, was bei JR Farm drinnen ist.

Achja, mich würde interessieren, wo du den Vorteil von fertigem Futter siehst, weil selber mischen ja günstiger ist und so ;).


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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von Gast0815 » Mo 22. Jun 2009, 08:21

Hallo!

JR Farm hält sich recht nahe an selbstgemischte Sorten und darf sich guten Gewissens das gesündeste Industriefutter schimpfen. Problem: Du hast eben keine Kontrolle drüber, was genau Du verfütterst.

Auch ein Grund warum ich selber mische: meine Exoten, also die Wühlmäuse und Vielzitzenmäuse, sind sehr Diabetesanfällig, da darf kein Trockenobst drin sein und besser auch kein Trockengemüse, weil durch die Trocknung vor allem der Zucker über bleibt - schon eine Rosine könnte zu Diabetes führen. Trockenkräuter sind wieder eher was für Degus, aber nicht unbedingt für Mäuseartige - ein wenig Heu gerne, aber Kräuter weniger. Und natürlich kommt täglich etwas Gemüse dazu.

Außerdem schwankt der Bedarf an Eiweiß mit dem Alter der Tiere - Jungtiere im Wachstum brauchen etwas mehr, ältere, die vielleicht altersbedingt nen Nierenschaden ausbilden, sollten viel weniger Eiweiß bekommen, aber in den vorgefertigten mischungen ist eben nur so ne Mittelhohe Menge enthalten.

Tierische Nebenerzeugnisse sind in 90% der Fälle gewöhnliche Schlachtabfälle, z.B. Gelenke, Knorpel, Haut, Hühnerfüße, Schlund. Pflanzliche Nebenerzeugnisse Stengel und so weiter, also für Pflanzenfresser durchaus geeignet.

Bei meiner Futtermischung ist eben wichtig, sich vorher zu informieren, was die Tiere an tierischen Eiweißen und Fetten zusätzlich brauchen, und sichd a dran zu halten. Klarer vorteil: man hat viele Möglichkeiten, um leckerchen zu geben. Mit Fertigfutter ist eben oft schon so viel fett und Eiweiß drin, dass einem da kaum mehr Möglichkeiten bleiben.

Dafür ist es eben mehr Aufwand - 5-10 Verschiedene Komponenten kaufen, abwiegen, anmischen, Reste aufbewahren....



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Re: Was füttert ihr für Trockenfutter?

Beitrag von Kaktus » Mo 22. Jun 2009, 10:48

SusanneC hat geschrieben: JR Farm hält sich recht nahe an selbstgemischte Sorten und darf sich guten Gewissens das gesündeste Industriefutter schimpfen.
Das würde ich gar nicht sagen, dass es nah an Selbstgemisches reicht. Eine gewisse Qualität sehe ich bloß in z.B. FR Farm Degufutter, aber meiner Ansicht nach nicht im Farbmausfutter. Zudem sollte man auch das Degufutter strecken, sonst ist es nicht ausgewogen genug. Soll es als Hauptfutter fungieren (was ich unmöglich finde, weil Trockenfutter bei Degus niemals das Hauptfutter sein sollte), so sind hier die Schwerpunkte eindeutig falsch verteilt.
JR Farm Degu-Spezial

Zusammensetzung: Haferflocken, Weizenflocken, Erbsenflocken, Karotten, Rote Beete, Petersilie, Gerste, Weizen gepoppt, Mais gepoppt, Luzerne, Vitaminhafer, Pfefferminze, Löwenzahn, Johannisbrot, Maisflocken, Melisse, Ringelblumen, Rotklee

Inhaltsstoffe: Rohprotein 13,8%, Rohfett 2,8%, Rohfaser 14,1%, Rohasche 5,6%
Und das soll Hauptfutter sein? Hm... Wenn der Halter nur das verfüttert und ab und zu Frisches, finde die Ernährungsweise alles andere als degugerecht. Solch ein Fertigfutter kann höchstens als kleiner Zusatz dienen oder eben als Grundlage zum Weiterstrecken, Schwerpunkte verlegen etc. Und dann aber natürlich trotzdem immer, täglich Grünfutter anbieten, Heu, etc.
Auch ein Grund warum ich selber mische: meine Exoten, also die Wühlmäuse und Vielzitzenmäuse, sind sehr Diabetesanfällig, da darf kein Trockenobst drin sein und besser auch kein Trockengemüse, weil durch die Trocknung vor allem der Zucker über bleibt - schon eine Rosine könnte zu Diabetes führen.
Naja, Getreide enthält auch Zucker, genauso wie Heu...

Ich kenne Halter, die an ihre diabetesanfälligen Degus auch Obst verfüttern ohne Folgen. Es geht doch in erster Linie um eine ausgewogene, abwechslungsreiche und am besten bei bestimmten Dingen eine ad libitum-Fütterung. Ein gesunder Degu würde nie oder Fertigfutter dem Grünfutter Obst vorziehen und sich mit dem für ihn weniger Gesundem krankfressen und Grünfutter einfach stehen lassen. Ähnlich wie bei Chins: die lassen sie Pellets auch einfach liegen und nehmen lieber Kräuter... Wenn aber Halter zu wenig Kräuter, Gräser bzw. artgereche Nahrung anbieten, dann braucht sich keiner wundern wenn Fertigfutter, (Trocken)Obst usw. in sich maßlos hineingestopft wird.
Trockenkräuter sind wieder eher was für Degus, aber nicht unbedingt für Mäuseartige - ein wenig Heu gerne, aber Kräuter weniger. Und natürlich kommt täglich etwas Gemüse dazu.
Klar für Degus oder Chins bilden Kräuter die Grundlage, sind ja auch reine Pflanzenfresser. Aber auch Mäuse sollten welches bekommen. Heu ist im Endeffekt auch nichts anderes als getrocknete Kräuter und Gräser. Meine Lemminge und Renner lieben beide Kräuter und fressen sie auch in großer Menge täglich.
Außerdem schwankt der Bedarf an Eiweiß mit dem Alter der Tiere - Jungtiere im Wachstum brauchen etwas mehr, ältere, die vielleicht altersbedingt nen Nierenschaden ausbilden, sollten viel weniger Eiweiß bekommen, aber in den vorgefertigten mischungen ist eben nur so ne Mittelhohe Menge enthalten.
Ich vertraue hierbei auf meine Tiere, sie bekommen täglich alles (auch Eiweiß)- fressen aber keineswegs auch täglich davon, sondern lassen das Eiweiß liegen, das gilt nicht nur für das, sondern auch für Samen. Diese verfüttere ich an die Lemminge ad libitum (Sonnenblumen werden übrigens auch nicht als Erstes gefressen oder gar alle auf einmal).
Tierische Nebenerzeugnisse sind in 90% der Fälle gewöhnliche Schlachtabfälle, z.B. Gelenke, Knorpel, Haut, Hühnerfüße, Schlund. Pflanzliche Nebenerzeugnisse Stengel und so weiter, also für Pflanzenfresser durchaus geeignet.
Unsere Tiere fressen in der Natur Insekten. Dann finde ich es schon ein wenig unartgerecht Schweine und Kühe an sie zu verfüttern und dann auch noch minderwertige Reste/Überbleibsel des Tierkörpers, die man sonst wegwirft.

Pflanzliche Nebenerzeugnisse sind für mich genauso minderwertig. Zudem ist es ein sehr weit gefasster Begriff. Zu pflanzl. Nebenerzeugnissen zählt u.a.:


* Abfallprodukte der Bierbrauerei wie Malzkeime, Treber oder Bierhefe
* Abfall aus der Brennerei wie Schlempe
* Abfall aus der Zuckerrübenverarbeitung wie Melasse oder Zuckerrübenschnitzel
* Abfälle aus der Milchverarbeitung wie Molke oder Magermilchpulver
* Pressrückstände aus der Ölherstellung von z.B. Soja und Mais
* Gemüseabfälle aus der Lebensmittelherstellung
* weitere: Maisgluten, Cellulose (Erdnussschalen, Stroh), Braunreis, Reisstärke, Grannen, usw.



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Re: [Diskussion] Fertigfutter vs. Selbermischen

Beitrag von saloiv » Mo 22. Jun 2009, 15:25

Zum Diabetes

Diabetes ist eine Zivilisations-Krankheit, umso tragischer, wenn jetzt auch schon unsere Haustiere von solchen Erkrankungen befallen werden!

In der Wildnis gibt es Diabetes bei Tieren nicht (bzw. sehr sehr selten, da die Ernährung ideal ist und Diabetes-Tiere setzen nicht genug Nachkommen in die Welt, so dass sich gesunde Tiere durchsetzen). Besonders befallen sind bei uns solche Tiere, die völlig falsch ernährt werden. Das ist zum einen bei Magerköstlern der Fall (wie z.B. Degus), da man ihnen lange Zeit Körnerfutter als Hauptnahrung fütterte (was völlig unnatürlich ist) und zum anderen andere sehr falsch ernährte Tiere und Exoten, die über Jahrhunderte ihr ideales Futter in der Wildnis fanden und plötzlich von unserer Haustierernährung leben müssen... (und selbst wenn sie der Ernährung in der Wildnis sehr sehr angepasst wird, es ist trotzdem eine gewaltige Umstellung).

Als Vorbeugung sollten die Tiere möglichst artgerecht ernährt werden. Auf die Gene hat man (sofern man kein Züchter ist) keinen Einfluss...

Zur Ernährung allgemein

In der Natur haben Tiere (alle außer Raubtiere) rund um die Uhr sehr velfältige Nahrungsmittel um sich. Viele Samen, tausende Pflanzen usw.

Der Mensch geht nun her und sagt, welche Pflanzen welche Bestandteile haben und wie sie in welchen Mengen gesund für diese Tiere sind.

Meistens werden vorallem Abfallstoffe oder schön anzusehende Futtermittel gewählt. Deshalb hat sich beispielsweise Heu als Futtermittel durchgesetzt, Baum-Blätter gibt es fast nirgends zu kaufen.
Die Angaben zur Menge und Zusammensetzung bei rationierter Fütterung sind zudem Erfahrungswerte, die teilweise durch Irrtümer falsch weiter getragen werden.

Der Mensch denkt, er wissen besser, was eine Maus fressen sollte, als die Maus selber und setzt ihr irgendwelche praktischen und günstigen Futtermittel vor. In der Natur wählt sie Maus selber und das kann sie auch in der Heimtierhaltung, vorrausgesetzt, sie hat eine gute Auswahl an Futtermitteln und diese sollten natürlich auf ihre Ernährung abgestimmt sein (einer Kuh ein Stück Fleisch zu verfüttern bringt z.B. wenig) ;).

Tiere haben auf jeden Fall die Möglichkeit durch Erfahrung (Probebiss, Geruch) zu lernen, welche Pflanzen in welchen Mengen und welcher Zusammenstellung geeignet sind.

Warum sollte man also das Futter rationieren?
Da stimme ich mit Kaktus überein und würde auch zu einer natürlichen ad libitum-Fütterung raten.

Wenn man den Mäusen eine breite Palette an Futtermittel anbietet, fressen sie eine ideale Zusammensetzung, so dass sie alle Nährstoffe in idealer Menge aufnehmen. Viel gesünder als zu mutmaßen, was sie in welchen Mengen brauchen... ;)

Und wie man so schön sagt: Die Dosis macht das Gift.
Zucker ist fast in jedem Futtermittel enthalten und zu Diabetes kommt es eher durch eine falsche Fütterung als durch das Angebot von zuckerreichen Futtermitteln.
Vorausgesetzt natürlich, die Auswahl ist gut (nur zuckerreiches Zeug bietet natürlich keine Auswahlmöglichkeiten) und es sind genug Alternativen da :D.


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Re: [Diskussion] Fertigfutter vs. Selbermischen

Beitrag von Gast0815 » Mo 22. Jun 2009, 16:22

Ad Libitum ist so ne Sache. Wen ich meine Vielzitzenmäuse Ad libitum ernähre werden sie in kürzester Zeit völlig verfetten und entsprechende Schwierigkeiten mit Übergewicht bekommen - ebenso die Wühlmäuse. Wie sich das nun Fettschwanzrennmäusen niederschlagen würde - mehr Schwanz als Maus?

Klar, Heu, Grünfutter und Gemüse dürfen sie reichlich haben, so viel sie eben wollen, aber bei der Körnermischung muss man schon Augenmaß haben, damit sie nicht gar zu arg zulegen.

Wobei die Körnermischung ja schon alleine durch den hohen Anteil an Hirse etc. nicht arg gehaltvoll ist. Es geht eben dabei vor allem um diese Kleinsämereien, die in den südlichen ländern eher zu finden sind - aber nachdem etwa die VZMs die Vorratsschädlinge Afrikas sind, wo die Leute oft auch nicht so furchtbar viel in ihren Vorratsräumen haben muss man das Futter schon anpassen.

Übrigens ist es durchaus ein Unterschied, ob Getreide Kohlehydrate in Form von Stärke enthält oder Obst Traubenzucker in Reinform. Und Obst gibt es eben auch nicht unbedingt in trockenen Steppen - und was macht es schon für Aufwand, eben gemüse zu füttern statt Obst? Mich stört das wenig.



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Re: [Diskussion] Fertigfutter vs. Selbermischen

Beitrag von Gast112 » Mo 22. Jun 2009, 16:42

Huhu!

Farbmäuse brauchen ständigen Zugang zu Futter. Sie haben einen extrem schnellen Stoffwechsel, so dass sie alle 2-3 Stunden Nahrung aufnehmen müssen, um ihre Vitalparameter zu halten.

Werden sie zu dick, sollte man keinesfalls weniger geben, sondern etwas Anderes. ;) Eine FDH-Diät ist bei Kleinnager absolut schädlich und kann zu schweren Mangelerscheinungen bzw. Krankheiten führen.

Meine Tiere bekommen alle ständigen Zugang zu Futter. Merke ich, dass ein Tier zu dick wird, schaue ich, was man an der Futterzusammenstellung ändern könnte und nehme die fetten Sachen raus.

So bekommen meine Ratten z.B. derzeit zwei Mal täglich Frischfutter. Pro Rudel (einmal 3 und einmal 2 Tiere) zwei große Hände voll. Dafür weniger Trockenfutter. Aber IMMER Zugang zu was zu essen. Das ist super wichtig!

LG Tess



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