Optimale Rudelgröße?

Gast112
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Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Gast112 » Di 24. Mär 2009, 19:58

Huhu!

Was würdet ihr als optimale Rudelgröße bei Ratten ansehen. Mindestens zu zweit, das ist klar. Einzelhaltung ist Tierquälerei. ;)

Aber was seht ihr darüberhinaus als optimal an?

Also, ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Ratten, je größer das Rudel ist, glücklicher zu sein scheinen. Das Sozialverhalten ist bei einem großen Rudel viel vielschichtiger, als bei einem Pärchen.

Ein Pärchen (gleichgeschlechtlich!) vergleiche ich immer gern mit einer Zwangsheirat. Man lässt den Rattis keine Wahl, mit wem sie grade kuscheln und spielen möchten. Sie haben nur diesen einen Partner und müssen mit ihm kuscheln und spielen.

Mein größtes Rudel umfasste bislang 8 Rattis. Und das fand ich wirklich optimal. Die Ratten waren glücklich, aktiv, fit und es war wahnsinnig spannend, ihnen bei ihrem Leben zuzusehen bzw. Teil davon zu sein.

Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass man als Mensch viel mehr ins Rudel einbezogen wird, je größer das Rudel ist. Das ist zwar irgendwo ein Stück weit widersprüchlich, aber die Erfahrung habe ich halt gemacht.

Im Auslauf kamen sie immer wieder zu mir, haben mit mir gespielt, mich geputzt, als Klettergerüst benutzt. :D

Wir haben 2003 mit zwei Rattenmädels angefangen und nicht umsonst kamen ein paar Wochen später noch zwei dazu. ;) Ein Rudel beginnt erst bei drei Tieren.

Für Anfänger halte ich ein 4er Rudel für optimal.

LG Tess



Kaktus
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Kaktus » Do 26. Mär 2009, 21:04

Huhu,

auf der einen Seite stimmt es schon: hält man soziale Tiere "nur" als Pärchen- mal abgesehen vom Geschlecht - ist das eine Tier auf das andere irgendwo angewiesen. Jedoch sollte man auch Folgendes bedenken:
Man versucht ja immer Tiere zu vergesellschaften, die zusammenpassen und sich mögen.

Das sehe ich zur Zeit extrem bei meinen Chins: Hier hat eine vernünftige Vergesellschaftung keine Chance, wenn keine Sympathie vorhanden ist. Man merkt doch recht schnel,l ob sich die Tierchen wirklich mögen, nur eine Zweckgemeinschaft bilden oder sich gar gar nicht ausstehen können... Jeder Halter sollte schon drauf achten, dass die Tiere charakterlich zusammenpassen und nichts erzwingen...

Eine Gruppenhaltung ist natürlich optimal und bei Ratten nicht so schwer durchführbar wie bei Chinchillas z.B. - sicher sehr empfehlenswert. Zudem hat man in einer Gruppe auch viel mehr Interessantes zu beobachten :D
Wenn die Gruppe zusammenpasst, fühlt sich sicher jedes soziale Tier mit vielen Artgenossen wohler als mit einem

Es wäre wünschenswert und schön, wenn alle Halter sozialer Tiere ihren Lieblingen zumindest einen vernünftigen Partner geben würden- denn leider gibt es ja genug Leute, die nicht mal das bereit sind zu tun- da liegt eine Gruppenhaltung in weiter Ferne :|



Gast112
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Gast112 » Do 26. Mär 2009, 21:45

Huhu!

Ja, klar, Sympathie ist da Voraussetzung.

Ich z.B. habe schon viele, viele, viele Rattenvergesellschaftungen vorgenommen und man sieht schon beim 1. Aufeinandertreffen, ob es ne Zukunft hat oder nicht.

Bis jetzt haben sich alle Ratten kennen- und lieben gelernt.
Ich hatte noch keine Ratte, die nach der Integration nicht vollständig (inkl. kuscheln, spielen, putzen) ins Rudel aufgenommen worden ist. ;)

LG Tess



Dante
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Dante » Do 26. Mär 2009, 22:18

Bei allen Rudel oder Herdentieren ist es sinnvoll, mehrere Tiere zu halten. Bei Pferden ist es genauso, 2 sind eine Zwansgemeinschaft. Aber ich denke, man kann sich freuen, das die Leute wenigsten so weit denken, dass sie 2 Pferde, 2 Ratten usw. halten. Wenigstens ein Anfang.



Kaktus
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Kaktus » Fr 27. Mär 2009, 00:16

@ Tess:

Hab ich das richtig verstanden: alle Vergesellschaftungsversuche sind dir geglückt?

Na, das wäre ja eine krass positive Quote :D Wie kann es sein, dass sich alle Ratten lieb haben?
Wie kann das sein- also Glück (wohl nicht...) oder sind Ratten da sehr offen gegenüber Artgenossen oder sowas? :hm:

Wie gehst du da vor bei der Vergesellschaftung? Wie sieht so eine Rattenzusammenführung aus?

@Dante: Naja, wenn sich die Tiere wirklich mögen, würde ich eine Paarhaltung nicht unbedingt als Zwangshaltung sehen- ansonsten ja. Aber bei meinen Kaninchen: das ist wohl wirklich eine :shock: ...denn wirklich lieben tun sie sich glaube ich nicht. :X Naja, was soll man machen...



Dante
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Dante » Fr 27. Mär 2009, 10:23

Erst ist immer eine Zwangsgemeinschaft, von uns Menschen bestimmt. Wenn die beiden sich mögen, super! Aber ich habe es schon erlebt. 2 verstanden sich super, es Nr. 3 und Nr. 4 dazu, auf einmal hatten die beiden neue Freunde, die beiden hatten nichts mehr miteinander zu tun.



Kaktus
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Kaktus » Fr 27. Mär 2009, 10:33

Stimmt, hast Recht! Das habe ich bei meinen Chins auch erlebt. Die ehemals total sich liebhabenden Jungs haben sich sogar gejagt und so gar nicht mehr gemocht nach einiger Zeit als 2 neue in die WG einzogen. Ihre Vergesellschafung beiden damals lsogar super und schnell ab- und dann so eine Überraschung!

Natürlich spielen hierbei aber auch weitere Faktoren eine Rolle wie Platz, Tieranzahl, Geschlecht, Charkater des Tieres, und und und... Damit will ich sagen: Hätte ich mich damals für 2 andere Chins entschieden, die zu den beiden einzogen, dann wären die vielleicht immernoch Freunde. Oder wenn der Käfig größer gewesen wäre- das kann man im Endeffekt nicht so genau wissen ...

Trotzdem ist es ja auch so: wir Menschen mögen viele Leute ja sehr und verstehen uns mit denen super und würden vielleicht trotzdem die Gesellschaft eines anderen letztendlich doch mehr genießen bzw. bevorzugen als die der Erstgenannten. Das heisst in dem Falle ja nicht, dass wir die Zuerstgenannten nicht sehr gut leiden können... Gibt es im leben nicht (fast) immer eine bessere Option? :D
Zuletzt geändert von Kaktus am Fr 27. Mär 2009, 10:36, insgesamt 1-mal geändert.



Dante
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Dante » Fr 27. Mär 2009, 10:36

Trotzdem ist immer anzuraten, Rudel- und Herdentiere mind. zu zweit zu halten. Auch sollte sich diese "Freundschaft" nach dazu kommen von neuen Mitgliedern auflösen.



Gast112
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Re: Optimale Rudelgröße?

Beitrag von Gast112 » Fr 27. Mär 2009, 12:51

Ja, bei mir sind immer alle Rattenintegrationen geglückt. Ich hatte noch nie einen Fall, wo es nicht geklappt hat.

Also, ich mache es so, dass die verschiedenen Parteien sich zunächst auf neutralem Boden kennenlernen. In meinem Falle ist das die Küchenarbeitsplatte. Da dürfen die Rattis nämlich sonst nicht hin. Außerdem kann ich die gut sauber halten.

Das nur ein paar Minuten. Da kann man dann schon erkennen, ob eine Integration Sinn macht oder nicht. Auch kann man erkennen, ob es ne schwierige oder einfache Integration wird.

Also, Böcke hab ich inzwischen 3 Mal vergesellschaftet und bei der 4. Integration bin ich jetzt gerade dabei. Bei den Mädels waren es noch viele mehr. ;)

Bei der aktuellen Integration z.B. konnte ich beim 1. Kennelernen sehen, dass der kleine Toni (Neuling) vom Rudel neugierig beschnuppert und begutachtet wurde. Keiner hat geborstelt, keiner hat gefaucht oder gebissen. Keinerlei Aggressionen.

Das z.B. spricht dafür, dass Tobbi und die vier anderen auf der gleichen Wellenlänge schwimmen. Dass sie zueinander passen können. Dass eine gewisse Sympathie da ist. Und darauf muss man dann innerhalb der Integration aufbauen. Wenn diese gewisse Sympathie schon mal vorhanden ist, geht es nur noch um die Rangordnung innerhalb des Rudels, die es zu klären gilt.

Nach dem 1. Kennenlernen auf neutralem Boden, lasse ich alle zusammen jeden Abend in den gemeinsamen Auslauf (unser Wohnzimmer). Dort haben sie viel Platz, sich aus dem Weg zu gehen, sich ggfls. zu jagen (was bei dieser Integration nicht vorkam), zu rangeln und zu kämpfen (was zu jeder Integration dazugehört) und auch, um Freundschaften zu schließen.

Ich stelle oft eine Schüssel mit Brei auf, denn bei Ratten konnte ich neben vielen anderen Rattenhaltern auch, beobachten, dass Liebe durch den Magen geht. :D Wenn sie alle um eine Schüssel herum sitzen und futtern, ist der 2. Grundstein für eine Integration gelegt.

Dieses Zusammenlaufenlassen hat immer eine unterschiedliche Länge. Bei dieser Integration, denke ich, werde ich es noch ne Woche durchziehen. Nach dieser Zeit schrubbe ich den Endkäfig ordentlich und bestücke ihn mit neuer Einrichtung bzw. mische die Einrichtung von beiden Parteien.

Ich mache es so, dass ich die Jungs auf freiwillige Basis wieder in den Käfig lasse. Ich setze sie also nicht rein, sondern lasse sie von sich aus entscheiden, ob sie rein wollen oder nicht.

Das hat den Vorteil, dass meist nicht alle gleichzeitig drin sind, sondern einer nach dem anderen und dann wieder rausgeht. So kann sich auch keiner bedrängt fühlen.

Irgendwann, wenn dann doch alle drin sind, mache ich die Türen zu. Bei den meisten Integrationen mache ich es so, dass ich die Parteien nachts erstmal wieder trenne, weil ich während der Zeit nicht aufpassen kann, was geschieht.

Am Tag sitzen sie wieder zusammen. Nach 3-4 Tagen lass ich sie dann auch nachts zusammen.

Mit Glück hat sowas, glaub ich, nicht viel zu tun. Ratten sind einfach unglaublich, extrem soziale Tiere. Ich will nicht sagen, dass sie fähig sind, mit jedem anderen klar zu kommen, aber es gehört schon viel dazu, damit so eine Integration nicht klappt.

Nach allem, was ich gehört und erlebt habe, ist es z.B. nicht ganz einfach, Ratten in ein Rudel zu integrieren, die ihr Leben lang allein waren, da sie das rattige Verhalten verlernt haben. Sie wissen nicht, wie eine Ratte sich verhält. Das kompliziert eine Integration.

Hat man so eine Ratte, braucht man ein besonders soziales und tolerantes Rudel. Ein Rudel, das nicht jeden Fehltritt persönlich nimmt. Also keine aufbrausenden Ratten; keine Ratten, die zu zimperlich sind.

Man muss einfach ein Auge dafür haben, welche Ratten zusammen passen könnten und welche nicht. Man hört sich am Besten die Geschichte der Ratte/n an, die man aufnehmen und integrieren will und dann erfährt man schon sehr viel darüber.

Mein Tino z.B. wurde von einer Frau sehr schlecht behandelt, in einem winzigen Käfig einzeln gehalten. Er war total vermilbt, ihm fehlen zwei Zehe (wie er die wohl verloren hat?) und ist schon ziemlich verhaltensgestört. Er hat durch die Einzelhaltung z.B. die Angewohnheit, andere Ratten in die Nase zu beißen, wenn sie ihm zu nahe kommen. Nicht doll, nur so, dass sie's merken.

Das ist ein absolut ungewöhnliches Verhalten. Sowas machen Ratten an und für sich einfach nicht. Er hat es sich angeeignet, weil er nicht weiß, was man sonst machen soll, wenn man das als Ratte nicht möchte.

Meine Jungs sind dahingehend überraschend tolerant. Sie ignorieren das einfach und behandeln ihn so, als wäre er ein ganz normaler Rattenjunge. Während sie das tun, beobachtet und lernt Tino das Verhalten und eignet sich einige der Verhaltensweisen an, die er in seinem zukünftigen Rudel sieht.

Darüberhinaus kann man während des gemeinsamen Auslaufs sehen, wie er versucht, sich von sich aus ins Rudel zu integrieren. Er sucht sich seinen Platz. Die anderen werden ihm über kurz oder lang einen Platz im Rudel zuweisen. Jordan ist der Ranghöchste. Er wird bestimmen, welchen Status Tino bekommt.

Und wenn das alles geschehen ist, sind sie bereits zu einem richtigen Rudel zusammen gewachsen.



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